Bequemlichkeit kostet Rendite und zufriedene Kunden kommen wieder

Auf Seiten der Zertifikateanbieter zeigt sich ein gemischtes Bild. Einerseits ist das Geschäft besser als in den Vorjahren, andererseits stellen sich die Emittenten aber auch auf einen härteren Wettbewerb ein.
Für das erste Halbjahr 2014 geht jeder zweite Emittent von einer unveränderten Geschäftsentwicklung aus. 44 Prozent sind allerdings zuversichtlich und erwarten eine Verbesserung. Nur 9 Prozent befürchten, dass sich ihr Zertifikategeschäft zukünftig verschlechtern wird.
Dass sich der Wettbewerb trotz guter Entwicklungsprognosen dennoch verschärfen wird, davon gehen 86 Prozent der 23 befragten Emittenten aus, die auf dem deutschen Markt tätig sind. Sicher ist: Der Zertifikatemarkt ist und bleibt mit mehr als 30 Emittenten stark umkämpft. Versetzen sich die Zertifikateanbieter dabei in die Lage ihrer Anleger, so glauben 70 Prozent, dass für ihre Kunden gute Erfahrungen in der Vergangenheit das entscheidende Kaufkriterium sind.
Und die Sicht der Anleger? Eine aktuelle Online-Umfrage bei mehr als 7000 Anlegern zeigt, dass die Mehrheit von den diesjährigen Kursanstiegen profitieren konnte. 55 Prozent der Befragten erklärten, dass ihr Wertpapierdepot in 2013 einen Gewinn von über 6 Prozent ausgewiesen hat. Bei 16 Prozent liegt der Gewinn immerhin noch zwischen 1 und 6 Prozent.
Auch, wenn viele Privatanleger in Bezug auf ihre Finanzprodukte häufig unsicher sind, gilt: Sich nicht um seine Finanzen kümmern führt durch die Inflation zum Abbau des Vermögens. Also besser informieren und feststellen, dass Zertifikate beim Vermögensaufbau in jedes erfolgreiche Depot gehören.


Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV)
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Werden die Verlierer die Gewinner sein?

Diese Fakten sollten jedem bekannt sein. Auch die Tatsache, dass der steigende Wohlstand in den Entwicklungs- und Schwellenländern die Nachfrage nach Rohstoffen konstant steigen lässt, ist nicht neu. An den Aktienbörsen wird aktuell aber ein anderes Spiel gespielt. Aktien der Bereiche Energie und Bergbau fristen seit Längerem ein Schattendasein und werden von den Anlegern vernachlässigt. Beide Segmente laufen der Wertentwicklung der breiten Indices nicht nur hinterher, sondern entwickeln sich zum Teil auch deutlich negativ. Dies gilt nicht nur für das Jahr 2013, sondern auch für die Jahre 2011 und 2012.

Kurzfristig mag das wirtschaftliche Umfeld noch durch Unsicherheit über die Wachstumsaussichten der Wirtschaft geprägt sein, klar ist jedoch, dass das Wachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern auch zukünftig vorhanden sein wird. Ob es nun z.B. 7,5% in China sein werden oder nur 6,5 % - 7% ist in diesem Zusammenhang nur eine Kennzahl. Urbanisierung, steigender Lebensstandard und der Ausbau bzw. die Verbesserung von Intrastruktur bilden weiterhin eine solide Basis für Nachfrage, auch in den Industriestaaten.

In den vergangenen Jahren waren die Schlagzeilen, welche die Unternehmen aus dem Bereich Energie und Bergbau veröffentlichten, häufig von großen Übernahmen und Investitionsvorhaben geprägt. Doch hat sich das Bild deutlich verändert. Der Druck von professionellen Aktionären auf das Management der Gesellschaften hat sich stark erhöht. Die Interessen der Investoren stehen wieder im Mittelpunkt. Dazu wurden bereits von vielen Gesellschaften die Investitionsbudgets gekürzt und die Dividendenpolitik verbessert. Die Generierung von Liquidität tritt mehr und mehr in den Mittelpunkt. Angesichts der zum Teil deutlich gesunkenen Notierungen für einige Rohstoffe wurden auch teure Explorationen geschlossen oder deren Schließung als Option in Betracht gezogen. Diese Maßnahmen zielen auf der einen Seite auf die Profitabilität, dienen aber auch auf der anderen Seite der Stabilisierung der Rohstoffnotierungen.

