Kolumnen Archive - finanzwelt

US-Aktien: Technologiesektor mit überzeugenden Aussichten

Der US-Wahlkampf geht in die heiße Phase: In den kommenden Tagen finden die Parteitage der Republikaner und Demokraten statt, am 8. November wird der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt. Je näher der Wahltermin rückt, desto mehr fragen sich Anleger, ob die Wahlen die Kurse am US-Aktienmarkt beeinflussen.

Kein Kurswechsel der EZB zu erwarten

Das Quantitative Easing (QE) wird nicht plötzlich im März 2017 ohne vorherige Signale der Europäischen Zentralbank (EZB) enden. Diese Ansicht wird weitgehend von den Märkten geteilt, die nicht erwarten, dass ein Wechsel der Geldpolitik...

Ölpreiskrieg wird zum Krisenbeschleuniger

Knapp über 20 US-Dollar – so billig war ein Barrel der US-Ölsorte WTI zuletzt kurz nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Öl kostet damit weniger als die Hälfte des Durchschnitts in 2019. De...

Beschäftigtenzahlen verhindern Zinserhöhung

Mit den aktuellen Zahlen zur Beschäftigungssituation in den USA ist die Zinserhöhung im Juni vom Tisch, so lautet das Urteil von Dr. Martin Moryson, Chefvolkswirt von Sal. Oppenheim. Wir rechnen zwar schon seit längerem damit,...

Bundestagswahl: Kein Börsenspektakel

Die Bundestagswahl in gut zwei Wochen scheint für die Aktienmärkte nach jetzigem Stand zu einem „Non-Event“ zu werden. Zu unspektakulär sind die aktuellen Umfragen, die einen klaren Vorsprung der CDU/CSU anzeigen und eine Fortsetzung...
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Die Abschaffung des Bargelds kommt!

Auch wenn Politik und EZB vehement das Gegenteil behaupten: Die Abschaffung des Bargelds wird kommen. Für diese Erkenntnis bedarf es keines besonderen Weitblicks. Im Gegenteil – die Entwicklungen der letzten Jahre lassen wenig Spielraum...

Einzelhandel – Ein Investment mit Zukunft?

Berücksichtigen muss man aber, dass allein 217 Mrd. Euro auf die Bereiche Lebensmittel und Drogerieartikel entfallen. Wenn man dann hingegen den Umsatz des deutschen E-Commerce von rund 33,1 Mrd. Euro (Quelle: Statista) betrachtet ist es nicht schwer die Probleme des stationären Handels zu erkennen. Im Jahr 2000 lag der E-Commerce-Umsatz bei gerade einmal 2,5 Mrd. Euro. Er hat sich also binnen 14 Jahren verdreizehnfacht und macht heute bereits rund 7,43 % am Gesamtumsatz aus. Nimmt man nur den Nicht-Lebensmittelumsatz erhöht sich der E-Commerce-Anteil auf 14,5 % – Tendenz stark steigend.

Zwar sind einige stationäre Händler bereits ergänzend im Internet vertreten und profitieren vom Wachstum des E-Commerce. Dennoch ist der Strukturwandel im Einzelhandel schon heute deutlich zu erkennen. Der Rückgang von Kundenfrequenzen in innerstädtischen Zonen ist teilweise klar messbar, so der Bericht innerstädtischer Händler. Nach einer Prognose des Handelsverbandes Deutschland – HDE – besteht die Gefahr das rund 50.000 Handelsstandorte bis 2020 wegfallen könnten. Dies würde zu einer dramatischen Änderung der innerstädtischen Situation führen. Die Händler werden in Zukunft stark gefordert sein, um gegen die sinkenden Kundenfrequenzen anzukommen. Ergänzende Entertainmentprogramme und –center könnten ein Faktor sein.

Unter diesem Aspekt betrachtet, sind Investments in Shopping- oder Fachmarktcentren kein Selbstläufer. Es ist heute wichtiger denn je, die richtige Mischung der Mieter, die optimale Größe der Handelsflächen sowie die zukunftsorientierte Lage zu finden, um ein stabiles und rentables Investmentergebnis zu erzielen.

Hans J. Bär,
CEO Financial Solutions St. Gallen AG

Platzt die Billionen-Euro Bombe?

