Big Insurer ist watching you

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Jede Geschäftsbeziehung beruht auf gegenseitigem Vertrauen. Doch wie heißt es so schön: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“. Aber rechtfertigt das, dass Versicherungen ihre Kunden ausspionieren? Diese Frage wirft jetzt ein Fernsehbericht auf.  

Am Dienstagabend strahlte das ZDF-Magazin „Frontal 21“ einen Bericht aus, der Versicherern nicht schmecken und Versicherte verunsichern dürfte: Anhand von zwei Fällen wurde gezeigt, dass private Krankenversicherer Detektive auf Versicherte ansetzen, die derzeit Leistungen aus der privaten Krankenversicherung beziehen. In beiden Fällen wurden den Versicherten die Leistungen verweigert bzw. sogar die Police gekündigt, nachdem ihre Versicherungen nach detektivischer Überwachung Zweifel daran hatte, ob der Leistungsfall wirklich eingetreten ist. Neben den beiden Betroffenen kommt auch ein Detektiv zu Wort, der schon im Auftrag von Versicherungen deren Kunden ausspioniert hat. Er berichtet darüber, dass die Überwachung von Versicherten immer mehr zunehme und dabei durchaus die Grenze der Legalität überschritten werde. Auf diese Weise wollten die Versicherungen Geld sparen. Die Versicherungen der beiden Beispielfälle äußern sich hingegen vor der Kamera nicht zu der Thematik und geben nur sehr kurze Statements ab.

Ebenfalls unerwähnt im Beitrag bleibt, welch enorme Schäden den Versicheren jährlich durch Betrug entstehen. Deshalb sollte die Assekuranz alleine schon im Interesse ihrer ehrlichen Kunden Maßnahmen gegen Betrug ergreifen. Nur sollten diese einen gewissen Rahmen nicht überschreiten – sowohl ethisch als auch rechtlich. (ahu)