Der Regulierungsdruck belastet

An beiden Sachverhalten dürfte sich auch im kommenden Jahr nicht viel ändern.
Für 2015 gehen die meisten Zertifikateanbieter zwar von einer unverändert guten oder sogar besseren Geschäftsentwicklung aus, rechnen aber zugleich mit einem höheren Regulierungsaufwand durch Gesetzgeber und Wertpapieraufsicht. So weist es die Emittenten-Umfrage aus, die der Deutsche Derivate Verband (DDV) jedes Jahr durchführt.
Mehr als 60 % der Emittenten stellen sich darauf ein, dass der Aufwand für die Regulierung von Zertifikaten durch Gesetzgeber und Wertpapieraufsicht weiter zunehmen wird. 22 % der Befragten gehen sogar von einer starken Zunahme des künftigen Regulierungsaufwands aus.

Was bedeutet das aber nun für die Anleger?

Auch ohne die beliebte Finanz-Kristallkugel zu bemühen, steht zumindest eines fest: die niedrigen Zinsen bleiben uns erhalten, ebenso wie schwankungsanfällige Märkte. Private Anleger müssen somit weiterhin reale Vermögensverluste bei der Geldanlage vermeiden.
Folglich suchen sie Produkte mit Renditen oberhalb der Inflationsrate. Vielen wird hier eine Aktienanlage empfohlen. Doch vor einem direkten Engagement in den Aktienmarkt schrecken Anleger hierzulande traditionell zurück. Die Deutschen sind Aktienmuffel.
Teilschutzprodukte wie Discount-Zertifikate bilden allerdings eine perfekte Brücke zwischen Sparbuch und Aktie – und letztlich zu mehr Rendite.

(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)
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Das Wachstum in Europa wird durch das Konjunkturprogramm anziehen!

Auch wenn die Reformen in wichtigen Ländern Europas bisher ausblieben, schaffen die beiden genannten Parameter entscheidende Fakten. Dabei hängt der genaue Umfang der Wirkung auch von der zeitlichen Länge dieser glücklichen Fügung ab. Unbestreitbar sind aber die ersten positiven Zeichen dieser Entwicklung bereits sichtbar. Die Zahlen von Unternehmen der Luftfahrtbranche sind ein wichtiger Frühindikator. Bisher ist diese Entwicklung in den bisherigen Wachstums- und auch Gewinnprognosen eher halbherzig eingeflossen. Die EZB wird aber nicht nur glücklich auf diese Entwicklung schauen, da die Inflationszahlen dadurch noch weiter gedrückt werden (kurzfristig). Wichtiger wird in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Kerninflationsrate sein, also die Inflationsrate ohne die stärker schwankenden Preise für Energie und Nahrungsmittel. Die Entlastung der Unternehmen aber insbesondere der Haushalte ist enorm und sofort wirksam. Frei werdende Gelder können in den Konsum bzw. für Investitionen genutzt werden. Die Dollaraufwertung dürfte sich aufgrund der zu erwartenden Zinsentwicklung fortsetzen, wenn auch etwas langsamer. Bei der weiteren Entwicklung des Ölpreises ist demnächst mit einer Stabilisierung zu rechnen, aber zunächst kein erneuter Anstieg auf die in den vergangenen Jahren gesehenen Preise. Welche Rückschlüsse lassen sich dadurch für die Anlageentscheidungen ziehen?

Europäische Aktien dürften im kommenden Jahr einen höheren Anstieg der Gewinne verzeichnen als in den beiden vergangenen Jahren. Gleichzeitig sollte der Fokus der Aktien- bzw. Fondsauswahl auf Investments im Bereich „Quality Growth" liegen. Hier ist die Bewertungsrelation in der historischen Betrachtung sehr attraktiv. Dagegen sollten eher defensive Branchen und Investments im Bereich Energie gemieden werden. Angesichts der bereits sehr niedrigen Renditen bei Euro-Anleihen ist aufgrund der EZB-Zinspolitik nur mit einem Ertrag in Höhe des aktuellen Renditeniveaus zu rechnen. Die Unternehmen können sich auf weiterhin zu sehr attraktiven Konditionen finanzieren und somit die Gewinnsituation weiter verbessern.

Ich wünsche Ihnen ruhige und besinnliche Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2015!


(Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany, Institutional Asset Management, Petercam S.A.)
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Große Herausforderung für Generali-Konzern

Wo immer es möglich erscheint, sollen Kosten eingespart und Synergien genutzt werden. Zwar hat Meister es – auch dank der DVAG – hervorragend geschafft, den Konzern hierzulande durch stürmische Zeiten zu lenken. Sogar im krankenden Bereich Lebensversicherung. Doch letztlich übernehmen nun endgültig die kühl rechnenden Italiener das Ruder. Wie sie sich das vorstellen, haben sie schon in der Vergangenheit mit der durch Konzernchef Mario Greco ausgerufenen Fokussierung auf das Sachgeschäft gezeigt. Sie zählte fortan auch in Deutschland zur offiziellen Sprachregelung. Peter Stockhorst, Vorstandschef bei CosmosDirekt, der schon seit Jahren mit glänzenden Ergebnissen heraussticht und den manche Beobachter – auch im Konzern selbst – bereits als „natürlichen" Meister-Nachfolger wähnten, muss sich begnügen. Oder seine Erfolge als beste Empfehlung für höhere Weihen an anderer Stelle werten.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie lange es noch die Münchener Generali Versicherungen und die AachenMünchener parallel nebeneinander geben wird. In Aachen findet bekanntlich schon seit Jahren wegen der vollständigen Vertriebsabwicklung durch die DVAG nur noch ein eingeschränkter Versicherungsbetrieb statt. Zudem neigt sich die Dienstzeit des langjährigen Vorstandschefs Michael Westkamp langsam aber sicher ihrem Ende zu. Was läge da näher, als die beiden Unternehmen zusammenzuführen und ganz erheblich an der Kostenschraube zu drehen. Winfried Spies, der Vorstandsvorsitzende der Generali Versicherungen, hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er über genügend Qualitäten verfügt, diesen Kraftakt stemmen zu können.

Spannend würde es dann aber an ganz anderer Stelle. Da die DVAG als Alleinvertrieb für die AachenMünchener über enormen Einfluss verfügt, führt an ihr kein Weg vorbei. Zwei Szenarien sind vorstellbar: Die Italiener könnten die Pohl-Söhne mit zusätzlichen Margen locken, am Ende sogar mit dem Alleinvertrieb im dann zusammengelegten neuen Versicherungskonzern. Oder sie könnten auf die Idee kommen, die DVAG zu kaufen. Fällig wäre in diesem Fall eine Ablöse im Milliarden-Bereich. Doch daran könnten sie sich leicht verschlucken.

(Autor: Hans-Werner Thieltges, Chefredakreut Online der finanzwelt)


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Strafzinsen – Was heißt das für Fondsanleger?

Für Bankberater dürfte die Zinsentwicklung ein gefundenes Fressen sein, liefern die drohenden Negativzinsen auf den Konten der Kunden doch ein ideales Kaufargument für provisionsstarke Anlageprodukte wie Investmentfonds. In der Tat können diese langfristig Abhilfe gegen das Zinsmassaker schaffen, doch sind sie nun ebenso von Strafzinsen betroffen. Entstehen tatsächlich Kosten, schmälern sie die ohnehin niedrigeren Renditechancen und auch die Risiken nehmen zu.

Der Zinseffekt dürfte laut Aussagen der Fondsbranche überschaubar sein, da nur die auf Konten geparkte Liquidität des Fonds betroffen ist. In der Regel wird der größte Teil des Fondsvermögens in Wertpapiere investiert, doch kann die Kontoliquidität – zum Beispiel bei Mischfonds – auch schnell anwachsen, zum Beispiel wenn das Management Wertpapiere zur Vermeidung von Kursverlusten verkauft. Auch muss kurzfristige Liquidität vorgehalten werden, um diese bei Anteilsrückgaben auszahlen zu können. Eine hohe Nachfrage nach Fondsanteilen kann zudem für Liquiditätszuflüsse sorgen, die das Management nicht in jeder Marktlage sofort investieren kann bzw. will.
Ein effizientes Liquiditätsmanagement wird zukünftig mehr denn je zur Herausforderung für Fondsgesellschaften. Anleger sollten hinterfragen, auf welche Alternativen zur Liquidität das Management zurückgreifen kann. Zu prüfen ist, ob die Anlagerichtlinien des betreffenden Fonds solche zulassen, oder ob es Beschränkungen gibt die den Handlungsspielraum eingrenzen. Eine weitere Besonderheit ergibt sich bei Swap-basierten ETFs, denn hier wird der sich aus dem Tauschgeschäft zu zahlende Differenzbetrag von den Kontraktpartnern auf dem Sicherheitskonto einer Bank hinterlegt.
Nicht zuletzt verschärft sich der Anlagenotstand weiter und treibt die Preise an den Kapitalmärkten, denn Liquiditätsersatz wird noch stärker als bisher nachgefragt. In erster Linie dürften kurzlaufende, liquide Unternehmens- und Staatsanleihen betroffen sein, die schon lange keine attraktive Rendite mehr abwerfen. Doch auch ABS und die bis zur Finanzkrise als sicher geltenden Kreditverbriefungen erhalten dadurch wieder einen gewissen Charme. Anleger sollten darauf achten, dass im gewählten Anlageprodukt nicht ungewollte Risiken schlummern.

