Berlin: Der Deckel zeigt Wirkung

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Auch in diesem Jahr sind die Preise auf dem Immobilienmarkt in Deutschland weiter gestiegen. Das geht aus dem aktuellen Immobilienmarktmonitoring von Sprengnetter hervor, das auch deutlich macht, dass von der Entwicklung vor allem Metropolregionen betroffen sind. In Berlin sind bereits nach wenigen Wochen erste Folgen des Mietendeckels zu spüren.

Seit 2014 veröffentlicht Sprengnetter jeden Herbst sein Immobilienmarktmonitoring. In diesem Jahr zeigt dies, dass die Preise weiter steigen, jedoch weniger stark als im Vorjahr. So wurden Ein- und Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser in Deutschland im Jahr 2019 um 6,7 % teurer, 1,5 Prozentpunkte weniger stark als im Vorjahr. Bei einer Betrachtung der Fünf-Jahres-Mittelwerte zeigt die Studie, dass sich die Teilmärkte homogen entwickeln und überall die Preissteigerungen anhalten. Im aktuellen Monitoring fällt auf, dass die Immobilienpreise vor allem im Umfeld von Metropolregionen ansteigen und dort um mehr als 10 % über dem Vorjahresniveau liegen. Als Ursache hierfür wird ausgemacht, dass in den Großstädten das Angebot an bezahlbarem Wohnraum erschöpft ist und der Bedarf nicht mehr abgedeckt werden kann.

Berlin strahlt auf Brandenburg ab

In diesem Jahr haben sich die Preissteigerungen in Richtung Norden verlagert: Nachdem im vergangenen Jahr bei der Top 10 der stärksten Preisanstiege die Region Südbayern dominierte, sind sie in diesem Jahr im Berliner Umland gebündelt. So wird Berlin zum Leben und Arbeiten immer beliebter, kann aber mit bislang noch relativ günstigen Preisen locken. Diese Zeit scheint jedoch vorbei zu sein, denn seit 2010 sind die Immobilienpreise in Berlin um jährlich ca. 13 % gestiegen, während die Einkommen nur um 2,6 % jährlich gewachsen sind. Inzwischen befinden sich die Preise auf einem derart hohen Niveau, dass sie sich prozentual gesehen geringer verändern. Jedoch werden damit die günstigeren Immobilienmärkte im Umland immer beliebter, was auch dort zu Preissteigerungen führt. In der Folge ergeben sich daraus große Preissteigerungen im Osten Deutschlands über alle Teilmärkte hinweg. Ändern könnte sich die Situation durch den Mietendeckel. So gibt es bereits erste Anzeichen, dass der Preisanstieg gebremst wird und die Preise für Mietshäuser sogar rückläufig sind. Wie diese Entwicklung weiter geht, wird Sprengnetter in seinem Immobilienmarktmonitoring genau beobachten und analysieren. (ahu)