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Nebenwerte: Jetzt antizyklisch investieren

Trotz dieser positiven Signale werden die aufstrebenden Länder von einigen Investoren derzeit jedoch gemieden. Zu Unrecht, da sie derzeit durchaus attraktiv sein können, wenn Anleger Chancen und Risiken gegeneinander abwägen. Und dennoch: Die Aktienmärkte der Schwellenländer sind zuletzt hinter den Industrienationen zurückgeblieben. Ein möglicher Grund besteht in der Ankündigung der US-Notenbank, ihr Anleiheaufkaufprogramm zurückzufahren und damit die Geldpolitik zu straffen. Die Sorge vor höheren Zinsen ließ viele Investoren ihr Kapital aus den Emerging Markets abziehen. Hinzu kam die nachlassende Wachstumsdynamik in den Schwellenländern. Doch dabei hat sich an dem Potenzial nichts geändert. Die Fundamentaldaten sind weiter positiv.

Die Flucht der Anleger aus den Emerging Markets schickte deren Kapitalmärkte und Währungen in den Sinkflug. Ein antizyklisches Investment könnte daher im Moment genau das Richtige sein. Dafür sprechen auch die Bewertungskennzahlen. Während die MSCI Emerging Market Indizes auf Standardwerte und Small Caps mit dem 10,9fachen und dem 12,8fachen der Gewinne bewertet werden, müssen Anleger beim MSCI EAFE das 14,4fache zahlen (Quelle: Bloomberg). Auch die Konjunktur gibt Anlass zu Optimismus. Laut dem Internationalen Währungsfonds ist die globale Wachstumsdynamik seit 2010 um 2,2 % zurückgegangen. Im Jahre 2014 soll sie mit 3,6 % erstmals wieder höher liegen als im Vorjahr. Die Umorientierung vieler Emerging Markets – weg von Export, hin zu einer gesteigerten Binnennachfrage – ist ein weiterer Grund für das Wachstum hierzulande. Der oben bereits angemerkte steigende Konsum wird durch wachsende Einkommen, sinkende Arbeitslosenraten und eine zunehmende Urbanisierung gefördert.

Interessant sind auch Titel von kleineren Firmen mit geringem Kapital, sogenannte Small Caps, die einen genaueren Blick lohnen. Small Caps nutzen die gesteigerte Binnennachfrage und generieren den größten Umsatzanteil am Heimatmarkt. Dadurch profitieren sie direkt von der Konsumstory. Wichtig ist hierbei jedoch auch wieder das Thema Diversifikation. Nur wer ein breit gestreutes Portfolio hat, ist bei Small Caps gut aufgestellt. Zudem erfordert die Auswahl der Unternehmen und Länder ein breites, fundamentales Wissen und eine intensive Analyse. Doch wer sich eingehend damit befasst, wird in den Schwellenländern eine große Zahl an Firmen finden, die ein sehr viel attraktiveres Ertrags-Risiko-Profil aufweisen als Standardwerte und die oftmals von anderen Marktteilnehmern übersehen werden. So finden sich beispielsweise interessante Titel bei den zyklischen Konsumgütern, Versicherungen oder bei IT-Unternehmen. Auf Länderebene ist Brasilien spannend. Viele gute Unternehmen wurden dort panisch verkauft, deren Bewertungen jetzt attraktiv sind.

(Autor: Stephen Derkash, Portfoliomanager des UBS (Lux) Equity SICAV - Emerging Markets Small Caps)
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„Biometrie allerorten“

Ein neuer Biometrie-Spezialist tritt auf den Markt und wirbt um die Gunst von Vermittlern und Endkunden. „Biometrie" ist zum großen Modewort geworden. Das war beileibe nicht immer so: Noch vor gut zehn Jahren verstand man diesen Begriff als „Sammelbezeichnung für die zahlenmäßige Erfassung und Bearbeitung von Mess- und Zählwerten in allen Bereichen der Biologie" (Brockhaus-Lexikon).

