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Nervöser Herbst an den Finanzmärkten

Die Finanzmärkte erleben einen nervösen Herbst. Insbesondere bei Aktien und High Yield Bonds ist die Volatilität in den vergangenen Wochen gestiegen. Aus Sicht von Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, waren vor allem zwei Faktoren dafür verantwortlich: Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum einerseits und Angst vor der Reaktion der Märkte auf die zunehmend unterschiedliche Geldpolitik in den USA, Großbritannien und der Eurozone andererseits. „Der US-Dollar steigt, die Zinssätze divergieren zunehmend, und es wird allmählich klar, dass das Ergebnis dieser Phase der Krisenbewältigung weniger sicher ist als die Entwicklung während der Quantitative-Easing-Party", erklärt Iggo. Wenn die Notenbanken die Preise riskanter Assets nicht mehr durch geldpolitische Maßnahmen stützten, müssten Investoren durch höhere Renditen kompensiert werden. „Die dazu nötigen Anpassungen könnten einige Zeit in Anspruch nehmen, und die geldpolitischen Tauben in Washington und London dürften daher noch einige Zeit Sorgenfalten auf der Stirn haben", so Iggo. „Wer an Wachstum und wirtschaftliches Gesunden glaubt, sollte sich auf eine etwas holprigere Fahrt einstellen."

Iggo hält insbesondere die Frage unterschiedlicher geldpolitischer Entwicklungen in den großen Währungsräumen für relevant. Die Wachstumsunterschiede zwischen den USA und Europa hätten bereits zu unterschiedlichen Zinserwartungen sowie unterschiedlichen Entwicklungen der jeweiligen Anleihenmärkte geführt. „Nun realisieren die Investoren allmählich, dass sie vor einer Periode der Unsicherheit stehen – zumindest im Vergleich mit den vergangenen Jahren", erläutert Iggo. Durch das Quantitative Easing seien die risikolosen Zinssätze zur gleichen Zeit gesunken wie die Risikoprämien. „Schlechte Nachrichten zur Entwicklung der Konjunktur wurden dabei zu guten Nachrichten für Anleihen und Aktien", so Iggo. „Dies verändert sich nun. Mindestens zwei wichtige Notenbanken denken über Zinserhöhungen im Jahr 2015 nach. Wer riskante Assets kauft, kann sich nicht länger darauf verlassen, dass die Zentralbanken bereits einen Put für ihn geschrieben haben."

Die gegenwärtige Situation an den Märkten sei ein wenig vergleichbar mit der eines Anhängers des englischen Fußball-Platzhirschen Manchester United: „Nach 26 Jahren voller Titelgewinne ist man einfach verwöhnt. Die Investoren sind durch Quantitative Easing und die Abschaffung der Kosten für den Kauf von Risiko ebenfalls verwöhnt."


(Autor: Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers)

CFDs verstehen – Risiken und Chancen

Wie schon zuvor bei Twitter und Facebook haben solche IPOs einen starken Einfluss auf die Investitions-Landschaft ausgeübt und in einigen Fällen waren Investoren nicht in der Lage, Aktien der Unternehmen zu erwerben, da die Nachfrage das Angebot deutlich überstieg. Investitionen durch Differenzkontrakte (CFDs) zeigen in solchen Situationen ihr wahres Potenzial, mit deutlichen Vorteilen für Kunden, die „trendige" Unternehmen handeln wollen.
CFDs sind gut etablierte und beliebte Finanzprodukte und werden seit über 40 Jahren verwendet – in Großbritannien etwa stieg der Umsatz mit CFDs in den letzten fünf Jahren jedes Jahr um 50 %. Privatanleger schätzen sie auch deshalb, da sie in einigen Ländern bestimmten Besteuerungen auf Aktien nicht unterliegen. CFDs sind eine Vereinbarung, wo der Unterschied im Preis eines Vermögenswertes oder einer Aktie zum Abschluss und Beendigung eines Kontraktes ausgetauscht wird. So können Anleger von den Preisschwankungen einer Aktie oder Devise profitieren, ohne diese selbst erwerben zu müssen.