TARGET2 bewegt vor allem in Deutschland immer wieder die Gemüter. Im Juni kletterte die Bundesbankforderung gegenüber anderen Notenbanken der Eurozone auf den Rekord von 976 Milliarden Euro. Es dauert nicht mehr lange und die...

Immense Anlagechancen, wie sie nur alle paar Jahrzehnte auftreten

Seines Erachtens ergeben sich durch die Panik der Anleger für Renteninvestoren Chancen, wie sie nur einmal alle paar Jahrzehnte auftreten, vor allem auf manchen angeschlagenen Schwellenmärkten.

Klare Zweiteilung der Marktphasen in 2015
Die Marktaktivitäten lassen sich für 2015 klar in zwei Phasen unterteilen: was im ersten Halbjahr bis Ende Juni passierte, und was wir seit Ende Juni beobachten. In der ersten Jahreshälfte entsprach das Marktgeschehen ziemlich genau der Ausrichtung unserer globalen Anleihestrategien. Der Euro und der Yen gaben weiter nach, und US-Schatzpapiere entwickelten sich unterdurchschnittlich. Diese Entwicklungen eröffneten Chancen, Positionen auf bestimmten Schwellenmärkten einzugehen und aufzustocken, deren Währungen zwischen 10 % und 15 % an Wert verloren hatten.

Ende Juni traten die Märkte schließlich in eine von Panik und gewaltiger Risikoscheu geprägte Phase ein, ausgelöst durch Konjunktursorgen um China. Viele Schwellenländerwährungen gaben noch einmal um 10 % bis 15 % nach, während Yen und Euro weitgehend unverändert blieben und als sichere Häfen wahrgenommen wurden. Parallel dazu zogen US-Schatzpapiere an. Im Zusammenspiel schufen diese Ereignisse Bedingungen, die unseren globalen Anleihestrategien komplett zuwiderliefen. Zuversichtlich stimmt uns aber, dass viele Schwellenländerwährungen unserer Einschätzung nach inzwischen vielfach um 15 % bis 30 % unterbewertet sind. Wir konnten diese volatile Phase nutzen, um in notleidenden Anlagen Chancen zu entdecken und darauf zu setzen. In bestimmten Fällen erreichten die Bewertungen ein Niveau, wie es nicht nur lediglich einmal alle zehn Jahre vorkommt, in manchen Fällen sogar, wie Sie nur alle paar Jahrzehnte vorkommen.

Auf steigende US-Zinsen vorbereitet
Wir gehen nicht davon aus, dass sich die jüngste Phase absoluter Panik fortsetzen dürfte. Die größere Gefahr sehen wir in der Sensibilität der Finanzmärkte für steigende Zinsen. Aus diesem Grund möchten wir unsere Strategien so aufstellen, dass wir für steigende Zinsen (insbesondere bei US-Schatzanleihen) gerüstet sind und eine negative Korrelation1 mit dem Rentenmarkt und mit anderen riskanten Anlagen besteht, die von höheren Zinsen beeinträchtigt werden könnten.

Die große künftige Tragödie für viele Anlegerportfolios ist unserer Ansicht nach die Überzeugung, dass die Korrelationen der letzten 30 Jahre fortbestehen – insbesondere die umgekehrten Korrelationen zwischen Aktien und Anleihen. Andernfalls – falls es parallel zu Abwärtstrends auf Renten- und Aktienmärkten kommt – sind die Portfolios vieler Anleger unter Umständen ungünstig positioniert. Ein solches Szenario hat es in den letzten 30 Jahren nicht gegeben, doch für die Zukunft ist das nicht ausgeschlossen. Wir befinden uns in einer Ausnahmephase. Nie zuvor sind die Märkte für US-Schatzpapiere von der Geldpolitik so verzerrt worden wie heute. Wir müssen daher umdenken. Was in den letzten 30 Jahren funktioniert hat, funktioniert nicht unbedingt auch in den nächsten fünf Jahren. Deshalb müssen wir proaktiv ein Portfolio aufbauen, das diese anderen Merkmale aufweist und nicht unbedingt mit steigenden Zinsen korreliert.

Drei Bereiche, die künftig Anlagechancen bieten
Mit unserer Strategie fokussieren wir uns derzeit auf drei Hauptbereiche mit Anlagepotenzial: 1) die profunden Wertchancen auf bestimmten Schwellenmärkten, 2) Short- Engagement in US-Schatzpapieren bei steigenden Zinsen und 3) flexibles Management auf den Währungsmärkten zum Eingehen von Long- und Short-Positionen. Diese drei grundlegenden Treiber für Anlageerträge finden wir bezüglich der Investmentchancen für die nächsten Jahre wirklich spannend.

