Folgen für den deutschen Mittelstand

Götz Albert

Die Briten haben entschieden. Großbritannien verlässt die Europäische Union. „Das Votum ist schlecht für Europa und noch schlechter für Großbritannien. Auch der deutsche Mittelstand ist betroffen, aber weniger stark, als kurzfristig gedacht.“

„Die hohe Anpassungsstärke international aufgestellter Mittelständler ist der stärkste Schutzschild gegen negative Folgen des Brexit-Votums. Viele Mittelständler sind international aufgestellt und haben in der Vergangenheit immer wieder bewiesen, dass sie das Wegbrechen ganzer Märkte relativ schnell auffangen können. Beispielsweise in der Griechenlandkrise oder bei den Sanktionen gegen Russland.“ „Die wirtschaftlichen Beziehungen zu Großbritannien sind für global agierende Mittelständler wichtig, aber nicht alles entscheidend. Der Absatzmarkt für viele Unternehmen des deutschen Mittelstandes ist mittlerweile die ganze Welt. Hierin spielen die direkten Nachbarländer in Euroland immer noch die größte Rolle, aber auch die USA und die aufstrebenden Länder der Emerging Markets.“ „Für den deutschen Mittelstand wird der Verlust an wirtschaftlicher Liberalität viel gravierender sein als eine kurzfristige Belastung der Absatzchancen nach Großbritannien. Großbritannien ist von jeher ein wirtschaftsliberales Land. Wenn diese Orientierung in Zukunft in Europa kein Gewicht mehr hat, besteht die Gefahr, dass auch in Europa die Anhänger einer staatsdirigistischen Politik noch stärkeres Gewicht bekommen. Das ist aber das Gegenteil dessen, was deutsche mittelständische Firmen fit für den Weltmarkt macht.“

Zitate: Götz Albert, Head of Portfolio Management Small & Mid Caps, Lupus alpha

www.lupusalpha.de