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Afrika-Investments holen auf

Auf der Kongokonferenz in Berlin wurde 1884/85 der größte Teil Innerafrika/Schwarzafrikas zwischen den europäischen Mächten aufgeteilt. Im Zuge der Dekolonisation Afrikas wurden mehrere Staaten in den 1950er Jahren unabhängig. 1960 gilt als das Jahr der afrikanischen Unabhängigkeit, da der Großteil der französischen Kolonien in diesem Jahr in die Unabhängigkeit entlassen wurde. Diese Zeit prägt gerade heute wieder viele afrikanische Länder.

Afrika hat ein Imageproblem. Kriege, Entführungen, Hungersnot, Armut: All das eignet sich für die Acht Uhr-Nachrichten. Warum sollte sich der Deutsche Anleger gerade jetzt mit diesem Kontinent beschäftigen?

Der Stoff aus dem die Träume sind heißt: Demokratie und Wachstum

Der Kontinent ist auch 50 Jahre nach der Unabhängigkeit in weiten Teilen im Vergleich zu vielen anderen Emerging Markets unterentwickelt. Allerdings tauchen jetzt neben Südafrika auch Länder wie Ghana, Kenia, Angola, Nigeria und Simbabwe in den Beobachtungslisten internationaler Investoren auf. Was ist geschehen?

Demokratie
Untersuchungen des Center for Systematic Peace zeigen 1988 erst acht, 2012 bereits 40 Länder mit demokratischen Grundzügen. Im Gleichschritt nimmt die Korruption ab.
Der "Doing Business Report 2014" der Weltbank diagnostiziert: Subsahara-Afrika macht weltweit größte Fortschritte. In den letzten fünf Jahren haben die Länder Subsahara-Afrika es geschafft regulatorische Lücken und Hindernisse dreimal schneller zu schließen als viele OECD-Länder. Unter den 20 Staaten, die weltweit den meisten Fortschritt bei der Reform unternehmerischer Regulierungen machten, liegen neun in Subsahara-Afrika. Unter den „Top-Ten".

Wachstum
Und war Afrika in der Vergangenheit ein Lieferant von Rohstoffen aller Art so sieht man jetzt mit anderen Augen auf den erwachenden Kontinent.
170 Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft diskutieren auf der Africa2030 in Berlin: Laut neuer Prognosen werden 2030 mehr als 1,6 Mrd. Menschen auf dem afrikanischen Kontinent leben. Mehr als die Hälfte davon wird voraussichtlich einer kaufkräftigen Mittelschicht angehören und in Städten wohnen. Das Arbeitskräftepotential des Kontinents wird größer als das von Indien und China sein. McKinsey prognostiziert 600 Millionen Internetuser in Afrika bis 2025.
Afrika hat mit ca. 200 Millionen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren die jüngste Bevölkerung weltweit. Bei dieser Altersgruppe sind neue Technologien besonders gefragt. Das wird in Zukunft einer der Haupttreiber von Investition und Wachstum sein.

Mein Fazit: Der Wettlauf um Afrika ist bei den institutionellen Investoren vor allem aus China, Indien und Arabien längst gestartet und geht bereits in die Zielgerade. Jetzt kommt die zweite Welle, die der Privatanleger. Die sollten aber wissen, dass große Chancen auch immer kurzfristig große Risiken bergen. Aber "on the long run" darf man die Chance Afrika nicht verpassen.

finanzwelt berichtet in der Printausgabe 03/2014 zum Thema „Investitionschancen in Afrika"

(Autor: Jörg Löbe, Geschäftsführer der Aubilia Vermögensmanagement GmbH in Düsseldorf)
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Zinssenkung im Juni?

Der EZB-Rat hat in seiner auswärtigen Sitzung in Brüssel am gestrigen Donnerstag, den 08. Mai 2014 beschlossen, den Leitzins weiterhin bei 0,25 % zu belassen. In der anschließenden Pressekonferenz kam es dann zur Überraschung: EZB-Chef Mario Draghi hat für die nächste Sitzung eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt. „Der Rat ist bereit, im Juni zu handeln", sagte Mario Draghi. Allerdings lässt sich die EZB eine Hintertür offen und macht die Entscheidung von den dann vorhandenen Daten und Prognosen abhängig.

