Todgesagte leben länger

Die aktuellen Turbulenzen an den Finanzmärkten sind die Vorboten auf das, was 2019/2020 noch kommen wird. Massive Überbewertungen nahezu aller Assetklassen durch jahrelange fast unbegrenzte Liquidität der Notenbanken haben dazu geführt, dass sich Anleger...
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Große Herausforderung für Generali-Konzern

Wo immer es möglich erscheint, sollen Kosten eingespart und Synergien genutzt werden. Zwar hat Meister es – auch dank der DVAG – hervorragend geschafft, den Konzern hierzulande durch stürmische Zeiten zu lenken. Sogar im krankenden Bereich Lebensversicherung. Doch letztlich übernehmen nun endgültig die kühl rechnenden Italiener das Ruder. Wie sie sich das vorstellen, haben sie schon in der Vergangenheit mit der durch Konzernchef Mario Greco ausgerufenen Fokussierung auf das Sachgeschäft gezeigt. Sie zählte fortan auch in Deutschland zur offiziellen Sprachregelung. Peter Stockhorst, Vorstandschef bei CosmosDirekt, der schon seit Jahren mit glänzenden Ergebnissen heraussticht und den manche Beobachter – auch im Konzern selbst – bereits als „natürlichen" Meister-Nachfolger wähnten, muss sich begnügen. Oder seine Erfolge als beste Empfehlung für höhere Weihen an anderer Stelle werten.

Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie lange es noch die Münchener Generali Versicherungen und die AachenMünchener parallel nebeneinander geben wird. In Aachen findet bekanntlich schon seit Jahren wegen der vollständigen Vertriebsabwicklung durch die DVAG nur noch ein eingeschränkter Versicherungsbetrieb statt. Zudem neigt sich die Dienstzeit des langjährigen Vorstandschefs Michael Westkamp langsam aber sicher ihrem Ende zu. Was läge da näher, als die beiden Unternehmen zusammenzuführen und ganz erheblich an der Kostenschraube zu drehen. Winfried Spies, der Vorstandsvorsitzende der Generali Versicherungen, hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er über genügend Qualitäten verfügt, diesen Kraftakt stemmen zu können.

Spannend würde es dann aber an ganz anderer Stelle. Da die DVAG als Alleinvertrieb für die AachenMünchener über enormen Einfluss verfügt, führt an ihr kein Weg vorbei. Zwei Szenarien sind vorstellbar: Die Italiener könnten die Pohl-Söhne mit zusätzlichen Margen locken, am Ende sogar mit dem Alleinvertrieb im dann zusammengelegten neuen Versicherungskonzern. Oder sie könnten auf die Idee kommen, die DVAG zu kaufen. Fällig wäre in diesem Fall eine Ablöse im Milliarden-Bereich. Doch daran könnten sie sich leicht verschlucken.

(Autor: Hans-Werner Thieltges, Chefredakreut Online der finanzwelt)


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Die US-Wirtschaft vor dem Shutdown

„Das Risiko eines Government Shutdowns in den USA im Dezember steigt“, warnt David Page, Senior Economist bei AXA Investment Managers (AXA IM). Vergangene Woche hatte sich der US-Kongress in letzter Minute nur auf einen Übergangsetat bis zum 11. Dezember verständigen können und damit den Shutdown der Regierung, also die vorübergehende Schließung von Behörden wegen fehlender finanzieller Mittel, zumindest kurzfristig verhindert. Doch auf eine langfristige Lösung konnten sich Senat und Repräsentantenhaus, die von den Republikanern dominiert werden, nicht einigen. Ein wesentlicher Streitpunkt ist dabei die Finanzierung der Familienplanungsorganisation Planned Parenthood, die unter anderem Schwangerschaftsabbrüche durchführt.

Bis zum 11. Dezember stünden noch eine Reihe weiterer wichtiger Haushaltsfragen an. So läuft etwa Ende Oktober das Finanzierungprogramm zum Autobahnbau ab, spätestens im Dezember stehen Verhandlungen zur Erhöhung der Schuldenobergrenze an und ein längerfristiges Ausgabenpaket soll verabschiedet werden. Zudem endet im Dezember eine zweijährige Ausgabenbegrenzung. Die politischen Positionen sind gegensätzlich: Während viele Republikaner gerne den Verteidigungsetat erhöhen würden, wünschen sich die Demokraten eine entsprechende Erhöhung des nicht-verteidigungsbezogenen Budgets. „Es wäre ambitioniert zu hoffen, dass diese Themen Ende Oktober beigelegt werden, insbesondere vor dem Hintergrund des Kampfs um den Führungsanspruch im Parlament“, erklärt Page.

Nach dem Rücktritt des Sprechers des Repräsentantenhauses, John Boehner, werde sein Nachfolger am 11. Dezember wahrscheinlich mit der gleichen Situation konfrontiert wie sein Vorgänger: „Obwohl die Republikaner eine Erhöhung der Schuldenobergrenze wohl nicht blockieren, werden sie doch weiterhin Widerstand leisten gegen eine Finanzierung von Planned Parenthood. Und dann droht ein Jahresend-Shutdown“, meint der Volkswirt.