Und dann trat im Jahr 2003 die Dialog Lebensversicherung in neuer Positionierung in den Markt ein: „Der Spezialversicherer für biometrische Risiken". Der Begriff zeigt an: Hier definiert sich ein Unternehmen, das außerhalb der klassischen Krankenversicherung Lebensrisiken absichert und keine Kapitalprodukte anbietet. Die Makler verstanden die Botschaft sofort. Jahr für Jahr hohe Zuwachsraten bewiesen und beweisen der Dialog, dass die Vermittler diese Spezialisierung und das damit verbundene Know-how schätzen und die maßgeschneiderten Produkte dem Bedarf in der Bevölkerung entsprechen.

Das Erfolgsmodell lockte die Nachahmer wie der Honig den Bären an. Heute zählen wir Dutzende von Biometrie-Versicherern, und ihre Zahl wächst ständig. Wettbewerb fördert das Geschäft, der Makler wird die Spreu vom Weizen trennen. Viele segeln unter falscher Flagge und haben damit ein Glaubwürdigkeitsproblem. Das Original und gute Kopien sind das, was der Markt braucht."

Rüdiger R. Burchardi, Sprecher des Vorstandes der Dialog Lebensversicherungs-AG
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Bunter Schwarzer Kontinent

Trotz Korruptionsvorwürfen, einer festgefahrenen wirtschaftlichen Lage und fehlendem Reformwillen konnte sich die ehemalige Regierung wieder im Amt behaupten, nicht zuletzt dank eines großzügigen Sozialsystems, das wenigen Steuerzahlern Heerscharen von weitgehend ungelernten Arbeitssuchenden gegenüberstehen lässt. Umso überraschender erscheint die hohe Anzahl an erfolgreichen Unternehmen, die sich sowohl im Konsum-, Telekommunikations- und Transportwesen als auch dem Finanzsektor finden lassen. Dem stehen jedoch die Unternehmen negativ gegenüber, die man gemeinhin mit Südafrika in Verbindung bringt: Rohstoffförderer – sei es Platin, Gold oder anderes – kämpfen mit hohen Kostenstrukturen und starken Gewerkschaften, die auch politisch rege Einfluss nehmen. Fragt man sich, wo denn der wirtschaftliche Erfolg manches Unternehmens herrührt, so zeigt sich schnell die Situation, dass diese meist international diversifiziert sind und sich in Europa genauso heimisch fühlen wie in Australien oder vermehrt auch in Subsahara-Afrika. So verwundert es zunächst, dass mancher Möbelanbieter oder Logistikdienstleister mit vermeintlich europäischer Herkunft eigentlich aus Südafrika stammt. Das erklärt sich aber schnell dank der langen wirtschaftlichen Historie Südafrikas, die viel von den ehemaligen englischen Kolonialherren übernommen hat. Ein sich verstärkender und heiß diskutierter Trend ist jedoch die Expansion in Länder der direkten Umgebung. Noch ist der Beitrag Subsahara-Afrikas zu den Umsatzzahlen der führenden Unternehmen minimal und liegt meist unter 10%, abgesehen von manchen Rohstoffunternehmen. Das Wachstum jedoch ist meist im zweistelligen Bereich, ebenso schiebt sich der Fokus für Neuinvestitionen vermehrt auf bevölkerungsreiche Länder wie Nigeria, Kenia und Ghana. Besonders der Telekommunikationssektor liegt hier weit vorn und generiert teilweise mehr an Erträgen außerhalb Südafrikas als innerhalb.
Mit Blick auf die aktuelle Anzahl der modernen Einkaufszentren in Metropolen wie Lagos zeigt sich ein weiterer Trend: mit wachsenden Reallöhnen, insbesondere wenn die Pro-Kopf-Einkommen pro Tag über $2 steigen, nimmt die Nachfrage nach höherwertigen Konsumgütern sprunghaft zu. Folglich ist auch die Anzahl der geplanten Einkaufszentren deutlich gestiegen, während beispielsweise Bierkonzerne konstant steigende Absatzzahlen vermelden. Dass dies kein Selbstläufer ist, zeigen Risiken wie terroristische Anschläge, die jedoch bisher kaum Einfluss auf das rapide Wachstum dieser Volkswirtschaften nehmen konnten. Wachstumsraten von mehr als 5 % pro Jahr haben afrikanische Volkswirtschaften unter den 10 am schnellsten wachsenden Ländern weltweit etabliert und es ist unwahrscheinlich, dass sich dies kurzfristig ändern wird. Ausgehend von dem bis dato relativ geringen inter-afrikanischen Handel versuchen südafrikanische Unternehmen derzeit verstärkt, in diesem Segment Fuß zu fassen.
Da ist es nur bestärkend zu sehen, wie sich das Investitionsvolumen südafrikanischer und internationaler Unternehmen zunehmend erhöht und im besten Fall einen sich selbst verstärkenden Trend auslöst, der auch die institutionelle Stabilität der Länder vorantreibt.

