Brexit: Überlegen macht überlegen

Der Brexitcrash wird erst einmal verschoben

In den letzten Tagen wurde der Dax durch die Zitterpartie in London immer wieder ausgebremst. Am Tag der Abstimmung hellte sich die Stimmung an der Frankfurter Börse aber auf einmal überraschenderweise wieder auf. Unter Börsianern gilt es offensichtlich bereits als sicher, dass das Unterhaus den ausgehandelten Vertrag zwischen der Premierministerin May und der EU ablehnen wird. An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Die Frage ist also, wie es nach der Ablehnung weitergeht. Die Möglichkeiten reichen von einem ungeordneten Brexit über Neuwahlen, bis hin zu einem zweiten Referendum oder einer Verschiebung des EU-Austritts auf unbestimmte Zeit.

Die Zeit des britischen Empires ist schon lange vorbei

Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. In den nächsten Wochen muss sich das britische Volk, vertreten durch seine Politiker, entscheiden. Es geht um das zukünftige Verhältnis Großbritanniens zum europäischen Kontinent. Viele Engländer sind noch gefangen in einem Gefühl von Einzigartigkeit und Überlegenheit. Aber die Zeit des britischen Empires ist schon lange vorbei und ist nur noch eine Illusion. Heute regiert Großbritannien nicht mehr ein Viertel der Erdbevölkerung. Man möchte in diesen Tagen den Engländern ein Zitat des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry zurufen: „Überlegen macht überlegen“.

Kolumne von Markus Richert,
CFP® und Seniorberater Vermögensverwaltung bei der Portfolio Concept Vermögensmanagement GmbH in Köln