Sorge bereitet der EZB vor allem die sehr niedrige Inflationsrate, die im April zwar von 0,5 % im März auf 0,7 % gestiegen ist, aber sie liegt damit weiterhin unter der wichtigen Marke von 2 %. Im Zusammenhang damit beunruhigt den EZB-Chef auch der hohe Wechselkurs des Euro, der als eine Hauptursache für die niedrige Inflationsrate und eine Gefahr für die Wirtschaft gesehen wird. Man will sich nicht mit den niedrigen Inflationsraten abfinden. Unklar bleib allerdings, um welche Maßnahmen es sich handeln könnte. Beobachter gehen überwiegend davon aus, dass es im Juni zu einer Leitzinssenkung kommt, denn die Aussagen von Mario Draghi waren geradezu deutlich. Kurz nach seinen Worten kam es beim Euro-Wechselkurs zu einer Korrektur. Gegenüber dem US-Dollar fiel der Euro um gut 1 % auf 1,38. Die Rentenmärkte reagierten freundlich auf die Aussicht einer weiteren Lockerung der Geldpolitik. Der BundFuture zog an und die Rendite der 10-jährigen Bundesanleihen liegt nur noch bei knapp 1,45 %.

Was bedeutet dies für die Anleger?
Viele Analysten und Marktteilnehmer haben zu Beginn des Jahres mit überwiegend steigenden Zinsen gerechnet und sich entsprechend positioniert. Aber es kam wieder einmal anders. Am Jahresanfang haben die 10-jährigen Bundesanleihen noch mit 1,94% rentiert – aktuell sind es etwa 25 % weniger und das in gerade einmal vier Monaten! Vermutlich werden die Zinsen in der Eurozone deutlich länger niedrig bleiben als gedacht. Darauf sollten sich die Anleger einstellen und sich entsprechend positionieren. Eine gute Möglichkeit ist es, im Depot eine Risikostreuung vorzunehmen. Zum einen sollte eine Aufteilung auf die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Renten, Gold, Immobilien und Liquidität erfolgen. Zum anderen sollten die Anleger auch innerhalb der Anlageklasse „Renten" eine größere Diversifizierung erwägen. Anleihen aus Schwellenländer, Wandelanleihen und Unternehmensanleihen gehören in jedes gute gestreute Depot. Darüber hinaus gilt es, Opportunitäten zu identifizieren undauszunutzen. Kursrückschläge können für einen Positionsaufbau genutzt werden.

Was ist mit den Aktien?
Mit Aktien profitiert der Anleger von der positiven Entwicklung und der Wertschöpfung der Wirtschaft. Deshalb gehören Aktien unbedingt in ein gut gestreutes Depot. Allerdings sind die meisten Aktien nicht mehr preiswert, was mich vor allem bei Neuanlagen vorsichtig sein lässt. Europäische Aktien sind gemessen am MSCI Europa momentan etwa mit dem 14-fachen ihres Gewinns bewertet. Damit liegen sie deutlich höher als vor einem Jahr und vor allem über dem langjährigen Durchschnitt, bei dem das KGV zwischen 11 und 12 gelegen hat. Das stimmt mich vorsichtig. Allein das Argument, dass Renten noch teurer sind, ist mir zu wenig. Die Gewinne müssen entweder im Laufe des Jahres im Zuge der Konjunkturerholung in Europa steigen oder die Kurse sollten zurück kommen. Diese Entwicklung gilt es abzuwarten. Außerdem scheint die EZB mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa auch nicht ganz zufrieden zu sein, denn sonst würde sie keine Maßnahmen zur geldpolitischen Lockerung in Betracht ziehen.
Ein altes Sprichwort sagt: „Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste!"


(Autor: Wolfgang Juds, Geschäftsführer CREDO Vermögensmanagement GmbH)
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Steigende Zinsen nur eine Fata Morgana?