(Autor: Sebastian Kahlfeld, Portfolio Manager bei Deutsche Asset & Wealth Management)
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Crowdinvesting vor der Bewährungsprobe

Eine neue sprudelnde Kapitalquelle für junge Unternehmen abseits der klassischen Business Angels oder VCs ist entstanden. Wer es durch den Auswahlprozess auf die Internet-Plattformen schafft, erreicht sein Finanzierungsziel oft innerhalb von wenigen Tagen. Die Gunst der Klein- oder Hobby-Investoren sowie das partiarische Darlehen machen Finanzierungen von mehreren Hunderttausend Euro und Folgefinanzierungen mittlerweile zur Regel. Aus Sicht der Start-ups lohnt sich ein Crowdinvesting auf jeden Fall – schließlich gibt es neben dem Kapital auch eine Portion PR und Marketing. Die in Deutschland führenden Plattformen, die Investoren und Start-ups zusammenbringen, sind Seedmatch und Companisto. Beteiligungen sind hier ab 250 Euro bzw. wie im Falle von Companisto bereits ab 5 Euro möglich. Die Chance also für Jedermann in das nächste Facebook zu investieren?

Ganz so einfach ist das Reichwerden per Crowdinvesting nicht. Dies mussten auch bereits einige Investoren erfahren, deren Start-ups in die Insolvenz geschlittert sind. Bezogen auf die Gesamtzahl der Finanzierungen nimmt sich allerdings die Ausfallquote im einstelligen Prozentbereich derzeit noch sehr niedrig aus. Doch dabei wird es sicherlich nicht bleiben, schließlich scheitern quer über alle Gründungen 30 bis 40 % der Unternehmen in den ersten drei Jahren. Und diese kritische Phase haben die meisten der finanzierten Unternehmen noch vor sich. Zusätzlich müssen die kleinen Business Angels aber auch mit einer im Start-up-Bereich höheren Pleitezahl rechnen. Doch nicht nur dies dürfte den Investoren Kopfzerbrechen bereiten – auch im Kleingedruckten der Verträge findet sich so mancher Stolperstein für die Rendite. So bemisst sich die erfolgsabhängige Komponente des partiarischen Darlehens anhand eines Multiples in Bezug auf EBIT oder Umsatz. Damit besteht schon mal eine Deckelung der Ausahlung in der Zukunft. Auch der Verwässerungseffekt aus Folgefinanzierungen, die bei Start-ups üblich sind, wirkt sich negativ für den Investor aus. Schließlich gewähren ihm die Anteile kein Mitsprache- und Stimmrecht. So wird der Investor aus der Crowd trotz Reportings zu einem zahnlosen Tiger. Ein Investment will also gut überlegt sein.

Crowdinvesting ist noch eine junge Branche. Der Boom wird aus unserer Sicht zunächst weiterhin anhalten. Weitere Rückschläge werden aus Investorensicht jedoch nicht lange auf sich warten lassen. Es wird darauf ankommen, wie die Plattformen die Interessen von Start-ups auf günstige Finanzierungskonditionen und das gute Recht der Investoren auf eine risikogerechte Verzinsung ausbalancieren können.
Für-Gründer.de ist ein Portal für Gründer, Start-ups und Selbstständige in Deutschland. Rückwirkend zum Jahresbeginn 2014 ist nun ebenfalls die F.A.Z.-Verlagsgruppe am Unternehmen beteiligt.


www.fuer-gruender.de

(Autor: René S. Klein, Geschäftsführer bei Für-Gründer.de GmbH)
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Afrika-Investments holen auf

Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrika/Schwarzafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt. Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Diese Zeit prägt gerade heute wieder viele afrikanische Länder.