China importierte 1995 1,2 Millionen Tonnen Kupfer (10% des Weltmarktes). Im Jahr 2010 waren es 7,2 Millionen Tonnen (37% Weltmarktanteil). Dies entspricht einer Veränderung von 6 Millionen Tonnen. Die Prognosen für 2025 liegen bei 16,4 Millionen Tonnen und einem Weltmarktanteil von 51%. Gleichzeitig sind die Anforderungen an die Produktion für Kupfer deutlich gestiegen. 1990 mussten für die Produktion von 1 Tonne Kupfer noch ca. 200 Tonnen Gestein verarbeitet werden, 2012 waren es bereits ca. 500 Tonnen Gestein und die Prognosen für 2016 gehen von ca. 750 Tonnen aus. Parallel wurden die Auflagen für den Umweltschutz strenger. Faktoren, die die Preise für Kupfer und andere Rohstoffe steigen lassen werden. Dies gilt nicht nur für Metalle, sondern auch für Energieträger wie Öl und Gas. Auch wenn Fracking derzeit ein großes Thema ist und die Karten für Angebot und Nachfrage sich verschieben, gibt es Probleme. Die USA als größter Verbraucher von Öl und auch Gas hat bisher keine Möglichkeiten, diese zu exportieren. Derzeit ist es gesetzlich verboten und es bestehen auch keine großen Anlagen, um dies in nennenswertem Umfang zu betreiben. Gas müsste z.B. verflüssigt werden. Auch die Reichweite der neuen Funde und der zukünftigen Produktion aus Fracking müssen beobachtet werden, da die Prognosen hierzu sehr unterschiedlich sind. Hieraus ergeben sich lokal immer noch Preisunterschiede.
Die Bewertung insbesondere der großen börsennotierten Gesellschaften aus den Bereichen Bergbau und Energieexploration ist weiterhin unterdurchschnittlich zum historischen Mittel. Des Weiteren haben die großen Investoren die Bereiche Energie und auch Bergbau in den Portfolios deutlich untergewichtet. Wie bereits eingangs vermerkt, bauen aktive Aktionäre wie Hedge-Fonds Positionen auf, um das Potential an Cash für die Aktionäre zu heben. In der Vergangenheit hatten diese Investoren eher direkt in Rohstoffe investiert. Dies lässt sich beispielweise auch an der relativen Entwicklung des Goldpreises zur Entwicklung des Goldminindex ablesen. In den vergangenen Jahren gaben die Notierungen der Aktien im Index trotz steigender Notierungen des Goldes nach. Seit Mai diesen Jahres hat sich diese Entwicklung ins Gegenteil umgekehrt. Zuletzt haben Investoren wieder mehr in die Aktien der Goldförderer investiert.

Bei den Energieträgern gilt es ebenso den Trends zu folgen. Öl wird nicht nur durch Fracking in den USA gewonnen: neue Lagerstellen liegen zunehmend unter tiefen Ozeanen, so z.B. vor der Küste Brasiliens oder in Regionen, die bisher eher vernachlässigt wurden, wie Ostafrika.
Dadurch kommen neue Gesellschaften in den Blickpunkt, welche die entsprechende Technik entwickelt haben oder die Rechte an den neuen Vorkommen besitzen. Kleine Gesellschaften dürften in diesem Zusammenhang von höheren Wachstumsraten profitieren und auch das Ziel für Übernahmen sein. Beides sind Argumente für die Erwartung von Kurssteigerungen bei Energie- und Minenaktien und deren gesamtem Umfeld. Das richtige Branchen Know-how ist für die Realisierung dieser Chancen ebenso wichtig wie die Möglichkeit, in Small & Mid Caps investieren zu können. Die gesamte Wertschöpfungskette bietet sowohl im Energie- als auch Bergbaubereich interessante Perspektiven.

Die Chancen stehen gut, dass die Underdogs sich in 2014 besser entwickeln werden. Professionelle Investoren, die sich aktiv für die Belange der Aktionäre einsetzen sind ein gutes Zeichen. Rechtzeitig dabei sein sichert eine ordentliche Rendite.


Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany PETERCAM S.A.

Weiterhin gute Perspektiven für High Yield-Anleihen

Und die Perspektiven für solide Erträge bei Hochzinsanleihen sind auch für 2014 weiter intakt.
Denn steigende Renditen könnten die Nachfrage für High Yield-Anleihen (Unternehmenstitel mit schwacher Bonität) auch in den nächsten Monaten unterstützen, da die Risikoprämien dieser Hochzinsanleihen gegenüber steigenden Zinsen einen gewissen Verlustpuffer bilden und somit höhere Returns ermöglichen, als dies beispielsweise Investmentgrade-Anleihen können. Für diese höheren Returns müssen Anleger allerdings auch ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, denn die Ausfallsraten und Liquiditätsrisiken sind in diesem Segment naturgemäß höher als bei Unternehmenstiteln mit guter bis sehr guter Bonität.

Begünstigt wird die Entwicklung steigender Zinsen durch das zu erwartende Tapering der US-Notenbank: Aktuell befindet sich die Euro-Zone noch in einer Art Komfortzone mit „sich normalisierenden" Staatsanleihen-Spreads, gelockerten Kreditbedingungen, niedrigen Ausfallsraten und moderatem Wirtschaftswachstum, doch eine Abkoppelung von steigenden Renditen in den USA wird Europa nicht gelingen. Auch wenn es die Europäische Zentralbank mit ihrer neuen Kommunikationslinie einer „Forward Guidance" geschafft hat, Ruhe in den Markt zu bringen, werden – zeitverzögert – auch in der Euro-Zone die Zinsen wieder steigen. Auch aus diesen Gründen richten viele internationale Anleger ihre Aufmerksamkeit mehr und mehr nach Europa: Der Anteil an Euro High Yield-Anleihen gegenüber US-Papieren gewinnt von Jahr zu Jahr an Bedeutung.