Dabei gab es im Trend durchaus markante Rücksetzer. Schauen wir uns die Zeit davor an, müssen wir feststellen, dass die Zinsen in einem noch viel längeren Zeitraum in einem Korridor zwischen zwei und fünf Prozent schwankten. Klar, das Umfeld war und ist mit der heutigen Situation nicht vergleichbar. Die Kapitalmärkte sind in der aktuellen Situation frei und nicht durch Kapitalmarktkontrollen und sonstige Einschränkungen im Handel und der Entscheidung begrenzt. Dies war früher anders.
Theoretisch lässt sich auch mit Sicherheit viel über die inflationäre Wirkung der kräftig gestiegenen Geldmenge durch die Zentralbanken streiten. In den vergangenen Jahren blieb die offiziell gemessene Inflationsrate aber im Rahmen der Toleranzgrenzen. Die überschüssigen liquiden Mittel flossen in Anlagen und weniger in die Waren des täglichen Bedarfs. Neben steigenden Aktienkursen waren auch rückläufige Renditen für Anleihen eine der Folgen. Dabei profitierten auch neue Märkte und Emittenten von der reichlichen Liquidität. Risiken wurden nicht immer ausreichend beachtet und dann durch das Platzen von Spekulationsblasen wieder korrigiert. Die Rückkopplungseffekte auf die Realwirtschaft waren teilweise gravierend und wurden durch neues Geld und nochmals niedrigere Renditen kompensiert. Zusätzlich half Vater Staat durch schnelle Konjunkturprogramme aus.
Nun zahlen alle Kapitalanleger den Preis für diese Entwicklung.

Die Notenbanken wissen, dass sehr viele Industrieländern nicht in der Lage sind, steigende Zinsen für die Schuldenlast zu tragen. Auch Deutschland würde Probleme bekommen. Daher wird das mögliche Potential für steigende Renditen verbal heruntergespielt und so auf die Märkte Einfluss genommen. Ich möchte mir nicht ausmalen, was schnell und deutlich steigende Renditen am Ende bewirken könnten: Ein Schuldenschnitt wie bei Griechenland wäre kein Einzelfall und würde auch für bisher als relativ sicher geltende Länder gelten. Die finanzielle Repression dürfte für viele die angenehmere Variante sein. Vor diesem Hintergrund wird der Abtrag der Staatsschulden und auch der Privatschulden in einigen Ländern das Potential für steigende Renditen begrenzen. Träume von Renditen über vier Prozent für 10jährige Bundesanleihen sollten platzen. Institutionelle Anleger würden sich aus heutiger Sicht schon über drei Prozent für diesen Emittenten freuen.

(Autor: Thomas Meyer, Country Head Germany Institutional Asset Management Petercam)

Alter! Was geht …?

Zertifikate eröffnen hier beste Anlagemöglichkeiten und Anlagestrategien, denn Zertifikate-Sparpläne eignen sich für diesen Zweck hervorragend. Hier paaren sich die von der Investment-Seite her altbekannten Vorteile einer regelmäßigen, meist festen monatlichen Sparrate mit den besonderen Möglichkeiten, die Zertifikate bieten.

Zwei Faktoren sind dabei vom Anleger vorab zu beachten: Das Zertifikat, z.B. ein Index-Zertifikat, muss auf einen Performance-Index laufen, es müssen also die Dividenden mit im Spiel sein. Ansonsten geht, vor allem bei dividendenstarken Werten bzw. Indices, der Zinseszinseffekt der Dividendenzahlungen verloren. Zum anderen ist bei einem solchen langfristig ausgelegten Sparplan von hoher Bedeutung, auf die absolute Qualität des Emittenten zu achten. Denn schließlich soll dieser auch in 20 oder sogar 30 Jahren noch solvent und nicht das Zertifikat wertlos sein.

Ganz wichtig ist die Auswahl des oder der richtigen Zertifikate. Das muss der Anleger sich nun entsprechend seinen Anlage-Intentionen auf den Leib schneidern. Angeboten werden von den Banken meist eine ganze Reihe von Index-Zertifikaten, Branchen- und Themen-Zertifikaten, oft auch Renten-Zertifikate sowie Strategie-Zertifikate und verschiedentlich auch Hedgefonds-Zertifikate.
Der Anleger selbst bleibt ständig liquide, da seine Zertifikate ja börsennotiert, also täglich veräußerbar sind. Allerdings sollte diese Flexibilität nicht zu spontanen Entnahmen – für ein neues Auto statt für das Alter – verleiten.


