Volatile Märkte – bleiben die Zentralbanker ungerührt?

Die globalen Anlagemärkte haben angesichts des Schmusekurses der Zentralbanken an Auftrieb gewonnen. Für zusätzlichen Schwung sorgte die Bank of England mit einer weiteren Runde quantitativer Lockerung, um einen Teil des Schocks über das Brexit- Votum abzufedern.

Noch ist keine globale Rezession in Sicht

Die Unterstützung durch expansive Geldpolitik schwindet, und die wirtschaftliche Wachstumsdynamik lässt nach. Positiv sind aber solide Gewinne und eine moderate Bewertung. Eskalierende Handelskonflikte, schwächere Konjunkturzahlen und Geldabflüsse aus den Emerging Markets: Geht dem Börsenaufschwung die...

Welche Auswirkungen hätte ein Brexit auf die Eurozone?

Falls Großbritannien die Europäische Union (EU) verlässt, sind das Ausmaß und die Konsequenzen der Entscheidung kaum einzuschätzen. Über die unausweichlichen negativen Folgen für die britische Konjunktur und die globalen Finanzmärkte hinaus könnten die politischen...

Nach Brexit-Beschluss: Die 3 Szenarien des Chefanalysten für die Weltwirtschaft

Am 23. Juni stimmten 52 % der britischen Wähler für einen EU-Austritt – und stellten damit die Erwartungen an die Entwicklung der Weltwirtschaft mit einem Mal auf den Prüfstand. Bo Bejstrup Christensen, Chefanalyst von Danske Invest, erläutert seine Prognose bis zum Jahresende 2016 – mit einem Worst- und einem Best-Case- Szenario.

Der Bank of Japan ist jedes Mittel recht

Im Kampf gegen schwaches Wachstum und sinkende Preise scheint Japans Zentralbank jedes Mittel recht zu sein. Nachdem jahrelang im großen Stil Staatsanleihen gekauft wurden, greift die Bank of Japan seit einigen Monaten auch bei...

Kommt die Jahresendrallye?

Pro – Wer nicht kauft, wird sich ärgern!

Die Aussichten für DAX & Co. sind gut. Die Börsen werden es auch 2015 schaffen, eine solide Jahresendrallye hinzulegen. Anleger, die jetzt wegen des Kursrutschs im DAX untätig bleiben, werden sich schon bald ärgern.

Denn der Einbruch ist vor allem ein deutsches Phänomen, mehr als andere Indizes wurde der DAX getroffen – und vor allem von VW nach unten gezogen. Der Schock über die Manipulationen hat zur immer gleichen Reaktion der Börsianer geführt: verkaufen, verkaufen, verkaufen, als gäbe es kein morgen.

Das ist allerdings das Gegenteil wirklich rationalen Handelns. Denn nicht umsonst heißt es: „buy on bad news“ oder zu Deutsch: „Kaufen, wenn die Kanonen donnern“. Demnach müsste jetzt eine gute Zeit sein. Auch wenn uns Skandale wie der um VW Kopfzerbrechen bereiten und durchaus noch einige ganz reale Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sichtbar werden können: Nur weil ein Konzern manipuliert hat, ist nicht die ganze Welt schlecht.

VW war einer der berüchtigten schwarzen Schwäne, ein Ereignis, das niemand so kommen sah. Jetzt aber ist es da, beschäftigt uns und die Märkte und die BILD-Zeitung auf Seite 1. Aber wie das so ist, mit den Börsenmeldungen als BILD-Schlagzeile: sehr bald sind sie auch wieder vergessen. Der Skandal wird in den kommenden Wochen aus dem Schlagzeilen, später ganz aus den Medien verschwinden – und damit auch aus den Köpfen der Börsianer.

VW ist also eingepreist, weitere Bad News sind nicht in Sicht, das gesamte Szenario eigentlich sogar eher positiv. Was also wird die Börse tun? Sie wird wieder die fundamentalen Daten anschauen.