Vergleicht man die Performance von US High Yield-Anleihen mit der von US-Staatsanleihen in Zinsanhebungsphasen, so schneiden die Hochzinsanleihen seit 1985 regelmäßig besser ab als die Treasuries.

Natürlich kann das Tapering auch bei High Yield-Anleihen zu kurzfristigen Rückschlägen führen: Im vergangenen Frühsommer, als die Fed eine Reduktion der Staatsanleihenkäufe ankündigte, hatten Hochzinsanleihen den schlimmsten monatlichen Verlust der letzten zwei Jahren zu verzeichnen. Doch schon kurz danach konnte die Assetklasse ihre eingangs beschriebenen Stärken wieder unter Beweis stellen.

Trotzdem stoßen Hochzinsanleihen aufgrund ihres erhöhten Ausfallrisikos (und möglicherweise auch wegen ihres Beinamens „Schrottpapiere") bei Anlegern auf gewisse Vorbehalte. Nicht unbedingt zu Recht, denn die Assetklasse hat – absolut betrachtet – seit Anfang 2000 deutlich besser abgeschnitten als Aktienindizes führender westlicher Aktienmärkte, wie z.B. der S&P 500 oder der Euro Stoxx 50. Ein Großteil der relativen Outperformance ist nach 2008, also in der Zeit nach dem Ausbruch der Finanzwirtschaftskrise, erzielt worden. Viele Unternehmen können auf einen mehrjährigen Entschuldungsprozess zurückblicken. Das begründet auch die niedrigen Ausfallsraten der letzten Jahre. Laut einer Schätzung von Moody's liegt diese – auf die nächsten 12 Monate betrachtet – bei 2,8 %. Unterstützt wird die niedrige Ausfallsrate vom verbesserten wirtschaftlichen Umfeld und der dadurch erwarteten Lockerung bei der Kreditvergabe. Ein sicheres Investment sind High Yield-Anleihen aber nicht. Eine sorgfältige Auswahl der einzelnen Titel ist das Um und Auf. Das gilt nicht zuletzt deshalb, weil Gewinnentwicklung und Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen schnell unter Druck geraten können, wenn sich die Wirtschaftsentwicklung wieder einbremsen sollte.

Raiffeisen Capital Management bleibt für High Yield-Anleihen weiterhin positiv gestimmt und erwartet, dass mit ihnen auch 2014 höhere Erträge zu erzielen sein werden als mit deutschen Staatsanleihen, US-Treasuries und Investmentgrade-Anleihen. Eine Wiederholung der zweistelligen Erträge der letzten Jahre ist jedoch nicht zu erwarten.

Autor: Thomas Korhammer, Fondsmanager bei Raiffeisen Capital Management zum Thema High-Yield-Anleihen

Go West – die Wiedergeburt der USA

Das Land erlebt eine nachhaltige wirtschaftliche Renaissance, die auf drei Faktoren basiert: der Energieunabhängigkeit durch Schiefergas, der Innovationsstärke der Wirtschaft und dem Rückgang des Doppeldefizits bei Haushalt und Handelsbilanz.

Tatsächlich sind die Steuereinnahmen der USA gestiegen und die Staatsausgaben nominal betrachtet seit 2009 stabil. Aktuell wirken sich beispielsweise der Rückzug Amerikas aus dem Irak und das Ende des Militäreinsatzes in Afghanistan positiv auf die Staatsausgaben aus. Auch beim Handelsdefizit wendet sich das Blatt. Der Grund liegt in der Energiegewinnung aus Schieferöl und -gas. Sie hat zu einem Rückgang der Energieimporte um ein Drittel geführt. Hinzu kommt, dass US-Unternehmen durch sinkende Energiekosten einen Vorteil im globalen Wettbewerb haben. Sollten die USA künftig zum Gasexporteur werden, spricht vieles für eine weitere Verbesserung der Handelsbilanz.
In den vergangenen Monaten zeichnete sich zudem eine Neubewertung von Unternehmen ab, deren Wert in ihrem geistigen Eigentum und ihrer Innovationsstärke liegt – schon immer eine Stärke der USA. Anleger profitieren von dieser Innovationsstärke in Bereichen wie Pharma, Biotech und Technologie. Aber auch über diese Branchen hinaus gibt es viele Hinweise auf eine wieder solide Finanzkraft amerikanischer Unternehmen. Bislang ist jedoch eine gewisse Zurückhaltung bei den Investitionen zu spüren. Die gute Nachricht: Die Unternehmen sitzen auf Cash. Steigt das Vertrauen in Amerikas Wirtschaft weiter, steht einem Anstieg der Investitionstätigkeit nichts mehr im Wege.
Dass die Amerikaner wieder Vertrauen fassen, belegt die Zahl der verkauften Häuser. Sie ist im Sommer 2013 auf ein Fünfjahreshoch gestiegen. Der Aufwärtstrend am Immobilienmarkt ist für den Konsum in Amerika – seit jeher die wichtigste Triebfeder der US-Wirtschaft – von zentraler Bedeutung. Er wirkt sich nicht nur positiv auf das Vermögen der Amerikaner aus, sondern mit anziehender Bautätigkeit auch auf die Beschäftigungszahlen.