Wie alle Derivate können auch CFDs für Spekulationen verwendet werden, vor allem da man einen Hebel (Leverage) platzieren kann, der als Multiplikator für Gewinne und Verluste wirkt – je höher dieser Leverage gesetzt wird, desto riskanter wird der Kontrakt theoretisch. CFDs können aber auch ohne Hebel gehandelt werden und sind in diesem Fall nicht riskanter als normale Aktien: die Vorteile, später noch mit Hebeln zu arbeiten und ihre unbeschränkte Anzahl, bleiben jedoch erhalten. Es liegt also beim jeweiligen Anleger, wieviel Risiko er eingeht und ein verantwortungsvoller Broker wird immer sinnvolle Grenzen auf mögliche Hebel festlegen.
CFDs werden manchmal auch als extrem riskant charakterisiert, da sie fälschlicherweise mit anderen Derivaten wie binären Optionen gleichgesetzt werden. Binäre Optionen sind allerdings per Design simple Wetten darauf, ob der Aktienkurs innerhalb eines festgelegten Zeitraums steigen oder fallen wird – nach Ablauf der Zeit erhält der Anleger entweder sein Geld oder die Option verfällt. CFDs hingegen können von Anlegern jederzeit gekauft oder verkauft werden und bleiben so lange im Portfolio wie gewünscht.

Interessenten sollten aber vor dem Handel mit CFDs lernen, wie man richtig mit ihnen umgeht. Hierfür sollte man einen Broker wählen, der klare Richtlinien und alle notwendigen Werkzeuge für den Handel bietet und so hilft, eventuelle Verluste zu minimieren. Ein guter CFD-Anbieter ermöglicht es seinen Kunden, durch eine einheitliche Plattform mit einer Vielzahl verschiedener Instrumente aus der ganzen Welt zu handeln – inklusive exotischer Märkte, die in der Regel schwer zu erreichen sind.
CFDs sind also ein interessantes Instrument für IPOs wie Alibaba, wenn sie verstanden und verantwortlich gehandelt werden. Die Nachfrage nach diesen Aktien ist weltweit so hoch, dass wahrscheinlich nicht alle Anleger sie am ersten Handelstag erwerben können. Mit CFDs kann man also trotzdem am Börsengang und Handel von Anfang an teilnehmen, mit allen Vorteilen des möglichen Erfolgs an den Märkten, aber ohne die Notwendigkeit, sie tatsächlich auf dem Markt erwerben zu müssen.

(Autor: Gal Haber, Chief Executive Officer, Plus500)

Verbraucherschutz – was ist das?

Weniger Sozialversicherte müssen künftig für immer mehr und immer älter werdende Rentner aufkommen. Wer die Grundrechenarten beherrscht, weiß, dass die Probleme programmiert sind. Jeder muss sich schon lange um seine Altersvorsorge selbst kümmern.

Wie soll das gehen, wenn man die Finanzdienstleister, Vorsorgemanager, Ruhestandsplaner, Versicherungsagenten, Makler usw. in die Ecke drängt, sie seien profit- und provisionsgierige Umsatzjäger, die ihre Kunden nur über den Tisch ziehen wollen?

Verkaufen ist praktizierter Verbraucherschutz, wenn die Interessen der Verbraucher tatsächlich in den Vordergrund treten. Die Interessen der Verbraucher sind doch: In Würde alt werden dürfen, wirtschaftlich unabhängig den Ruhestand genießen zu können, Lebensqualität und Lebensfreude zu erhalten, Entscheidungsmündigkeit darüber wie und wo sie leben dürfen usw.

