Risiken nicht überschätzen!

Eine realistische Erwartungshaltung hilft - Diverse Ängste wechselten sich im bisherigen Jahresverlauf 2016 ab: China, Ölpreiskollaps, Terroranschläge, Brexit-Schock zum Ende des Halbjahres und jetzt ist die „drohende“ US-Präsidentschaftswahl zum Hauptthema geworden.
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Cum & Ex – Zum angeblich größten Steuerskandal der Bundesrepublik

Einerseits wird auf jahrelange gesetzgeberische Untätigkeiten i.S. cum & ex hingewiesen, andererseits wird einfach behauptet, es sei betreffend dem materiellen Steuerrecht und dem Steuerstrafrecht „zielgerichtete Steuerhinterziehung betrieben“ worden,1) ohne die verfassungsrechtlichen Grundlagen dafür zu hinterfragen. Zu all dem soll hier eine gegenteilige Position eingenommen werden und an Hand der jeweiligen Gesetzeslage verdeutlicht werden, daß die verfassungsrechtlichen Grundlagen sowohl beim Primär- wie auch beim Sekundärrechtsschutz schlicht ausgeblendet werden.

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Dr. Klaus-R. Wagner Rechtsanwalt und Notar, Fachanwalt für Steuerrecht










“Germanomania”: Oder das Interesse internationaler Investoren an Deutschland

ExpoReal, die internationale Fachmesse für Immobilien und Investitionen in München, hat den Zustand der Immobilien-Branche treffend widergespiegelt; sie toppte alle bisherigen Rekorde: Aussteller plus 13 Prozent, Besucher plus 6 Prozent. Mit dem Einführungsvortrag „Germanomania“ hat...

Strafe muss sein

Es scheint, als leben wir in einer Welt der erzieherischen Maßnahmen. Wer Geld sicher parken will, zahlt Strafzinsen –pardon – Parkgebühren. Wer zu viel verdient, zahlt ab 2021 Strafsteuern – pardon – Solidaritätszuschlag. Wer...

Risiko oder profitable Nische?

Der Markt für sogenannte "Mikro-Apartments“ wächst. An deutschen Universitäten sind so viele Studenten wie noch nie eingeschrieben. Knapper Wohnraum und steigende Preise für Wohnimmobilien haben dafür gesorgt, dass Projektentwickler in Universitätsstädten wie Berlin, Hamburg,...

Erneute Leitzinssenkung der Fed erwartet

Für die kommende FOMC-Sitzung der Fed am Dienstag und Mittwoch zeichnet sich die dritte Zinssenkung in Folge in diesem Jahr ab. Wir erwarten, dass die US-amerikanische Notenbank den Leitzins um 25 Basispunkte auf eine...

Die schlechten Nachrichten reißen nicht ab

In den USA lag der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe mit 52,1 Punkten erneut unter dem Vormonatswert von 52,8 Punkten. In Deutschland zeichnete das ifo-Geschäftsklima in der Vorwoche nicht nur das bekannt schwache Bild...
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„Auf die Eurozone setzen“

Nach dem Absturz im August setzte sich der Kursrutsch an den Märkten fort. Nach wie vor befürchten Anleger, die nachlassende Aktivität in den Schwellenländern, allen voran in China, könnte die Weltkonjunktur deutlich bremsen. Darüber hinaus sorgte die Entscheidung der Federal Reserve, die Zinsanhebung zu verschieben, für Unruhe. Im Moment sieht es so aus, dass der erste Zinsschritt noch vor Jahresende stattfinden könnte. In Europa traf die Enthüllung, dass Volkswagen bei den Emissionen seiner Dieselmotoren manipuliert hat, den Automobilsektor besonders schwer. Nach der Euphorie vom Frühjahr befinden sich die meisten europäischen Indizes inzwischen auf negativem Terrain. Trotzdem ist die Eurozone der einzige große Wirtschaftsraum der Welt, in dem sich die Wachstumsprognosen für 2015 verbessern werden. Abgesehen von bestimmten Sektoren (Erdöl) senken die europäischen Unternehmen ihre Prognosen nicht.