Ein kritischer Blick lohnt daher mehr denn je. Anleger sollten sich in erster Linie nicht verrückt machen und zu vorschnellen Entscheidungen hinreißen lassen. Zu der Überlegung, ob die Schwankungsrisiken des gewählten Fonds getragen werden können, müssen nun weitere Besonderheiten beachtet werden. Anleger sollten sich genau informieren - und vor allem laufend informiert halten - ob die jeweilige Depotbank, welche die Wertpapiergeschäfte des auf Fondsebene abwickelt, die Strafzinsen an die Fondsgesellschaft weiterreicht und ob sich für gewählte Investitionsobjekt Konsequenzen ergeben.

(Autorin: Susanne Woda, Portfoliomanagerin bei GVS Financial Solutions)

125 Jahre GRV (k)ein Grund zum Feiern

Es mutet geradezu grotesk an, wenn vor diesem Hintergrund das Renteneintrittsalter gesenkt werden soll. Die nächste Regierung kann das dann wieder korrigieren.

In einer so wichtigen Angelegenheit, die Versorgung der Alten zu sichern, dürfen alle „mitreden". So wurde die Riester-Rente mit viel Tamtam eingeführt. Schon bald kamen die Kritiker um sie wieder schlecht zu reden. Ähnliches widerfuhr der Rürup-Rente. An staatlichen Förderungen für die private Altersvorsorge und den betrieblichen Versorgungssystem wird immer wieder herumgeflickt, ohne erkennbares, klares Konzept.

Die Lebensversicherung – der Rentenergänzungsvertrag – geriet immer stärker in die Kritik, weil zugesagte Garantieverzinsungen nicht eingehalten werden konnten.

Die Verkäufer suchten nach alternativen Lösungen für ihre Kunden: mit Schiffen, Solaranlagen, Schweinehälften, Gold- und Ölquellen, geschlossenen Immobilienfonds u.v.m. verloren die Anleger viel Geld.

Noch nie haben die Verbraucher mit ihrer Lebensversicherung Geld verloren, wenn sie den Vertrag, wie ursprünglich vereinbart, bedient haben.

Bei diesem ständigen Hin und Her fruchten die Apelle – die privaten Anstrengungen zur Ergänzung der Rente zu erhöhen – wenig, solange die staatlichen Förderprogramme keine Anreize bieten.

Der Zwang zur Vorsorge durch automatische Gehaltsumwandlung ist ein Schritt zur Bevormundung der Bürger. Ist das beabsichtigt?

Mit besten Grüßen

Hans D. Schittly

(Schittly & Dinler AG, TrainCoaching mit nachhaltigem Erfolg)

Achten Sie auf die Qualität des Versicherers!

Alle Beteiligten gingen davon aus, dass nach 20, 30 oder 40 Jahren die Hochrechnungen zur Rentenhöhe schon eintreffen werden. Eine eher untergeordnete Rolle spielte die wirtschaftliche Leistungskraft des Versicherers, die ganz einfach vorausgesetzt wurde.

Doch mit der Finanz- und Staatsschuldenkrise wandelte sich diese Sichtweise. Dauerhaft niedrige Zinsen und regulatorische Vorgaben wie Solvency II oder das LVRG halten die Branche in Atem. Einige Anbieter kämpfen dadurch mit erheblichen Problemen. Deshalb sollte ein Makler auch die Qualität des Anbieters genau unter die Lupe nehmen. Zuverlässigkeit und Finanzstärke der Gesellschaft sind mindestens ebenso wichtig wie die Produktqualität. Denn das beste Produkt nützt dem Kunden nichts, wenn der Versicherer sein Leistungsversprechen am Ende nicht einhalten kann.