(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)

Chancen bei Erneuerbaren Energien

Als Initiator für Windenergie-Projekte sehen wir hier großes Potenzial für die Umsetzung und den Vertrieb weiterer Windparks. Die anhaltenden politischen Unklarheiten aber erschweren eine Planung in die Zukunft hinein. Investoren brauchen daher Lösungen, die sowohl auf die aktuelle Situation zugeschnitten sind als auch langfristig funktionieren.

Am etablierten Onshore-Standort Deutschland bieten vor allem die südlichen Bundesländer noch ausreichend Raum für die wirtschaftlich rentable Nutzung von Windkraft. Bayern beispielsweise verfügt mit 41 GW über das größte Flächenpotenzial für Windenergie in ganz Deutschland, wie der Bundesverband WindEnergie bestätigt. Zum Vergleich: Im für Windenergie bekannten Niedersachsen sind es nur 26 GW. Für eine rentable Windenergie-Erzeugung sorgen dabei die hohen mittleren Windgeschwindigkeiten. In Hochfranken, einer der windreichsten Regionen Bayerns, liegen sie auf Nabenhöhe bei durchschnittlich 6,0 m/s bis 6,8 m/s. Als Windenergie-Standort profitiert die Region darüber hinaus auch durch den großen gesellschaftlichen Rückhalt, wie erst kürzlich die Emnid-Umfrage „Akzeptanz der Windenergie im Landkreis Hof" bestätigte. Sie kam zu dem Ergebnis, dass nur ein Fünftel der Bewohner dem Thema Windkraft im Landkreis "negativ bis sehr negativ" gegenüber stehen.

Die mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem weiteren Ausbau Erneuerbarer Energien bekräftigt auch der Jahresreport Föderal-Erneuerbar 2013. So haben gut 75 % der bayerischen Bevölkerung keine Einwände gegen Erneuerbare-Energien-Anlagen in ihrer Nachbarschaft. In der Region zeigt sich folglich hohes Potenzial, die Energiewende hin zu einer nachhaltig verantwortlichen Energieversorgung auch tatsächlich umzusetzen.

Investoren profitieren über Beteiligungen am weiteren Windenergie-Ausbau, unterstützen das Vorankommen der Energiewende und können ihr Portfolio zudem mit einem nachhaltigen, rentablen Baustein diversifizieren.

(Autor: Ingo Grabowsky, Lacuna AG)
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Mehr als der Spatz in der Hand

Und nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre ist Anlegern der Spatz in der Hand erst recht mehr wert als die Taube auf dem Dach. Aber letztlich geht es um beides, den Spatz und die Taube – um regelmäßige Ausschüttungen oberhalb der Inflationsrate und Kapitalerhalt oder sogar -wachstum.

Welche Möglichkeiten gibt es, beides zu kombinieren? Und das in einem Umfeld, in dem die Zinsen bei klassischen Bareinlagen wie Tagesgeld und Co mittelfristig niedriger sind als die Inflation. Für Anleger, die bereit sind, einen Schritt weiter zu gehen auf der Risikoleiter, sind Anleihe- und Dividendenfonds die Alternative.
Im Niedrigzinsumfeld liegen die Dividenden weltweit oft über der Rendite von hochwertigen Unternehmensanleihen. Europäische Unternehmen haben beispielsweise eine durchschnittliche Dividendenrendite von rund 3,4 %. Auf lange Sicht machen Dividenden zudem einen großen Teil der Gesamtrendite von Aktien aus: Betrachtet man die Wertentwicklung der weltweiten Aktienmärkte seit den 1970er Jahren, tragen Dividenden rund 40 % des Wertzuwachses bei. Wer langfristig in Aktien gesunder Unternehmen mit stabilen Geschäftsmodellen und nachhaltiger Dividendenausschüttung investiert, kann darauf vertrauen, seine Investition zurückzubekommen. Und er profitiert dank Dividenden von Ausschüttungen, die über dem Zinsniveau von Investment Grade Anleihen liegen.

