Gewinner und Verlierer

Halbzeitpause im DAX. Diejenigen, die Anfang dieses Jahres breit in den Index investierten, konnten mit der Wertentwicklung des beliebten DAX wenig zufrieden sein. Da kann sich ein Blick auf einzelne Branchen oder Titel lohnen. Finanzinstitute wurden in den ersten sechs Monaten regelrecht abgestraft, Konsum- und Versorgerwerte stiegen tendenziell.
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Verkaufen Sie Vertrauen!

Noch viel wichtiger ist allerdings Kompetenz. Damit meine ich nicht nur die umfassende Kenntnis der eigenen Produkte, sondern auch ein fundiertes Wissen darüber, was sich in der Branche tut, was beispielsweise die Konkurrenz zu bieten hat. Auskünfte zu all diesen Themen sollten Sie im Schlaf geben können. Falls es hier hakt, wie steht es mit Ihrer Bereitschaft zur Weiterbildung?

Schauen Sie auch ruhig über den Tellerrand Ihrer Branche und lesen Sie gelegentlich einmal eine Statistik oder die Auswertung relevanter soziologischer Forschungen. Daraus können Sie gegebenenfalls neue Kunden-Bedürfnisse erkennen oder Sie verstehen besser, was beim Kundengespräch psychologisch abläuft, und können sich darauf einstellen.

Als nächstes hinterfrage ich hier Ihre Kunden- und Serviceorientiertheit. Dass Sie mit Ihren Kunden nur auf Augenhöhe sprechen, setze ich als selbstverständlich voraus. Doch mal ehrlich: Wie gut schaffen Sie den Spagat zwischen der Erfüllung des Kundenbedürfnisses und Ihrer eigenen Abschlussprovision? Und WANN erledigen Sie den erbetenen Rückruf, WANN verschicken Sie das erbetene zusätzliche Informationsmaterial (Und in welcher Form? Gibt es ein nettes Anschreiben dazu?)?

Zum Service zähle ich auch die eine oder andere unentgeltliche Dienstleistung. Haben Sie schon mal auf einer – sagen wir – Elternversammlung über die elterliche Haftung bei Sachbeschädigungen durch deren Kind gesprochen? Gerade zu diesem Thema kursiert beispielsweise fatales juristisches Halbwissen. Oder wie steht es mit einer Präsentation über betriebliche Altersvorsorge als Mittel zur Mitarbeiterbindung bei der örtlichen IHK oder Handwerkerinnung? (Natürlich unterlassen Sie dabei alles, was nach Werbung für eigene Produkte aussieht.)

Mit solchen öffentlichen Auftritten bringen Sie sich und Ihre Dienstleistungen ins Gespräch. Mehr noch, wenn Sie sich auch nachbarschaftlich/sozial, anderswie ehrenamtlich oder finanziell engagieren. Und getreu dem Motto „Tue Gutes und rede darüber" informieren Sie auf Ihrer Webseite über derlei Aktivitäten und laden Ihre Mitmenschen zum Mitmachen ein.

Apropos Website: Heute gehört es ja insbesondere bei größeren Unternehmen zum guten Ton, ein Leitbild zu haben. Warum formulieren Sie nicht auch für sich, was Ihre persönlichen Ansprüche an sich, Ihre Arbeit und Ihren Umgang mit Kunden und Mitarbeitern sind und veröffentlichen dies auf Ihrer Website und/oder als Aushang in Ihrem Büro? Wenn sich diese Ansprüche auch noch mit Ihren Taten decken und dies für die Leser überprüfbar ist, können Sie weitere Vertrauenspunkte sammeln.

Einen guten Rat an dieser Stelle: Als VerkaufsUnternehmer sind Sie in gewisser Weise eine öffentliche Person, die private gibt es aber auch noch. Je identischer beide sind (je weniger Sie sich quasi „verstellen"), desto leichter ist es auch, den beruflichen Gutmenschen zu leben.

Den Rest erledigt die Mund-zu-Mund-Propaganda. Untersuchungen zufolge verbreiten sich schlechte Nachrichten zwar ungleich schneller und umfangreicher, als gute, doch letztendlich wird auch Ihr Ruf als seriöser und vertrauenswürdiger Verkäufer die Runde machen.

Den zu behalten, erfordert jedoch tägliches MACHEN!