Doch wie finden Vermittler und Kunde einen finanzstarken Versicherer, der nicht nur Windböen, sondern auch Orkanen standhält? Das ist relativ einfach. Man muss dazu nicht einmal Experte für Versicherungsmathematik oder Bilanzen sein. Eine erste gute Orientierung bieten Ratings und Tests. Agenturen wie Fitch oder Analysehäuser wie MORGEN & MORGEN veröffentlichen regelmäßig Bewertungen zur Finanzkraft und Unternehmensqualität von Anbietern. Eine gute Note hier ist ein wichtiges Indiz, das unschwer zu finden ist, da es in der Regel auch von der bewerteten Gesellschaft zu Werbezwecken genutzt wird. Ein sehr starkes Fitch-Rating („AA-") und eine Bestnote beim „M&M Belastungs-Test" werden von uns offensiv und sehr erfolgreich im Marketing eingesetzt. Zusätzlich zur Finanzstärke spielen auch einzelne Bilanzkennzahlen, die für die Qualität von Produkten entscheidend sind, eine wichtige Rolle. Genau hinschauen sollten Kunde und Vermittler bei den Kennzahlen zur Sicherheit. Das sind die Eigenmittelquote und der „Puffer für schwächere Zeiten", die freie Rückstellung für Beitragsrückerstattung. Einen guten Überblick über die Ertragskraft geben die Überschussquote und die laufende Durchschnittsverzinsung, die gegenüber der Nettoverzinsung der aussagekräftigere Indikator ist. Denn die Nettoverzinsung erfasst auch aufgelöste stille Reserven, die jedoch nur ein einziges Mal zur Verfügung stehen. Ein Blick auf die Stornoquote ist ebenfalls sehr hilfreich, genauso wie die Analyse der Kosten für Abschluss und Verwaltung.

Alle erwähnten Kennzahlen bieten verschiedene Dienstleister übersichtlich aufgearbeitet an. Aber auch wie offen ein Versicherer selbst diese Zahlen kommuniziert, lässt wichtige Rückschlüsse zu. Condor etwa hat sich für eine aktive Vermarktung entschieden. Wir sind bei fast allen Aspekten sehr gut positioniert, aber in puncto Kosten wollen wir noch besser werden.

Als Fazit bleibt mein Rat: Wer als Makler zusätzlich zum Produkt auch Ratings, Tests und wesentliche Kennzahlen berücksichtigt, kann mit gutem Gewissen eine Empfehlung geben – und damit über viele Jahre einen zufriedenen Kunden betreuen.

Claus Scharfenberg,
Vorstand Condor Lebensversicherungs-AG

Naturaldividenden – Wenn Ausschüttungen durch den Magen gehen

Doch dazu gibt es neben einer Geldzahlung bei manchen Aktiengesellschaften mittlerweile auch die etwas andere Art der Dividendenzahlung. Neben der Verköstigung und teilweise künstlerischen Highlights während der Hauptversammlung gehen manche Unternehmen noch weiter, um ihre Investoren bei der Stange zu halten.
Das Highlight eines jeden Jahres für alle Aktionäre der Lindt& Sprüngli ist wohl der „Tag der blauen Koffer" – die Hauptversammlung. Denn wer beispielsweise Lindt & Sprüngli-Aktien im Portfolio hält, darf sich am Ende der Hauptversammlung über einen blauen Koffer voller Leckereien freuen. Dieser enthält verschiedene Schokoladensorten der Firma. Der Wert des Koffers beträgt rund 120 Euro.
Besonders bei kleineren, teilweise nicht börsennotierten Unternehmen ist die Naturaldividende sehr beliebt und besteht dort meist, neben der Verpflegung während der Hauptversammlung, aus Artikeln des Hauses. Aktionäre der Schwalben-Bräu erhalten beispielsweise Bier im Wert von 200 Euro. Häufig erfolgt dies auch in Form von Gutscheinen für Leistungen des Unternehmens oder Vergünstigungen beim Einkauf.