Bei Anleihen ist es daher sinnvoll, auf einen Mix aus verschiedenen Anleiheklassen zu setzen. Denn trotz Niedrigzinsumfeld bieten Anleihen gute Möglichkeiten, eine angemessene Rendite bei relativ hoher Sicherheit zu erzielen. Wichtig dafür sind eine globale Ausrichtung, eine breite Streuung über verschiedene Anleiheklassen hinweg – von Investment Grade, über Hochzins- bis hin zu inflationsindexierten Anleihen – und vor allem die laufende Anpassung des Anleihemixes an sich verändernde Märkte.

Im Idealfall kombinieren Anleger beides – Anleihen und Aktien. Hierfür gibt es Multi-Asset-Fonds, die speziell auf regelmäßige Ausschüttungen ausgerichtet sind. Sie bündeln bewährte Anlagestrategien und nutzen die unterschiedlichen Eigenschaften der verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Investment-Grade-Anleihen, Hochzinsanleihen oder Schwellenländeranleihen für eine möglichst stabile Wertentwicklung und konstante laufende Ausschüttungen. So bekommen Anleger beides: Den Spatz und die Taube.


(Autor: Claude Hellers, Leiter Retail und Wholesale Vertrieb von
Fidelity Worldwide Investment in Deutschland)
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Volatilität zwischen Ukraine-Krise und EZB-Politik

Dazu lohnt ein Blick auf den VDAX, der die erwartete Volatilität der Marktteilnehmer wiedergibt, die in einer fiktiven DAX-Option mit einer Restlaufzeit von 45 Tagen eingepreist wird. Während des bisherigen Ukraine-Konflikts ist dieser Volatilitätsindex in Phasen erhöhter Unsicherheiten sprunghaft in Richtung der 20 Prozentmarke angestiegen. Bei Anzeichen einer Deeskalation ist er dagegen wieder deutlich zurückgegangen. Bei politischen Risiken, wie dem Ukraine-Konflikt, handelt es sich um ein systematisches Risiko, das den gesamten Aktienmarkt in seiner Breite betrifft. Aus dieser Erkenntnis kann der Anleger einen wichtigen Zusammenhang ableiten: Ein Anstieg des VDAX signalisiert den Eintritt oder die Zuspitzung eines systematischen Risikos, das zumindest kurzfristig zu einer erhöhten Risikoaversion der Anleger führt.

Ganz im Unterschied dazu bewirkte die unkonventionelle US-Notenbankpolitik zunächst das Gegenteil: Mit dem Start des „Quantitative Easing III"-Programms im September 2012 ist der VDAX deutlich zurückgegangen. Erst nach der Ankündigung Ben Bernankes im Mai 2013, aus diesem Programm sukzessive auszusteigen, ist der VDAX wieder über die 20 Prozentmarke gesprungen. Aus dieser Beobachtung lässt sich für den Anleger ebenfalls ein wichtiger Zusammenhang ableiten: Eine expansive Geldpolitik der Notenbanken, die die Märkte komfortabel mit Liquidität ausstattet, begünstigt den Rückgang von Volatilität auch an den Aktienmärkten.

Wenn es nun in der Eurozone ein Anleiheaufkaufprogramm durch die EZB nach amerikanischem Vorbild gäbe, käme es zu einer interessanten Konstellation: Dreht Mario Draghi den Geldhahn weiter auf, würde dies durchaus für ein generell niedrigeres Volatilitätsniveau sprechen. Durch den fortdauernden Ukraine-Konflikt, in dem leider weitere Eskalationen nicht ausgeschlossen werden können, dürfte der VDAX dagegen immer wieder sprunghaft ansteigen. Antizyklisch-orientierte Anleger könnten sich in einem solchen Umfeld positionieren: sie könnten dann zugreifen, wenn ein systematisches Risiko, wie die Eskalation eines politischen Konflikts dafür sorgt, dass Aktienanlagen in einem insgesamt aktionärsfreundlichen geldpolitischen Umfeld vorübergehend billiger werden.

Von einer erhöhten Volatilität profitieren auch Discount-Zertifikate. Gerade in Zeiten, in denen der VDAX sprunghaft ansteigt, lohnt zusätzlich ein Blick auf Papiere mit längerer Restlaufzeit, die dem Anleger dann bei hohem Risikopuffer eine vergleichsweise attraktive Rendite bieten.