Afrika hat ein Imageproblem. Kriege, Entführungen, Hungersnot, Armut: All das eignet sich für die Acht Uhr-Nachrichten. Warum sollte sich der Deutsche Anleger gerade jetzt mit diesem Kontinent beschäftigen?

Der Stoff aus dem die Träume sind heißt: Demokratie und Wachstum

Der Kontinent ist auch 50 Jahre nach der Unabhängigkeit in weiten Teilen im Vergleich zu vielen anderen Emerging Markets unterentwickelt. Allerdings tauchen jetzt neben Südafrika auch Länder wie Ghana, Kenia, Angola, Nigeria und Simbabwe in den Beobachtungslisten internationaler Investoren auf. Was ist geschehen?

Demokratie
Untersuchungen des Center for Systematic Peace zeigen 1988 erst acht, 2012 bereits 40 Länder mit demokratischen Grundzügen. Im Gleichschritt nimmt die Korruption ab.
Der "Doing Business Report 2014" der Weltbank diagnostiziert: Subsahara-Afrika macht weltweit größte Fortschritte. In den letzten fünf Jahren haben die Länder Subsahara-Afrika es geschafft regulatorische Lücken und Hindernisse dreimal schneller zu schließen als viele OECD-Länder. Unter den 20 Staaten, die weltweit den meisten Fortschritt bei der Reform unternehmerischer Regulierungen machten, liegen neun in Subsahara-Afrika. Unter den „Top-Ten".

Wachstum
Und war Afrika in der Vergangenheit ein Lieferant von Rohstoffen aller Art so sieht man jetzt mit anderen Augen auf den erwachenden Kontinent.
170 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren auf der Africa2030 in Berlin: Laut neuer Prognosen werden 2030 mehr als 1,6 Mrd. Menschen auf dem afrikanischen Kontinent leben. Mehr als die Hälfte davon wird voraussichtlich einer kaufkräftigen Mittelschicht angehören und in Städten wohnen. Das Arbeitskräftepotential des Kontinents wird größer als das von Indien und China sein. McKinsey prognostiziert 600 Millionen Internetuser in Afrika bis 2025.
Afrika hat mit ca. 200 Millionen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren die jüngste Bevölkerung weltweit. Bei dieser Altersgruppe sind neue Technologien besonders gefragt. Das wird in Zukunft einer der Haupttreiber von Investition und Wachstum sein.

Mein Fazit: Der Wettlauf um Afrika ist bei den institutionellen Investoren vor allem aus China, Indien und Arabien längst gestartet und geht bereits in die Zielgerade. Jetzt kommt die zweite Welle, die der Privatanleger. Die sollten aber wissen, dass große Chancen auch immer kurzfristig große Risiken bergen. Aber "on the long run" darf man die Chance Afrika nicht verpassen.

finanzwelt berichtet in der Printausgabe 03/2014 zum Thema „Investitionschancen in Afrika"

(Autor: Jörg Löbe, Geschäftsführer der Aubilia Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf)
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Zinssenkung im Juni?

Der EZB-Rat hat in seiner auswärtigen Sitzung in Brüssel am gestrigen Donnerstag, den 08. Mai 2014 beschlossen, den Leitzins weiterhin bei 0,25 % zu belassen. In der anschließenden Pressekonferenz kam es dann zur Überraschung: EZB-Chef Mario Draghi hat für die nächste Sitzung eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. „Der Rat ist bereit, im Juni zu handeln", sagte Mario Draghi. Allerdings lässt sich die EZB eine Hintertür offen und macht die Entscheidung von den dann vorhandenen Daten und Prognosen abhängig.