Diese Interessen zu verwirklichen bedeutet, schon heute dafür Rücklagen zu bilden. Das wiederum beeinträchtigt die Lebensqualität von heute, denn das gesparte Geld steht für aktuelle Ausgaben und Wunscherfüllung nicht mehr zur Verfügung. So verdrängen viele ihre wesentliche Pflicht, ihre Altersvorsorge in eigene Hände zu nehmen. Wenn Verkäufer sie darauf aufmerksam machen und sagen, was zu tun ist, wird dies oft als unseriöses Verkäufergebaren angeprangert. Manchmal hat man das Gefühl man müsse Verbraucher vor den Verbraucherschützern schützen! Kundenorientierung bedeutet doch nicht, Verbraucher vor Finanzdienstleistern zu schützen, sondern Kunden Einsichten zu vermitteln, wie sie Ihre Zukunft selbst bestens gestalten können.

Verbraucher absichtslos über Veränderungen der Demographie, des Finanzmarktes, der Risiken usw. zu informieren, das ist Kundenorientierung. Die Gesprächspartner zu eigenen Erkenntnissen gelangen lassen, Menschen lassen sich nun mal am liebsten durch Argumente überzeugen, die ihnen selbst in den Sinn gekommen sind. Ob sie nun kaufen oder nicht – Verkäufer und Kunden sind nie Gewinner und nie Verlierer!

Erst wenn perfekte Kundenorientierung zu den Qualitätsanforderungen nach Gut Beraten® gehört, wird das Ansehen der Finanzdienstleister in der breiten Bevölkerung steigen.

Übrigens: So trainieren wir Verkäufer schon lange - erfolgreich: www.ziele-erreichen.de

Mit besten Grüßen

Hans D. Schittly
(Schittly & Dinler AG, TrainCoaching mit nachhaltigem Erfolg)

Marktreformen in China

"Unbestreitbar hatten die chinesischen Staatsunternehmen wesentlichen Anteil am rasanten Wachstum des Landes in den zurückliegenden Jahrzehnten. Als Anteilseigner und Aufsichtsbehörde in einem greift die SASAC heute jedoch mit ihren bürokratischen Vorgaben massiv in die Autonomie der Staatsbetriebe ein und hemmt damit deren Entwicklung. Heute bremsen die unzureichende Effizienz und hohe Verschuldung der Staatsunternehmen die Entwicklung der gesamten Volkswirtschaft.
Insgesamt beaufsichtigt die SASAC mehr als 100 zentrale, staatseigene Betriebe. In sechs ausgewählten Unternehmen sollen nun Pilotprogramme umgesetzt und die gewonnenen Erfahrungen anschließend in großem Maßstab auf andere Staatsunternehmen übertragen werden. Drei Pilotprogramme sind besonders interessant:
Das erste sieht die Gründung staatlicher Kapitalanlagegesellschaften vor. Die Hauptaufgabe der SASAC wird sich von der Leitung der Staatsbetriebe zur reinen Kapitalverwaltung wandeln. Das ist ein wichtiger Schritt zur Trennung der beiden Funktionen der SASAC. Ein zweites Pilotprogramm sieht weiterreichende Kompetenzen für die Unternehmensvorstände in der Personalpolitik vor. Die Neuregelung der Managementstrukturen verleiht den Staatsunternehmen mehr Eigenständigkeit bei der Ernennung und Entlohnung von Führungskräften. Die Interessen des Managements der Staatsbetriebe werden so stärker an den Unternehmenszielen und den Interessen der Aktionäre ausgerichtet.
Ein drittes Pilotprogramm ermöglicht die Entwicklung hybrider Eigentumsstrukturen. Nach der Finanzkrise 2008 haben die Staatsbetriebe zwar ihre Dominanz und sogar ihre Monopolstellung in einigen Schlüsselbranchen ausgebaut. Das aber ging zu Lasten der Effizienz, während zugleich ihre Verschuldungsquoten stiegen. Seit den 1990ern hat sich die Eigenkapitalrendite der Staatsbetriebe umgekehrt proportional zum Anteil der Staatsbeteiligung entwickelt. Das lässt den Umkehrschluss zu, dass sich mit steigender Beteiligung privater Kapitalgeber im Fahrwasser der Reform die Effizienz der Staatsbetriebe verbessern wird.