Doch Vorsicht: Noch ist nicht sicher, ob die EZB ein Staatsanleiheaufkaufprogramm in die Tat umsetzen wird. Sollten sich die Inflationsraten wieder berappeln, dann wird es ein Quantitative Easing in der Eurozone vermutlich nicht geben. Vor dem Hintergrund, dass jedoch auch künftige Ereignisse wie die Europawahl und die Präsidentschaftswahl in der Ukraine am 25. Mai 2014 zu einem erhöhten Volatilitätsniveau führen könnten, lohnt es sich aber, den VDAX im Blick zu behalten.

(Autor: Thomas Wüst, Geschäftsführer Valorvest Vermögensverwaltung)
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Deutschlands wankelmütige Rentenpolitik

Für die mittelfristigen wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands ist das kein gutes Zeichen.
Paradoxerweise könnte es jedoch dazu beitragen, die schwelende Eurokrise zu lindern. Die Einführung eines Mindestlohns und die Energiewende sind zwei Kostenfaktoren, die die deutsche Wirtschaft in der nächsten Zeit bewältigen muss. Die größte Herausforderung wird jedoch die Rentenreform sein, nach der Arbeitnehmende mit 45 Beitragsjahren künftig mit 63 in Rente gehen können. Dies ist eine 180-Grad-Wende zur letzten Reform, mit der das Rentenalter erst vor sieben Jahren von 65 auf 67 angehoben wurde.

Meiner Meinung nach ist diese Reform aus mehreren Gründen eigenartig. Erstens zeigt sie wieder einmal die beinahe karikaturistische Kurzsichtigkeit einiger Politiker. Hier könnte man den Hinweis aus unseren Research-Publikationen zitieren: „Die Entwicklung in der Vergangenheit ist keine Garantie für die zukünftige Performance". Nur weil die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren ein gutes Wachstum erzielt und andere Länder in der Eurozone übertroffen hat, heißt das noch nicht, dass sie das weiterhin kann. Nur weil sich Deutschland in den letzten zehn Jahren vom „kranken Mann Europas" zu einer „Exportmacht" gewandelt hat, heißt das nicht, dass das Land diesen Status halten kann. Im Gegenteil: Es ist viel wahrscheinlicher, dass die Rücknahme von Reformen, die es so erfolgreich gemacht haben, den Erfolg zunichte macht.

Zweitens erscheinen die Staatsfinanzen und die Schuldensituation Deutschlands wesentlich besser als die Situation vieler anderer Industrieländer. Mit einer Verschuldungsquote von rund 80 % des BIP liegt Deutschland in der G7-Gruppe in Führung. Andererseits liegt der Wert von 80 % um 20 Prozentpunkte über der im Maastricht-Vertrag (erinnern Sie sich?) festgelegten Obergrenze für den Beitritt zur Eurozone. Zudem sind in diesen 80 % die nicht gedeckten Verpflichtungen des Staats, also alle Versprechungen in dem Gesetz, deren Finanzierung nicht gesichert ist, noch nicht berücksichtigt.
Staatliche Pensionskassen von Ländern mit ungünstiger Bevölkerungsstruktur fallen definitiv in diese Kategorie. In dieser Hinsicht steht Deutschland sehr schlecht da. Mit einem Medianalter von 46,3 Jahren hat das Land jetzt schon die zweitälteste Bevölkerung der Welt (gleich hinter Japan).
UNO-Prognosen zufolge wird dieses Medianalter in den nächsten zwei Jahrzehnten auf 50 steigen, während die Bevölkerung Deutschlands um rund 5 Millionen schrumpfen wird. Der Altersabhängigkeitsquotient (das prozentuale Verhältnis der über 65-Jährigen zur Altersgruppe zwischen 20 und 64) wird bis dahin von heute 35,3 % auf 60,2 % steigen. Man braucht keinen Doktortitel in Volkswirtschaft, um zu verstehen, dass die ungedeckten Verpflichtungen des deutschen Staats mit dieser Reform in die Höhe schießen.