Für Anleger, die in diesem günstigen Umfeld in US-Aktien investieren möchten, ist eine sorgfältige Titelauswahl wichtig. Denn die Gewinnmargen amerikanischer Unternehmen sind nicht mehr weit von ihren Allzeithochs entfernt. Wer nicht zu viel bezahlen will, für den ist eine Anlage in Indizes, die nach Marktkapitalisierung gewichtet sind, problematisch geworden. Denn sie unterscheiden nicht zwischen langfristigen Gewinnern und jenen Unternehmen, deren Gewinnmargen schon bald sinken könnten.

DeAWM: „Die Bäume wachsen, aber nicht in den Himmel“

Nach Ansicht der Experten von Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM) ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel", sagte der Co-Chief Investment Officer und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH Asoka Wöhrmann bei einem Pressegespräch zum Marktausblick 2014 am 5. Dezember in Frankfurt am Main. Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung. Vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann.

Die Dynamik für höheres Wachstum dürfte im kommenden Jahr in erster Linie von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht in Form eines erneuten Shutdowns selbst im Weg, dürfte der moderate Wachstumskurs beibehalten werden. Auch Japan wird wieder eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase der Abenomics im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm. China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen. „Insgesamt dürfte es ein solides Jahr an den Finanzmärkten werden. Wir erwarten verhaltene Anstiege an den Kapitalmärkten, wenn auch nicht mehr so deutlich wie 2013. Allerdings rechnen wir mit einer höheren Volatilität. Wir sind immer noch in einer Renditefalle. Für den Kapitalanleger gilt angesichts des Niedrigzinsumfelds und der finanziellen Repression grundsätzlich: Er muss mehr ins Risiko gehen. Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten", sagte Wöhrmann. DeAWM empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte ihre Niedrigzinspolitik vorerst fortsetzen. „Die EZB spielt im kommenden Jahr eine wichtige Rolle. 2014 steht noch keine restriktive Geldpolitik auf der Agenda, sondern eher eine Konsolidierung der Bankenlandschaft, die in den USA nach mehr als 450 abgewickelten Finanzinstituten bereits als abgeschlossen gilt. Das Schlagwort Bankenunion könnte einer von vielen möglichen Volatilitätstreibern in Europa werden. Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht", sagte Wöhrmann. Die Fed sollte im ersten Quartal damit beginnen, die Geldpolitik wieder etwas anzuziehen. Über das so genannte Tapering werden die Notenbanker ihre Anleihekäufe zurückfahren. Nach einer eher volatilen Phase dürften sich dann im zweiten Halbjahr die Märkte beruhigen, wovon auch die Emerging Markets profitieren dürften. Eine Zinserhöhung in den USA dürfte erst wieder 2015 Thema werden.

Das macht die Situation an den Rentenmärkten nicht gerade einfach. G4-Anleihen, also Papiere aus Deutschland, den USA, Großbritannien und Japan, dürften weiterhin nur sehr niedrige Renditen bringen, teilweise dürfte der Ertrag zwar nominal positiv, real aber negativ sein. Das Nullzinsumfeld am Geldmarkt werde noch etwa zwei Jahre anhalten. „Vier Punkte werden 2014 entscheidend sein für ein erfolgreiches Investment an den Rentenmärkten: Eine Rotation – also ein Wechsel – der Anlageklassen, eine genaue Selektion der Anleihen, gutes Timing und der Blick auf die Liquidität. Kurz gefasst: aktives Bonds-Management", sagte Stefan Kreuzkamp, Co-Head EMEA (Europe, Middle East and Africa) Fixed Income. Differenzierte Investments seien 2014 von großer Bedeutung, etwa bei Unternehmensanleihen, die aufgrund ihrer Zinsaufschläge in dem Niedrigzinsumfeld gut gepuffert sind. Anleihen aus Peripherieländern böten einen Zinsaufschlag gegenüber Anleihen aus den Kernländern. Carry und Tightening – also das Verdienen an einer Normalisierung der Zinsaufschläge – bleibe im Euro-Raum eine attraktive Strategie. In den Emerging Markets sei eine sehr differenzierte Analyse nötig, vor allem hinsichtlich der Länderauswahl.