Vergleichsweise selten findet man Naturaldividenden bei größeren Unternehmen, wie Lindt & Sprüngli oder bei Henkel, die ihren Aktionären Waschmittel und andere Artikel des Unternehmens ausschütten. Der Vorteil für die Unternehmen liegt auf der Hand: durch Auszahlung in Form von Sachwerten werden die Barreserven der Firma geschont. Zudem wird nicht jeder Gutschein eingelöst oder jedes Angebot auch wirklich vom Aktionär in Anspruch genommen. Dennoch wird die Naturaldividende meist mit der klassischen Auszahlung kombiniert.
Diese etwas andere Form der Erfolgsausschüttung hat aber gerade bei kleineren Unternehmen auch ihre Berechtigung aus Investorensicht. Einzelne Aktien kommen dadurch auf eine Rendite von über 100 % - für Barausschüttungen undenkbar. Mittlerweile werden die meisten Naturaldividenden mit Barausschüttungen kombiniert, um die Attraktivität des Unternehmens gegenüber potentiellen Investoren zu erhöhen.

Für die meisten Anleger rechnet sich diese Auszahlungsform in der breiten Masse allerdings nur bedingt. Zum einen ist es oftmals schwer, den Wert der Dividende zu beziffern und so die Rendite zu bestimmen. Wer einen Gutschein nicht nutzt oder nicht bei der Aktiengesellschaft einkauft, dem entsteht dadurch ein Verlust, da ihm ein Teil der Dividende entgeht. Anleger, die lediglich an hohen Ausschüttungen aus ihren Investments interessiert sind, sollten daher klassische Ausschüttungen der „Schokoladendividende" vorziehen. Interessiert man sich allerdings auch für die Erzeugnisse des Unternehmens oder möchte sich mehr damit identifizieren, so können Naturaldividenden eine gute Möglichkeit sein, am Erfolg des Unternehmens zu partizipieren. Ob Naturaldividenden sich auch in größeren Aktiengesellschaften durchsetzen, darf eher bezweifelt werden. Der gewöhnliche Aktionär freut sich doch eher mehr über die Gutschrift auf dem Konto.

(Autor: Stephan Witt, FiNUM.Private Finance AG)
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Deflation – Fluch, aber manchmal auch Segen

Die Deflationsspirale nahm ihren Lauf, woraufhin die Arbeitslosenquote auf 25 % anstieg und die Durchschnittslöhne um 60 % fielen. Doch was hätte Deflation in der jetzigen Situation für Auswirkungen?

Grundsätzlich lassen sich keine pauschalen Aussagen zur Deflation treffen. Um eine Wertung vorzunehmen, ist es hilfreich auf die jeweilige Situation zu schauen. So gibt es unterschiedliche Ausprägungen der Deflation, wie sich historisch erkennen lässt. Sicherlich wünschenswert ist die „Gute Deflation", die zu einem Produktivitätsanstieg führen kann. Der Anstieg erfolgt durch den Preisrückgang, während die Löhne der Bürger sich nicht verändern. Dies führt zu einer erhöhten Nachfrage und infolgedessen auch zu einer erhöhten Produktion. Jedoch muss es für dieses Szenario immer bestimmte Voraussetzungen geben. Ein historisches Beispiel hierfür sind die Jahre 1873 bis 1896. Bei einer Deflationsrate von 2 % wuchs die Wirtschaft um ca. 2 bis 3 %. Dies war vor allem durch Innovationen, wie zum Beispiel die Einführung der Eisenbahnnetze, zu begründen.

Als „schlechte Deflation" wird der ungleichmäßige Rückgang von Preisen bezeichnet. Hier kann beispielhaft die Einhaltung von langfristigen Arbeitsverträgen genannt werden. Muss ein Unternehmen die Preise für Güter senken, kann es dies aufgrund von Arbeitsverträgen nicht im identischen Verhältnis mit den Gehältern der Mitarbeiter umsetzen und somit entsteht ein Ungleichgewicht. Dieses Ungleichgewicht wird sich dann in der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen niederschlagen und zu einer höheren Arbeitslosigkeit führen. Sozialstaaten wie Deutschland bekommen infolgedessen noch ein weiteres Problem. Sozialleistungen sind nur bedingt abhängig vom aktuellen Preisniveau und führen zu gleichbleibenden Ausgaben, während Steuereinnahmen durch den wirtschaftlichen Abschwung sinken.