Während die SASAC diese Pilotprogramme aufgelegt hat, vollzog sich im vergangenen Jahr in einigen von Staatsbetrieben dominierten Industriezweigen bereits eine umfassendere Reform. Ein Beispiel ist die Öl- und Gasindustrie, die sich allmählich für privates Kapital öffnet. Darüber hinaus hat die Regierung erste Schritte ergriffen, um in den Bereichen Wasser, Telekommunikation und Strom ein marktorientiertes Preissystem einzuführen. Anleger sollten jedoch berücksichtigen, dass die Neuordnung der Staatsbetriebe ein langwieriger Prozess ist. Der nun unternommene Schritt war für diese Entwicklung jedoch sehr wichtig und wird sich positiv auf die Entwicklung der chinesischen Wirtschaft auswirken."

(Autor: Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege Fidelity Worldwide Investment)
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Wie informieren sich Finanzprofis?

Grundlage einer jeden Investitionsentscheidung ist eine intensive Analyse auf Basis möglichst vieler unterschiedlicher Quellen. Der objektive Vermögensverwalter trifft seine Entscheidungen nach Studium des Researchmaterials namhafter Bankinstitute. Im Falle der Aubilia Vermögensmanagement GmbH besteht diesbezüglich Unterstützung seitens renommierter Privat- und Geschäftsbanken sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.

Es ist immer wieder erstaunlich, dass Bankhäuser trotz gleichen Informationsstandes zu teilweise deutlich unterschiedlichen Bewertungen kommen. Vorrangige Aufgabe des unabhängigen Vermögensverwalters ist es nun, diese Bewertungen zu hinterfragen und eine eigene und objektive Beurteilung abzugeben. Die Lektüre namhafter Finanzzeitungen ist bei diesem Bewertungsprozess sehr hilfreich. Als Favoriten seien hier unter anderem die Schweizer "Finanz & Wirtschaft" und das amerikanische "The Wall Street Journal" genannt.
Darüber hinaus bietet das Internet eine wertvolle und oftmals sogar kostenfreie Informationsdichte. Finanzprofis kommunizieren hier zu unterschiedlichen Investmentthemen, kommentieren aktuelle Ereignisse und veröffentlichen eigene Analysen. Namhafte unabhängige Vermögensverwalter wie "GMO" in den USA erläutern ihre Markteinschätzungen in Quartalslettern. Diese Informationen sind auf den entsprechenden Websites frei zugänglich. Investitionsentscheidungen bekannter Investoren wie "Warren Buffett" oder "George Soros" können als Investmentidee und Kontrolle der eigenen Entscheidungen dienen. Informationen zu Aktienkäufen oder -verkäufen dieser Investmentlegenden sind im Internet zeitnah verfügbar.

Festzuhalten bleibt, dass sämtliche Informationsquellen internationaler Herkunft sein sollten und möglichst einen unabhängigen Hintergrund haben. Die Auswahl und Gewichtung der Informationsquellen ist das einzige subjektive Element im Ausleseprozess und der Erfahrung des jeweiligen Nutzers an den Finanzmärkten geschuldet.

(Autor: Thomas Pfetzing, Geschäftsführer der Aubilia Vermögensmanagement GmbH)
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Je volatiler der Markt, desto besser für Wandelanleihen

Neben dem Kupon gewähren Wandelanleihen die Option, in eine definierte Zahl von Aktien getauscht (gewandelt) zu werden. Das macht sie in steigenden Märkten aktienähnlich. Fallen die Märkte, fällt die Wandelanleihe nur bis zum so genannten Bond Floor. Das heißt bis zum Wert der Anleihe – wenn der Wert der Aktienoption außer Acht gelassen wird. In der Nähe dieses Bond Floors sind Wandler klassischen Anleihen ähnlich. Grundsätzlich haben Wandelanleihen eher etwas mehr von einer Aktie als von einer Anleihe.