Und der könnte laut Page verschiedene Konsequenzen haben: Als Obamas Regierung zuletzt im Oktober 2013 aufgrund einer Haushaltsblockade durch die Republikaner gezwungen war, Beamte in den Zwangsurlaub zu schicken und Behörden zu schließen, dauerte die Blockade 16 Tage. Das kostete die US-Volkswirtschaft rund 24 Milliarden US-Dollar und einen Rückgang des Wirtschaftswachstums um 0,5 Prozent. Betroffen waren davon vor allem kleinere Unternehmen. Eine Wiederholung dieser Situation könnte auch den Wirtschaftsausblick für 2016 senken – auf unter zwei Prozent, sagt der Experte.

Sollte sich der Kongress Ende des Jahres nicht auf eine gemeinsame Ausgabenpolitik einigen, dann könnte dies außerdem in einen strafferen finanzpolitischen Kurs münden und damit 2016 für Gegenwind sorgen. Und schließlich werde ein Shutdown einen ganz wesentlichen Einfluss haben auf die lange erwartete Entscheidung der Fed am 16. Dezember. „Es wäre sehr erstaunlich, wenn die US-Notenbank inmitten eines Shutdowns ihre Geldpolitik straffen würde. Ihre Entscheidung würde also auf 2016 verschoben“, sagt Page.

Uwe Diehl, Head of Client Group Germany & Austria bei AXA IM, rät Investoren, sich nicht aufgrund kurzfristiger politischer Störfeuer von Engagements am US-Aktienmarkt abhalten zu lassen: „Die Vergangenheit hat gezeigt, dass sich die US-Politiker trotz aller Schwierigkeiten und Gegensätze noch immer auf einen Kompromiss geeinigt haben.“ Ohnehin sei das politische Tagesgeschehen für langfristig orientierte Anleger nicht der entscheidende Faktor. „Über wirklich lange Zeithorizonte kommt es vor allem auf die Innovationskraft der Volkswirtschaft insgesamt und die Entwicklung der Gewinne jedes einzelnen Unternehmens an. In beiden Punkten gehören die USA nach wie vor zur absoluten Weltspitze.“ Für Diehl ist die Sache aus Investorensicht daher klar: Der wichtigste Aktienmarkt der Welt sollte ein strategisches Kerninvestment in jedem diversifizierten Portfolio darstellen. „Das sollten Anleger nie aus den Augen verlieren – auch wenn sie Ereignisse wie die Diskussion um einen erneuten Government Shutdown für einen taktischen Ein- oder Ausstieg nutzen wollen.“



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Bequemlichkeit kostet Rendite und zufriedene Kunden kommen wieder

Auf Seiten der Zertifikateanbieter zeigt sich ein gemischtes Bild. Einerseits ist das Geschäft besser als in den Vorjahren, andererseits stellen sich die Emittenten aber auch auf einen härteren Wettbewerb ein.
Für das erste Halbjahr 2014 geht jeder zweite Emittent von einer unveränderten Geschäftsentwicklung aus. 44 Prozent sind allerdings zuversichtlich und erwarten eine Verbesserung. Nur 9 Prozent befürchten, dass sich ihr Zertifikategeschäft zukünftig verschlechtern wird.
Dass sich der Wettbewerb trotz guter Entwicklungsprognosen dennoch verschärfen wird, davon gehen 86 Prozent der 23 befragten Emittenten aus, die auf dem deutschen Markt tätig sind. Sicher ist: Der Zertifikatemarkt ist und bleibt mit mehr als 30 Emittenten stark umkämpft. Versetzen sich die Zertifikateanbieter dabei in die Lage ihrer Anleger, so glauben 70 Prozent, dass für ihre Kunden gute Erfahrungen in der Vergangenheit das entscheidende Kaufkriterium sind.
Und die Sicht der Anleger? Eine aktuelle Online-Umfrage bei mehr als 7000 Anlegern zeigt, dass die Mehrheit von den diesjährigen Kursanstiegen profitieren konnte. 55 Prozent der Befragten erklärten, dass ihr Wertpapierdepot in 2013 einen Gewinn von über 6 Prozent ausgewiesen hat. Bei 16 Prozent liegt der Gewinn immerhin noch zwischen 1 und 6 Prozent.
Auch, wenn viele Privatanleger in Bezug auf ihre Finanzprodukte häufig unsicher sind, gilt: Sich nicht um seine Finanzen kümmern führt durch die Inflation zum Abbau des Vermögens. Also besser informieren und feststellen, dass Zertifikate beim Vermögensaufbau in jedes erfolgreiche Depot gehören.


Autor: Lars Brandau, Geschäftsführer des Deutschen Derivate Verbands (DDV)