Diskutieren Sie mit sich oder mit Kollegen:
Was tun Sie für Ihren guten Ruf als Verkäufer? Inwieweit empfinden Sie in Ihrer persönlichen Image-Arbeit soziale Kontrolle als Druck und/oder Ansporn? Engagieren Sie sich ehrenamtlich und wenn ja, wobei? Glauben Sie, dass durch Ehrenämter auch neue berufliche Kontakte entstehen können? In welchen Formen bilden Sie sich weiter?

Mit vertriebsorientiertem Gruß

Ihr Jörg Laubrinus
www.laubrinus.de

Dringlichkeit zu wassersparenden Technologien wächst

Neben der stetig steigenden Nutzung – die Weltbevölkerung wächst jährlich um rund 78 Millionen und bis 2025 dürfte es über 8 Milliarden Menschen geben – und der damit verbundenen Verschmutzung der global knappen Süßwasservorräte beeinträchtigt auch zunehmend die Klimaerwärmung das kostbare Nass. Das jüngste Beispiel "Kalifornien" ist ein Beleg dafür.

"Damit in Zukunft für alle Bewohner der Erde ein ausreichendes Wasserangebot verfügbar ist, muss die Wirtschaft wesentlich nachhaltiger mit dieser Ressource umgehen. Nachhaltige Unternehmen im Wasserbereich werden somit verstärkt gefragt sein. So wächst beispielsweise die Dringlichkeit zu wassersparenden Technologien immens. Diese und weitere Entwicklungen sollten Anlegern interessante Perspektiven eröffnen und ihr Interesse für Wasserinvestments steigern", sagt Markus Güntner, Nachhaltigkeitsexperte von Swisscanto Asset Management International S.A.

Effizientere Wasserversorgung
Nach wie vor geht weltweit sehr viel Wasser bei der Verteilung verloren. Zum Beispiel werden in Mexiko-City die Wasserverluste auf über 40 % und in ganz Frankreich auf rund 20 % geschätzt. Diese enormen Verluste sind sehr kostspielig, da das verlorene Wasser meistens vorgängig aufwändig aufbereitet wurde. Entsprechend wurden in den vergangenen Jahren für Wasserversorgungen so genannte Smart Water Management Systeme entwickelt. Zum Beispiel verfügt Paris bereits über ein derartiges System. Dieses ist mit Druckflussmessern und Drucksensoren ausgestattet, die den Wasserdruck messen (Hinweise auf Lecks) sowie mit speziellen Sensoren Schwebstoffe ermitteln. Bei der Analyse der Ergebnisse werden eigens entwickelte Softwarelösungen genutzt. Ziel ist es unter anderem, herauszufinden, welche Bereiche des Netzes vorrangig repariert werden müssen.

Zu einem intelligenten Wassermanagement gehören auch elektronische Wasserzähler. Diese ersetzen in einem Haushalt mechanische Zähler und haben den Vorteil, dass die Hausbewohner auf Knopfdruck über den Wasserverbrauch informiert sind und dass der Zählerstand effizient in elektronischer Form an den Wasserversorger übermittelt wird. Der weltweite Markt für intelligentes Wassermanagement wurde bereits im Jahr 2013 auf USD 3,6 Mrd. geschätzt. Bis 2018 wird sich dieser Markt mit hohen jährlichen Wachstumsraten voraussichtlich auf rund USD 7 Mrd. verdoppeln. "Das ist ein Beispiel, welches zeigt, dass im Wassersektor ein enormes Entwicklungs- und Innovationspotenzial steckt", so Güntner.

Wachsende Entsalzungskapazitäten
Da die vorhandenen Süßwasserreserven immer knapper werden, kommen in besonders trockenen Gebieten vermehrt Entsalzungsanlagen zum Einsatz. Neben der Verwendung von thermischen Verfahren, die auf sehr energieintensiven Verdampfungstechnologien basieren, gewinnen Verfahren zunehmend an Bedeutung, bei denen Membranen zur Entsalzung genutzt werden. Diese machen – mit steigender Tendenz – rund 50 % der weltweiten Meerwasser-Entsalzungskapazitäten aus. Beim am häufigsten angewendeten Verfahren (Umkehrosmose) wird mit einem Druck von bis zu 80 bar das Wasser durch Membranen gepresst. Die Lebensdauer der Membranen liegt zwischen drei und sieben Jahren. Die Kosten für die Aufbereitung von 1 m³ Süßwasser mit Membranen konnten seit den 1980er-Jahren von USD 1,5 auf rund USD 0,7 gesenkt werden. Der Energieaufwand für 1 m³ Wasser entspricht etwa dem Strombedarf einer Wäschetrocknerladung.