Sorge bereitet der EZB vor allem die sehr niedrige Inflationsrate, die im April zwar von 0,5 % im März auf 0,7 % gestiegen ist, aber sie liegt damit weiterhin unter der wichtigen Marke von 2 %. Im Zusammenhang damit beunruhigt den EZB-Chef auch der hohe Wechselkurs des Euro, der als eine Hauptursache für die niedrige Inflationsrate und eine Gefahr für die Wirtschaft gesehen wird. Man will sich nicht mit den niedrigen Inflationsraten abfinden. Unklar bleib allerdings, um welche Maßnahmen es sich handeln könnte. Beobachter gehen überwiegend davon aus, dass es im Juni zu einer Leitzinssenkung kommt, denn die Aussagen von Mario Draghi waren geradezu deutlich. Kurz nach seinen Worten kam es beim Euro-Wechselkurs zu einer Korrektur. Gegenüber dem US-Dollar fiel der Euro um gut 1 % auf 1,38. Die Rentenmärkte reagierten freundlich auf die Aussicht einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Der BundFuture zog an und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen liegt nur noch bei knapp 1,45 %.

Was bedeutet dies für die Anleger?
Viele Analysten und Marktteilnehmer haben zu Beginn des Jahres mit überwiegend steigenden Zinsen gerechnet und sich entsprechend positioniert. Aber es kam wieder einmal anders. Am Jahresanfang haben die 10-jährigen Bundesanleihen noch mit 1,94% rentiert – aktuell sind es etwa 25 % weniger und das in gerade einmal vier Monaten! Vermutlich werden die Zinsen in der Eurozone deutlich länger niedrig bleiben als gedacht. Darauf sollten sich die Anleger einstellen und sich entsprechend positionieren. Eine gute Möglichkeit ist es, im Depot eine Risikostreuung vorzunehmen. Zum einen sollte eine Aufteilung auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Renten, Gold, Immobilien und Liquidität erfolgen. Zum anderen sollten die Anleger auch innerhalb der Anlageklasse „Renten" eine größere Diversifizierung erwägen. Anleihen aus Schwellenländer, Wandelanleihen und Unternehmensanleihen gehören in jedes gute gestreute Depot. Darüber hinaus gilt es, Opportunitäten zu identifizieren undauszunutzen. Kursrückschläge können für einen Positionsaufbau genutzt werden.

Was ist mit den Aktien?
Mit Aktien profitiert der Anleger von der positiven Entwicklung und der Wertschöpfung der Wirtschaft. Deshalb gehören Aktien unbedingt in ein gut gestreutes Depot. Allerdings sind die meisten Aktien nicht mehr preiswert, was mich vor allem bei Neuanlagen vorsichtig sein lässt. Europäische Aktien sind gemessen am MSCI Europa momentan etwa mit dem 14-fachen ihres Gewinns bewertet. Damit liegen sie deutlich höher als vor einem Jahr und vor allem über dem langjährigen Durchschnitt, bei dem das KGV zwischen 11 und 12 gelegen hat. Das stimmt mich vorsichtig. Allein das Argument, dass Renten noch teurer sind, ist mir zu wenig. Die Gewinne müssen entweder im Laufe des Jahres im Zuge der Konjunkturerholung in Europa steigen oder die Kurse sollten zurück kommen. Diese Entwicklung gilt es abzuwarten. Außerdem scheint die EZB mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa auch nicht ganz zufrieden zu sein, denn sonst würde sie keine Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung in Betracht ziehen.
Ein altes Sprichwort sagt: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!"


(Autor: Wolfgang Juds, Geschäftsführer CREDO Vermögensmanagement GmbH)
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Steigende Zinsen nur eine Fata Morgana?

Dabei gab es im Trend durchaus markante Rücksetzer. Schauen wir uns die Zeit davor an, müssen wir feststellen, dass die Zinsen in einem noch viel längeren Zeitraum in einem Korridor zwischen zwei und fünf Prozent schwankten. Klar, das Umfeld war und ist mit der heutigen Situation nicht vergleichbar. Die Kapitalmärkte sind in der aktuellen Situation frei und nicht durch Kapitalmarktkontrollen und sonstige Einschränkungen im Handel und der Entscheidung begrenzt. Dies war früher anders.
Theoretisch lässt sich auch mit Sicherheit viel über die inflationäre Wirkung der kräftig gestiegenen Geldmenge durch die Zentralbanken streiten. In den vergangenen Jahren blieb die offiziell gemessene Inflationsrate aber im Rahmen der Toleranzgrenzen. Die überschüssigen liquiden Mittel flossen in Anlagen und weniger in die Waren des täglichen Bedarfs. Neben steigenden Aktienkursen waren auch rückläufige Renditen für Anleihen eine der Folgen. Dabei profitierten auch neue Märkte und Emittenten von der reichlichen Liquidität. Risiken wurden nicht immer ausreichend beachtet und dann durch das Platzen von Spekulationsblasen wieder korrigiert. Die Rückkopplungseffekte auf die Realwirtschaft waren teilweise gravierend und wurden durch neues Geld und nochmals niedrigere Renditen kompensiert. Zusätzlich half Vater Staat durch schnelle Konjunkturprogramme aus.
Nun zahlen alle Kapitalanleger den Preis für diese Entwicklung.

