China: noch weit von der Normalität entfernt

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Das Covid-19-Virus hat China fester im Griff, als es die Regierung offiziell verlautbaren möchte. Während die ersten Betriebe als Zeichen der Entspannung von der Zentralregierung wieder geöffnet wurden, halten die Provinzregierungen die Schulen weiterhin geschlossen. Sie bereiten sich sogar auf noch deutlich längere Schließungen vor.

In den vergangenen Tagen wurden einige wegen des Covid-19-Virus geschlossene Betriebe wieder geöffnet. „Dabei handelt es sich allerdings vor allem um staatseigene oder staatsnahe Unternehmen, die von der Zentralregierung kontrolliert werden“, sagt Geyu Ji, Analystin bei Quant.Capital Management. „Und dabei vor allem um solche, die für die öffentliche Versorgung sowie den Nachschub an medizinischen Produkten wichtig sind.“ Viele Analysten sahen darin bereits ein Zeichen der Normalisierung der Lage. „Dies allerdings trifft gar nicht zu, Chinas Wirtschaft ist weitgehend lahmgelegt, genau wie das öffentliche Leben“, sagt Geyu Ji.

Anders als die staatlich kontrollierten Firmen blieben viele private Unternehmen weiterhin geschlossen. Nur rund 42 Prozent der Arbeitskräfte sind nach Berechnungen des Datenanbieters Baidu derzeit an ihren Arbeitsplätzen im Einsatz. „Die chinesische Wirtschaft läuft im Notprogramm“, sagt Geyu Ji. Auch das öffentliche Leben ist weitgehend zum Erliegen gekommen.

Besonders sichtbar wird dies an den immer neuen Verlängerungen der Schulferien. „Hier sind die Provinzregierungen zuständig, die alle ihre eigenen Entscheidungen treffen und auch nicht immer konform gehen mit der Zentralregierung“, sagt Geyu Ji. Mittlerweile wurden in den meisten Provinzen die Ferien bis in den März hinein verlängert. „Auch das muss nicht heißen, dass die Schulen dann wieder öffnen“, sagt Geyu Ji. „In vielen Regionen wird an Anwendungen zum Online-Unterricht gearbeitet.“ Klar ist, dass China von einer Rückkehr zur Normalität noch weit entfernt ist. Mit jedem Tag, den die Wirtschaft nur auf Sparflamme arbeitet, sinkt das Wirtschaftswachstum. „Vor allem aber wird durch Chinas Rolle als Werkbank die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen“, sagt Geyu Ji. „Dies wird sich schon bald deutlich in den Zahlen bemerkbar machen.“ (ah)