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Fondsdepot Bank zeigt Zukunftsstrategien für Finanzanlagenvermittler

(fw/ah) Gemeinsam mit ihrem Lösungspartner finanzoptimierung.de sowie den KAGen Aquila Capital, BlackRock, Fisch Asset Management und Rouvier Associés touren die Experten des Investmentdepot-Spezialisten unter dem Motto „Strategie total" vom 30. April bis 16. Mai 2013 durch sechs Städte, um Finanzberater, Vermittler und Vertriebsgesellschaften direkt vor Ort über aktuelle Entwicklungen in der Investmentkontenadministration zu informieren. Schwerpunktthemen der Roadshow sind u.a.: strategische Kooperationsmodelle und professionelle B2B Vermögenswaltungslösungen für Finanzanlagenvermittler.
Neben fachspezifischen Vorträgen konnte die Fondsdepot Bank für ihre diesjährige Roadshow Fußballstar Thomas Helmer als Gastmoderator gewinnen, der Einblicke in den „Erfolgsfaktor Strategie" gewährt. „Persönlichkeit und Nähe zu unseren Vertragspartnern sind für uns als unabhängiger Business-to-Business-Dienstleister ebenso wichtig wie eine echte, mehrwertschaffende Vertriebsunterstützung für die Vermittler", so Dr. Christian Dicke, Sprecher der Geschäftsführung der Fondsdepot Bank. „Auf unserer Roadshow möchten wir unseren Kunden innovative Strategien vorstellen, um in einem sich rasant wandelnden und derzeit schwierigen Marktumfeld erfolgreich zu sein."


www.fondsdepotbank.de
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Schuss vor den Bug – Ratingagentur S&P droht Deutsche Bank

(fw/ah) Als Begründung nannte S&P fortwährende wirtschaftliche, regulatorische und rechtliche Risiken, die die Entwicklung der Bank weiter beeinträchtigen dürften. Die Deutsche Bank verfügt bei S&P bisher über ein "A+"-Rating. Bestätigt wurde hingegen die Beurteilung der kurzfristigen Kreditwürdigkeit ("A-1").
Die Deutsche Bank-Aktie hat auf 1-Monatssicht rund 12 Prozent verloren.

www.deutsche-bank.de

„Ohne Infrastruktur geht nichts“

finanzwelt: Infrastruktur – ein globales, vielschichtiges Thema. Inwiefern sind entsprechende Investments derzeit eine lukrative Option?
Dubios: Infrastrukturunternehmen profitieren in zweierlei Hinsicht vom aktuellen Niedrig-zinsumfeld. Zum einen sind Infrastrukturprojekte typischerweise in hohem Maße zusätzlich über Kredite fremdfinanziert, sodass die Belastungen aus Fremdfinanzierungskosten dank niedriger Zinsen derzeit geringer ausfallen. Zum anderen erwirtschaften Infrastrukturunternehmen in der Regel gute Dividendenrenditen, die besonders im Vergleich zu den niedrigen Zinserträgen bei festverzinslichen Kapitalanlagen attraktiv sind. Wir gehen auch davon aus, dass das Zinsniveau auf absehbare Zeit gering bleiben wird.

finanzwelt: Welche Faktoren begünstigen Infrastrukturinvestments?
Dubios: Eine stetig wachsende Weltbevölkerung, ihre zunehmende Konzentration in großen Städten und Ballungsräumen sowie zunehmendes BIP-Wachstum sind die wesentlichen Treiber. Gerade in Indien und China ziehen jährlich ca. 30 Millionen Menschen vom Land in die Stadt. Aber auch der Bedarf an Sanierung und Modernisierung der bestehenden Infrastruktur ist weltweit enorm. In Nordamerika gibt es sogar noch einen besonderen Wachstumsmotor. Die Erschließung von Schieferöl und -gas wird massive Infrastrukturinvestments erfordern. Über die nächsten 25 Jahre liegt der geschätzte Bedarf bei ca. 250 Milliarden US-Dollar.