Der Vorteil des asymmetrischen Risikoprofils wirft die Frage auf, warum nicht mehr Investoren in diesen Markt einsteigen. Zum einen liegt dies am relativ kleinen Gesamtvolumen von gut 500 Milliarden Dollar. Zum anderen sind die Papiere recht kompliziert. Interessenten müssen die Bedingungen genau studieren, die Wandelanleihe und die dazugehörige Aktie beobachten und die Fristen im Blick haben. Für viele Privatanleger, aber auch Institutionelle, ist das schwierig. Hinzu kommt die Herausforderung, die Papiere im Reporting korrekt zu verbuchen. So empfehlen sich Fondslösungen.

Mittel- bis langfristig werden Wandelanleihefonds sicherlich von den weiteren Entwicklungen am Aktienmarkt bestimmt. Eine Faustregel besagt, dass Convertibles zu etwa zwei Dritteln am Aufschwung des Aktienmarkts teilhaben, während sie eine Abwärtsbewegung nur zu etwa einem Drittel nachvollziehen. Das mag sehr pauschal klingen, lässt sich jedoch anhand historischer Daten empirisch belegen.

Viele Anleger wollen das Thema Wandelanleihen gern mit vermeintlich risikoarmen Investment-Grade-Bonds spielen. Die Tendenz zur Überbewertung von Wandelanleihen mit hoher Bonität ist jedoch stark. Daher sehen wir als Fondsmanager derzeit die attraktivsten Wertpapiere außerhalb des Investment-Grade-Bereichs, dies umfasst neben High-Yield-Anleihen auch Wandelanleihen ohne offizielles Rating.

Fazit: Langfristig sind Wandelanleihen ein strategisch interessanter Markt, den Anleger aufgrund des attraktiven Risiko-Rendite-Profils beimischen sollten.


(Autoren: Uli Sperl und Alain Eckmann, UBS Global Asset Management)
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Hoffnungsschimmer für Hellas

Sie haben das Zeug, in den nächsten Jahren deutlich überproportionale Wertsteigerungen zu erzielen. Denn Griechenland arbeitet sich gerade aus seiner tiefen Rezession heraus, was viele Investoren bereits zurückkehren lässt.
Die Eurokrise hat Griechenland schwer getroffen und in eine tiefe Rezession gestürzt. Hohe Sparauflagen der Europäischen Gemeinschaft sowie Vorgaben für eine radikale Konsolidierung der Staatsfinanzen und strukturelle Reformen haben der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands in den vergangenen sechs Jahren einen herben Rückschlag beschert. Dass Griechenland nicht aus der Europäischen Gemeinschaftswährung austreten musste, war rein der Tatsache geschuldet, dass der Europäische Rettungsschirm ESM gegründet wurde, der auch andere südeuropäische Krisenstaaten wie Portugal, Italien und Spanien vor noch weitreichenderen Folgen schützte.