Das weltweite Investitionsvolumen für die Meerwasserentsalzung (alle Technologien) wird für das vergangene Jahr auf rund USD 6 Mrd. geschätzt und soll bis 2018 auf rund USD 10 Mrd. zulegen. Derzeit bezieht rund ein Prozent der Erdbewohner Wasser aus Entsalzungsanlagen. Prognosen der Vereinten Nationen gehen davon aus, dass bis 2025 bereits 14 % der Weltbevölkerung entsalztes Wasser nutzt und unterstreicht das Wachstumspotenzial. "Insgesamt wird der weltweite Wassermarkt auf rund USD 550 Mrd. pro Jahr geschätzt - Tendenz steigend. Für Investoren, die an sämtlichen Entwicklungen zu einem besseren Umgang mit Wasser partizipieren möchten, bietet sich der Swisscanto (LU) Equity Fund Global Water Invest an. Dieser Fonds konzentriert sich auf Unternehmen, die nachhaltige Lösungen und Dienstleistungen rund um die wertvollste Ressource der Erde anbieten", sagt Güntner.

Swisscanto Wasserinvestments Fondsbeispiele

www.swisscanto.de


Standpunkt zur bAV-Reform

Ein Betriebsrentenförderungsgesetz soll die Stärke der bAV – betriebliche Lösungen – fördern, nicht schmälern. Über 80 Prozent der Großunternehmen in Deutschland bieten ihren Mitarbeitern eine bAV an. Insgesamt existieren bei deutschen Arbeitnehmern über 20 Mio....

Chancen bei Erneuerbaren Energien

Als Initiator für Windenergie-Projekte sehen wir hier großes Potenzial für die Umsetzung und den Vertrieb weiterer Windparks. Die anhaltenden politischen Unklarheiten aber erschweren eine Planung in die Zukunft hinein. Investoren brauchen daher Lösungen, die sowohl auf die aktuelle Situation zugeschnitten sind als auch langfristig funktionieren.

Am etablierten Onshore-Standort Deutschland bieten vor allem die südlichen Bundesländer noch ausreichend Raum für die wirtschaftlich rentable Nutzung von Windkraft. Bayern beispielsweise verfügt mit 41 GW über das größte Flächenpotenzial für Windenergie in ganz Deutschland, wie der Bundesverband WindEnergie bestätigt. Zum Vergleich: Im für Windenergie bekannten Niedersachsen sind es nur 26 GW. Für eine rentable Windenergie-Erzeugung sorgen dabei die hohen mittleren Windgeschwindigkeiten. In Hochfranken, einer der windreichsten Regionen Bayerns, liegen sie auf Nabenhöhe bei durchschnittlich 6,0 m/s bis 6,8 m/s. Als Windenergie-Standort profitiert die Region darüber hinaus auch durch den großen gesellschaftlichen Rückhalt, wie erst kürzlich die Emnid-Umfrage „Akzeptanz der Windenergie im Landkreis Hof" bestätigte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass nur ein Fünftel der Bewohner dem Thema Windkraft im Landkreis "negativ bis sehr negativ" gegenüber stehen.

Die mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien bekräftigt auch der Jahresreport Föderal-Erneuerbar 2013. So haben gut 75 % der bayerischen Bevölkerung keine Einwände gegen Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Nachbarschaft. In der Region zeigt sich folglich hohes Potenzial, die Energiewende hin zu einer nachhaltig verantwortlichen Energieversorgung auch tatsächlich umzusetzen.

Investoren profitieren über Beteiligungen am weiteren Windenergie-Ausbau, unterstützen das Vorankommen der Energiewende und können ihr Portfolio zudem mit einem nachhaltigen, rentablen Baustein diversifizieren.

(Autor: Ingo Grabowsky, Lacuna AG)
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Kein „Schwarzer Schwan“ für die Kapitalmärkte, aber der Europapolitik drohen noch rabenschwarze Tage

Aktuell liegt der Ball wieder im griechischen Spielfeld. Entweder erfolgt eine griechische Vorleistung durch Umsetzung von Reformen binnen 72 Stunden oder es droht das „Aus“.