finanzwelt: Ein „Megathema" ist auf den ersten Blick argumentativ leicht verständlich – aber gibt es auch Risiken, die es zu beachten gilt (Rechtsprechung, Diskussion um Erneuerbare Energien hierzulande, Regulierung/Deregulierung...)
Dubios: Das Hauptrisiko liegt in regulatorischen Änderungen, die sich nachteilig für Infra-strukturbesitzer auswirken würden. Regierungen sind sich dessen aber auch bewusst, dass ohne Infrastruktur-Investments kein BIP-Wachstum stattfindet. Änderungen der Bestimmungen sind daher nicht allzu üblich. Ein weiteres Kernrisiko ist der Mangel an verfügbarem Kapital zur Finanzierung des Infrastrukturbedarfs. Natürlich wird in den Emerging Markets viel mehr Infrastruktur benötigt, die nicht immer verfügbare Kapitalkraft verlangsamt jedoch Investitionen in Infrastrukturprojekte mehr als erwartet bzw. erhofft. Daher müssen Investitionsanreize für Infrastrukturunternehmen geschaffen werden – in Form von staatlichen Infrastrukturplänen (mit Zugang zu privaten Unternehmen und einer angemessenen Reglementierung) und ausreichend niedrigen Zinsen.

finanzwelt: Der Wassersektor, der Straßenbau und die Energieversorgung bilden drei wesentliche Säulen innerhalb des Infrastruktursegments – was ist hier (noch) extrem spannend, wie sehen die Bewertungen aus und lohnt sich ein entsprechendes Investment in ein Teilsegment, beispielsweise „Wasser"?
Dubios: Wir präferieren besonders Midstream-Unternehmen in Kanada und den USA. Diese Unternehmen sammeln, behandeln und lagern Gas, Öl und Flüssiggas (sogenannte NGL) und transportieren diese zu den jeweiligen Verbrauchszentren. Auf absehbare Zeit ist dies ein Untersektor mit massivem Wachstum, der enorme und steigende Dividenden zahlt.
Was die Bewertungen angeht, so sind Infrastrukturunternehmen generell relativ teuer im Vergleich zum Rest des Aktienmarktes. Dies war aber schon immer der Fall. Man bekommt, was man zahlt! Die Vorhersehbarkeit der Ergebnisentwicklung und Widerstandsfähigkeit im Infrastrukturbereich ist aber auch deutlich besser als es sonst am Aktienmarkt der Fall ist. Zusätzlich tendiert der Sektor zu größeren Dividendenerträgen. Daher ist es normal, dass die Unternehmen höher gehandelt werden.

finanzwelt: Spielt die Nachhaltigkeitskomponente eine bedeutsame Rolle?
Dubios: Wir haben keine spezifischen Nachhaltigkeitskriterien. Trotzdem versuchen wir Infrastrukturunternehmen mit einer schlechten Nachhaltigkeitsbilanz zu meiden, denn die Reputationsrisiken können "teuer" sein.

finanzwelt: Wie schaut es mit dem Investitionsbedarf in den Schwellenländern versus Indust-rieländern aus?
Dubios: Bei Infrastruktur-Investments in Emerging Markets handelt es sich voranging um den Aufbau einer Grundversorgung in den Ländern, wohingegen Infrastrukturanlagen in der entwickelten Welt mehr die Sanierungen und/oder Modernisierung der bereits vorhandenen Infrastruktur zum Ziel haben. In finanzieller Hinsicht sollten Investitionen in die Infrastruktur der Schwellenländer natürlich größer ausfallen und schneller anwachsen. Zwischen 2010 und 2030 erwartet die Weltbank einen Kapitaleinsatz von 40 Billionen US Dollar in Infrastruktur, davon entfallen fast zwei Drittel auf die Emerging Markets.

finanzwelt: Sprechen Sie dem US-Energiesektor enormes Potenzial zu. Warum?
Dubios: Die USA werden ihre Öl- und Gasproduktion weiter ausbauen, was wiederum zu einem massiven Bedarf an Infrastruktur-Investments führt, um die neuen Produktionszentren mit den Verbrauchsstellen zu verbinden. Im Gasbereich haben die Kraftwerke ihre Gasaufnahme bereits erhöht (im Vergleich zu Kohle). Wir beobachten die Öffnung einer wachsenden Zahl neuer Industrieanlagen (Petrochemie, Stickstoff, ...) im Land, die eine Menge Gas verbrauchen. Zudem liegen der Kommission aktuell sechs Gas-Export-Projekte vor. Zweifellos verzeichnet der Gasverbrauch also einen deutlichen Anstieg. Aber auch bei Öl besteht ein starker Anreiz, die inländische Produktion zu steigern, da dies die Handelsbilanz der USA unterstützt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze fördert.

