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GAM: Japanische Aktien sind noch nicht überbewertet

(fw/ah) „Trotz des starken Anstiegs der vergangenen Monate ist der japanische Aktienmarkt insgesamt nicht überbewertet und bietet weiterhin Potenzial. Diese Meinung vertritt Ben Willams, Investment Director des GAM Star Japan Equity und anderer Japan-Portfolios bei GAM. So verzeichne der Japanische Topix-Index derzeit ein durchschnittliches Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 16, dies entspreche ungefähr auch der Bewertung des US-Index S&P 500. „Nach Jahren der Unterentwicklung beginnt der japanische Aktienmarkt aufzuholen", erläutert Williams. Dieser Prozess sei weiterhin im Gange. Auf Unternehmensseite würden sich die positiven Folgen der Yen-Abwertung erst noch im vollen Umfang bemerkbar machen. Die schwache heimische Währung begünstige vor allem Exporteure wie zum Beispiel Toyota und sei noch nicht voll eingepreist.
Williams weist allerdings gleichzeitig darauf hin, dass einige Bereiche des japanischen Aktienmarktes mittlerweile recht teuer geworden seien. Dies gelte vor allem für einige niedrig kapitalisierte Unternehmen (Small Caps). In seinem Portfolio hingegen liege das durchschnittliche KGV nur bei 13 und damit unter dem Gesamtmarkt. Gleichzeitig lege er Wert auf qualitativ hochwertige Unternehmen mit soliden Aussichten. Dies stimme ihn für den Fonds optimistisch."


www.gam.com

HTB erweitert Geschäftsführung

Mit Christian Averbeck gewinnt die HTB einen erfahrenen neuen Geschäftsführer. Damit wird das Bremer Unternehmen zukünftig von einer vierköpfigen Führungsmannschaft geleitet. Christian Averbeck wurde zum neuen Geschäftsführer Risikomanagement bei der HTB Hanseatische Fondshaus GmbH...
Morten Borg

Zeit für unterbewertete Perlen

finanzwelt: Bitte beschreiben Sie Ihre Value-Momentum Strategie
Borg: Die Auswahl von Papieren, die zugleich unterbewertet (Value) sind und eine positive Geschäftsdynamik (Momentum) erleben, geht auf gut dokumentierte, wissenschaftliche Erkenntnisse zurück. Investoren erreichen langfristig eine risikobereinigte Mehrrendite, indem sie nachweisbare Regelwidrigkeiten – Anomalien – im Aktienmarkt strategisch nutzen. Beide Strategien für sich genommen sind eher gegensätzlicher Natur. Deshalb sind sie normalerweise für verschiedene Anlegertypen interessant.
Value-Anleger sind langfristig ausgerichtet. Das gilt zum Beispiel für Analysen und Renditeerwartungen. Momentum-Anleger sind eher auf kurzfristige Nachrichtenströme und Aktienbewegungen fokussiert. Oft funktionieren die beiden Strategien nicht zur selben Zeit. Und gerade deshalb ist eine Kombination der beiden Strategien sinnvoll. Potenzielle Schwächen der einen können durch die Stärken der anderen Strategie ausgeglichen werden. Value-Aktien beispielsweise müssen reifen. Deshalb müssen reine Value-Investoren teils Jahre auf einen Kursanstieg warten. Hier greift der Momentum-Faktor als Indikator dafür, ob eine Value-Aktie zum Kursanstieg bereit ist. Hat eine unterbewertete Aktie ein positives Momentum, kann mit einem Kursanstieg gerechnet werden. Value-Kriterien dagegen können als Korrektiv wirken, wenn es um die Frage geht, ob Investoren Momentum-Aktien möglicherweise zu teuer einkaufen. Die Kombination von Value und Momentum ist deshalb ein starkes Risk-Return-Steuerungsinstrument für die Strukturierung von Aktienportfolios.

finanzwelt: Wo sehen Sie die Vorteile dieser Strategie, insbesondere im jetzigen Kapitalmarktumfeld?
Borg: Das wichtigste Argument für unsere Kombi-Strategie ist die verbesserte Erfolgsrate verglichen mit reinen Value- oder reinen Momentum-Strategien. Obwohl beide auf lange Sicht effektiv sind, wissen Sie nie genau, wann Value und Momentum wirken – eine kombinierte Strategie steigert jedoch die Erfolgschancen. Das gilt auch für die risikobereinigten Renditen.

