Brexit und Börsenkonsequenzen

Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak aus dem LOYS-Fondsmanagement

Die Bürger Großbritanniens haben sich mehrheitlich für ein Verlassen der Europäischen Union entschieden. An der Börse hat die Entscheidung zu heftigen Kursverlusten geführt. Das britische Pfund sackt deutlich ab und muss von der britischen Notenbank gestützt werden. Auch der Euro verlor deutlich an Wert gegenüber Dollar, Yen und Franken.

Das Vereinigte Königreich ist wirtschaftlich recht unbedeutend, es erwirtschaftet ca. 2 % des Welt – Bruttosozialproduktes. Seine Bedeutung bezieht Großbritannien aus seiner wichtigen Rolle als Finanzplatz. Im Weltaktienindex MSCI weist UK ein Gewicht von knapp 10 % auf und beim Handel mit Devisen, Rohstoffen, Zinspapieren und Derivaten kommt London eine zentrale Rolle zu. Die aktuellen Börsenturbulenzen erklären sich folglich aus der herausgehobenen Position der britischen Hauptstadt am Weltfinanzmarkt. Alle großen europäischen Banken werden maßgeblich aus London gesteuert und alle wichtigen amerikanischen Finanzinstitute steuern ihr Europa-Geschäft weitgehend aus London. Insofern lässt sich sagen, dass die BREXIT-Entscheidung realwirtschaftlich sehr überschaubare Konsequenzen nach sich ziehen wird, finanzwirtschaftlich aber äußerst schwerwiegend ist. Das Fondsmanagement der LOYS AG hat sich frühzeitig mit dem Thema BREXIT auseinandergesetzt und eine Positionierung gewählt, die den Fonds jetzt sehr zustatten kommt. Als klug hat es sich etwa erwiesen, keine Bankaktien in den Fondsportfolios zu halten, denn die Aktien großer Banken zählen zu den Hauptverlierern der Entwicklung (Societe Generale, Santander, Deutsche Bank, Barclays, Goldman Sachs etc.) Des Weiteren weisen alle LOYS Fonds ein signifikantes Untergewicht in britischen Aktien und britischem Pfund auf, so dass auch an dieser Stelle die Auswirkungen des BREXIT überschaubar bleiben dürften. Von größerer Relevanz für die LOYS Fonds dürften etwaige Abstrahleffekte sein, sofern etwa die Börsen solcher Länder stark in Mitleidenschaft gezogen werden, die nur geringe Verwobenheit mit Großbritannien aufweisen. Diesbezüglich war der Kurseinbruch in Japan überraschend heftig, wenngleich der Transmissionsriemen zwischen japanischen Aktien und dem BREXIT ganz eindeutig im erstarkenden Yen zu finden ist. Erfahrungsgemäß dürfte die Kursreaktion auf den BREXIT in den USA von größter Wichtigkeit sein. Abgesehen von den direkt betroffenen vielen Finanzwerten an der US-Börse dürften die Folgen für die US-Wirtschaft aber vernachlässigbar sein. Der im Gefolge des britischen Referendums angestiegene US-Dollar dürfte die US-Notenbank dazu veranlassen, den amerikanischen Leitzins für eine längere Zeit niedrig zu halten. Auch der sehr feste Bund-Future indiziert, dass sich Anleger auf eine lange Periode ultra-niedriger Zinsen einstellen müssen. Daraus folgt jedoch, dass Aktienanlagen ohne sinnvolle finanzwirtschaftliche Alternative dastehen. Kluge Anleger dürften sich daher bewogen fühlen, die aktuelle BREXIT-Baisse zur Aufstockung von Positionen zu nutzen. Jene Anleger, die neben einem Aktienexposure ein zusätzliches Sicherheitsnetz wünschen, finden im LOYS Global L/S einen geeigneten Weg, um in die Märkte einzusteigen. Im Übrigen stellt das Fondsmanagement der LOYS AG mit Befriedigung fest, dass sich das Konzept des LOYS Global L/S auch in dieser hektischen Phase bewährt.

Kommentar von: Dr. Christoph Bruns und Ufuk Boydak, LOYS AG