Strukturveränderung bei HEP

Die HEP Vertrieb GmbH wird künftig die Vertriebsaktivitäten der AIF der HEP Kapitalverwaltung GmbH übernehmen. Die neue Gesellschaft wird dabei Anlagevermittlung und -beratung gemäß der neuen gesetzlichen Bestimmungen durchführen. Durch die Auslagerung des Vertriebs in...

publity meldet weitere Auszahlung

Die von der publity Finanzgruppe, Leipzig, aufgelegte publity Performance Fonds Nr. 5 GmbH & Co. KG nimmt eine weitere Auszahlung in Höhe von 15 Prozent des eingezahlten Kommanditkapitals bzw. 3.309.450 Euro, an die betreffenden...

„Globalisierung der Risiken“

Risiko Konjunktur:
Die Weltwirtschaft bleibt in 2016 eher schwächlich: Dabei sind die Voraussetzungen für ein ordentliches Wachstum insbesondere in Deutschland gegeben: Zinsen im Negativbereich, ein günstiger Euro-Wechselkurs und gedrückte Rohstoffpreise. Doch was in 2015 nicht geholfen hat, wird in 2016 wahrscheinlich auch nicht helfen. Weltwirtschaftlich belasten die schwachen Konjunkturausblicke für Brasilien, China und Russland.

Risiko China:
China stellt von einem exportbasierten Wirtschaftsmodell auf ein konsumbasiertes um. Dazu gehört auch eine – vorübergehende – Verlangsamung des Wachstums in der Volksrepublik. Bei sieben Prozent Wirtschaftswachstum in 2015 – dem geringsten seit einem Vierteljahrhundert mit zweistelligen Zuwachsraten – und einer Aussicht für 2016 von 6,3 Prozent ist klar: China macht den Kuchen vorerst kleiner.

Risiko Geldpolitik:
Am 16. Dezember wird die US-Notenbank die US-Leitzinsen mit großer Wahrscheinlichkeit anheben. Das sollte die Finanzmärkte nicht überraschen. Die Frage aber ist: Was passiert danach? Folgen Zinsanhebungen in rascher Frequenz oder ist erst einmal Ruhe angesagt? Wir neigen klar zu letzterer Einschätzung. Die rückläufige Entwicklung bei den US-Unternehmensgewinnen bestätigt uns in unserer Haltung: Denn darauf wird spätestens im Sommer 2016 der US-Arbeitsmarkt mit einer entsprechenden Abschwächung reagieren – und das wäre dann keine günstige Konstellation für eine erneute US-Zinsanhebung.

Risiko Terror:
Man kann nachweisen, dass die Durchschlagskraft von unfassbaren Ereignissen auf die Börsen abnimmt. Zum Vergleich: Bei „9/11“ blieben die US-Börsen noch vier Tage außerplanmäßig geschlossen und der DAX verlor über 8 % an einem Tag. Der Dow Jones erlitt nach Wiederöffnung seinen bis dahin größten Tagesverlust. Am ersten Börsentag nach den Ereignissen von Paris schloss selbst der CAC40, der französische Aktienindex, mehr oder weniger unverändert zum Börsenvortag. Nach den Anschlägen von Paris haben die Börsen also weniger dramatisch reagiert als von vielen befürchtet. Dennoch werden Terrorgefahren und -anschläge auch 2016 die Kapitalmärkte nachhaltig beeinflussen.

Geopolitische Risiken:
Die aktuelle Vielzahl und geographische Streuung der großen geopolitischen Kapitalmarkt-Risiken stimmen uns für 2016 nachdenklich. Ob Ölpreis-Verfall, Ukraine-Krise, die Gefahr eines möglichen Ausstiegs einzelner Länder aus der europäischen Währungsunion oder die Flüchtlingskrise: Diese Gefahrenherde könnten 2016 gleichzeitig eskalieren, ihre globalen Auswirkungen sind somit noch unkalkulierbarer geworden.