Die Notenbanken wissen, dass sehr viele Industrieländern nicht in der Lage sind, steigende Zinsen für die Schuldenlast zu tragen. Auch Deutschland würde Probleme bekommen. Daher wird das mögliche Potential für steigende Renditen verbal heruntergespielt und so auf die Märkte Einfluss genommen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was schnell und deutlich steigende Renditen am Ende bewirken könnten: Ein Schuldenschnitt wie bei Griechenland wäre kein Einzelfall und würde auch für bisher als relativ sicher geltende Länder gelten. Die finanzielle Repression dürfte für viele die angenehmere Variante sein. Vor diesem Hintergrund wird der Abtrag der Staatsschulden und auch der Privatschulden in einigen Ländern das Potential für steigende Renditen begrenzen. Träume von Renditen über vier Prozent für 10jährige Bundesanleihen sollten platzen. Institutionelle Anleger würden sich aus heutiger Sicht schon über drei Prozent für diesen Emittenten freuen.

(Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany Institutional Asset Management Petercam)

Alter! Was geht …?

Zertifikate eröffnen hier beste Anlagemöglichkeiten und Anlagestrategien, denn Zertifikate-Sparpläne eignen sich für diesen Zweck hervorragend. Hier paaren sich die von der Investment-Seite her altbekannten Vorteile einer regelmäßigen, meist festen monatlichen Sparrate mit den besonderen Möglichkeiten, die Zertifikate bieten.

Zwei Faktoren sind dabei vom Anleger vorab zu beachten: Das Zertifikat, z.B. ein Index-Zertifikat, muss auf einen Performance-Index laufen, es müssen also die Dividenden mit im Spiel sein. Ansonsten geht, vor allem bei dividendenstarken Werten bzw. Indices, der Zinseszinseffekt der Dividendenzahlungen verloren. Zum anderen ist bei einem solchen langfristig ausgelegten Sparplan von hoher Bedeutung, auf die absolute Qualität des Emittenten zu achten. Denn schließlich soll dieser auch in 20 oder sogar 30 Jahren noch solvent und nicht das Zertifikat wertlos sein.

Ganz wichtig ist die Auswahl des oder der richtigen Zertifikate. Das muss der Anleger sich nun entsprechend seinen Anlage-Intentionen auf den Leib schneidern. Angeboten werden von den Banken meist eine ganze Reihe von Index-Zertifikaten, Branchen- und Themen-Zertifikaten, oft auch Renten-Zertifikate sowie Strategie-Zertifikate und verschiedentlich auch Hedgefonds-Zertifikate.
Der Anleger selbst bleibt ständig liquide, da seine Zertifikate ja börsennotiert, also täglich veräußerbar sind. Allerdings sollte diese Flexibilität nicht zu spontanen Entnahmen – für ein neues Auto statt für das Alter – verleiten.


(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)

Chancen bei Erneuerbaren Energien

Als Initiator für Windenergie-Projekte sehen wir hier großes Potenzial für die Umsetzung und den Vertrieb weiterer Windparks. Die anhaltenden politischen Unklarheiten aber erschweren eine Planung in die Zukunft hinein. Investoren brauchen daher Lösungen, die sowohl auf die aktuelle Situation zugeschnitten sind als auch langfristig funktionieren.

