Britney, Bugatti, Goldman – Die irren Ausmaße des 1MDB-Skandals

Foto: © art_zzz - stock.adobe.com

Hollywood hat sich schon die Verfilmungsrechte gesichert: die Korruptions- und Geldwäsche-Affäre um den malaysischen Staatsfonds 1MDB entwickelt sich zu einem der größten Finanzskandale aller Zeiten. Mittendrin und bereits verurteilt: die US-Investment-Bank Goldman Sachs sowie ein ehemaliger Ministerpräsident Malaysias. Die Ausmaße des weltumspannenden Krimis erfassen sogar den beliebten Film „The Wolf of Wall Street“ und zahlreiche Weltstars.

Dabei sollten die Gelder des 2009 eingerichteten Fonds eigentlich der Wirtschaftsförderung Malaysias dienen. Stattdessen sind laut US Justizministerium bis 2015 rund 4,5 Milliarden Dollar verschwunden. Strippenzieher der Plünderung war ein mysteriöser Malaysier namens Jho Low. Bis heute befindet er sich auf der Flucht. Doch während der Raubphase hätte sein Leben nicht schillernder sein können.

Promi-Parade in Las Vegas zum Geburtstag

Im Party-Paradies Las Vegas wurde es die Party des Jahrzehnts – der 31. Geburtstag des Jho Low im November 2012. Zu den Gästen gehörten Leonardo DiCaprio, Kanye West mit seiner Frau Kim Kardashian, Bradley Cooper und Jamie Foxx. An der Bar standen Models, während Pharrell Williams, Usher und Ludacris für Live-Musik sorgten. Insgesamt waren auf der Feier also 45 Grammy Awards versammelt. Nein, sogar 46 Grammys, denn Britney Spears sprang im Goldbikini aus einer Torte und sang „Happy Birthday“. Als Geschenk bekam das Geburtstagskind u.a. einen Bugatti im Wert von 2,5 Millionen Dollar.

Wer einen Blick auf seine offizielle Website wirft, bekommt den Eindruck er habe sich all das auch redlich verdient. Low bezeichnet sich dort als Philanthrop, Investor und Unternehmer. Die USA und sein Heimatland Malaysia hingegen klagen ihn an als Betrüger, der mehrere Milliarden Dollar aus dem Staatsfonds 1MDB gestohlen haben soll. Um das Geld zu waschen, habe er es laut Anklage in den USA ausgegeben für Villen, Juwelen und Kunst von Van Gogh über Picasso bis Monet. Zudem habe er den Hollywood-Hit „The Wolf of Wall Street“ mitfinanziert – was den Film nur noch authentischer macht.

Warum der Skandal bereits eine Rekordstrafe zur Folge hatte, lesen Sie auf Seite 2