Bietet Facebook bald Finanzprodukte an?

© Lukas Gojda - stock.adobe.com

Facebook plant offenbar, mit der Finanzbranche zu kooperieren. Über die genaue Ausgestaltung gibt es aber mehr Gerüchte als Gewissheit. Dennoch hat die Facebook-Aktie von der Meldung deutlich profitiert.

Laut einem Bericht des Wall Street Journals hat Facebook bei mehreren US-Großbanken angefragt, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Dem Bericht zufolge plant das soziale Netzwerk, Dienstleistungen wie etwa das Abrufen des Kontostandes oder Benachrichtigungen im Missbrauchsfall anzubieten. Auch habe man gegenüber den Banken den Wunsch geäußert, die Kundendaten, inklusive Girokonten- und Kreditkartenzahlungen zu teilen. Letzteres wurde von Facebook jedoch gegenüber dem Online-Nachrichtenportal Techchrunch dementiert. Es gehe bei den Partnerschaften lediglich um Chats und Live-Updates via Bots. Auch seien die Banken selbst an Facebook herangetreten. Jedoch hätten diese auf die Pläne von Facebook verhalten reagiert, was nicht zuletzt mit dem Datenskandal um Cambridge Analytica zusammenhänge. Eine Bank habe das Angebot von Facebook bereits abgelehnt. Facebook betonte jedoch, dass Daten, die von Banken oder Kreditkartenanbietern erworben würden, nicht für Werbeanzeigen verwendet oder mit dritten Parteien geteilt würden.

Hintergrund der Anfrage sei gewesen, dass sich Facebook breiter aufstellen und über den aktuellen Marketplace hinausgehen will.

Aktie profitiert

Auch wenn noch vieles im Unklaren darüber ist, wie konkret Facebook in den Finanzsektor einsteigen will, das Unternehmen hat zumindest von dem Bericht schon einmal profitiert: Weil die Aktie um 4,5 % stieg, konnte das Unternehmen 2,5 Mrd. Dollar an Börsenwert zurückgewinnen. Erst vor zwei Wochen hatte die Facebook-Aktie massiv an Wert verloren, nachdem der Internetkonzern in seiner neuesten Quartalsbilanz eine verlangsamte Umsatzdynamik voraussagte. So sank der Börsenwert durch den Kursverlust an einem einzigen Tag um 120 Mrd. Dollar. (ahu)