Am etablierten Onshore-Standort Deutschland bieten vor allem die südlichen Bundesländer noch ausreichend Raum für die wirtschaftlich rentable Nutzung von Windkraft. Bayern beispielsweise verfügt mit 41 GW über das größte Flächenpotenzial für Windenergie in ganz Deutschland, wie der Bundesverband WindEnergie bestätigt. Zum Vergleich: Im für Windenergie bekannten Niedersachsen sind es nur 26 GW. Für eine rentable Windenergie-Erzeugung sorgen dabei die hohen mittleren Windgeschwindigkeiten. In Hochfranken, einer der windreichsten Regionen Bayerns, liegen sie auf Nabenhöhe bei durchschnittlich 6,0 m/s bis 6,8 m/s. Als Windenergie-Standort profitiert die Region darüber hinaus auch durch den großen gesellschaftlichen Rückhalt, wie erst kürzlich die Emnid-Umfrage „Akzeptanz der Windenergie im Landkreis Hof" bestätigte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass nur ein Fünftel der Bewohner dem Thema Windkraft im Landkreis "negativ bis sehr negativ" gegenüber stehen.

Die mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien bekräftigt auch der Jahresreport Föderal-Erneuerbar 2013. So haben gut 75 % der bayerischen Bevölkerung keine Einwände gegen Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Nachbarschaft. In der Region zeigt sich folglich hohes Potenzial, die Energiewende hin zu einer nachhaltig verantwortlichen Energieversorgung auch tatsächlich umzusetzen.

Investoren profitieren über Beteiligungen am weiteren Windenergie-Ausbau, unterstützen das Vorankommen der Energiewende und können ihr Portfolio zudem mit einem nachhaltigen, rentablen Baustein diversifizieren.

(Autor: Ingo Grabowsky, Lacuna AG)
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Mehr als der Spatz in der Hand

Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist Anlegern der Spatz in der Hand erst recht mehr wert als die Taube auf dem Dach. Aber letztlich geht es um beides, den Spatz und die Taube – um regelmäßige Ausschüttungen oberhalb der Inflationsrate und Kapitalerhalt oder sogar -wachstum.

Welche Möglichkeiten gibt es, beides zu kombinieren? Und das in einem Umfeld, in dem die Zinsen bei klassischen Bareinlagen wie Tagesgeld und Co mittelfristig niedriger sind als die Inflation. Für Anleger, die bereit sind, einen Schritt weiter zu gehen auf der Risikoleiter, sind Anleihe- und Dividendenfonds die Alternative.
Im Niedrigzinsumfeld liegen die Dividenden weltweit oft über der Rendite von hochwertigen Unternehmensanleihen. Europäische Unternehmen haben beispielsweise eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund 3,4 %. Auf lange Sicht machen Dividenden zudem einen großen Teil der Gesamtrendite von Aktien aus: Betrachtet man die Wertentwicklung der weltweiten Aktienmärkte seit den 1970er Jahren, tragen Dividenden rund 40 % des Wertzuwachses bei. Wer langfristig in Aktien gesunder Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und nachhaltiger Dividendenausschüttung investiert, kann darauf vertrauen, seine Investition zurückzubekommen. Und er profitiert dank Dividenden von Ausschüttungen, die über dem Zinsniveau von Investment Grade Anleihen liegen.

Bei Anleihen ist es daher sinnvoll, auf einen Mix aus verschiedenen Anleiheklassen zu setzen. Denn trotz Niedrigzinsumfeld bieten Anleihen gute Möglichkeiten, eine angemessene Rendite bei relativ hoher Sicherheit zu erzielen. Wichtig dafür sind eine globale Ausrichtung, eine breite Streuung über verschiedene Anleiheklassen hinweg – von Investment Grade, über Hochzins- bis hin zu inflationsindexierten Anleihen – und vor allem die laufende Anpassung des Anleihemixes an sich verändernde Märkte.

Im Idealfall kombinieren Anleger beides – Anleihen und Aktien. Hierfür gibt es Multi-Asset-Fonds, die speziell auf regelmäßige Ausschüttungen ausgerichtet sind. Sie bündeln bewährte Anlagestrategien und nutzen die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Investment-Grade-Anleihen, Hochzinsanleihen oder Schwellenländeranleihen für eine möglichst stabile Wertentwicklung und konstante laufende Ausschüttungen. So bekommen Anleger beides: Den Spatz und die Taube.


(Autor: Claude Hellers, Leiter Retail und Wholesale Vertrieb von
Fidelity Worldwide Investment in Deutschland)