Für die Aktienmärkte sehr optimistisch ist Henning Gebhardt, Head of EMEA Equities. Er sagte: „2012 und 2013 standen die Aktienmärkte unter dem Einfluss von Risikoaversion und Normalisierung. 2014 dürfte sich dies wandeln. Jetzt dürften die Gewinne der Unternehmen zum Haupttreiber der Aktienmärkte werden. Dies sollte den Börsen in den kommenden zwölf Monaten weiteren Auftrieb geben." Für die Fortsetzung des Kursanstiegs spreche auch, dass viele Investoren Aktien in ihren Depots untergewichtet haben. An den meisten Aktienmärkten sollten Renditen von bis zu fünfzehn Prozent erzielbar sein. „An europäischen Aktien führt auch 2014 kein Weg vorbei", so Gebhardt. Aktien in Europa seien historisch gesehen immer noch sehr günstig – trotz des zum Beispiel jüngst erreichten DAX-Rekords. Investoren sollten zudem überlegen, auf konjunktursensitive Branchen zu setzen und Aktien aus den Bereichen zyklische Konsumgüter, Industrie und Finanzdienstleistungen überzugewichten. Small-Cap-Aktien dürften ebenfalls überdurchschnittlich von dem höheren Wirtschaftswachstum profitieren und sollten daher gegenüber Large-Cap-Papieren die Nase vorne haben. Anleger sollten Aktien zinssensitiver Unternehmen aus den Bereichen Versorger und Basiskonsum tendenziell untergewichten.

Deutsche Asset & Wealth Management (DeAWM)
Dezember 2013
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Afrikanische Rentenmärkte im Fokus

Erstaunen dürfte diese positive Entwicklung unter Berücksichtigung der globalen Geldmengenausweitung und insbesondere aufgrund der soliden Fundamentaldaten afrikanischer Staaten nur bedingt - Staatsverschuldungen von meist unter 30 %, fallende Inflations- und dynamische Wachstumsraten haben zunehmend auch professionelle Investoren angelockt.

Entsprechend sind auch die Renditen der afrikanischen US-Dollar Zinspapiere stark gefallen. Ghanas 10-jährige Staatsanleihe mit Verfall 2017 weist noch eine Rendite von 6 % auf und Nigerias Schuldverschreibung mit Laufzeit 2018 kann momentan mit einer Verfallsrendite von 4.3 % erworben werden.

Interessanter erscheinen da die bis jetzt noch nicht beachteten Anleihen in afrikanischen Währungen – bei knapp 13 % notiert z.B. die 10 jährige Naira denominierte Anleihe aus Nigeria. Den attraktiven Renditen stehen neben dem Standard Risiko Bonität insbesondere Fremdwährungsschwankungen und geringere Liquidität gegenüber.

Afrika wird zunehmend besser eingeschätzt

Die soliden makroökonomischen Rahmendaten haben vielen afrikanischen Staaten entweder zu einem ersten oder zu einem verbesserten Rating verholfen. S&P weist beispielsweise ein A- Rating für Botsuana aus, Südafrika erhält die Note BBB und die Öl-Giganten Nigeria und Angola werden von der Rating Agentur mit BB- bewertet.
Positiv auf die Einschätzung wirkten sich insbesondere auch die strukturellen Reformen aus – bis vor kurzem hatten z.B. die wenigsten Länder Sub-Sahara Afrikas ein erklärtes Inflationsziel. Dieser Zustand hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Die Zentralbanken vieler Länder haben begonnen die Teuerungsraten konsequent zu bekämpfen, was sich in fallende Inflationsraten sowie steigenden Realzinsen - z.T. deutlich über 5 % - bemerkbar gemacht hat!

Daneben verhalf sicherlich auch die Tatsache, dass die durchschnittliche Staatsverschuldung afrikanischer Staaten bei etwa 30 % liegt, Fremdwährungsreserven in der Höhe von 15% des BIPs bestehen und solide Wachstumsraten von über 5 % erzielt werden der Region zu einer besseren Bewertung.

Junge Rentenmärkte mit entsprechenden Risiken

Trotz der erfreulichen strukturellen und makroökonomischen Entwicklung ist festzuhalten, dass der Rentenmarkt in Afrika in Bezug auf internationale Anleihen noch in den Kinderschuhen steckt. Die wenigsten Staaten verfügen über ein internationales Rentenprogramm und haben entsprechend auch (noch) keine Anleihen in z. B. US Dollar begeben. Ausnahmen bilden hier Staaten wie Südafrika, Ägypten, Nigeria und Ghana, deren US Dollar denominierte Schuldverschreibungen jeweils gut von internationalen Investoren aufgenommen wurde.