Das Worst-Case-Szenario ist die „hässliche Deflation". Hierbei geht es um die Schuldendeflation. Die aufgenommenen Kredite und deren Konditionen für Bürger oder Unternehmen sind fixiert und sinken ebenfalls nicht mit dem Preisniveau. Dies führt durch den Preisverfall zu Schwierigkeiten bei der Rückzahlung, wodurch Schuldner möglicherweise in die Zahlungsunfähigkeit kommen und Banken eine große Anzahl an toxischen Krediten halten. Als Beispiel für toxische Assets sind kreditfinanzierte Immobilienkäufe zu nennen, die beispielsweise in den USA ohne nennenswerte Sicherheiten getätigt werden konnten. Dies wiederum führt nicht nur zu wirtschaftlichen Problemen bei Banken, sondern auch zu drastischen Verschärfungen der Kreditanforderungen - wodurch die Investitionen in die Wirtschaft sinken und eine Abwärtsspirale ihren vollen Lauf nimmt.

Es lässt sich abschließend festhalten, dass die Deflation mit äußerster Vorsicht zu genießen ist. Unter gewissen, kontrollierten Umständen kann sie durchaus Vorteile bringen, allerdings ist der Grat zur schlechten Deflation relativ schmal. Die Geschichte zeigt, dass Deflationsphasen einen großen Teil der Wirtschaftskrisen mitbegleitet oder herbeigeführt haben und für konjunkturelle Schwächephasen mitverantwortlich waren. Die genannten Risiken einer Deflationsspirale überlagern in der Regel die aufgeführten „guten" Aspekte. Der Technologiesektor kann hier allerdings als positives Beispiel zur Bewältigung der Deflation hervorgehoben werden. Trotz der stetig fallenden Preise für elektronische Geräte und damit verbundene Dienstleistungen (Tablets, Computer, Internetgebühren etc.) stehen seit Jahren zahlreiche weitere Investitionen an. Die Technologiebranche boomt und gehört zu den begehrtesten und aufblühenden Sektoren der Wirtschaft – trotz branchenimmanenter Deflation!

(Autor: Baris Bekar, IPAM - Institut für professionelles Asset Management, Essen)

Einzelhandel – Ein Investment mit Zukunft?

Berücksichtigen muss man aber, dass allein 217 Mrd. Euro auf die Bereiche Lebensmittel und Drogerieartikel entfallen. Wenn man dann hingegen den Umsatz des deutschen E-Commerce von rund 33,1 Mrd. Euro (Quelle: Statista) betrachtet ist es nicht schwer die Probleme des stationären Handels zu erkennen. Im Jahr 2000 lag der E-Commerce-Umsatz bei gerade einmal 2,5 Mrd. Euro. Er hat sich also binnen 14 Jahren verdreizehnfacht und macht heute bereits rund 7,43 % am Gesamtumsatz aus. Nimmt man nur den Nicht-Lebensmittelumsatz erhöht sich der E-Commerce-Anteil auf 14,5 % – Tendenz stark steigend.

Zwar sind einige stationäre Händler bereits ergänzend im Internet vertreten und profitieren vom Wachstum des E-Commerce. Dennoch ist der Strukturwandel im Einzelhandel schon heute deutlich zu erkennen. Der Rückgang von Kundenfrequenzen in innerstädtischen Zonen ist teilweise klar messbar, so der Bericht innerstädtischer Händler. Nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland – HDE – besteht die Gefahr das rund 50.000 Handelsstandorte bis 2020 wegfallen könnten. Dies würde zu einer dramatischen Änderung der innerstädtischen Situation führen. Die Händler werden in Zukunft stark gefordert sein, um gegen die sinkenden Kundenfrequenzen anzukommen. Ergänzende Entertainmentprogramme und –center könnten ein Faktor sein.

Unter diesem Aspekt betrachtet, sind Investments in Shopping- oder Fachmarktcentren kein Selbstläufer. Es ist heute wichtiger denn je, die richtige Mischung der Mieter, die optimale Größe der Handelsflächen sowie die zukunftsorientierte Lage zu finden, um ein stabiles und rentables Investmentergebnis zu erzielen.

Hans J. Bär,
CEO Financial Solutions St. Gallen AG
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Kredit für die Mietkaution

Ein Umzug ist mit hohen finanziellen Belastungen verbunden. Kommt dann noch die Mietkaution hinzu, wird es für viele Mieter eng. Denn häufig muss der Mieter zunächst in Vorlage treten, da es die Kaution aus der alten Wohnung erst viel später zurück gibt. Doch ohne Kaution gibt es i.d. Regel keine Wohnung. Wer die Zusage vom Vermieter nicht gefährden will, muss auf Finanzierungslösungen zurückgreifen. Doch viele Kreditlösungen sind für den Mieter nachteilhaft und teuer. Wir erläutern, welche Lösungen es gibt.