Empfehlung für die Anlagestrategie:
Diese Gemengelage macht ein Sicherheitspolster auch in risikoreichen Portfolios empfehlenswert. Wir sehen in offenen Immobilienfonds eine Anlagealternative für Renten. Mit diesen lässt sich eine positive Rendite von ca. 2,5 % p.a. erzielen. Auch wenn die Performance-Aussichten für Aktien höchstens mäßig sind, bevorzugen wir sie auch 2016 bei der Asset Allokation. Dabei favorisieren wir global investierende Aktienfonds mit dem Fokus auf möglichst weltweite Unternehmensausrichtung sowie eine hohe Dividendenausschüttung.


Autor: Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK




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Schwellenländer kein Tabu

(fw/ah) Kevin Daly, Senior Investment Manager bei Aberdeen Asset Management, ist momentan optimistisch gestimmt und stellt fest: „Zweifelsohne hat sich das Wachstum in den Schwellenländern verlangsamt, und das ist in manchen Fällen eher strukturell als zyklisch begründet." Doch politische Risiken und andere Unwägbarkeiten sind nichts neues für Märkte und Investoren.

Daly ergänzt: „Die aktuellen Unstimmigkeiten bezüglich der Emerging Markets könnten nach Jahren voller exzessivem Optimismus eine gesunde Sache sein. Der Schlüssel für Investoren liegt während dieser neuen Phase darin, herauszufinden, ob den Risiken genügend Renditeaussichten gegenüberstehen." Die Bewertungen zumindest seien wieder wesentlich attraktiver als noch vor einem Jahr, folgert der Experte.


http://www.aberdeen-asset.de

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Unabhängige Vermögensverwalter setzen weiter auf Aktien

(fw/ah) 80 Prozent der Finanzprofis halten deutsche Aktien auch angesichts der aktuellen Hausse für fair bewertet und 65 Prozent gehen von stabilen Kursen im August aus. Andere trauen dem DAX in den kommenden Wochen sogar noch weiteres Potenzial zu. So halten 20 Prozent der Befragten deutsche Aktien immer noch für unterbewertet, sogar 30 Prozent rechnen bis Ende August mit weiteren Kurssteigerungen. Pessimisten muss man dagegen mit der Lupe suchen: Niemand der Befragten glaubt, dass deutsche Aktien derzeit überbewertet seien, und nur fünf Prozent gehen von sinkenden Kursen im August aus. Folglich steigt der monatlich ermittelte Indexwert des Profi-Börsentrends gegenüber Juli weiter auf 22,5 Punkte an – nach 14,9 Punkten im Vormonat.

Weiter positiv gestimmt für die Aktienmärkte ist auch Thomas Retzlaff, geschäftsführender Gesellschafter der Hallertauer Vermögensmanagement GmbH: „Wenn es keinen Gegenwind in Gestalt einer Kreditkrise aus China gibt, werden wir im Jahresverlauf neue Höchststände bei vielen Aktienindizes sehen. Die nach wie vor expansive Politik der Notenbanken aber auch die meist sehr guten Unternehmensdaten werden diesen Verlauf unterstützen. Die Zeit der großen Sprünge am Rentenmarkt sollte allerdings endgültig der Vergangenheit angehören".

Für den Profi-Börsentrend befragt die DAB Bank jeden Monat über 30 unabhängige Vermögensverwalter, die am Depot-Contest (www.depot-contest.de) teilnehmen, nach ihrer aktuellen Einschätzung der Aktienmärkte.


www.dab-bank.de
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Mathilde Lemoine neue Chefökonomin der Edmond de Rothschild Gruppe

(fw) „Die Ernennung der hochkarätigen Ökonomin zur Leiterin der Research-Abteilung unterstreicht die Bedeutung von Edmond de Rothschild als ein unabhängiges und global etabliertes Research-Haus“, erklärt Ariane de Rothschild. „Mathilde Lemoine wird die Gruppe dabei unterstützen, ihre Expertise im Bereich Marktstrategien und Annahmen für makroökonomische Entwicklungen noch stärker auszubauen. Davon werden sowohl unsere Kunden als auch Mitarbeiter profitieren“, fügt die Vorsitzende hinzu.