Das Interview führte Alexander Heftrich und Philipp Kenntner
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Source mehrfach bei ETF Awards prämiert

Mehr als 1.400 Leser der Online-Fachpublikation ETF Express wählten in verschiedenen Kategorien die Besten ETP-Anbieter. Source erhielt die folgenden Auszeichnungen in den Bereichen: Best Fixed Income (außer Geldmarktfonds), Best Alternative ETF Manager, Most Innovative European ETF provider, Most Innovative North American ETP provider. „Wir freuen uns sehr über die Anerkennung, die wir auch in diesem Jahr von den ETF-Express- Lesern und der Investmentbranche insgesamt erhalten haben“, kommentiert Sascha Specketer, Head of Distribution Germany & Austria bei Source, die Auszeichnungen.

Fidelity: Deutsche Aktien haben Potenzial

„Der DAX ist seinem Allzeithoch nahe. Das verleitet viele Anleger zu dem Fehler, nur auf den vermeintlich hohen Punktestand des deutschen Leitindex zu schauen statt auf die Bewertungen und Fundamentaldaten der darin enthaltenen Aktien. Diese zeigen sich deutlich und nachhaltig besser als zu zurückliegenden Zeitpunkten, zu denen der DAX ähnliche Punktestände erreichte. Ich gehe davon aus, dass sich der DAX entsprechend der positiven Gewinn- und Bilanzsituation der deutschen Unternehmen weiter nach oben bewegen wird – wenn auch nicht mehr so rasant wie in den letzten Monaten“, so von Engelbrechten.

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Legg Mason: „Japan muss Yen auf Kurs bringen“

Seit Herbst vergangenen Jahres sinkt der Yen gegenüber dem US-Dollar und dem Euro. „Stärkeres Wirtschaftswachstum, höhere Inflation und eine schwächere Währung würden bereits, jeweils für sich genommen, einen Abwärtsdruck auf die japanischen Staatsanleihen in Yen ausüben. Zusammengenommen stellen sie jedoch für den japanischen Staatsanleihenmarkt und die Masse der typischen, global agierenden Anleiheinvestoren ein ernstzunehmendes Kursrisiko dar", sagt Brian Hess, Portfoliomanager und Senior Research Analyst bei Brandywine Global, in einem aktuellen Marktkommentar.
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ING IM: Hochzinsanleihen bleiben attraktiv

Damit dürfte es aus Sicht der Experten von ING Investment Management beim Trend hin zu risikoreicheren Assets bleiben. Ihre Zinssensitivität und starke Korrelation mit globalen Aktien mache Global High Yield zur bevorzugten Anlageklasse im Anleiheuniversum. Darüber hinaus spreche auch die Beziehung zwischen Zinsentwicklung und Risikoaufschläge für Hochzinsanleihen. „Im vergangenen Jahrzehnt korrelierten die Credit Spreads überwiegend negativ mit den Renditen zehnjähriger Staatsanleihen", heißt es dazu in dem Marktkommentar. Momentan scheint das Umfeld für eine anhaltende Übergewichtung von Global High Yield im Anleiheuniversum jedenfalls weiterhin günstig.
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DWS legt neuen Rentenfonds auf chinesische High Yields auf

Zum einen die im Gegensatz zum europäischen Zinsniveau deutlich erhöhten Zinssätze für chinesische Unternehmensanleihen; die Chance auf Kursgewinne, sofern sich die Ratings der Anleihenemittenten verbessern und drittens die Chance auf Währungsgewinne, wenn der chinesische Renminbi gegenüber dem US-Dollar aufwertet, so die DWS-Experten.
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Fidelity: Long-Short-Strategien passen in aktuelles Umfeld