Doch all das rückt zunehmend wieder in den Hintergrund. Der Optimismus ist zurückgekehrt und mit ihm Investoren aus dem Ausland, die die Chancen erkannt haben, die mit der möglicherweise unmittelbar bevorstehenden wirtschaftlichen Wiederauferstehung Griechenlands verbunden sind. Die sich abzeichnende wirtschaftliche Entspannung spiegelt sich bereits am Arbeitsmarkt und in entsprechend höheren Konsumausgaben der Griechen wider. Hinzu kommen zunehmende Fortschritte bei den Reformen im Renten-, Steuer- und Gesundheitssystem, die langsam die Wettbewerbsfähigkeit Griechenlands unter Kostengesichtspunkten verbessern.
Dass das Vertrauen in die zurückkehrende wirtschaftliche Kraft Griechenlands auf dem internationalen Parkett groß ist zeigt auch die Tatsache, dass Griechenland im Frühjahr 2014 an den Kapitalmarkt zurückgekehrt ist und erfolgreich eine Staatsanleihe mit einem Emissionsvolumen von 2,5 Mrd. Euro platzieren konnte.
Viele Hoffnungen ruhen auch auf den Privatisierungen, die langsam in die Gänge kommen. Noch hat der Staat in vielen Bereichen hohe Beteiligungen, die aber nach und nach abgebaut werden. Allein im laufenden Jahr sollen dem griechischen Fiskus dadurch zwischen 1,0 und 1,5 Mrd. Euro zufließen. Besonders bei günstig gelegenen Mittelmeerhäfen, Eisenbahntrassen und Flughäfen wird sich der Staat zunehmend zurückziehen und privaten internationalen Betreibern den Einstieg bieten.

Aber auch bei den Unternehmen lassen sich viele Perlen mit vielversprechenden Aussichten finden. Hierzu zählen Unternehmen mit besonders erfolgreichen Geschäftsmodellen oder solche, die sich in einem Umbau befinden, etwa weil sie ihre Schulden abbauen. Das Potenzial am griechischen Aktienmarkt ist immens. Während der Finanzkrise hat der griechische Aktienindex bis zu 70 Prozent seines Wertes verloren und noch lange nicht den Aufholprozess starten können, den viele andere europäische Märkte bereits hinter sich haben. Im Mittelpunkt der Aktienauswahl im griechischen Markt sollten Unternehmen stehen, die international ausgerichtet sind und von der Eurokrise verhältnismäßig wenig betroffen waren. Viele gut aufgestellte Gesellschaften haben es geschafft, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, indem sie im Vergleich zu Konkurrenten Kosten reduziert oder ihre Strategien rasch angepasst haben. Auch Unternehmen, die sich in einer strikten Restrukturierung befinden oder privatisiert werden, können als besonders aussichtsreich angesehen werden.
In diesem Umfeld ist der griechische Aktienmarkt so interessant wie nie zuvor und bietet attraktive Ertragschancen. Da allerdings davon auszugehen ist, dass die wirtschaftlichen und strukturellen Rahmenbedingungen in Griechenland noch eine ganze Weile schwierig bleiben könnten, ist es derzeit besonders wichtig, nicht einfach einen Index zu kaufen, der den griechischen Aktienmarkt nur passiv abbildet, sondern erfahrenen Spezialisten die aktive Titelauswahl zu überlassen, um noch effizienter vom Aufwärtspotenzial zu profitieren.


(Autorin: Nota Zagari, Senior Portfolio-Managerin und Vorstandsmitglied bei Alpha Trust Fund Management S.A.; Athen)
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Durchblick im Tarifdschungel

Sobald man jedoch auf der Produkt- und Produktdetailebene landet, ist es mit der Klarheit und Eindeutigkeit vorbei. Nicht selten existieren bei den großen Versicherungsanbietern hundert und mehr Einzelproduktkennzeichnungen für Angebote und Versicherungstarife.
Der Kunde wird mit einer Begriffsvielfalt konfrontiert, die ihm meist keine eindeutige Zuordnung der Produkte zu den einzelnen Angebotsbereichen ermöglicht. Neben kunstvollen Eigennamen findet man hier häufig auch Buchstaben-Zahlen-Kombinationen, die aus Tarifierungsmerkmalen hergeleitet sind, aber keinerlei Aufschluss über die Produktinhalte, also die Leistungen des Versicherungstarifs, geben.