Dem gegenüber steht ein etwas weiter entwickelter lokaler Rentenmarkt, dessen Zinspapiere meist attraktive Renditen im deutlich zweistelligen Bereich aufweisen. Ein von Silk Invest berechneter afrikanischer Anleihe-Basket in lokalen Währungen beziffert die indikative Rendite beispielsweise auf 14 % - dies bei einer geringe Duration von zwei Jahren! Hierbei darf jedoch nicht ausgeblendet werden, dass diese Anleihen ggf. signifikanten Währungsschwankungen ausgesetzt sind. Insbesondere während der Finanzkrise haben afrikanische Währungen stark unter den Mittelabflüssen gelitten - entsprechend haben Naira, Schilling, Cedi und Co. durchschnittlich 3-5 % p. a. in den letzten 10 Jahren verloren. Glaubt man jedoch den Volkswirten führender Investmentbanken, so sind die meisten Währungen mittlerweile tendenziell eher unter- als überbewertet.

Zu den Währungsschwankungen hinzu kommt der Faktor Liquidität. Die große Mehrheit der Staatsanleihen in Landeswährungen werden von den jeweiligen lokalen institutionellen Investoren gehalten (daher ist auch das Risiko eines Ausfalls als relativ gering einzuschätzen – ein Nichtbezahlen hätte fatale Konsequenzen), die im Normalfall ein Buy and Hold Strategie verfolgen. Dieses langfristig orientiere Anlageverhalten führt dazu, dass einige Emissionen eine relativ geringe Liquidität aufweisen.

Erste Afrikanische Rentenfonds entstehen

Neben den verbesserten Rahmendaten und hohen Renditen bieten Afrikanische Anleihen in lokalen Währungen ein weiteres wichtiges Verkaufsargument: Diversifikation. Da die jeweiligen Zinspapiere nicht nur eine geringe Korrelation untereinander sondern auch zu den globalen Rentenmärkten aufweisen, kann ein positiver Diversifikationseffekt erzielt werden.

Wägt man die erwähnten Chancen und Risiken ab, so erstaunt es nicht, dass vor kurzem der erste Pan-Afrikanische Rentenfonds von Investec initiiert wurde. Daneben arbeitet auch Silk Invest an einem ähnlichen Produkt, das jedoch den Fokus voraussichtlich ausschließlich auf Anleihen in lokalen Währungen legen soll.

Dass gerade zwei Afrika Spezialisten Pionier Arbeit im afrikanischen Rentenmarkt leisten ist nachvollziehbar: Berücksichtigt man die oben erwähnten Risiken, so wird schnell klar, dass lokales Knowhow und jahrelange Erfahrung vor Ort notwendig sind um von den attraktiv erscheinenden Renditen profitieren zu können.


Gold – Eine glänzende Einstiegsgelegenheit für Antizykliker?

Vermehrt fragen sich die Investoren, ob man sich jetzt wieder oder mehr Gold zulegen sollte?
Den Analysten von Goldman Sachs zufolge könnte das Edelmetall noch weiter im Baisse-Modus verharren. Als Grund führen diese die Erholung der US-Konjunktur an. Außerdem rechnen diese fest damit, dass die Fed den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik wagt.
Erstens, im Rückspiegel betrachtet waren die GS-Prognosen in Bezug auf das Edelmetall allerdings nur teilweise goldrichtig. Zweitens darf man berechtigte Zweifel haben, ob die Fed wirklich den Pfad des derzeitigen QE-Dilemma beschreiten will und kann. Dafür steht aktuell zuviel auf dem Spiel. Drittens, hat Goldman Sachs sich gerade 45 Tonnen Gold aus Venezuela besorgt. Ein Schelm, wer Böses denkt.

Natürlich sind die Netto-Long-Positionen, vor allem der der Großspekulanten, in den vergangenen Wochen rückläufig. Mittlerweile ist die Stimmung der Spekulanten so extrem bearish, somit sollten alle schlechten Erwartungen eingepreist sein. Außerdem könnte dies der erste Schritt zur Bodenbildung sein und der Nährboden für positive Überraschungen gesät sein.
An den Rohstoffbörsen ist derzeit ein interessantes, eher ungewöhnliches Phänomen zu identifizieren. Papiere auf die Lieferung von Gold in der Zukunft sind billiger als der aktuelle Preis. Wer heute (am Spotmarkt) Gold verkauft, kann es im April (auf Termin) billiger kaufen.
Experten beschreiben dies als Backwardation. Die Preisdifferenz ist ein Anzeichen dafür, dass physisches Gold knapp sein könnte. Käufer wollen ihr Gold lieber gleich in den Händen halten, als es in ein paar Monaten zu bekommen. Es ist also etwas faul, im Goldmarkt. Und in solchen Zeiten ist es immer besser, in Gold investiert zu sein.
Spricht man mit Vertretern größerer Goldhändler, dann bekommt man das Gefühl, dass die Investoren deutlich mehr Goldmünzen nachfragen, als die Händler derzeit bereitstellen können. Viele Einkäufer von Großbanken werden deshalb nur im geringeren Umfang mit physischem Gold versorgt. Goldhändler warten bis zu vier Wochen auf das bestellte Gold aus der Schweiz. Hintergrund ist die starke Nachfrage aus Asien – insbesondere der Chinesen. Deren Bedarf ist zum Vorjahreszeitraum um über 50 Prozent gestiegen. Mittlerweile beträgt die chinesische Nachfrage circa 700 Tonnen. Damit könnte China demnächst Indien als Goldland Nummer eins ablösen, zumal die Inder mit Steuererhöhungen und Handelsbeschränkungen versuchen, den Goldhandel  einzudämmen.