Und die sind in Ordnung: Der niedrige Ölpreis hält die Energiekosten gering, was Unternehmen wie Verbraucher gleichermaßen freut. Dazu kommt ein schwächelnder Euro, der europäische Güter im Ausland günstiger erscheinen lässt – oder schlicht die Margen der Hersteller erhöht. Sowohl die Binnenkonjunktur wie auch der Export laufen also auf einem soliden Wachstumspfad – trotz VW. Für den DAX bedeutet das bis zum Jahresende meines Erachtens kaum mehr Abwärtspotenzial.

Die alte Börsenregel, wonach man im Herbst Aktien kaufen und bis zum Frühjahr halten sollte, könnte sich in der aktuellen Phase bewahrheiten.

Uwe Zimmer, Vorstand der Vermögensverwaltung Meridio AG



Andreas Goerler
Andreas Görler

Contra – Fundamental ist keine Rallye in Sicht


Historisch betrachtet gehören Dezember-Monate zu den stärksten an der Börse. In den vergangenen 50 Jahren kletterte der DAX beispielsweise durchschnittlich um knapp 1,8 Prozent. Eine Erklärung kann im sogenannten Window-Dressing liegen. Dabei sind es dann oft bereits gut gelaufene Aktien, die von Fondsmanagern gekauft werden und dann nochmals zulegen. Oft werden hierbei etwas marktengere Werte bevorzugt, bei denen bereits einzelne Transaktionen überproportionale Auswirkungen auf den Kurs haben.

In der aktuellen Situation sieht es beim DAX aber eher bescheiden aus. Komplette Teilsegmente stehen unter Druck. Bankentitel leiden unter der verstärkten Regulierung und hausgemachten Problemen. Die Versorgungswerte E.ON und RWE werden dafür abgestraft, dass abgestimmte Rückstellungen nicht gebildet wurden. Der politische Druck ist extrem hoch. Die nun notwendigen Beträge, die mit 30 Milliarden Euro lanciert werden, sind höher als die Marktkapitalisierung beider Aktien zusammen.

Und nun hat VW dafür gesorgt, dass nicht nur der eigene Konzern sondern auch die großen Konkurrenten Daimler und BMW erhebliche Kurseinbußen zu verzeichnen haben. Allein diese sieben Werte ziehen den DAX und alle davon abgeleiteten Produkte wie ETFs oder gemanagte Fonds mit Schwerpunkt deutsche Standardwerte nach unten.

Man kann hier auch noch nicht dazu raten, diese Werte antizyklisch zu kaufen, auch wenn theoretisch die Möglichkeit besteht, dass BMW und Daimler aus dem „Dieselgate“ heil herauskommen und zu Unrecht abgestraft wurden.

Von internationaler Seite stört die zögerliche Haltung der Fed in Bezug auf die Leitzinsanpassung. Ein klares Signal und eine Erhöhung auf die erwarteten 0,25 Prozent hätte hier zur Beruhigung beitragen können. Beim chinesischen Aktienmarkt rechne ich weiter mit erhöhter Volatilität, staatlichen Eingriffen in den Kapitalmarkt, etwas abgeschwächtem Wachstum und einem sinkenden Renminbi.

Aus fundamentalen Gesichtspunkten lässt sich eine echte Jahresendrallye daher nicht ableiten, auch wenn eine Gegenbewegung nach der Korrektur möglich ist. Letztlich gibt es aber beim aktuellen Zinsniveau und der Baisse bei Rohstoffen kaum Alternativen zu Aktien. Man sollte daher insbesondere in Value-Titeln investiert bleiben, da die Börse ja nicht zum 31.12. geschlossen wird.