Nachdem die griechische Regierung in Ignoranz des „Nein“-Referendums, welches sie zuvor in der Bevölkerung selber forciert hatte, pro-aktiv bei der Eurogruppe am Donnerstagabend Reformvorschläge einreichte, war ein schnelles weiteres Hilfspaket nicht unwahrscheinlich. Das mutmaßlich von französischen Politikern diktierte Papier war zu detailliert und zu entgegenkommend, um es pauschal abzulehnen.

Die über das Papier geführten Diskussionen der 19 Eurostaaten in den letzten 48 Stunden offenbarten aber fundamentale Gräben zwischen den Euroländern. Auf der einen Seite Deutschland, die Niederlande, Österreich, Finnland und die Osteuropäer, auf der anderen Seite Frankreich, Luxemburg, Italien und Griechenland. Zwischen den Stühlen die Länder auf erfolgreichem Reformkurs wie Irland, Portugal und Spanien. Die Spaltung in der Eurozone ist Realität – sichtbar dank Alexis Tsipras. Nach sechs Monaten filmreifen Theaters haben er und sein Spieltheoretiker Europa vorgeführt und die Büchse der Pandora geöffnet. Die radikalen linken Parteien in den anderen hochverschuldeten Euroländern haben ihre Helden gefunden und drohen für den Fall von Wahlerfolgen z.B. im Herbst in Spanien mit vergleichbaren Forderungen. Vertrauen wurde zerstört.

Es bedurfte dieses Falles „Griechenland“, um endlich offen über die Konstruktionsfehler des Euro und die unterschiedlichen Zielrichtungen und Philosophien der Euro-Staaten zu debattieren, ohne auf politische Korrektheit Rücksicht zu nehmen. Für die etablierten Eurostaaten geht es um unterschiedliche Europaphilosophien. Die einen, die Regeln und Glaubwürdigkeit der europäischen Idee über alles stellen und im Zweifel die Mitgliederzahl auch reduzieren wollen und die anderen, die den Zusammenbruch der europäischen Vision fürchten, sobald ein Mitglied (egal wie es sich verhält) nicht gehalten wird. Für die Linken geht es sogar um die generelle Systemfrage für Europa irgendwo zwischen Sozialismus und Marktwirtschaft.

In diesen Morgenstunden scheint vorerst ein Kompromiss gefunden, der den Ball zurück nach Griechenland spielt. Um menschliche Katastrophen abzuwenden, müssen die Banken wieder öffnen. Spätestens am 20. Juli fällt hier für Griechenland der Vorhang, wenn die EZB nicht hinreichende Anhaltspunkte hat, den Geldhahn weiter zu öffnen. Allerdings möchte sich die Mehrheit der Eurostaaten nicht auf die neuen griechischen Versprechungen verlassen, die offensichtlich im Gegensatz zu den Parteiprogrammen der Koalition, aber auch im Gegensatz zum Referendum stehen.
Insofern erscheint es sinnvoll, zunächst von Griechenland bis Mittwochnacht die Umsetzung wesentlicher Reformen im Parlament zu verlangen. Dazu gehören z.B. die bis heute nicht erfolgten Rentenreformen der Jahre 2010 und 2012 sowie die Einrichtung eines Treuhandfonds. Für den Fall der parlamentarischen Umsetzung könnten dann erneut Verhandlungen einsetzen.

Aus heutiger Sicht ist unklar, wie das griechische Parlament entscheiden wird. Zumindest scheinen die Anforderungen an Griechenland derart hoch, dass die anderen Eurostaaten zuversichtlich sind, im Falle eines „Ja“ aus Griechenland in heimischen Parlamenten die erforderliche Unterstützung zu finden. Anderenfalls droht der „Grexit“.

In jedem Fall bedarf es großer Anstrengungen, die Gräben zwischen den Eurostaaten zu schließen.

Zumindest die Aktienmärkte honorierten am Freitag nach zuvor heftigen Verlusten die Aussichten auf eine Einigung am Wochenende. Insofern folgt auf die jüngste Party mit Sicherheit der nächste Euro-Kater.