Wahrscheinlich wird Gold in den nächsten 12 Monaten kein signifikanter Renditebringer sein. Als Portfolioversicherung wird es aber sicherlich nicht an Bedeutung verlieren. Mittelfristig wird der Tag der Entscheidung kommen, wo entweder die Blase des billigen Geldes platzt oder immer mehr Notenbanken dieser Welt die Märkte mit noch billigerem Geld fluten. Beides ein vorteilhaftes Szenario für Gold und Antizykliker bekommen diese Portfolioversicherung aktuell zu einem attraktiven Kurs.
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Biotechnologie: Zukunftsbranche des 21. Jahrhunderts

Die Rechnung ist einfach: Die Zahl der über 65-jährigen in den Industrieländern steigt, der Wohlstand in den Emerging Markets wächst stetig. Demzufolge nimmt die Nachfrage nach Arzneimitteln und Produktinnovationen konstant zu. Die Biotechnologie-Industrie ist deshalb einer der großen Treiber für medikamentöse Innovationen im Gesundheitssektor.

Ihre Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig. So erforschen Biotechnologen kleine und große Organismen, Pflanzen, Tiere und Menschen, aber auch kleinste Teile wie einzelne Zellen oder Moleküle. In diesem Sektor haben bahnbrechende Entwicklungen stattgefunden, beispielsweise in Bezug auf die Behandlungsmöglichkeiten bestimmter Krankheiten. Nur ein Beispiel: Der Nobelpreis für Medizin ging 2012 an ein Team, das in der Lage war, menschliche Zellen wieder in Stammzellen umzuwandeln. Obwohl es aller Voraussicht nach noch ein langer Weg sein wird, könnten Stammzellentherapien künftig neue Möglichkeiten bieten, um bestimmte neurologische Krankheiten oder Herzkrankheiten zu behandeln.

Fusionen und Übernahmen stärken die Branche

Wie viel Bewegung in der Branche ist, zeigt auch die Anzahl der Börsengänge. Bis Mitte November wurden im laufenden Jahr bislang 42 Börsengänge mit einer Marktkapitalisierung von insgesamt 2,2 Milliarden US-Dollar verzeichnet (Quelle: Bloomberg). Der Sektor wird jedoch auch durch die steigenden Aktivitäten bei Fusionen und Übernahmen positiv beeinflusst. Durch die Zukäufe versetzen sich etablierte Pharmagesellschaften in die Lage, Know-how von anderen Laboratorien zu übernehmen und sich Zugang zu attraktiven Pipelines neuer Medikamente zu verschaffen.
Mit einer Investition in Aktien von Biotechnologie-Unternehmen oder einem Fonds können sich Anleger ein Stück Zukunft ins Portfolio holen. So nutzen sie die großen Potenziale, die diese außergewöhnliche Branche bietet.
Möglich ist das zum Beispiel mit aktiv gemanagten Aktienfonds. Dabei wählen die Fondsmanager aus den weltweiten Biotechnologieunternehmen die für sie attraktivsten Titel aus.
Wichtig dabei: Bei Großunternehmen sollte der Fokus der Analysen dabei auf dem Cashflow liegen, während bei kleineren Werten die Produktpipeline zu den wichtigsten Faktoren zählt. Ein aktives Fondsmanagement ist im Biotechnologiesektor besonders wichtig, da kleinere Unternehmen relativ hohe titelspezifische Risiken aufweisen können. Daher sollte das Fondsmanagement auf eine konsequente Diversifikation achten – beispielsweise nach Anwendungsbereich, Marktkapitalisierung und Herkunftsland.


Dr. Nathalie Lötscher, Fondsmanagerin des UBS (Lux) Equity Fund - Biotech
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Paukenschlag: Die EZB senkt überraschend die Zinsen!

Vor einer Woche wurde bekannt, dass die Inflationsrate in der Eurozone nur noch 0,7% beträgt. Das ist der niedrigste Wert seit dem Jahr 2009. Damit bleibt die Teuerungsrate deutlich unter dem Zielwert von 2%. Aber es fällt auf, dass die Werte innerhalb der Eurozone sehr unterschiedlich ausfallen. In den südeuropäischen Ländern ist das Wirtschaftswachstum sehr schwach, während in Deutschland die Wirtschaft aufgrund des starken Exports brummt. Hierzulande ist aber die Inflation deutlich höher.