Die BIP-Wachstumsschätzungen 2015 für die Eurozone in Höhe von 1,5 Prozent erscheinen uns solide, 2016 könnten wir uns den 2 Prozent annähern. Erinnern wir uns, dass noch vor einigen Monaten viele die Rückkehr des Wachstums in Europa bezweifelt haben. Dieses Wachstum findet in einer weltwirtschaftlichen Lage statt, in der die Aussichten vor allem wegen des Rückgangs in den Schwellenländern und insbesondere in China, Brasilien und Russland nach unten korrigiert werden. In den Vereinigten Staaten dürfte sich das Wirtschaftswachstum bei circa 2,5 Prozent stabilisieren.

Günstige konjunkturelle Dynamik

Wie lässt sich das erklären? Hier drei Hauptgründe:

Erstens ist hier die extrem expansive Geldpolitik der EZB zu nennen, die diese mindestens bis Ende 2016 fortsetzen wird. Auf der anderen Seite wird die Fed ihre Geldpolitik straffen müssen.

Zweitens die Abwertung des Euro. Tatsächlich gehört es zu den großen Leistungen der EZB, dass sie es geschafft hat, die Gemeinschaftswährung zum großen Nutzen der weitgehend exportorientierten Eurozone zu schwächen.

Drittens der Rückgang der Rohstoffpreise. Da die Eurozone kaum Rohstoffe produziert, profitiert sie mit am meisten davon, dass der Erdölpreis und die Preise von Grundstoffen insgesamt fallen. Die anziehende Konjunktur macht sich in den Nebenwerteindizes deutlich bemerkbar, sie stehen so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Diese konjunkturelle Wiederbelebung scheint von Dauer zu sein, weil mit ihr auch das Kreditaufkommen wächst. Der einzige Vorbehalt betrifft die Kapitalinvestitionen, die kurzatmig zu sein scheinen. Da die industriellen Kapazitäten weltweit nach wie vor hoch sind, setzen die Unternehmen ihre Finanzmittel wohl eher für externes Wachstum ein als für wachstumsfördernde Investitionen. Darüber hinaus deuten die hohen Aufschläge, die übernehmende Konzerne in letzter Zeit bei tatsächlichen oder geplanten Übernahmen bieten – zum Beispiel XPO Logistics für Norbert Dentressangle, Fnac für Darty oder HeidelbergCement für Italcementi – auf ein günstiges Umfeld für Fusionen und Übernahmen hin.

In den letzten Monaten verschleierte die Griechenlandfrage die positive fundamentale Entwicklung in der Eurozone. Ihre vorläufige Lösung sollte es den Anlegern jetzt ermöglichen, das wirtschaftliche Potenzial Europas besser wahrzunehmen.

Unternehmen, deren Ergebnisse positiv überraschen

All das lässt für die Geschäftsergebnisse hoffen. Zum ersten Mal seit fünf Jahren überraschen die Ergebnismeldungen positiv. Die europäischen Unternehmen stehen jetzt vor der Herausforderung, die Rentabilitätskluft zu verkleinern, die sie von den amerikanischen Unternehmen trennt. Im Jahr 2014 betrug die Eigenkapitalrendite der Unternehmen im Euro Stoxx neun Prozent, die der Unternehmen im S&P 500 hingegen 16 Prozent. Doch jetzt stützen die kräftig wachsenden Gewinne in Europa den Anstieg der Börse, während jenseits des Atlantiks mit sinkenden Gewinnen zu rechnen ist.

Aktien – nach wie vor die bevorzugte Anlageklasse

Sicher, die Verbesserung der Fundamentaldaten wurde im Frühjahr von der Griechenlandfrage und im Sommer vom verlangsamten Wirtschaftswachstum in China verdeckt, sodass es an den Märkten zu massiven Turbulenzen kam. Die Volkswagen-Affäre sorgt nun für neue Volatilität in einem Sektor, der für die Wiederbelebung in Europa von großer Bedeutung ist. Das aktuelle Medienchaos zu diesem Thema erschwert es, die Auswirkungen der Affäre auf das Verbrauchervertrauen und auf den Automobilsektor im Allgemeinen zu analysieren. Betrachtet man die neuesten Zahlen aus Italien und Frankreich, scheinen sich die Zuversicht und die Stimmung der Konzernchefs allerdings zu halten.

Obwohl die Anleger teils berechtigte Gründe haben, beunruhigt zu sein, bleiben die europäischen Aktien im weltweiten Verhältnis gesehen mit Sicherheit eine der besten Anlageklassen und die Sinkbewegung der letzten Wochen stellt eine langfristige Kaufgelegenheit dar. Daher bleiben wir bei unserer Meinung: die Aktien der Eurozone aufstocken und dabei auf Unternehmen setzen, die vorwiegend in der Eurozone tätig sind.