(fw/ah) "Die Eurozone steht immer noch vor großen Herausforderungen und der Ausblick für Europas Volkswirtschaften ist sehr durchwachsen. Andererseits haben sich die geldpolitischen Maßnahmen der EZB positiv auf die Märkte ausgewirkt. Insbesondere Finanzaktien konnten davon profitieren und haben teilweise klar besser als der Markt abgeschnitten. Trotzdem ist im aktuellen Umfeld weiter mit erhöhter Volatilität an den Aktienmärkten zu rechnen. Erhöhte Marktschwankungen sind aber kein Grund für Anleger, Europas Aktienmärkten den Rücken zu kehren. Im Gegenteil, sie sollten sich vielmehr mit den richtigen Investmentansätzen für ein volatiles Marktumfeld wappnen. Mit der richtigen Strategie lassen sich Risiken kontrollieren, Verluste begrenzen und die Weichen für ein optimales Rendite-Risiko-Verhältnis auf mittlere Sicht stellen. Möglich ist dies etwa durch eine sogenannte Long-Short-Strategie, also einer Anlage, die bei Bedarf sowohl von steigenden als auch von fallenden Kursen beziehungsweise schlechten Unternehmensdaten profitieren kann. Immerhin 40 Prozent der Empfehlungen unserer hauseigenen Analysten sind Verkaufsempfehlungen und sind damit potenziell als Short-Position interessant. Allerdings ist ein flexibler und gezielter Einsatz der Long- und Short-Positionen wichtig. Anders als die im Markt überwiegenden 130/30-Strategien, die starr 30 Prozent des Fondsvermögens in Short-Positionen und 130 Prozent in Long-Positionen investieren, setze ich Short-Investments flexibel nur dann ein, wenn ich dafür ein gutes Umfeld sehe. Ich nutze zudem immer eine große Bandbreite an Short-Szenarien, um Klumpenrisiken zu vermeiden. Bei jeder Short-Position ist genau wie bei den Long-Positionen die Bewertung der Aktie entscheidend. Auch anstehende strukturelle Veränderungen in einer Branche - sei es aufgrund von Wettbewerb, Regulierung oder anderen Faktoren - können ein guter Grund sein, eine Aktie zu shorten. In einem schwierigen Umfeld befinden sich aktuell beispielsweise Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation und Versorger. Viele dieser Firmen erscheinen zwar auf den ersten Blick günstig, sie verfügen jedoch oft nur über einen geringen freien Cashflow, unterliegen meist einer strengen Regulierung oder haben mit branchenweiten Strukturproblemen zu kämpfen.
Der Schlüssel für eine erfolgreiche Umsetzung der Strategie liegt daher in einer gezielten Einzeltitelauswahl auf Basis einer fundierten Analyse der Einzelunternehmen und der Gesamtbranchen. Auf der Long-Seite lässt sich beispielsweise mit Qualitätsaktien langfristig eine solide Durchschnittsrendite erzielen. Hinter solchen Titeln stehen meist Unternehmen mit weltbekannten Marken, die sich auch bereits eine starke Stellung in den schnell wachsenden Märkten der Schwellenländer erarbeitet haben oder auf dem besten Weg dorthin sind. Der Pharmakonzern Sanofi und der Nahrungsmittelriese Nestlé sind zwei gute Beispiele. Beide Titel sind vergleichsweise defensive Investments. Ihre globale Ausrichtung macht sie widerstandsfähiger und sorgt so für stabilere Ertragsprofile. Weitere Beispiele sind British American Tobacco und HSBC. Diese Unternehmen liefern ein starkes organisches Wachstum und sind moderat bewertet."

www.fidelity.de
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„Ruf gegen Story“

+++ Februar 2013: Nigeria hat zum dritten Mal in seiner Geschichte den Afrika-Cup gewonnen. Im Endspiel setzen sich die Favoriten mit 1:0 gegen Burkina Faso durch. +++ Januar 2013: Nach einem Putsch des Militärs und der einseitigen Unabhängigkeitserklärung des Nordens steht das Land seit Jahresbeginn in einer schweren politischen Krise. +++ Dezember 2012: 2012 war ein Schreckensjahr für den Tierschutz in Afrika, berichtet die Naturschutzorganisation WWF: Nie zuvor fielen so viele Nashörner und Elefanten kriminellen Jägern zum Opfer. +++