Deshalb war die Zinsentscheidung auch innerhalb der EZB umstritten. Was für die südeuropäischen Ländern einen zusätzlichen Inflations- und Wachstumsimpuls bringen soll, könnte für Deutschland vermutlich zuviel des Guten sein. Aber die EZB muss die gesamte Eurozone im Blick haben, und darf sich nicht nur auf einzelne Länder konzentrieren. Auf der anderen Seite fällt auf, dass sich die EZB zunehmend auf andere Ziele konzentriert und nicht nur die Geldwertstabilität im Blick hat. Mir fällt auf, dass die EZB auch ein starkes Signal zur Ankurbelung der Wirtschaft setzen möchte und zum anderen auch den Wechselkurs im Blick hat. Denn innerhalb von wenigen Minuten nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung gab der Euro zum USD deutlich nach und hat sich inzwischen wieder auf 1,34 eingependelt. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft hängt auch vom Wechselkurs ab.

Was sind die Auswirkungen? Ich erwarte von der Zinssenkung wenig praktische Impulse. Warum? Die Kreditvergabe der Banken hängt nicht allein vom Zinssatz ab, sondern vor allem von der Kreditwürdigkeit und den Sicherheiten des Schuldners und zum zweiten von der Bereitschaft der Banken, Kredite vergeben zu wollen oder zu können. "Man kann die Pferde zwar zur Tränke führen. Man kann sie aber nicht zwingen, das Wasser zu saufen", so der Ausspruch von John Meynard Keynes, dem bekannten Ökonom und Politiker. Er hat recht. Die Zinssenkung allein wird wenig bewirken. Europa muss vielmehr die angefangenen Reformen voranbringen und eine einheitliche Finanz- und Steuerpolitik sowie einen einheitlichen für die Wirtschaftspolitik in der Eurozone schaffen. Die Zinssenkung der EZB setzt ein deutliches Signal in diese Richtung und zeigt ihre Bereitschaft zum Handeln, wenn es darauf ankommt – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es bleibt zu hoffen und zu wünschen, dass die Politiker die Botschaft von Mario Draghi verstehen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen, denn das Pulver der EZB ist nunmehr weitgehend verschossen.


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Auch Gewohnheitstiere müssen sich der Evolution anpassen

Anleger müssen auf diese Evolution reagieren anstatt an alten Zöpfen festzuhalten und damit nach Abzug der Inflation Geld zu verlieren. Das hat mittlerweile sogar die Mehrheit der Deutschen akzeptiert: 52 Prozent gehen davon aus, dass die Zinsen auf Bundesanleihen frühestens in drei Jahren wieder über der Inflationsrate liegen werden. Immerhin, der erste Schritt ist mit dieser Erkenntnis getan. Jetzt müssen Anleger nur noch handeln. Aber wie? So verzichtet ein Drittel der Deutschen, die Geld angelegt haben, auf eine Anpassung ihrer Anlagen auf die neue Situation, weil sie nicht wissen, was sie tun sollen.

Zwar gibt es heute keine risikofreie Rendite über Inflationsniveau mehr. Dennoch ermöglicht der globale Anleihemarkt trotz Niedrigzinsumfeld eine angemessene Rendite bei einem gut kontrollierbaren Risiko. Wichtig ist eine Kombination aus globaler Ausrichtung und Streuung über unterschiedliche Anleihesegmente hinweg. Vor allem aber ist eine fortlaufende Anpassung des Anleiheportfolios an sich ändernde Wirtschafts- und Finanzmärkte entscheidend. Staatsanleihen erstklassiger Bonität liefern Sicherheit und Liquidität. Anleihen von Unternehmen sowie Schwellenländer- und Hochzinsanleihen eröffnen höhere Renditechancen. Gerade im Hochzins- und Schwellenlandbereich müssen die Anleihen sorgfältig ausgewählt werden, da es hier große Schwankungen in der Qualität und damit im Risiko für den Anleger gibt. Es macht Sinn, die Auswahl einem Profi zu überlassen. Zusätzlich schützen inflationsindexierte Anleihen die Kaufkraft des Vermögens bei steigender Inflation und sollten daher ein weiterer Pfeiler eines sicherheitsorientierten Anleiheportfolios sein. Zwar bereiten Inflationssorgen derzeit keine schlaflosen Nächte. Aber es sind die künftigen Auswirkungen einer Geldentwertung, die Anleger im Blick haben müssen, nicht der heutige Preisauftrieb. Denn die extrem lockere Geldpolitik der US Notenbank und der Bank von Japan ist eine Gefahr.

Fazit: Die Evolution der Anleihe- und Zinsmärkte zwingt Anleger zum Umdenken. Absolute Sicherheit bei Zinsen deutlich über der Inflationsrate gibt es nicht mehr. Die Alternative? Ein flexibel gemanagtes Portfolio aus unterschiedlichen globalen Anleiheklassen. Dank einer guten Balance aus Sicherheit und Rendite ist es ein Basisinvestment auch für sicherheitsbewusste Gewohnheitstiere.


Autor: Claude Hellers, Leiter Retail / Wholesale Vertrieb bei Fidelity Worldwide Investment in Deutschland