Besser gefahren als mit Dickschiffen

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Nicolas Schmidlin

Der DAX ist momentan im freien Fall. Kein einfaches Umfeld. Mischfonds (Multi Asset) sind bei Beratern und Investoren weiterhin sehr beliebt. Aber sucht man hierbei immer 08/15-Lösungen? Die ProfitlichSchmidlin AG mit ihrem Fonds (WKN: A1W9A2) präsentiert das Besondere. finanzwelt sprach mit Nicolas Schmidlin, Mitglied des Vorstands, zur Halbjahresbilanz und dem Konzept im Allgemeinen.

finanzwelt: Wie fällt die Halbjahresbilanz aus?
Schmidlin: In den ersten sechs Monaten seit Auflage Ende Januar war die Performance zufriedenstellend. Sowohl im Bereich der Aktien als auch bei den Anleihen konnten wir einige interessante Ideen entwickeln. Zurzeit sind beide Anlageklassen ungefähr mit jeweils 40 % im ProfitlichSchmidlin Fonds gewichtet.

finanzwelt: Unlängst haben Sie  ein Webinar veranstaltet, auch unter dem Gesichtspunkt, den Investmentprozess des Fonds näher zu erklären. Mit welcher Resonanz?
Schmidlin: Insbesondere im Bereich der Anleihen investiert der Fonds in Sondersituationen und damit teilweise in Nischenthemen. Es ist uns deshalb ein Anliegen, unseren Ansatz transparent zu kommunizieren. Im letzten Webinar haben wir unsere Herangehensweise im Bereich der Staatsanleihen Restrukturierungen beleuchtet und sind dabei auch auf Details wie beispielsweise die konkrete Prospektanalyse eingegangen. Aus unserer Sicht machen viele Kapitalmarktteilnehmer den Fehler, Staatsanleihen als homogen zu betrachten. Ich denke, das Webinar hat verdeutlich, dass gerade bei Staatsanleihen eine detaillierte Prospektanalyse unerlässlich ist.

finanzwelt: Kommt das Konzept bei den Investoren gut an?
Schmidlin: Unser Ansatz langfristige Investitionen und aktuell vermehrt Opportunitäten im Aktienbereich sowie Sondersituationen im Bereich der Anleihen zu identifizieren hat den Vorteil, dass das Fondsvermögen über verschiedene Werttreiber diversifiziert ist. Das Konzept weist durch die verschiedenen Themenbereiche jedoch auch eine gewisse Komplexität auf. Daher müssen wir weiter an der Kommunikation arbeiten, um ein ausreichendes Verständnis des Konzeptes, gerade in volatileren Zeiten, sicherzustellen.

finanzwelt: Im Vergleich zum ersten Quartal habenSie die Anleihenposition aufgestockt. Finden sich dort aktuell viele Möglichkeiten?
Schmidlin: Interessanterweise war dies in den letzten Monaten tatsächlich der Fall. Grundsätzlich erfolgt unsere Asset Allokation jedoch nicht Top Down sondern ergibt sich auf Basis der Attraktivität der einzelnen Wertpapiere. Wir haben in den letzten Monaten also mehr attraktive Titel im Bereich der Anleihen gefunden. Nach den teilweise starken Kursverlusten bei einigen Aktien in den letzten Wochen fokussieren wir zurzeit wieder einen größeren Teil des Researchs auf den Aktienbereich.

finanzwelt: Zum Schluss: Zuletzt haben Sie Alstom-Aktien gekauft, WMF reduziert. Wie ist die Erklärung dafür?
Schmidlin: Alstom ist eine spannende Opportunität, die sich in den letzten Wochen auftat. Nach der Übernahme der Energiesparte durch General Electric verbleibt Alstom nun alleine sein Transportgeschäft, welches auch die Produktion des Hochgeschwindigkeitszuges TGV umfasst, sowie ein hoher Nettobarmittel Bestand und die Joint Ventures mit General Electric. Diese Joint Ventures können zu einem festgeschriebenen, jährlich steigenden Preis ab 2018 komplett an GE verkauft werden. Werden die einzelnen Vermögenswerte zusammengezählt, wird deutlich, dass der Wert des Transportgeschäfts aktuell nur mit einem Bruchteil seines fairen Wertes im Kurs reflektiert wird. Dies stellt für uns eine attraktive Situation dar, da das Verlustrisiko durch die vorhandenen liquiden und liquiditätsnahen Vermögenswerte nach unten begrenzt ist und die Upside sich aus einer Neubewertung des Transportbereichs relativ leicht berechnen lässt. Unsere WMF Position haben wir nicht aktiv reduziert, sondern im Rahmen des Übernahmeprozesses nach einer Angebotserhöhung durch das Beteiligungsunternehmen KKR angedient und im Zuge dessen nicht weiter zugekauft. Die Zuflüsse zum Fondsvolumen in den letzten Monaten haben die Positionsgröße dann entsprechend verwässert.

(Das Interview führte Alexander Heftrich)