finanzwelt: Was bedeutet die Umsetzung der „Value-Momentum-Strategie" für das Portfolio und die Performance?
Borg: Die Strategie eignet sich für Anleger, die langfristig eine Überrendite im Vergleich zu einer passiven Marktrendite erreichen wollen. Allerdings liefert die Value-Momentum-Strategie ähnlich wie jede andere Strategie nicht jedes Jahr eine Überrendite. Eine Auswirkung von Momentum als Teil einer Stockpicking-Strategie ist ein höherer Aktienumschlag im Portfolio im Vergleich zur traditionellen Value-Strategie. Und höhere Umsätze zahlen sich aus, da der Fondsmanager so Gelegenheiten schneller und gezielter nutzen kann.

finanzwelt: Bitte erzählen Sie uns noch einige Details zu ihrer Erfolgsbilanz
Borg: Alle Aktienportfolios von Jyske Invest basieren auf derselben Anlagephilosophie – wir kombinieren Value und Momentum für die Aktienauswahl. Im global ausgerichteten Aktienfonds Jyske Invest Favourite Equities stellen wir 30 bis 50 ausgewählte Aktien zusammen. Diese Stockpicks sind alle nach attraktivem Value und solidem Momentum selektiert. Wir nutzen diese Strategie jetzt seit mehr als zehn Jahren. In dieser Zeit haben wir eine solide Überrendite erreicht. Laut Morningstar hat unsere Strategie die Global Large-Cap Blend Equity Kategorie in den vergangenen 10 Jahren mit jährlich 3,9 Prozentpunkten übertroffen. Das heißt auch, wir lagen hier im Schnitt pro Jahr besser als der Durchschnitt unserer Vergleichsgruppe mit mehr als 600 Fonds.

finanzwelt: Die Märkte sind von einer hohen Volatilität getrieben – ist das gut für ihre Strategie?
Borg: Die aktuelle Volatilität ist in der Regel kein wirklicher Gegenwind für die Value-Momentum-Strategie. Extreme Reaktionen der Anleger wie Euphorie oder Panik waren in der Vergangenheit herausfordernd. Die Strategie zeigte zum Beispiel 1999 Schwächen, als die Papiere unterbewerteter Unternehmen Verluste einbrachten, weil Value-Aktien bei Anlegern überhaupt nicht mehr gefragt waren. Oder 2008, als die Finanzkrise in einer Panik gipfelte und sich in Kursverlusten für Momentum-Aktien niederschlug. Zurzeit dürften wir aber weder einer Euphorie noch einer Panik entgegen sehen. In dieser Hinsicht befinden wir uns in einem normalen Marktumfeld, das für die Value-Momentum- Strategie gute Chancen bietet.


Das Interview führte Alexander Heftrich

BVT Ertragswertfonds geratet

Der Alternative Investmentfonds BVT Ertragswertfonds Nr. 6 wurde in einem Update Rating von DEXTRO mit der Note AA- bewertet und in die Risikoklasse 3 (nach WpHG) eingestuft. Im Juli hatte der Fonds noch die...
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Legal & General Investment Management

Derzeit sprechen eine Reihe von Faktoren dafür, dass die Eurozone vor einer starken konjunkturellen Erholung steht. Ohne durchgreifende Reformen - insbesondere auf den Arbeits- und Gütermärkten - und einer Beseitigung struktureller Probleme wird es für die Währungsunion jedoch schwer, zu einem höheren langfristigen Wachstumspfad zurückzufinden. Zu dieser Einschätzung kommt Hetal Mehta, Ökonomin beim britischen Asset-Manager Legal & General Investment Management (LGIM). „Die Rahmenbedingungen sprechen dafür, dass die Eurozone reif ist für eine zyklische Erholung in den kommenden Quartalen", sagt Mehta, „aber das sollte nicht verwechselt werden mit einem langfristig nachhaltigem Wachstum und ebensowenig lassen sich damit die bestehenden Ungleichgewichte in der Währungsunion übertünchen."

Vor allem der stark gesunkene Ölpreis verleiht der Wirtschaft in der Eurozone jedoch zunächst einmal Rückenwind. In Euro gerechnet hat sich die Notierung des schwarzen Goldes seit Mitte vergangenen Jahres annähernd halbiert. „Als bedeutender Netto-Importeur von Öl gehört die Eurozone zu den größten Profiteuren dieser Entwicklung", sagt die LGIM-Expertin. Dazu kommt eine Inflation nahe der Nullmarke. "Mit nominellen Lohnzuwächsen von im Schnitt 1,7 Prozent werden die privaten Haushalte im laufenden Jahr erstmals wieder reale Einkommenszuwächse haben, die auf Vor-Krisen-Niveau liegen", so Metha. „Angesichts der niedrigen Energiekosten werden die Verbraucher einen guten Teil davon für Konsum ausgeben."