Nicht zuletzt ist da noch die Frage der Führungsrolle Deutschlands in der aktuellen Eurokrise. In fast allen Managementschriften heißt es, dass „Führung durch Vorbild" die beste Methode sei, um andere zu motivieren. Wasser predigen und Wein trinken führt dagegen zu ernsthaften Problemen und kontraproduktivem Verhalten.
Wie kann Deutschland dem Rest Europas Sparmaßnahmen predigen, wenn es sich nicht an seine eigenen Regeln hält? Immerhin hat das Ganze aber wenigstens einen positiven Aspekt. Eine der Hauptursachen für die Eurokrise ist die Heterogenität der Länder in der Eurozone in Bezug auf das Sozialwesen und das Arbeitsrecht. Die EU ist wie eine Klasse mit einem Musterschüler und vielen Sitzenbleibern. Um die nötige Homogenität zu erreichen, müssen sich entweder die schlechten Schüler gewaltig anstrengen, oder der Musterschüler muss zum Mittelmaß abrutschen. Es ist klar zu sehen, was hier passiert.

(Autor: Dr. Andreas Höfert, Chefökonom, Regional CIO Europa, UBS AG)
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Kängurus springen weit

Australien ist weit weg und wird aus Europa leicht übersehen. Zu Unrecht, denn der australische Aktienmarkt bietet Vorzüge, die deutsche Anleger zuhause oft vermissen. Wir sprechen die Gründe für die Zurückhaltung an und geben Einblick, wie gerade auch konservative Anleger aktuell profitieren können.
Australien, Nummer 12 unter den größten Volkswirtschaften der Welt, noch vor Spanien, Südkorea oder der Türkei. Und es ist unter den Top 10 weltweit nach der Aktienmarktkapitalisierung. Dennoch genießt das Land wenig Beachtung bei Deutschlands Anlegern. Nur etwa 10 Aktienfonds stehen für Down Under zur Verfügung. Doch häufig finden sich die attraktivsten Anlagen gerade dort wo die Anleger nicht so genau hinschauen.

Der australische Aktienmarkt ist vergleichsweise konservativ. Langfristig wie auch kurzefristig sind die Schwankungen deutlich niedriger, fallen die Drawdowns geringer aus als beispielsweise für den deutschen oder den globalen Aktienmarkt. So betrug etwa der Rückgang des DAX vom Frühjahr 2001 bis Herbst 2012 über 50 %. Der All Ordinaries fiel dagegen um gerade einmal zehn Prozent. Auch in der Finanzkrise 2008/2009 waren Australiens Aktien deutlich weniger betroffen.
Deutlichen Schwankungen unterliegt dagegen der Australische Dollar gegenüber dem Euro. So verlor der AU-Dollar seit Mitte 2012 etwa ein Drittel seines Wertes. Allerdings war er in den zehn Jahren davor um fast 100 % gestiegen, so dass unterm Strich langfristig immer noch ein erheblicher Währungsgewinn bleibt.

Die Entwicklung des australischen Aktienmarktes verläuft ruhiger und beständiger als die Börse in Deutschland oder der Weltaktienmarkt. In den vergangenen Jahren entwickelte er sich aber auch weniger dynamisch aufwärts.Während allerdings zuletzt die Börsen in Deutschland oder den USA an alten Höchstständen scheiterten und die Rückschlaggefahr wächst, konnte Australien charttechnische Widerstandszonen überwinden. Damit ergibt sich aktuell attraktives Potential, zunächst zumindest bis zu den alten Höchstständen von 2007.

Unser Analysen der letzten 20 Jahre zeigen: Auch in Australien gibt es eine einfache Methodik mit der sich dauerhaft attraktive Renditen erzielen lassen. Schwankungsarme, dividendenstarke Value-Aktien erzielen höhere Renditen bei geringeren Risiken. So haben die 20 % Aktien mit der geringsten Volatilität oder mit der höchsten Dividendenrendite durchschnittlich eine mehr als doppelt so hohe Rendite ermöglicht, nämlich ca. plus zehn Prozent statt plus vier. Zugleich nahmen die jährliche Verlustgefahr und das Ausmaß der höchsten zwischenzeitlichen Rückschläge erheblich ab.
Berücksichtigen wir zudem, dass der AU-Dollar auf einer Marke um die 1,50 AU-Dollar/Euro aktuell ein sehr niedriges Niveau erreicht hat, stellen australische Aktien mit dieser konservativen Strategie derzeit wohl einer der attraktivsten Aktienmärkte weltweit dar.