Erstens konzentrieren wir uns zurzeit auf bestimmte Schwellenmärkte, die so niedrig bewertet sind wie seit zig Jahren nicht mehr und/oder überhaupt noch nie. Dazu gehört der mexikanische Peso, der einen historischen Tiefststand erreicht hat. Auch der malaysische Ringgit und die indonesische Rupiah verzeichnen ein Niveau, wie wir es zuletzt während der asiatischen Finanzkrise 1998 beobachtet haben. Auf Bewertungsbasis sind das Chancen, wie sie nicht nur einmal alle zehn, sondern einmal alle zig Jahre vorkommen – zum Kauf von Anlagen, die wir als äußerst günstig erachten. Sicherlich bieten nicht alle Schwellenländer soliden Wert. Wir kaufen längst nicht alles. So investieren wir beispielsweise nicht in Länder wie die Türkei oder Südafrika. Es gibt aber eine Handvoll Länder, die von den aktuellen Marktturbulenzen mitgerissen wurden und die wir für ungeschliffene Diamanten halten – die Chancen bieten, wie es sie einmal alle zig Jahre oder bei manchen dieser Länder vielleicht nur einmal in ihrer Geschichte gibt.

Zweitens richten wir unsere Portfolios so aus, dass sie negativ mit US-Schatzpapieren korrelieren. Eines der größten Risiken für die nächsten fünf Jahre stellen unserer Ansicht nach steigende US-Zinsen dar. Nach unserer Einschätzung rechtfertigt die Stärke der US-Wirtschaft höhere Zinsen, und die Inflation ist in der Zinskurve von US-Schatzpapieren nicht angemessen eingepreist. In den letzten 30 Jahren verdienten die meisten Anleger an fallenden Zinsen. In den nächsten fünf Jahren sollte man unseres Erachtens an steigenden Zinsen verdienen. Daher setzt unsere Strategie auf kurze Duration bei US-Schatzpapieren.

Drittens halten wir es für wichtig, eine ausgesprochen flexible Strategie zu verfolgen, die sich über alle Währungsmärkte hinweg in unterschiedlicher Richtung engagieren kann. Einer der attraktivsten Aspekte der Devisenmärkte ist, dass generell immer irgendeine Währung unterbewertet ist. Es passt niemals alles perfekt zusammen. Daher können Anleger Allokationen in gegenläufige Richtungen vornehmen – etwa durch Long- bzw. Short-Engagement im US-Dollar. Aktuell sind wir so flexibel, dass wir im US-Dollar in Long-Position gehen können gegenüber Short-Positionen im Yen, im Euro und im australischen Dollar. Gleichzeitig können wir Short-Engagement im US-Dollar mit Long-Positionen kombinieren, die wir als unterbewertet erachten, etwa im mexikanischen Peso. Solche Strategien könnten sich in ein paar Jahren komplett drehen, wenn wir Bewertungsanpassungen feststellen. Die Flexibilität, sich auf den Währungsmärkten immer dort zu engagieren, wo Wert geboten wird, sorgt dafür, dass uns die Anlagechancen nie ausgehen. Andere Wertpapiermärkte sind dagegen oft von ihrer jeweiligen Position in einem Investmentzyklus abhängig. In der Summe erkennen wir für die kommenden Jahre enorme Chancen.

Abschließend sind wir daher der Auffassung, dass sich derzeit attraktive Value-Chancen auf vielen Schwellenmärkten ergeben. Zweitens setzen wir auf Short-Engagement in US-Schatzpapieren bei steigenden Zinsen, und drittens auf die Flexibilität für Long-/Short-Engagement auf den Devisenmärkten. Diese drei Bereiche finden wir im Hinblick auf die Investmentchancen der nächsten Jahre wirklich aufregend.

Handel ist Wandel

Der Einzelhandel ist laut Handelsverband Deutschland mit 300.000 Unternehmen und einem Umsatz von aktuell rund 607,1 Milliarden Euro die drittgrößte Wirtschaftsbranche nach Industrie und Handwerk. Jeden Tag kaufen 50 Millionen Menschen im deutschen Einzelhandel...