So vielschichtig die Nachrichten zum Schwarzen Kontinent sind, so differenziert erscheint Afrika dem potenziellen Investor. Auf dem Schwarzen Kontinent ist sicherlich noch nicht alles zum Besten gestellt – dies steht außer Frage. Aber die Vorzeichen sind stellenweise gar nicht so schlecht – die Ampel steht zumindest nicht überall auf „rot“. Das mittelfristige Wachstumspotenzial in Subsahara-Afrika dürfte in den kommenden Jahren bei jährlich rund 6 % liegen, heißt es in einer Studie der Commerzbank –mit Potenzial nach oben.


finanzwelt befragte im Gespräch Experten der Branche:

  • Sebastian Kahlfeld, Experte für Emerging Markets bei DWS Investments und Fondsmanager des DWS Invest Africa
  • Volker Schilling, Vorstand Greiff Capital Management AG
  • Jens Schleuniger, Managing Director bei der VCHVV und Fondsmanager des VCH Africa

finanzwelt: Im vergangenen Jahr gehörten die Börsen des Schwarzen Kontinents zu den großen Stars am Aktienmarkt. Welche Treiber machen Sie für diese Entwicklung verantwortlich?

Kahlfeld: Eine Milliarde Menschen leben in Afrika in 54 Ländern. Allein schon diese Zahl macht deutlich, dass wir genauer und differenzierter auf die Entwicklung der einzelnen Märkte hinschauen müssen. Wie schaut es beispielsweise mit der Liquidität in diesen Märkten aus, lässt sich von einem nachhaltigen Wachstumsschub sprechen? Dies sind Fragen, auf die wir eine passende Antwort geben müssen. Sicherlich, um den Bogen zu spannen, kam im vergangenen Jahr neben der großen makroökonomischen Story (Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum) ein weiterer Treiber hinzu. Die Bondrenditen weltweit sind unter Druck geraten und Investoren sind auf der Suche nach Ertrag – ein weiterer Pluspunkt für afrikanische Aktien.

Schleuniger: In den vergangenen Jahren hat sich in der Analyse zum Schwarzen Kontinent und den tatsächlichen Fortschritten vieles in die richtige Richtung bewegt. Der Weltinvestitionsbericht zeigt einen raschen Anstieg von FDI-Zuflüssen (ausländische Direktinvestitionen) nach Subsahara-Afrika von 29,5 Mrd. USD im Jahr 2010 auf 36,9 Mrd. USD im Jahr 2011 – dies entspricht einem überproportionalen Anstieg von 25 %. Insbesondere Nigeria sticht hier als attraktiver „place to be“ hervor. Die Binnennachfrage wächst stark und vereinzelt gibt es auch positive Signale von der Inflationsseite. Dennoch ist Afrika bei vielen Investoren ein weißer Fleck auf der Landkarte.

Schilling: Ein wesentlicher Treiber sind die vorhandenden Rohstoffe. Der Kontinent verfügt über weltweit begehrte Rohstoffe wie Öl und Erdgas, Gold und Industriemetalle – ein enormes Potenzial, das durch die imposante Entwicklung der asiatischen Märkte (China) immer stärker nachgefragt wird. Trotz der großen Chancen des Kontinents dürfen die Risiken durch regionale politische Konflikte nicht aus den Augen verloren werden. Mit Ausnahme von Südafrika sind die afrikanischen Aktienmärkte sehr gering kapitalisiert, entsprechend hoch kann auch die Volatilität sein.

finanzwelt: Die Gunst der Investoren scheint sich vermehrt um Länder wie Nigeria und Kenia zu drehen; von Südafrika wendet man sich eher ab. Täuscht der Eindruck?

Kahlfeld: In der Tat wird Subsahara-Afrika, Länder südlich der Sahara (exklusive Südafrika), von vielen Experten als besonders chancenreich eingestuft. Die Verschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt ist niedrig, die massiven Investitionszuflüsse werden für Infrastrukturprojekte, den Technologietransfer und die Schaffung von Arbeitsplätzen eingesetzt. Beispiel Nigeria: Die nigerianische Kreditkrise bewirkte eine Konsolidierung und Gesundung der Wirtschaft mit der Konsequenz, dass das Land heutzutage zwar noch immer vom Erdöl abhängig ist, allerdings die Regierung deutlich offensiver Probleme wie Korruption und wirtschaftliche Fehlentwicklungen angeht – ein mehr als überfälliger Aspekt.