Die 46-jährige Research-Expertin hatte zuvor einen Lehrauftrag und mehrere politische Ämter in Frankreich inne, darunter als Beraterin des Premierministers in makroökonomischen und steuerlichen Fragen. Darüber hinaus leitete die renommierte Research-Spezialistin die letzten neun Jahre den Bereich Wirtschaftsforschung und Marktstrategie bei HSBC (France). Die promovierte Volkswirtin hat eine Reihe international bedeutsamer Werke veröffentlicht, die sich unter anderem mit geldpolitischen Fragen sowie den Themenschwerpunkten Arbeitsmarktpolitik und Wirtschaftswachstum befassen.





Interview mit Tim Albrecht, DWS – Warum in die Ferne schweifen?

Im finanzwelt-Interview bezog Tim Albrecht, Fondsmanager des DWS Deutschland und Leiter deutsche Aktien, Stellung zu seiner Investmentstrategie und beantwortet die Frage, wie hoch der DAX am Jahresende stehen könnte.

Die DAX-Rallye könnte anhalten. Seit Herbst 2011 legte der Leitindex um knapp 70 % zu. Die jüngst veröffentlichten Konjunkturindikatoren signalisieren, dass der Index noch Luft nach oben haben könnte. So stieg etwa der Ifo-Geschäftsklimaindex zum dritten Mal in Folge. Die aktuellen Arbeitsmarktdaten unterstreichen zudem einmal mehr den relativ soliden Zustand der deutschen Wirtschaft; die Arbeitslosenquote liegt bei 6,8 %. EZB-Chef Mario Draghi sagte kürzlich, dass weitere konjunkturunterstützende Maßnahmen möglich seien, falls die Konjunktur im Euroraum nicht dauerhaft anzieht. Auch dies könnte den DAX beflügeln. Für deutsche Aktien sprechen auch das globale Niedrigzinsniveau und der sich daraus ergebende Mangel an Anlagealternativen. Mit Kursanstiegen zwischen 20 und knapp 40 % gehören die Aktien von Bayer, Daimler und Continental zu den Tops im laufenden Jahr. Diese sind auch Bestandteil des DWS Deutschland.

finanzwelt: Das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten ist im August überraschend stark gestiegen. Wie schätzen Sie die Entwicklung der Wirtschaft ein?
Albrecht: Die deutsche Wirtschaft hat an Fahrt aufgenommen. Wir sind das einzige Land der Eurozone, in dem der Wohlstand infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise nicht gesunken ist. Insofern hat sich Deutschland vom „kranken Mann" zum Musterschüler Europas gewandelt und ist der stabilisierende Faktor innerhalb Europas. Sollte sich das Wirtschaftswachstum nachhaltig erholen, kommt dies in erster Linie der deutschen Wirtschaft zugute. Dann könnten wir auch wieder von einer Wachstumslokomotive sprechen – momentan ist es hierfür noch zu früh. Deutschland als Investitionsstandort verfügt über gewachsene Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen EU-Staaten. Der Mittelstand beispielsweise ist Motor für Ideen in Deutschland und treibende Kraft für Wachstum, Innovation und Beschäftigung.

finanzwelt: Der DAX ist im laufenden Jahr um fast 10 % geklettert. Investoren fragen sich, ob es nun noch Luft nach oben in Richtung 9.000 Zähler gibt. Was ist für den DAX noch drin?
Albrecht: Die Aktienmärkte haben in besonderem Maße vom Mangel an Anlagealternativen profitiert. Zudem werden Sparer sich immer mehr bewusst, dass sie ihr Geld durch eine unterschätzte Gefahr, der Finanzrepression, verlieren. Ordentliche Renditen zu erwirtschaften im Zeitalter der finanziellen Repression ist fast unmöglich und spielt Aktien in die Hände. Insofern hat der DAX immer noch Potenzial. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis gibt aktuell noch kein Anlass zur Sorge, insofern halte ich einen Anstieg des DAX bis Jahresende auf bis zu 9.000 Punkte für realistisch. Ein jährlicher Kursanstieg mit deutschen Aktien von 6 bis 8 % in den nächsten zehn Jahren sollte grundsätzlich möglich sein. Dies allerdings flankiert von mehr oder weniger starken Kursausschlägen.