„Everything should be made as simple as possible, but not simpler" (Albert Einstein)

Am Beispiel der ALTE LEIPZIGER Sachversicherung AG zeigt sich, wie eine sinnvolle Kennzeichnungsstruktur unterhalb einer starken Dachmarke für mehr Transparenz und Verkaufserfolg sorgt. Die innomark GmbH wurde beauftragt, zunächst eine Situations- und Kundenbedarfsanalyse durchzuführen. Ausgehend von einer sehr uneinheitlichen Namenssystematik wurden zunächst die Kundenbedürfnisse und Erfordernisse der Produktunterscheidung analysiert. Im Ergebnis standen drei grundlegende Cluster, die bei einer großen Anzahl der befragten Kundengruppen immer wiederkehrende Bedarfsmuster erkennen ließen. Es zeigte sich, dass in der Vergangenheit die Namensgebung eher der technischen Unterscheidung der Tarifierungsmerkmale folgte statt der nutzenorientierten Denkweise der Kunden.

Klare Produktstruktur – klares Kommunikationskonzept

Um genau das zu erreichen, wurden drei Angebots-Cluster mit einfachen, prägnanten und gut fassbaren Kennzeichnungen definiert:
• compact
• classic
• comfort

Darüber hinaus wurde das Kennzeichnungskonzept so angepasst, dass an der ersten Stelle des Produktnamens das Akronym AL als markteingeführte Kennzeichnung für ALTE LEIPZIGER steht, dahinter der jeweilige Sachversicherungsbereich direkt erkennbar bleibt und an dritter Stelle die Produktausgestaltung compact, classic oder comfort angehängt wurde.
Nach Pre-Tests und einem erfolgreichen Roll-Out des neuen Kennzeichnungskonzeptes im Bereich Kfz-Versicherung im Jahr 2013 ist nun für 2014 die Umstellung der anderen Sachversicherungsbereiche auf die gleiche Kennzeichnungssystematik geplant. Eine Umfrage bei Kunden, Versicherungsmaklern und Mitarbeitern hat ergeben, dass die neue Struktur für mehr Klarheit, Transparenz und eine wesentlich einfachere Handhabung, insbesondere im Kundengespräch, sorgt.


(Autor: Thomas Schiefer, geschäftsführender Gesellschafter der innomark GmbH)
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Forderung nach einer neuen Vorsorgementalität

Das Dilemma: Das Niedrigzinsniveau lässt Lebensversicherungen und erstklassige Rentenpapiere nicht einmal die Inflationsrate verdienen. Mutig investierte er in den 90er Jahren in Aktien, das Sparbuch links liegenlassend, doch herbe Rückschläge an den Börsen und die Euro-Krise straften ihn. Verharrt er in seinem Sicherheitsdenken und seinem Anspruch auf Erträge über der Inflationsrate, wird es für ihn keine geeignete Anlageform seitens einer Bank, eines Versicherers oder Fondsanbieters geben.

Einen guten Mittelweg zwischen Sicherheit und Rendite schienen die Fondsanbieter schon früh gefunden zu haben: Sie entwickelten Laufzeitfonds. Einmal aufgelegt und mit einer Zieldatum ausgestattet, investierten sie in den frühen Jahren ihres Lebenszyklus in Aktien, schichteten dann zum Laufzeitende immer mehr in Rentenpapiere, um das investierte Kapital und erzielte Gewinne abzusichern. Je nach Konzept versprachen sie sogar einen 100-prozentigen Kapitalschutz. Aber so richtig zündeten diese nicht, mussten Sie doch bei starkem Rückgang der Aktienkurse zu früh in Geldmarktpapiere investieren, um die Garantien und die erzielten Gewinne abzusichern (Cash-Lock-Falle). Dadurch war kein weiterer Wertzuwachs zum Laufzeitende möglich.
Wer also für seinen Ruhestand vorsorgen möchte, sollte von dem Anspruch völliger Sicherheit abrücken, ohne jedoch auf Liquidität und Transparenz zu verzichten. Schließlich möchte man wissen, wie es um sein Kapital bestellt ist. Wie sieht nun ein Mittelweg aus zwischen Aktieninvestment mit Schwankungsrisiko einerseits, und einem sicherheitsorientierten aber schwach verzinsten Renteninvestment andererseits?