Schleuniger: Nigeria ist ein gutes Beispiel für die Fortschrittsaktivitäten vor Ort. Hier zeigt sich exemplarisch der künftige Erfolg Afrikas. Sicherlich sind Rohstoffe von zentraler Bedeutung, doch der Aufschwung wird auch getragen von den positiven Signalen in anderen Bereichen. Eine breitere Mittelschicht, die konsumiert und wichtige Dienstleistungen wie Telekommunikation und Finanzdienstleistungen nachfragt, ist zu einer wichtigen Wachstumssäule geworden. 2013 soll das nigerianische Bruttoinlandsprodukt wiederum um knapp 7 % wachsen.

finanzwelt: Mehr als zwei Jahre ist es jetzt her, seit die große Umwälzung in der arabischen Welt begonnen hat. Politische Stabilität ist aber eher ein Fremdwort geworden, das sich auch auf die Investitionsfreudigkeit auswirken kann.

Schilling: Die sich verschärfenden Demokratie- und Wirtschaftskrisen in Nordafrika, aber auch in Subsahara, verdeutlichen, dass das politische Risiko auch mittelfristig schwer zu kalkulieren und quasi systemimmanent ist. Der wirtschaftliche Entwicklungspfad muss nicht zwangsläufig mit der Etablierung demokratischer Strukturen einhergehen.

Schleuniger: Chancen stehen Risiken gegenüber, und generell gilt wiederum „Afrika ist nicht gleich Afrika“. Dies schlägt sich auch in der gelebten Unternehmensführung (Corporate Governance) nieder, die wir als wichtig erachten. Wir dürfen allerdings nicht den Fehlermachen, unsere westlichen Standards als Maß der Dinge zu nehmen. Konzentrieren wir uns auf die Gruppe der Schwellenländer, so stellen wir vereinzelt deutliche Fortschritte in der Art und Weise, wie Unternehmen in Afrika geführt werden, fest. Die Corporate Governance in Ländern wie Südafrika, Kenia, Ägypten oder auch Nigeria hält durchaus dem Vergleich mit Firmen aus Brasilien, Indien, China oder Russland stand. Nigerianische Finanzinstitute mit einer schlechten Corporate Governance waren konsequenterweise auch diejenigen Finanzinstitute, die während der Finanzkrise 2008/2009 von der Zentralbank gerettet werden mussten.

Kahlfeld: Dieser Aspekt nimmt zweifellos mehr an Wichtigkeit und Relevanz ein. Gleichwohl, wie eben schon angerissen, ist es ein gradueller Prozess – Verbesserungen können wir nicht von heute auf morgen erwarten.

finanzwelt: Lassen sie uns wieder zu den Gründen für ein Investment reden – Schwellenländer sind in aller Munde, aber nur die wenigsten lassen ihr Geld dort. Wo positionieren Sie in diesem Kontext Afrika?

Schilling: Der demografische Faktor ist ein weiteres As im Ärmel, das für den Schwarzen Kontinent spricht. Die Größe dieser Volkswirtschaften wird wegen des Bevölkerungswachstums enorm ansteigen und es werden interessante Zielmärkte entstehen. Laut einer Statistik der Stiftung Weltbevölkerung sind 41 % der Menschen unter 15 Jahre alt. Investoren sehen hier augenscheinlich die Vorteile des Schwarzen Kontinents gegenüber Ländern wie China, ganz zu schweigen von der westlichen Welt.

Schleuniger: Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache und wir sind rückblickend auf einem guten Weg. Afrika ist mitunter der einzige Schwellenländermarkt, der noch nicht so erschlossen ist im Vergleich zu den anderen. Gleichwohl, deswegen ist für uns alle ein langer Atem existentiell, eilt dem Kontinent der Ruf des „Negativen“ immer noch voraus. Diese fälschliche Annahme bei den institutionellen Investoren gilt es entgegenzuwirken.

finanzwelt: Was ist zu tun, um dem Kontinent mehr Aufmerksamkeit zu schenken – die Story passt doch.