finanzwelt: Den DWS Deutschland gibt es nun seit fast 20 Jahren und mit einem Fondsvolumen von ca. 3,5 Mrd. Euro zählt er zu den großen Flaggschiffen. Nach welchen Kriterien suchen Sie eine Aktie aus?
Albrecht: Wir gehen die Bilanzen durch und selektieren. Zudem achten wir bei Unternehmen auf ein interessantes Wachstumsprofil und eine attraktive Bewertung. Ein klares Geschäftsmodell, gepaart mit einer globalen Strategie und hoher Exportquote in die aufstrebenden Staaten, sind vielversprechend. Da gibt es generell auch noch genug Möglichkeiten, beispielsweise bei Automobilzulieferern und Maschinenbauwerten. Zudem zeichnet den Fonds ein strukturelles Übergewicht in Nebenwerte aus. Mid- und Small Caps machen rund 25 % des Fondsvermögens aus. Vor einigen Jahren waren diese Unternehmen noch vergleichsweise behäbig, mittlerweile sind sie deutlich effizienter und die Lohnkosten sind gesunken. Der MDAX als kleiner Bruder hat den DAX mit immer neuen Höchstständen abgehängt. Wir erkennen zum jetzigen Zeitpunkt noch keine großen Anzeichen für eine Korrektur, behalten uns aber vor, Gewinne auch mitzunehmen.

finanzwelt: Der Telekommunikationssektor spielt eine zu vernachlässigende Rolle in Ihrem Portfolio. Gibt es dort keine chancenreichen Kandidaten? Wie stehen Sie zu Finanztiteln?
Albrecht: Im Telekommunikationssektor wie auch bei Versorgern kann ich derzeit wenig chancenreiche Titel erkennen. Die Geschäftsmodelle stehen zum Teil unter Druck. Dazu kommt eine hohe Verschuldung. Finanzwertemögen verlockend günstig aussehen, die Unsicherheit ist aber nach wie vor groß. Für mich kommen sie erst dann infrage, wenn ein Ende der Finanzkrise absehbar ist.

finanzwelt: Ihre Benchmark ist der CDAX, der alle im General und Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notierten Aktien enthält. Weichen Sie deutlich vom Index ab?
Albrecht: Durchaus signifikant. Wenn sich ein Fonds zu nah an der Benchmark bewegt, kann ein ETF die bessere Wahl sein. Es gibt natürlich Richtwerte, um nicht zu große Einzel- oder Sektorwetten einzugehen. Mit Blick auf die Branchenaufteilung darf sich mein Fonds um höchstens zehn Prozentpunkte vom Index entfernen.

finanzwelt: Der DAX läuft, der Fonds weist eine gute Performance auf, und trotzdem mussten Sie im vergangenen Jahr mit Mittelabflüssen leben. Wie passt das zusammen?
Albrecht: Die guten Eigenschaften von Aktien werden offensichtlich gar nicht so richtig gesehen. Viele Deutsche legen ihr Geld in Sparprodukten an und blenden aus, dass sie real Geld verlieren. Über einen längeren Zeitraum ist dies gefährlich, gerade beim Thema Altersvorsorge. Die Mehrheit der Bundesbürger setzt den Aktienkauf, trotz der naheliegenden Gründe, in die gesunden Unternehmen zu investieren, mit Spekulation gleich. Zudem haben einige Investoren noch die bitteren Erfahrungen vom Neuen Markt vor Augen und verabschieden sich frühzeitig. Ich bin der Meinung, dass ein guter Deutschland-Aktienfonds in jedes Depot gehört.


Tim Albrecht ist seit 2000 bei der DWS tätig, seit 2002 als Manager des DWS Deutschland. Ende März 2013 wurde der DWS Deutschland von Morningstar als bester Fonds für deutsche Standardaktien ausgezeichnet. Der Diplom-Kaufmann Albrecht hatte den Award bereits für das Jahr 2010 gewonnen und war zudem als Fondsmanager des Jahres geehrt worden.