Ratenzahlung

Laut Gesetzgeber kann die Mietkaution in drei gleichen Monatsraten an den Vermieter gezahlt werden. Die erste Rate wird zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden anderen Raten jeweils mit der folgenden Mietzahlung. Vorteilhaft ist, dass der Mieter im Moment des Einzugs nur ein Drittel der Kautionssumme zahlen muss. Das Umzugsbudget wird somit teilweise entlastet. Jedoch müssen in den beiden Folgemonaten weitere Raten gezahlt werden. Das verfügbare Haushaltsbudget verringert sich in dieser Zeit um den entsprechenden Betrag. Die Ratenzahlung eignet sich für Mieter, die lediglich direkt während der Umzugsphase einen finanziellen Engpass haben, und die eine erhöhte finanzielle Belastung in den beiden Folgemonaten tragen können.

Dispokredit

Viele Mieter greifen zur Finanzierung kleinerer Geldsummen auf den Dispokredit zurück. Hierzu überzieht der Kontoinhaber den von der Bank eingeräumten Kreditrahmen auf dem Girokonto. Als Entgelt verlangt die Bank einen Zins, welcher tageweise berechnet wird. Der Gebrauch ist häufig verlockend, denn der Zugriff auf den Kreditrahmen ist ohne weitere Antragsformalitäten möglich. Für einen langfristigen Gebrauch eignet sich die Kontoüberziehung jedoch nicht. Zinskosten im zweistelligen Bereich sind bei den meisten Banken üblich. Wer den Saldo nicht rechtzeitig ausgleicht, kann in eine Schuldenspirale geraten. Mieter die den Dispo zur Finanzierung der Mietkaution nutzen, sollten den Geldbetrag daher zügig zurückzahlen. Ist der Zeitpunkt der Rückzahlung unsicher, sollte der Dispokredit für eine Kautionsfinanzierung eher gemieden werden.

Ratenkredit / Kleinkredit

Kleinkredite gibt es bei Banken und Sparkassen. Der Kreditnehmer erhält einen bestimmten Geldbetrag zum vereinbarten Zinssatz. Die Rückzahlung erfolgt in einem vorab definierten Zeitraum (Laufzeit) in gleichbleibenden monatlichen Raten. Die Zinsbelastung ist im Allgemeinen etwas niedriger als beim Dispokredit. Kleinkredite sind im Schnitt zwischen 4- und 8 % Zinsen erhältlich. Zu beachten sind jedoch die Kosten der Rückzahlung. Je länger der Kreditnehmer für die Rückzahlung benötigt, desto teurer werden die gesamten Kreditkosten. Im Ergebnis eignet sich der Kleinkredit nur dann, wenn eine zügige Rückzahlung erfolgt. Kann der Kreditnehmer das Darlehen jederzeit kündigen, oder Sondertilgungen leisten, kann der Kleinkredit durchaus eine Alternative darstellen.

Mietkautionsbürgschaft

Der Gesetzgeber erlaubt neben der Barkaution auch andere Optionen, weshalb sich in den letzten Jahren eine neue Kautionsform am Markt etabliert hat. Eine so genannte Mietkautionsbürgschaft ermöglicht Mietern, die Mietkaution auch ohne eigene Ersparnisse zu stellen. Der Mieter schließt dazu eine Police bei einer Kautionskasse ab. Selbige stellt die Sicherheit für den Vermieter, und zahlt im Fall der Fälle. Der Vorteil der Mietkautionsbürgschaft im Vergleich zu herkömmlichen Kreditlösungen besteht in den geringeren Kosten. Diese belaufen sich je nach Anbieter zwischen 3,5 und 5 % der Kautionssumme pro Jahr. Auch in Sachen Flexibilität ist das Produkt gut auf die Bedürfnisse der Immobilienwirtschaft abgestimmt. Hat der Mieter zu einem späteren Zeitpunkt das Geld für die Barkaution zusammen, kann der Vertrag quasi von heute auf morgen gekündigt werden. Aufgrund der regelmäßigen jährlichen Kosten eignet sich die Mietkautionsbürgschaft nur für bestimmte Mieter. So sollte die Entscheidung für oder gegen die Bürgschaftslösung von der jeweiligen Liquiditätslage abhängig gemacht werden.

Quelle: www.gesetze-im-internet.de
Quelle: www.mietkautionsbuergschaft.de