BNPP IP: Abwartende Haltung bei Aktienengagements

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BNPP IP geht im ersten Marktausblick 2012 auf mögliche Aktieninvestments weltweit ein. Unternehmensanleihen seien momentan einen „Kauf“ wert, Zurückhaltung sei bei Investments in den USA und Europa geboten.

(fw/ah) „Da wir weder damit rechnen, dass die derzeitige Verbesserung der US-Wirtschaftsdaten in ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum übergeht, noch damit, dass in der nächsten Zeit eine Lösung für die Schuldenkrise im Euroraum gefunden wird, behalten wir unsere vorsichtige Haltung bei. Hierzu gehört auch, dass wir Schwellenländeraktien bessere Chancen einräumen als Aktien aus Industriestaaten. Gleichzeitig stehen wir den meisten Kategorien festverzinslicher Wertpapiere neutral gegenüber. Unserer Ansicht nach stellen die Rezession und die Staatsschuldenkrise im Euroraum nach wie vor Risikofaktoren für Industrieländeraktien dar. Die Herabstufung von Gewinnprognosen lässt nichts Gutes erwarten und wir gehen davon aus, dass die Gewinne in diesem oder im darauffolgenden Quartal enttäuschend ausfallen könnten. Auch wenn wir Aktien aus den USA etwas optimistischer gegenüberstehen, ist die dortige wirtschaftliche Erholung wahrscheinlich nicht stark genug, um die Aktienkurse von Unternehmen aus anderen Industriestaaten nach oben ziehen. Ein Großteil dieser Erholung wurde übrigens von den Märkten bereits eingepreist: Der S&P500 legte verglichen zu seinem Tiefstand im Oktober 2011 17,5% zu, während der Eurostoxx 50 heute 17,6 % höher liegt als im September vergangenen Jahres. Dadurch sind die Bewertungen nicht mehr ganz so attraktiv. In Anbetracht der jüngsten Konjunkturschwäche und der anhaltenden Stärke des Yen haben wir japanische Aktien trotz der relativ niedrigen Bewertungen untergewichtet. Was die Emerging Markets anbelangt, so sind wir optimistischer, da wir dort nach wie vor von einem strukturellen Wachstum überzeugt sind. Der Rückgang der Inflation und die geldpolitische Lockerung müssten hier dazu beitragen, die negativen konjunkturellen Faktoren aufzufangen. Wir entschieden uns für eine Übergewichtung von Unternehmensanleihen, da wir davon ausgehen, dass sie sich in einem von schwachem Wachstum geprägten Umfeld gut entwickeln und von den starken Bilanzen der Unternehmen profitieren werden. Hinzu kommt, dass die implizite Ausfallrate deutlich höher liegt, als die tatsächliche. Die Tatsache, dass viele der Investment-Grade-Anleihen aus dem Bankensektor stammen, stellte ein Risiko dar. Dieses Risiko ging jedoch zurück, nachdem die EZB den Banken dreijährige Kredite angeboten und dadurch den Finanzierungsdruck gemildert hatte. Die Zunahme der Kapitalzuflüsse in Credit Funds und die Verbesserung der Anlegerstimmung trugen ebenfalls zu unserer Entscheidung bei, Unternehmensanleihen überzugewichten. Wir finanzierten diese Umschichtung aus dem Verkauf von Staatsanleihen.

Die neuesten Arbeitsmarktdaten aus den USA waren ermutigend. Ein Index für noch nicht abgeschlossene, aber vertraglich bereits fixierte Immobilienkäufe stieg auf den höchsten Stand seit dem Frühjahr 2010. Andere Wirtschaftsdaten sind hingegen weniger rosig. Aufträge und Versand von Investitionsgütern – ein gutes Barometer für Unternehmensinvestitionen – waren rückläufig. Das jüngste Stellenwachstum könnte saisonbedingt sein. Gleichzeitig trug der Rückgang der Erwerbsbevölkerung zum Rückgang der Arbeitslosenrate bei. Um mit dem Bevölkerungswachstum mitzuhalten, müsste das Stellenwachstum ein schnelleres Tempo vorlegen.“

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