(Das Interview führte Alexander Heftrich)
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Dexia AM: Deflation bleibt ein zentrales Thema

(fw/ah) "Außer in den USA ist die Konjunktur seit Ende 2011 überall rückläufig - die Euroraum-Wirtschaft ist zuletzt sogar geschrumpft. Der weltweite Abschwung ist aber nur zum Teil auf die Verschärfung der Euroraumkrise zurückzuführen. Im Grunde genommen spiegelt er wider, wie schwer es der Wirtschaft fällt, wieder Fahrt aufzunehmen. Die Industrieländer haben Wachstumsprobleme, weil ihre Binnennachfrage aufgrund des Schuldenabbaus im öffentlichen wie im privaten Sektor noch einige Jahre schwach sein wird. Die Emerging Markets müssen lernen, auch dann zu wachsen, wenn sie sich nicht mehr wie bisher auf die Industrieländer verlassen können. Die notwendige Wachstumsverlagerung dürfte ein langsamer Prozess sein. 2013 wird die Konjunktur in den Emerging Markets vermutlich nur allmählich wieder anziehen und den reiferen Märkten daher auch nur wenig Unterstützung bieten. Vor diesem Hintergrund dürfte die Geldpolitik der Industrieländer-Notenbanken expansiv bleiben. Falls nötig werden sie wohl weitere Quantitative-Easing-Programme auflegen, zumal eine Verlängerung ihrer Bilanzen im aktuellen Umfeld nicht zu einer höheren Inflation führt.

Das US-Bruttoinlandsprodukt wächst noch immer um 2 Prozent. Der Schuldenabbau im privaten Sektor trägt erste Früchte und es gibt Zeichen für eine Erholung bei den Kreditaufnahmen durch Privathaushalte, obwohl die Kreditbedingungen noch immer streng sind. Wichtiger noch ist, dass der Wohnimmobilienmarkt wieder anzieht. Die Zahl der Baubeginne steigt rasch, und die Hauspreise fallen nicht mehr. Die Haushalte sparen, doch gleichzeitig dürfte der Konsum parallel zu den Löhnen anziehen. Dennoch steht die Erholung nach wie vor auf tönernen Füßen: Das weltweit rückläufige Wachstum belastet die Exporte und auch die Ausrüstungsinvestitionen sind in den letzten Monaten gefährlich zurückgegangen. Hinzu kommt, dass die Stundenlöhne trotz des einigermaßen kontinuierlichen Beschäftigungswachstums nur schwach zugelegt haben, so dass sich der Zuwachs der Arbeitseinkommen in Grenzen hält. Vor diesem Hintergrund ist es nach Einschätzung des Chefvolkswirts von Dexia Asset Management, Anton Brender, "von entscheidender Bedeutung, dass die wiedergewählte US-Regierung einen Kompromiss zustande bringt, um das drohende Fiscal Cliff abzuwenden. Nur dann dürfte das Wachstum auch 2013 nahe 2 Prozent liegen."

Im Euroraum sind die Verbraucher auch drei Jahre nach Beginn der Erholung eher zurückhaltend, insbesondere in den Peripherieländern. Während der Hang zum Sparen in den Kernländern etwas nachgelassen hat, ist der Trend in den Peripherieländern ungebrochen. Zuletzt führten die staatlichen Sparmaßnahmen zwar zu Leistungsbilanzverbesserungen, doch angesichts der eher schwachen Weltkonjunktur war dies nur um den Preis niedriger Importe und einer geringeren Binnennachfrage möglich. In den Peripherieländern wirken die enorm hohen Staatsausgabenmultiplikatoren einem raschen Ausgleich der Staatshaushalte entgegen. Das Anleihenkaufprogramm der EZB (OMT) im Spätsommer brachte die Wende im Umgang mit der Krise. Florence Pisani, Volkswirtin bei Dexia Asset Management, ist der Meinung, dass "die Krise nicht unter Kontrolle zu bringen ist, solange die Wirtschaft schrumpft." Was das betrifft, sind die jüngsten Indikatoren nicht besonders ermutigend. Die Schwäche des Arbeitsmarkts belastet den Konsum und es wird immer weniger in Sachkapital investiert. Lediglich die Exporte in Länder außerhalb des Euroraums bieten noch etwas Unterstützung. "In einem solchen Umfeld dürfte das Wachstum 2013 bestenfalls stagnieren. Das größte Risiko besteht darin, dass einige wichtige Euroraumländer wie Italien oder sogar Frankreich in die Austeritätsfalle tappen könnten. Dies ist trotz der jetzt etwas flexibleren Sparpolitik nicht auszuschließen", so Florence Pisani abschließend.

