China entmachtet die USA

Andreas Grünewald, Gründer und Vorstand FIVV AG / Foto: © FIVV AG

Die Welt sortiert sich neu: Asien und insbesondere China werden die Gewinner sein. Das “goldende Zeitalter” des Westens geht zu Ende, die US-Dominanz schwindet. Über 50 % der Weltbevölkerung lebt mittlerweile in Asien, nur noch weniger als 5 % in den USA. Gut 4 Milliarden Asiaten, davon ein Drittel Chinesen, fordern immer stärker ihre Beteiligung an der Weltgemeinschaft ein. Visionäre Pläne Chinas treffen hierbei auf einen weitgehend planlosen Westen. Favorisiert sind Unternehmen, die sich rechtzeitig auf diese globalen Umbrüche eingestellt und ausgerichtet haben.

China setzt visionäre Pläne um – Westen weitgehend planlos

Für die meisten Menschen hierzulande unbemerkt, startete China vor fast 40 Jahren seine massive und beeindruckende Aufholjagd. In den vergangenen drei Jahrzehnten entwickelte sich das Reich der Mitte zur am schnellsten wachsenden Volkswirtschaft der Welt. Der mächtigste Mann des Landes ist Xi Jinping, Generalsekretär der Kommunistischen Partei und zugleich Staatspräsident Chinas. Er bekennt sich zur Reform- und Öffnungspolitik.

China hat nicht nur seine auf den Parteitagen vorgestellten Fünfjahrespläne, sondern auch einen visionären Plan für die kommenden 30 Jahre. Xi will das Land zur wohlhabenden, ökologischen Hightech-Nation machen. Hierbei setzt er auf einen Mix aus staatlicher Lenkung und Deregulierung sowie einer immer weiter geöffneten Volkswirtschaft. Ziel ist es, bis zum Jahre 2025 zu einem Innovationsführer in allen wichtigen Schlüsseltechnologien aufzusteigen, siehe Energieerzeugung, E-Mobilität, Flugzeug-, Eisenbahn- und Schiffbau sowie Robotertechnik, Mobilfunk-Technologie und Medizintechnik. Die Ausgaben für Forschung & Entwicklung liegen bereits heute höher als in der gesamten EU und steigen schneller als in den USA. Die Anzahl der internationalen Patentanmeldungen ist mittlerweile höher als in Europa, USA und Japan zusammen. Auf internationaler Ebene gilt es, im Rahmen der neuen Seidenstraße ein interkontinentales Infrastrukturnetz zwischen Asien, Europa und Afrika voranzutreiben. Bis zum Jahre 2049, sprich dem 100-jährigen Gründungsjubiläum der Volksrepublik China, soll das Land modern, stark und wohlhabend sein.

Wie sehen hingegen unsere Zukunftspläne, unsere Visionen in Deutschland, in Europa oder in den USA aus? Hier herrscht praktisch gähnende Leere. Stattdessen standen bzw. stehen Themen wie die Überschuldung, Brexit, Flüchtlings-, Immobilien-, Banken- und Finanzkrise auf der Agenda. Wir versäumen dringend benötigte Investitionen in unsere Infrastruktur, Kinder und Bildung sowie die massive Förderung der ohnehin wenigen Branchen bzw. Technologien, in welchen wir noch Weltmarktführer sind.

Gleichzeitig wachsen Hunderte Millionen junger und immer besser ausgebildeter Chinesen erstmals in den Konsum hinein und befeuern die Wirtschaft. Hierbei werden heutige Unternehmenslenker, die aufgrund der chinesischen Kulturevolution in den Jahren von 1966 bis fast 1980 keine adäquate Ausbildung genießen konnten, durch Akademiker mit besten Abschlüssen ersetzt. Parallel hierzu steht der starke politische Wille, international immer mehr Verantwortung und Führung zu übernehmen. Während der US-Präsident Donald Trump zahlreiche protektionistische Maßnahmen ergreift und sich gefühlt mit der halben Welt anlegt, bekennt sich Xi Jinping zum Welthandel. So wurde auf dem jüngsten Volkskongress dargelegt, dass der chinesische Markt für das verarbeitende Gewerbe komplett geöffnet werden soll und Markteintrittsbarrieren für zahlreiche Sektoren, wie Finanzwesen, Medizin und Telekommunikation weiter abgebaut werden.

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