(Autor: Dr. Ekkehard J. Wiek, Vermögensverwalter und Asien-Fondsmanager, W&M Wealth Managers (Asia) Pte Ltd. in Singapur)
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Target2-Securities: Innovationstreiber oder Konsolidierungsdruck?

Mit der sogenannten „Single Settlement Engine for Europe" wird eine zunehmende Harmonisierung von bestehenden Infrastrukturen und gelebten Marktpraktiken vorangetrieben. All dies bleibt allerdings nicht vollkommen ohne Konsequenzen für die derzeitigen Marktteilnehmer. Der Drang zu einer grenzüberschreitenden Standardisierung bringt auch neue Anforderungen mit sich – wie bspw. an das Message System (SWIFT oder SIA & Colt), die Settlementzeiten (außerhalb von Deutschland gilt häufig noch T+3), die Übertragung von Sicherheiten sowie die Form der technischen Anbindungen an die T2S-Platform. Die Konsequenzen daraus sind nicht immer sofort ersichtlich. Klar ist allerdings: Die Harmonisierungsbestrebungen erhöhen den Konsolidierungsdruck am Markt für Abwicklungsinstitute. Steigende Kosten für die technische Infrastruktur und neue prozessuale Anforderungen erhöhen interne Kosten für die Abwicklung und Übertragung von Wertpapieren. Ferner wird seitens der EZB ein Gebührenmodell für die Einführungsperiode von T2S fest vorgeschrieben, welches es gilt, in die eigene Gebührenstruktur zu integrieren. Abwicklungsinstitute sollten sich überlegen, inwieweit diese Gebühren dazu führen, den Kunden ein neues Modell zu offerieren.

Abwicklungsinstitute, die sich bisher auf den lokalen Markt fokussiert haben, müssen sich Nischen suchen, um durch einen Know-how-Vorsprung bestehende Marktanteile halten zu können. Dennoch ist insbesondere bei den kleinen Instituten derzeit noch eine starke Zurückhaltung zu verzeichnen. Obgleich hier Synergien zu weiteren Investor-Services wie die Abwicklung von Kapitalmaßnahmen (new standards of „Corporate Action Working Group") oder Derivate-Produkten („European Market Infrastructure Regulation") durchaus für spezialisierte Anbieter mit individualisierbaren Lösungen sprechen.

Global agierende Institute können durch die neue T2S-Platform deren Vorteile weiter ausbauen. Hierzu zählen insbesondere die Reduzierung von Abwicklungskosten durch automatisierte Abwicklungsprozesse und Skaleneffekte sowie der länderübergreifende Transfer von Sicherheiten. Ferner ermöglicht T2S ein Abbau vorhandener Liquiditäts- sowie Settlementrisiken und damit eine Entlastung des Eigenkapitals − wie nach Basel II verlangt.

IT-Infrastruktur und Prozesse in der Wertpapierabwicklung gilt es stärker hinsichtlich Innovation und Effizienz auf den Prüfstand zu stellen – anderenfalls wird die Umsetzung von T2S in den nächsten Jahren eine deutliche Marktkonsolidierung erwirken. In anderen Märkten ist dies bereits zur Realität geworden. Während den Abwicklungsmarkt der USA noch wenige Institute dominieren, gibt es in Großbritannien derzeit keinen erwähnenswerten Anbieter mehr. In Europa (außer GB) hingegen zählen derzeit noch eine hohe zweistellige Anzahl an Instituten zu dem Markt der Abwicklungs- und Custody-Services. Insbesondere bei den Ver-wahrstellen werden wir mit T2S einen Verdrängungswettbewerb erleben. Effiziente Geschäftsmodelle werden dabei den Vorrang bekommen und kleine und mittlere Verwahrer vom Markt verschwinden.
Der Countdown läuft! Banken mit Sitz in Deutschland müssen sich bis Mitte 2015 über die Wahl der Anbindung entscheiden. Institute sind gut beraten, sich jetzt über die individuellen Auswirkungen von T2S auf das bestehende Geschäftsmodell die notwendigen Gedanken zu machen, um den Veränderungen aktiv zu begegnen.


(Autor: Norman Nehls, Senior Manager der Severn Consultancy GmbH)