Blockchain – Revolution oder vorübergehender Trend?

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In diesem Artikel tauchen wir ein wenig in die technologischen Tiefen ab. Keine Bange, Sie gehen täglich mit hochkomplexer Technologie um – es sei denn Sie nutzen keinen PC, kein Internet, Smartphone oder fahren kein Auto. Die Blockchain ist insbesondere in unserer Branche in aller Munde. Dieser Technologie werden revolutionäre, aber auch disruptive Eigenschaften zugeschrieben. Stehen wir am Beginn eines grundlegenden Wandels?

Nicht zu trennen ist die Blockchain von den sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin. Von ihnen gibt es mittlerweile über 500 Arten. Sie alle benutzen Blockchain-Technologie. Im November 2008 hat ein gewisser „Satoshi Nakamoto“ ein Whitepaper veröffentlicht. Ob es sich dabei um ein Pseudonym, eine reale Person oder Gruppe handelt, ist nicht bekannt. Dieses war die Grundlage dieser Technologie, die das Problem des Vertrauens in einen Datenbestand ohne eine zentrale Instanz lösen sollte. Instanzen sind zentrale Einrichtungen wie Banken, Behörden oder Grundbuchämter. Das Misstrauen, die Angreifbarkeit und das Potenzial zum Machtmissbrauch dieser Instanzen waren Treiber der Blockchain-Technologie – auch Disintermediation genannt. Das ist ein Konzept aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften, das den Wegfall einzelner Stufen in der Wertschöpfungskette beschreibt. Bleibt die Frage: Was ist die Blockchain? Im Grunde ist Blockchain ein gemeinsam genutztes Transaktionsbuch oder Register. Jeder kann es überprüfen und kein einzelner Teilnehmer oder eine dritte Instanz kann es kontrollieren. Aus dem Englischen übersetzt bedeutet es „Blockkette“, also eine Kette aus Transaktionsblöcken. Es können unterschiedlichste Transaktionen zwischen zwei Parteien sein. Die Verwaltung erfolgt durch die Rechner der Teilnehmer der Transaktionen sowie weiterer authentifizierter Parteien. Eine Transaktion muss von jedem der teilnehmenden Rechner bestätigt werden. Dies geschieht natürlich aus Sicherheitsgründen verschlüsselt. Ist das erfolgt, wird der Block in die Kette geschrieben. Die Architektur der Blockchain macht sie sehr robust gegenüber dem Ausfall von Netzwerkknoten. Dies lässt sich auch mit etwas technologischem Aufwand mit traditionellen Datenbanken sicherstellen und sollte nicht das entscheidende Argument sein, Blockchain-Technologie einzusetzen.

Mehr Transparenz für mehr Sicherheit

Die Blockchain ist eine gläserne Datenbank, in der alle Einzelheiten einer Transaktion festgehalten und von allen Mitgliedern des Netzwerks einsehbar sind. Jeder der gespeicherten Blöcke wurde vorab von allen verifiziert. Mit dieser Methode ermöglicht Blockchain eine so noch nie da gewesene Transparenz zwischen den Partnern. Informationen, die verifiziert sind und gleichzeitig von mehreren Rechnern verwaltet werden, sind so gut wie nicht zu manipulieren. Mit diesem Konsens und der kryptografischen Sicherung der Blöcke sind alle Informationen unveränderbar. In der Vergangenheit gemachte Einträge können weder geändert noch gelöscht werden. Fehler können nur durch neue Transaktionen mit einer prüffähigen Spur behoben werden. Allerdings ist die hier gemeinte Transparenz nicht damit zu begründen, dass jeder alle sensiblen Daten sehen kann. Die Bitcoin-Konten sind mit Schweizer Nummernkonten – vor dem Steuer-CD-Ausverkauf – vergleichbar. Es ist bekannt, welchen Wert das Konto hat, der Besitzer ist jedoch nicht erkennbar.

Wie sich öffentliche und private Blockchains unterscheiden und welche Bedenken es gegen die neue Technik gibt, lesen Sie auf Seite 2