Der Grundgedanke eines Laufzeitfonds ist nach wie vor richtig, nur muss an dem Konzept einiges verbessert werden. Die 100 % Garantie wird ersetzt durch eine akzeptable Teilgarantie, die sich im Zeitablauf erhöhen kann. Ein gewisses Risiko ist über einen langfristigen Anlagezeitraum vertretbar, zumal die Ertragschancen überwiegen. Die auflaufenden Erträge aus den Rentenpapieren sowie steigende Zinsen am Kapitalmarkt ermöglichen eine Erhöhung der Garantie über die Laufzeit. Eine akzeptable Rendite kann über risikoreichere Anlageklassen erwirtschaftet werden.

(Autor: Michael Dazian, Director, BNP Paribas Investment Partners)

Lehren aus der Lehman-Pleite

Grund genug, sich seitdem die Entwicklung der Zertifikate-Branche etwas genauer anzuschauen. Was zu allererst auffällt: Totgesagte leben tatsächlich länger. Gründe dafür gibt es mehr als genug, denn bei strukturierten Wertpapieren wie Zertifikaten handelt es sich ohne Zweifel um sinnvolle und vielseitige Finanzprodukte. Mit ihnen können Privatanleger sowohl unkompliziert ihr Depot absichern, aber auch von steigenden, seitwärts laufenden oder fallenden Märkten profitieren.

Trotz moderater Rückgänge in schwächeren Monaten zeigen sich die Börsenumsätze und das Marktvolumen recht stabil. Gerade im anhaltenden Niedrigzinsumfeld haben Anleger die Chancen und die Attraktivität der Produkte also erkannt. Dennoch gilt: Zertifikate sind erklärungsbedürftig, und Anleger sind gut beraten, sich vor dem Kauf eines Produktes mit dessen Funktionsweise und Eignung in Bezug auf ihre Risikoneigung auseinanderzusetzen.

Gerade die in den vergangenen Jahren erarbeiteten Standards der Zertifikatebranche schaffen in einem enorm vielseitigen Produktuniversum für die Anleger ein hohes Maß an Übersicht, Transparenz und Vergleichbarkeit: Von der Produktklassifizierung durch die Derivate-Liga über die einheitlichen Fachbegriffe bis hin zu den Vorgaben für die Produktinformationsblätter und den Risikoklassen. Nicht zuletzt haben die Mitglieder des Deutschen Derivate Verbands (DDV) im Rahmen einer Selbstverpflichtung, dem Fairness Kodex, einen wichtigen Meilenstein für eine branchenweite Standardisierung gesetzt. Damit ist der Branche gelungen, verlorengegangenes Vertrauen zurückzugewinnen.

Entsprechend berücksichtigen viele Anleger mittlerweile die wichtigen Kriterien beim Kauf eines strukturierten Wertpapiers. Das geht auch aus dem Ergebnis der aktuellen Online-Umfrage des DDV hervor. An der Umfrage, die gemeinsam mit sechs großen Finanzportalen durchgeführt wurde, beteiligten sich mehr als 2.100 Personen. Drei von vier Teilnehmern halten die Bonität des jeweiligen Emittenten für das wichtigste bzw. ein wichtiges Kaufkriterium.

Darüber hinaus sollten Anleger aber noch weitere Faktoren berücksichtigen. Ausgesprochen hilfreich ist hier die Checkliste, die der Verband gemeinsam mit der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz veröffentlicht hat. Sie enthält insgesamt 18 Fragen einschließlich ihrer Erläuterungen, und zeigt, welche Informationen Anleger einholen sollten, bevor sie sich für den Kauf eines Zertifikats entscheiden.

(Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband (DDV)