Büros bevorzugt

Gegen den Trend

Für den grundbesitz europa sind zuletzt aber auch andere Immobilienarten in den Fokus gerückt. „In jüngerer Zeit sind Einkaufszentren mit professionellen Center-Managern hinzugekommen (Anteil im Fondsportfolio rund 30 %)“, berichtet Ulrich Steinmetz. Damit agiert der DWS-Fonds konträr zum Markt. So waren laut Scope-Studie gerade einmal 18 % der im vergangenen Jahr angekauften Objekte Einzelhandelsimmobilien, was bedeutet, dass die Fondsmanager den Anteil dieser Immobilienklasse am Portfolio immer weiter reduzieren. Diese Reduktion geschieht aber nicht unbedingt aktiv durch den Verkauf von Objekten, sondern passiv, indem mehr andere Nutzungsarten gekauft werden. Dass Einkaufszentren für Immobilieninvestoren weniger attraktiv sind, hängt vor allem mit der zunehmenden Bedeutung des Online-Handels zusammen. Dieses veränderte Einkaufsverhalten bedingt aber auch, dass deutlich mehr Pakete transportiert werden müssen und somit auch mehr Logistikimmobilien benötigt werden. Ulrich Steinmetz sieht deshalb im Logistikimmobilienbereich, der derzeit 5 % des Portfolios des grundbesitz europas ausmacht, zunehmend Investitionsmöglichkeiten.

Wohnimmobilien spielen nur Statistenrolle

In Deutschland gibt es etwa drei Mio. Häuser, in denen sich mindestens drei Wohnungen befinden. Obwohl dort mit ca. 21 Mio. Menschen ein gutes Viertel der Gesamtbevölkerung lebt, spielen Wohnimmobilien bei OIF nur eine untergeordnete Rolle und machen gerade einmal 1 % der Investitionsobjekte aus. Dass Wohnimmobilien trotz ihrer großen Anzahl so selten in OIF vertreten sind, hängt laut Torsten Knapmeyer mit den spezifischen Eigenschaften dieser Nutzungsart zusammen. „Im Segment Wohnen geht es in der Regel um kleinere Investments, die für einen Fonds mit einem Immobilienvermögen von über 15 Mrd. Euro wirtschaftlich nicht sinnvoll sind. So sind Wohnimmobilien in der Regel deutlich verwaltungsintensiver als Büroimmobilien und erfordern ein spezielles Wissen“, erklärt der Geschäftsführer der Deka Immobilien GmbH, warum der Deka-Immobilien Europa ausschließlich auf die Assetklassen Büro, Einzelhandel, Hotel und Logistik setzt. Trotzdem spielt das Thema Wohnimmobilien bei der Deka auch für OIF eine Rolle. „Die Kernkompetenz der Deka Immobilien liegt aber nach wie vor im gewerblichen Immobilienbereich. Deshalb arbeiten wir bei unserem geplanten Offenen Wohnimmobilienfonds für Privatanleger mit einem erfahrenen Partner in dieser Assetklasse zusammen“, so Knapmeyer weiter. Commerz Real möchte zwar in nächster Zeit vermehrt Wohnimmobilien in das Portfolio des hausInvest aufnehmen, wird dafür aber auch externe Expertise nutzen. „Mit Wertgrund haben wir seit kurzem einen erfahrenen Wohnimmobilien-Partner mit exzellentem Marktzugang. In den kommenden Jahren wird der hausInvest ca. zwei Mrd. Euro in Wohnimmobilien investieren. Die Kooperation erlaubt es dem hausInvest, in die interessante und stabile Assetklasse Wohnen zu investieren und den Fonds damit weiter zu diversifizieren, ohne dass wir innerhalb der Commerz Real ein kleinteiliges Assetmanagement für ein Wohnimmobilienportfolio aufbauen müssten“, erläutert Mario Schüttauf. Auch Ulrich Steinmetz berichtet, dass DWS in letzter Zeit zunehmend im Segment Wohnen, inklusive Hotels und Studenthousing, interessante Investitionsobjekte identifiziert hat. „Grundsätzlich wird jedes einzelne Objekt einer detaillierten Prüfung unterzogen. Dabei spielt auch die jeweilige Marktlage eine entscheidende Rolle“, so Steinmetz über die ausschlaggebenden Investitionskriterien. (ahu)