Autor: Thomas Böckelmann, Investmentchef der Vermögensmanagement EuroSwitch
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„Antizyklisches Verhalten wird mit dem Wandel an den Märkten wieder wichtiger“

Nach dem Schulden-Superzyklus treten die Finanzmärkte nun in eine neue Phase ein. Im Quartalsausblick konstatiert Robeco zwei grundlegende Veränderungen für die Kreditmärkte. Erstens wird die Situation in den USA langsam unerfreulich für Unternehmensanleihen. Die Neuverschuldung der Firmen beschleunigt sich und die Margen haben ihre Höchstmarke überschritten. Zweitens führt die finanzielle Repression der Notenbanken zu einer steigenden Volatilität in vielen Assetklassen. Das Herdenverhalten birgt zunehmend Gefahren.

Der Unternehmenssektor in den USA ist in voller Fahrt. Die Unternehmen verschulden sich wieder stärker. Die Flut an nahezu kostenlosem Kapital bildet dafür die Grundlage. Aktienrückkäufe, Dividenden sowie kreditfinanzierte Übernahmen und Fusionen haben zyklische Höchststände erreicht. „Sollte der Zyklus umschlagen und die Unternehmensgewinne würden sinken, dann sieht die Unternehmensverschuldung plötzlich recht hoch aus“, warnt Sander Bus. Zudem ist die amerikanische Notenbank Fed auf dem Weg zu einer strafferen Geldpolitik. „Ob diese nun im gemäßigten Tempo oder aggressiver erfolgt – die Finanzmärkte weltweit werden weiterhin mit den Steroiden der lockeren Geldpolitik gedopt.

Wie werden also Investoren auf die Entwicklung reagieren?“, gibt Bus zu Bedenken. Zudem hält er es, nachdem auf dem Häusermarkt, in der Autoindustrie und auch in gewissem Maße bei den Investitionsausgaben eine Normalisierung eingetreten ist, für durchaus angebracht, sich vor dem Hintergrund eines fortgeschrittenen Wirtschaftszyklus auf eine Rezession in den USA in den nächsten zwei Jahren einzustellen.

Herdenverhalten führt zu überzogenen Reaktionen – nach oben und unten

Exzessive finanzielle Repression durch die Notenbanken hat nach Meinung des Robeco-Experten zu einer zweiten Veränderung an den Märkten geführt, deren Wirkung noch nicht voll absehbar ist: Dem Phänomen negativer Renditen. Die Suche der Investoren nach Rendite hat sich dadurch weiter erschwert, aber ebenso hat sich ihr Herdenverhalten verstärkt. Das ist eine Erklärung für die gestiegene Volatilität auf den Währungs-, Anleihen-, und Aktienmärkten. Alle Marktteilnehmer schauen wie besessen auf die „Dot Plots“ der amerikanischen Notenbank Fed, die die Einschätzungen der Notenbank-Mitglieder zur Zinsentwicklung zeigen. Die Reaktionen auf Veränderungen sind überzogen, alle wollen plötzlich verkaufen – in zunehmend illiquiden Märkten.

Eine Konsens-Positionierung an den Märkten hielt Bus schon immer für gefährlich. Die Jagd nach Rendite hat die Preise für Unternehmensanleihen und Aktienbewertungen nach oben getrieben und eine Inflation der Asset-Preise ausgelöst. „Antizyklisches Verhalten bleibt unserer Ansicht nach entscheidend für den Anlageerfolg. Es wird in Zukunft vermutlich sogar noch wichtiger sein“, sagt Bus. Vor dem Hintergrund des typisch spätzyklischen Verhaltens des US-Unternehmenssektors, einer zunehmenden Volatilität und einer möglichen künftigen Rezession in den USA lassen die Kreditmarkt-Experten von Robeco eher Vorsicht walten. Die Beta-Positionierung schwankt zwischen einer leichten Übergewichtung und einer neutralen Position. „Der Hauptgrund, dass wir noch nicht untergewichtet sind, ist, dass sich die Risikoaufschläge wieder etwas ausgeweitet haben und es einfach noch nicht ausreichend konkrete Hinweise für Ausfälle oder Rezessionen auf Quartalssicht gibt“, erklärt Bus.