Die anhaltend niedrigen Inflationserwartungen bergen jedoch das Risiko, dass die Wirtschaft in eine deflationäre Phase abgleitet. „Allerdings scheint sich die Europäische Zentralbank dieser Gefahr mittlerweile bewusst zu sein. Daher hat sie ihre Geldpolitik mit dem neuen Anleihekaufprogramm noch weiter gelockert", beobachtet Metha. „Das macht gleichzeitig ein Abrutschen in die Rezession noch unwahrscheinlicher."

Zusätzlich profitiert die Wirtschaft der Eurozone von der Schwäche der Gemeinschaftswährung. In Handelsströmen gerechnet ist der Euro um zehn Prozent abgewertet. „Damit hat sich die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf dem Weltmarkt verbessert, was den Export stützt, und gleichzeitig verbilligen sich die Importe", erklärt die Ökonomin. „Wir rechnen dadurch mit einem auf das Jahr gerechneten zusätzlichen Wachstum von 0,5 Prozent." Dazu kommt, dass sich die Kreditversorgung der Unternehmen durch die Banken in den vergangen Monaten verbessert hat und außerdem die Nachfrage nach Darlehen anzieht. Zusätzlich positiv: Die Neuverschuldung der Euro-Staaten ist im vergangenen Jahr im Durchschnitt auf die Nulllinie gefallen und wird im laufenden Jahr nach Prognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) nur 0,5 Prozent erreichen.

Gefahr droht der Konjunktur höchstens von politischer Seite. Neben dem weiterhin schwelenden Ukraine-Konflikt könnte die instabile Situation Griechenlands auf andere Euro-Staaten abfärben. So verzeichnen vor den anstehenden Wahlen in Portugal und Spanien die Parteien, die sich für eine Abkehr vom Sparkurs aussprechen, deutlichen Zulauf. „Davon abgesehen scheint jedoch die wirtschaftliche Lage Europas auf den ersten Blick gut zu sein", so Metha. „Doch wenn man sich die Situation der einzelnen Länder anschaut, treten erhebliche Unterschiede zu Tage." So liegt zum Beispiel die Verschuldung des öffentlichen Sektors in Griechenland um 80 Prozent über dem europäischen Durchschnitt, während die Niederlande und Deutschland um 17 beziehungsweise 27 Prozent darunter liegen. Ähnlich verzerrt sieht die Situation bei der Verschuldung der privaten Haushalte und in puncto nationaler Arbeitslosigkeit aus. „Die wirklichen Probleme innerhalb der Eurozone liegen in diesen Ungleichgewichten", weiß die LGIM-Expertin und mahnt durchgreifende Reformen und eine echte Fiskalunion an. „Nachdem die Phase, in der die Euro-Staaten einen harten Sparkurs fahren mussten, vorbei ist, sind die hochverschuldeten Länder gefordert, eine wachstumsorientierte Politik zu verfolgen, um ihre Schuldenquoten endlich zu senken."


Legal & General Investment Management

Stabilität ist entscheidend für Emerging Markets

Templeton Global Macro argumentiert überzeugend, dass man die stabilen von den weniger stabilen Volkswirtschaften unterscheiden muss, um attraktive Chancen in den Schwellenländern zu erkennen. Hier bietet Dr. Michael Hasenstab ein Update zum „Local Markets...

Threadneedle Investments verstärkt Anleihenteam

(fw/ah) Peta kommt vom Acadian Asset Management in Boston, wo er seit 2007 den Bereich Emerging Market Debt leitete. John Peta verfügt über eine mehr als 20-jährige Erfahrung in der Analyse von festverzinslichen Anleihen und Staatsanleihen und kann ein weitreichendes Fachwissen auf dem Gebiet der Schwellenländeranleihen in Lokalwährung vorweisen, das sich auf über 30 Länder, einschließlich der Frontiermärkte erstreckt. Er berichtet zukünftig an Jim Cielinski. Jim Cielinski, Head of Fixed Income, kommentierte hierzu wie folgt: "Ich freue mich sehr, John bei Threadneedle begrüßen zu dürfen. Er bringt herausragende Kenntnisse über ei-ne Vielzahl von Schwellenmärkten mit. Seine Ernennung stärkt unser bewährtes Po-tenzial bei den Schwellenländeranleihen ebenso wie unsere breitere Fixed Income-Plattform. Die fachliche Kompetenz von John, vor allem auf dem Gebiet von Anleihen in Lokalwährung, verbessert die Erfahrungen im Team erheblich. Wir freuen uns auf seinen Beitrag zu unserer Kultur der Zusammenarbeit, Diskussion und Debatte."