Schilling: „Ruf gegen Story“ – das macht die Anlageregion Afrika derzeit (noch) aus. Mangelnde Transparenz und einer erhöhten Volatilität stehen ein enormes Chancenpotenzial gegenüber. Mittlerweile gibt es 25 Afrikafonds, ganz klar Ausdruck des gestiegenen Interesses und Bedürfnisses bei den Investoren.

Kahlfeld: Speziell diese Vielfaltmacht auch den Charme aus. Es gibt kein standardisiertes Afrika-Produkt, das typischerweise herangezogen oder empfohlen wird. Für den Anleger bedeutet dies im Umkehrschluss, sich genau darüber zu informieren, worin der Fonds investiert.

Fazit. Der langfristige Trend, flankiert durch mehr Rechtssicherheit, dem Kampf gegen Korruption und die Etablierung marktwirtschaftlicher Prinzipien, spricht für Afrika und wird auch die internationalen Investoren, die momentan noch abwartend an der Außenlinie stehen, von der Wertigkeit des Kontinents als Ganzem überzeugen. Neben Rohstoffunternehmen profitieren in Folge auch Finanztitel durch die Finanzierung der Infrastrukturmaßnahmen und schließlich Konsumwerte. Für langfristig denkende Investoren sind Schwellenländer, zu denen auch manche afrikanische Staaten gehören, ein absolutes Muss.


Afrika fängt an zu konsumieren

Der Südafrikaner Nick Price, für Fidelity Emerging Markets Fund und den Fidelity Emerging Europe, Middle East and Africa (EMEA) Fund verantwortlich, kommentiert seine Haltung zum Schwarzen Kontinent.

„Der Konsum in den Schwellenländern wird zunehmend ein großer Wachstumstreiber der Weltwirtschaft. Afrika macht hier keine Ausnahme. Dabei steht der Kontinent, anders als die etablierten Schwellenländer, erst am Anfang seiner Konsumstory. Die Länder Subsahara-Afrikas starten von einem sehr niedrigen Niveau. Nehmen wir das Beispiel Nigeria:

Im Jahr 2000 hatte das Land Nigeria 110 Millionen Einwohner mit einem jährlichen durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommen von 400 US-Dollar. Im vergangenen Jahr lebten in Nigeria bereits 160 Millionen Menschen und das jährliche Einkommen pro Kopf hat sich vervierfacht – auf 1.600 US-Dollar. In vielen anderen afrikanischen Staaten sieht die Entwicklung ähnlich aus. Ein Großteil des steigenden Einkommens der neuen Mittelschicht wird für Konsum ausgegeben. Das treibt die Kurse: Bestimmte Aktien aus der Konsumbranche, beispielsweise von Brauereien, sind in den letzten Jahren jährlich zwischen 50 und 60 % gestiegen.

Aufgrund des niedrigen Ausgangsniveaus kaufen Afrikaner vor allem Basiskonsumgüter wie Getränke und Nahrungsmittel. Das macht aus Investorensicht beispielsweise Brauereien sehr interessant. Bisher haben die Menschen in Afrika eher selbstgebrautes Bier konsumiert, mittlerweile steigt jedoch die Nachfrage nach Markenbier deutlich. Dabei besitzt der Markt noch viel Potenzial, denn der Bierkonsum liegt pro Kopf und Jahr bei rund acht Litern. Tendenz stark steigend. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der jährliche Bierkonsum bei 80 Litern pro Kopf. Von der steigenden Nachfrage der Afrikaner nach Bier profitieren vor allem SAB Miller oder die Nigerian Breweries. Aber auch Shoprite, ein Handelskonzern ähnlich der Metro Group, ist Nutznießer der steigenden Konsumlaune auf dem Kontinent. Der Gewinn je Aktie von Shoprite hat sich in den letzten Jahren beispielsweise verdoppelt. Darüber hinaus ist der Konzern bereits in 16 afrikanischen Ländern präsent. Shoprite profitiert dabei von der mangelnden Konkurrenz auf diesem Markt.“

Das Gespräch führte Alexander Heftrich