(Dieser Artikel stellt weder ein Zeichnungsangebot noch eine Anlageempfehlung dar.)

Autor: Jean-Charles Mériaux, Leiter Portfoliomanagement DNCA Investments

Anleger nehmen Volatilität verzerrt wahr

Dabei wird der Eindruck erweckt, dass es noch nie so riskant war Aktien zu kaufen wie heute. Doch das Gegenteil ist der Fall: Die Volatilität, gemessen als Schwankungen der Aktienrenditen um ihren langfristigen Durchschnitt...

Biosimilars – ein attraktives Anlagefeld

Biosimiliars stehen vor Wachstumswelle

Biotech-Wirkstoffe haben mittlerweile ihren festen Platz in der modernen Medizin. Inzwischen sind acht der zehn umsatzstärksten Medikamente weltweit biotechnologischen Ursprungs. 2010 waren es nur fünf. Mit 98,7 Prozent liegt der Anteil patentgeschützter Biotech-Arzneien am weltweiten Biopharmazeutika-Markt dabei enorm hoch. Auf Biosimilars – Reproduktionen eines Originalbiotech-Wirkstoffs – entfallen bislang lediglich 0,6 Prozent. Das Segment bietet daher großes Potenzial. IMS Health, einer der weltweit führenden Anbieter von Informationen und Dienstleistungen für die Pharma- und Gesundheitsindustrie, geht vor diesem Hintergrund in ihrer Basisannahme von einem Umsatzwachstum auf 20 Mrd. USD bis zum Jahr 2020 aus. Aktuell liegt das Umsatzvolumen bei etwa 1,5 Mrd. USD, sodass der Biosimilars-Markt in den kommenden Jahren doppelstellig wachsen wird.

Hohe Biotechbewertungen stellen Investoren vor Herausforderungen

Natürlich werden Biotech-Medikamente auch weiterhin eine wichtige Rolle für die ursachenspezifische Behandlung von Krankheiten, wie z.B. Krebs, spielen. Jedoch sieht Adamant nach der jahrelangen Boomphase auch Risiken hinsichtlich der hohen Kursbewertungen einzelner Biotech-Akteure. Eine attraktive Alternative dazu bieten Biosimilars. Zu einer der weltweit führenden Biosimilars-Firmen zählt beispielsweise die koreanische Celltrion. Das Unternehmen erhielt als erster Anbieter die Vertriebszulassung für ein Biosimilars-Produkt auf dem europäischen Markt und bietet mit einer breit aufgestellten Biosimilar-Pipeline gute Chancen in die Zukunft hinein.

Neben Celltrion gibt es bislang aber nur wenige Firmen, die sich auf die Produktion von Biosimilars spezialisiert haben. Ähnlich wie generisch erzeugte Medikamentenkopien klassischer Pharma-Wirkstoffe bringen biotechnologische Nachahmerpräparate deutliches Einsparpotenzial mit sich, gegenüber dem Original liegt es bei bis zu 30 Prozent. Im Gegensatz zu vielen Generika ist die Biosimilars-Produktion allerdings sehr komplex. Dies liegt in der Struktur von Biopharmazeutika begründet, deren Proteine aus lebenden Zellen gewonnen werden. Daher ist ein Biosimilar dem Original auch nur ähnlich, es ist keine 100 Prozent identische Kopie, wie das bei Generika der Fall ist. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich ein Gros der biopharmazeutischen Unternehmen bis heute nicht mit diesem Bereich, sondern bleibt auf dem Kurs der Entwicklung patentgeschützter Biotech-Produkte im Erstanbieter-Markt.

Für Investoren wird es daher zunehmend wichtiger, ausreichend zu diversifizieren, sodass zwar die Chancen von Biotech-Unternehmen ausgeschöpft, mögliche Korrekturen aber ausgeglichen werden können. Adamant sieht die Zukunft daher in einem branchenübergreifenden Ansatz, der sowohl den Biotech-Sektor als auch Medizinaltechnik, Pharma, Generika, Gesundheitsdienstleistungen und eben auch Biosimilars berücksichtigt. Entsprechende Investmentlösungen bieten Anlegern vor diesem Hintergrund ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis für ein diversifiziertes Portfolio.

(Autor: Dr. Cyrill Zimmermann, CEO bei Adamant Biomedical Investments)