www.threadneedle.com

Allianz verdient trotz Umsatzrückgang mehr

Allianz verdient trotz weniger Umsatz mehr

Das erste Quartal 2016 war für die Allianz schadenstechnisch und im Überschuss ein guter Start ins neue Jahr. Der Allianz-Chef erwartet einen zweistelligen Milliarden-Gewinn im Gesamtjahr 2016. 2016-05-02 (fw/db) Die Allianz Gruppe hat im ersten...
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Rein in Aktien, raus aus Anleihen

(fw/ah) Das ist das Ergebnis der globalen RiskMonitor-Umfrage von AllianzGI. Rund 30 % der befragten Investoren wollen den Anteil internationaler Aktien in ihren Portfolien auf 12-Monatssicht erhöhen, nur 6 % wollen den Anteil reduzieren. Aktien aus Schwellenländern stehen ebenfalls auf der Kaufliste von 25 % der Umfrageteilnehmer, nur 8 % wollen den Anteil dieser Anlageklasse reduzieren. Das Interesse an Aktien der jeweiligen Heimatmärkte ist deutlich geringer ausgeprägt: 21 % planen eine höhere und 15 % eine niedrigere Allokation. Eine tiefer gehende Betrachtung zeigt, dass selbst Anleger, die ihre Allokation im Rentenbereich nicht verringern wollen, Zukäufe bei internationalen oder Schwellenländeraktien planen.

Elizabeth Corley, Chief Executive Officer von Allianz Global Investors, bemerkt: „Über große Umschichtungen in Aktien wurde in den letzten zwei Jahren unter dem Stichwort 'great rotation' viel gesprochen. Allerdings haben institutionelle Anleger – zwischen Risikoaversion und Abwarten – bislang nur bedingt Taten folgen lassen. Die Ergebnisse unserer Umfrage zeigen, dass der Appetit für risikotragende Anlageklassen und insbesondere für Aktien bei Investoren gestiegen ist und dass sie vor dem Hintergrund eines freundlicheren Wirtschaftsausblicks Risikoprämien erwirtschaften wollen. In Zeiten niedriger Zinsen ist es für institutionelle Investoren wichtig, dass sie ihre Portfolien in Richtung Risiko-Assets umschichten, und es ist ermutigend, dass diese Umschichtungen bereits geplant sind. Derzeit halten wir es für das größte Risiko für Anleger, wenn sie kein Risiko eingehen."


www.allianzgi.com
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EZB senkt Zinsen und legt Fokus auf ABS-Kaufprogramm

Was dürfte die EZB zur heutigen Zinssenkung bewogen haben?

(fw/ah) „Die jüngsten europäischen Konjunkturdaten sind eher enttäuschend ausgefallen, und es ist immer wieder die Rede von einem möglichen verlorenen Jahrzehnt in Europa. Das alarmiert Mario Draghi. Insofern wollte er offenbar ein Zeichen setzen, dass er keinen weiteren Preisrückgang dulden wird. Der Fokus der EZB dürfte in diesem Zusammenhang auf dem ABS-Kaufprogramm liegen. Aber vermutlich erscheint es ihr noch zu früh, Details dazu bekannt zu geben. In der Zwischenzeit erschien ihr die heutige Zinssenkung um zehn Basispunkte offenbar als sinnvolle Lösung.

Welche Wirkung wird das angekündigte ABS-Kaufprogramm entfalten?

„Ein ABS-Kaufprogramm im Volumen von 500 Milliarden Euro erscheint ziemlich groß angelegt – vor allem angesichts der Tatsache, dass die Emissionstätigkeit in letzter Zeit eher verhalten war. Entscheidend wird sein, wie viel Risiko die EZB tatsächlich auf ihr Buch nimmt. Denn für die Banken dürfte es mitunter deutlich günstiger sein, sich im Rahmen des TLTRO Liquidität zu beschaffen anstatt durch den Verkauf von ABS."

Wie sollten Investoren sich in diesem Umfeld verhalten?

„Auch wenn der Markt mit anhaltend niedrigen Zinsen in Europa rechnet, erscheint es nicht angeraten, Zinsrisiken einzugehen. Aber es gibt noch immer Marktsegmente, die attraktive Risikoprämien bieten. Dazu gehören Hochzinsanleihen, unter anderem angesichts ihrer niedrigen Ausfallraten."

Welche Auswirkungen auf den Euro sind zu erwarten?

„Es besteht ein Interesse daran, den Euro zu drücken. Das Dilemma ist nur: Immer dann, wenn die EZB die Märkte so wie heute positiv überrascht, ermuntert sie dadurch ausländische Investoren – und das gibt dem Euro Auftrieb."


www.assenagon.com