www.dexia-am.com

Analog oder digital – die BCA kann beides

2016-02-05 (fw/db) Welche Folgen hat die Digitalisierung für die Zukunft der Assekuranz, Banken, Versicherungsmakler und Vermittlungsunternehmer? Es ist der Faktor Mensch der zählt, wenn Makler für ihre Mandanten arbeiten. Der richtige Einsatz der Chancen einer digitalen Welt unterstützt und stärkt die persönlichen Kundenkontakte. Oliver Lang, Vorstand BCA AG, nennt im exklusiven finanzwelt-Interview die Chancen und Herausforderungen des Service als Brücke zwischen einer digitalen und analogen Vertriebswelt.

finanzwelt: Werden Fintech-Anbieter über digitalen Service und Handy-Applikationen Erfolg haben?

Oliver Lang: Sag niemals nie. Die jungen Start-Ups und ihre jungen Manager werden Beschleuniger in der Digitalisierung des Vertriebs von Assekuranz und Banken sein. Auch die rechtliche Wirkung von Maklervollmachten werden durch die jungen Marktteilnehmer breiter bekannt. Aber das war es auch schon. Den jungen Unternehmern fehlt meist das Gefühl für die Branche und das nachhaltige Interesse an Service für Versicherungs- oder Investmentkunden. Da werden sich erfahrene Makler durchsetzen.

finanzwelt: Sind die jungen Anbieter also nur so etwas wie die Neue Welle oder eine Techno-Mode?

Oliver Lang: In der Tat erinnert einiges an die Welle im damaligen „Neuen Markt“. Da wurde auch sehr viel versprochen und eigentlich ging es nur um die Gelder von Investoren. Eine Leistung war oft nicht der Kern solcher Geschäftsmodelle. Fintech-Anbieter in der Finanzwelt müssen genau analysiert werden. Was ist Versprechen und was ist davon real? Wie ist der Daten- und Verbraucherschutz geregelt? Hält sich das Geschäftsmodell an geltendes Recht und Gesetz, von der Produktinformation, Dokumentation bis zum korrekten Service und Information über Risiken? Das ist Maß und Muss.

finanzwelt: Was ist für Makler in der heutigen Praxis wichtig und welche Unterstützung macht Sinn?

Oliver Lang: Ein Versicherungsmakler oder Investmentberater hat seine Stärken in der Analyse des individuellen Bedarfs von Versicherten oder Anlegern. Dann gilt es ein passendes Deckungskonzept für Risiken zu platzieren oder dem Anleger sein Investment gemäß der individuellen Risikoneigung zu ordnen. Im Service sind Makler und Investmentberater Kümmerer und Begleiter ihrer Mandanten in allen Lebenslagen und über alle Lebensphasen. Der Lebenszyklus der Kunden ist für beratende Begleiter eine Herausforderung und Pflicht. Die persönliche Beratung ist analoger Service mit Geschichten über den persönlichen Nutzen und Mehrwert, der digitale Service ergänzt die ganzheitliche Konzeption.

finanzwelt: Welche Rolle spielt analoger Service, wie handschriftliche Erläuterungen, persönliche Beratung als Offline-Service im Vergleich zu dem modernen Digital-Service.