Unternehmensanleihen nach Korrektur wieder attraktiver

Während Unternehmensanleihen aus dem Investmentgrade-Bereich zunächst kaum auf die Zinsanstiege bei Staatsanleihen reagiert haben, konnten sie sich der Entwicklung im Juni nicht mehr entziehen und haben leicht korrigiert. Die Renditen europäischer Investmentgrade-Papiere sind beispielsweise um 18 Basispunkte gegenüber dem Vorquartal gestiegen. Nur Anleihen aus den Emerging Markets und USHochzinsanleihen zeigten sich standhaft. „Hochzinsanleihen sind bekannt für ihre Widerstandsfähigkeit gegen Zinsanstiege. Wir denken, dass sie auch auf dem aktuellen Niveau immer noch die Risiken gut kompensieren“, meint Bus. Insgesamt hat sich die Kreditqualität der Unternehmensanleihen verbessert und bei Hochzinsanleihen sind zudem die Kreditklauseln in den Verträgen wieder investorenfreundlicher geworden.

Ihre Favorisierung von US-Unternehmensanleihen gegenüber europäischen Titeln haben die Robeco- Experten aufgegeben. Das Fortschreiten des US-Marktzyklus bewerten sie als ebenso wichtig wie die politischen Risiken in Europa. Daher sind beide Märkte neutral positioniert. Gegenüber den Emerging Markets sind sie nach wie vor skeptisch und halten einen Einstieg für verfrüht. Vor allem nach der jüngsten Rally sind Unternehmensanleihen aus Schwellenländern zu teuer. Bus: „Wir finden an den Kreditmärkten der Emerging Markets kaum genügend Value im Vergleich zu den Unternehmensanleihen der Industriemärkte – vor allem wenn man die Länderrisiken berücksichtigt.“
Autor: Sander Bus, Leiter des Credit-Teams von Robeco
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Aufklärungspflicht für Anlageberater trotz des Verbotes von Rechtsberatung?

Bei Publikums-KGs aus der Zeit vor Inkrafttreten des KAGB mit unmittelbarer bzw. mittelbarer Beteiligung von Kapitalanlegern kam es oft zu „Ausschüttungen“ an besagte Kapitalanleger, die seitens der KG nicht aus Gewinnen erfolgten, sondern oft aus fremdfinanzierter Liquidität. Erfolgten Ausschüttungen nicht aus Gewinnen sondern mangels Gewinnen aus vorhandener Liquidität, dann handelte es sich handelsrechtlich um Einlagerückgewähr und steuerrechtlich um nicht steuerbare Rückzahlungen des eingezahlten Kapitals statt um steuerpflichtige Scheinrenditen. Dies hatte haftungsrechtliche Folgen:

Für unmittelbar beteiligte Anleger-Kommanditisten: Hatte eine Publikums-KG an ihre Anleger- Kommanditisten gewinnunabhängige „Ausschüttungen“ vorgenommen, dann lebte bei Kommanditisten als Empfänger solcher „Ausschüttungen“ bei Unterschreitung der im Handelsregister eingetragenen Haftsumme gemäß §§ 171 Abs. 1, 172 Abs. 4 HGB die Außenhaftung solcher Kommanditisten wieder auf. Diese Außenhaftung hatte nicht zur Folge, daß Drittgläubiger zunächst die KG in Anspruch nehmen müßten.2) Sie konnten statt dessen (zunächst) besagte Kommanditisten gemäß §§ 171 Abs. 1, 172 Abs. 4 HGB haftungsmäßig in Anspruch nehmen.

Über diese denkbare wieder auflebende Kommanditistenhaftung muß nach neuerer Rechtsprechung des III. Senates des BGH3) ein Anlageberater den Anleger einer Publikums-KG auch dann aufklären, wenn dieses Haftungsrisiko für den Anleger auf 10 % des Anlagebetrages begrenzt ist.


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Dr. Klaus-R. Wagner Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Steuerrecht
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Wenn GB aus der EU austritt

“Jeder, der glaubt, dass Großbritannien in der EU bleibt und London das Zentrum von allem ist (mit Ausnahme von erfolgreichen Fußballteams), der hole sich das britische Pfund.“ schlussfolgert Chris Iggo, CIO Fixed Income bei...

Brexit vorerst gebannt, Aktien leicht untergewichtet

Fidelity: Unsere globalen Wachstumsindikatoren haben sich im Monatsverlauf gebessert. Da die Ansteckungsgefahr durch den Brexit vorerst gebannt ist, ist eine deutliche Untergewichtung in Aktien nun nicht mehr gerechtfertigt. Deshalb haben wir im Monatsverlauf Aktien zugekauft und sind jetzt nur noch leicht untergewichtet.