Andreas Görler, sen. Wealthmanager Wellinvest – Pruschke & Kalm GmbH

Das goldene Dividendenzeitalter

Im Prinzip hatten Anleger gar keine andere Wahl: Aufgrund der ultra-niedrigen Zinsen der amerikanischen Notenbank Fed mussten sie raus aus ihren Anleihen- und Geldmarktfonds und rein in den Aktienmarkt. Die Konsequenz: Der von 2009 bis 2012 deutlich unterbewertete, von Ängsten begleitete US-Aktienmarkt wird wieder zu fairen Bewertungen gehandelt. Und auch die Angst der Anleger scheint verschwunden. Ihr Risikoappetit ist zurück.
Wer in einem solchen Umfeld am US-Aktienmarkt solide Erträge erwirtschaften will, kann auf eine spezielle und dennoch einfache Strategie setzen: Dividenden. Wir glauben sogar, dass man den Großteil der Gewinne am US-Aktienmarkt in diesem Jahr mit eben diesen Titeln holen kann. Die Gründe sind schnell erklärt: Die Bilanzen amerikanischer Unternehmen sind nach wie vor die gesündesten, die wir seit einem Jahrzehnt gesehen haben. Hinzu kommt, dass seit 1990 rund ein Drittel des Gesamtertrags von US-Aktien Dividendentiteln zugeschrieben werden kann. Gleichzeitig ist das Auszahlungsverhältnis von Dividenden im S&P 500 im Vergleich zu anderen Indizes niedrig. 2012 lag es bei 32 Prozent. Beim britischen FTSE 100 waren es hingegen 69 Prozent, beim Dax 30 noch 50 Prozent. Und auch die Unternehmen in Amerika haben Dividendenzahlungen in den letzten Jahren wiederentdeckt – ein Trend, der sich halten sollte, bedeuten regelmäßige Dividenden doch auch Unterstützung für die Aktie. Das zeigt sich auch in den Gesprächen mit dem Management zahlreicher Unternehmen: eine Fortsetzung der steigenden Tendenz bei Dividenden

Damit jedoch nicht genug. Der amerikanische Markt bietet versierten Anlegern noch zwei weitere Zugangsmöglichkeiten zu regelmäßigen Erträgen über Dividenden. Die eine findet sich im US-Energiesektor. Dieser befindet sich aktuell in einer regelrechten Renaissance. Technologischer Fortschritt im Bereich horizontaler Bohrungen und dem so genannten Fracking ermöglicht nun auch Zugang zu unkonventionellen Schiefervorkommen. Das wiederum führt zu einem erheblichen Ausbau der Energieinfrastruktur in den kommenden Jahrzehnten. Die Nutznießer: Master Limited Partnerships (MLPs) – eine amerikanische Besonderheit im Energiesektor. Sie erfahren eine steuerliche Sonderbehandlung, geben dafür den Löwenanteil ihrer Gewinne an die Aktionäre ab. Anleger können über entsprechende Fonds partizipieren, die in die Managementgesellschaften der MLPs – die so genannten General Partners – investieren.
Die zweite Dividenden-Option sind amerikanische REITs. Mit der Erholung der US-Wirtschaft erholt sich auch der dortige Immobilienmarkt. REITs sind eine effiziente Methode, um Zugang zum elf Billiarden US-Dollar schweren kommerziellen amerikanischen Immobi-liensektor zu bekommen. Auch sie zahlen keine Steuern auf Unternehmensebene und geben dafür 90 Prozent des zu versteuernden Einkommens an ihre Aktionäre weiter. Neben dieser sehr auskömmlichen Einkommensquelle bieten REITs außerdem Inflationsschutz und nur eine geringe Korrelation zu anderen Assetklassen. Wer also über Investments jenseits des Atlantiks nachdenkt, sollte einen Blick auf das nun angebrochene goldene Zeitalter der Dividenden werfen. Chancen gibt es dort jede Menge.

(Autor: Hersh Cohen, Co-CIO der 100-prozentigen Legg Mason-Tochter ClearBridge Investments)

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