Oliver Lang: Die persönliche Begegnung zwischen Kümmerer und Kunden wird allein schon wegen einer sachgerechten Kreativität und einem Rat auf Augenhöhe immer gefragt sein. Geschichten aus der Praxis bebildern dem Kunden den Nutzen und handschriftliche Demonstrationen können auch in einer digitalen Welt Erlebnischarakter haben. Makler können heute mit unserem digitalen Service vor Ort die richtigen Versicherungen abschließen und das passende Investment veranlassen, schneller und sicherer als bei jedem Fintech. Differenzdeckungen bei Versicherungen oder automatische Sicherungsstrategien für das Investmentdepot, gemäß der Risikoneigung des Anlegers, sind da heute schon ein Mehrwert. Vor allem sind alle Kundendaten bei uns sicher in Deutschland verwahrt.

finanzwelt: Wie sicher sind die Geschäfte mit einem Maklerpool und einer Beraterbank?

Oliver Lang: Die sind nachvollziehbar und auf dauerhafte Nachhaltigkeit angelegt. Die BCA AG legt über ihre Geschäftsberichte fortlaufend ihre Aktivitäten offen und wird von der deutschen Aufsicht nach deutschem Recht überwacht, als einziger Pool mi eigener Bank, garantiert nach den strengsten Maßstäben der Regulierung. So ist unsere Fondsvermögensverwaltung bereits heue MiFID II konform. Bei Fintech-Anbietern kann ausländisches Recht greifen, das ist für Verbraucher nicht nur rechtlich ein Risiko.

finanzwelt: Was würden Sie Versicherer, Vermittler und Berater der Finanzbranche im Zeitalter der Digitalisierung aktuell empfehlen?

Oliver Lang: Sich vor allem nicht nervös machen zu lassen. Von zehn Fintech-Anbietern wird, wenn überhaupt, nur ein Anbieter überleben. Das sind auf Dauer keine Mitbewerber. Erfahrene Makler und Investmentberater werden dagegen vom digitalen Service in den Verwaltungsprozessen profitieren und viel mehr Zeit für die persönliche Betreuung ihrer Mandanten gewinnen

finanzwelt: Abschließend die Frage was aus Sicht eines Vertriebsexperten sehr wichtig ist?

Oliver Lang: Den menschlichen Faktor in einer digitalisierten Welt nicht zu vernachlässigen. Informationen und Daten nützen auf Dauer nur etwas, wenn die Zusammenhänge der Daten zu Bedarf und persönlichen Risiken der Mandanten passen. Eine Multikanal-Strategie die „Offline“ sachkundigen Rat und ein Einkaufs- und Betreuungserlebnis liefert, kann ideal durch einen digitalen Service „Online“ ergänzt werden. Die richtige Mischung sichert die Qualität, so sehen wir das bei der BCA AG und tun alles Notwendige oder technisch Sinnvolle um in den Prozessen Makler zu entlasten.

finanzwelt: Vielen Dank für das Interview und die aktuellen Hinweise für die Praxis.

Das Interview führte Dietmar Braun, freier Fachjournalist Wirtschaft (DFJV).
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Fed-Tagung: Ende des billigen Geldes?

(fw/ah) „Tapering" – so heißt das Sprachungetüm, vor dem alle Welt zittert. Übersetzt heißt es so viel wie Zurückfahren oder Verringern. Notenbank-Chef Ben Bernanke will nun das Ende der Liquiditätsschwemme einläuten. Die Zinsen sollen wieder steigen, das Geld wieder teurer werden.

Im Mai nahm Bernanke das Wort "Tapering" erstmals in den Mund, und was folgte, war fast schon beängstigend: Die globalen Börsen spielten nahezu verrückt. Die Zinsen auf amerikanische Staatsanleihen verdoppelten, in Schwellenländern brachen Aktienmärkte und die Landeswährungen ein. Damals war es nur eine Andeutung, dieses Mal könnte es „ernst" werden.

Heute entscheidet die Fed, ob das "Tapering" schon in diesem Herbst losgeht - viele Experten gehen fest davon aus. Und was kommt dann?
Konsens besteht dahingehend, dass es nicht ewig so weitergehen kann. Denn irgendwann würden die niedrigen Zinsen zu Inflation und Spekulationsblasen führen. Die Phase des „billigen Geldes" muss daher beendet werden.


http://www.federalreserve.gov/