„Bayerische goes Amazon“

Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender Versicherungsgurppe die Bayerische / Foto: © Die Bayerische

Das ist der Name des umfassenden Transformationsprogramms des Münchner Versicherers. Es bedeutet aber nicht, dass man nun zum Online-Händler wird oder gar nach Seattle umzieht. Erste Maßnahmen der Transformation wurden bereits umgesetzt.

Im Mittelpunkt der Transformationsstrategie steht die bedingungslose Ausrichtung auf die Bedürfnisse des Kunden. Unter dem Namen „Bayerische goes Amazon“ hat der Versicherer eine neue Vision für die Marke erarbeitet und die DNA des Unternehmens in 15 Leitsätzen zusammengefasst, die den Mitarbeitern Orientierung geben sollen. Dabei geht es um Gedanken wie „In großen Dimensionen denken“, „Höchste Maßstäbe anlegen“, „Erfinden und vereinfachen“ oder „Verschwendung vermeiden“.

„Wir wollen natürlich nicht den amerikanischen Handelsriesen imitieren, sondern uns von dessen Ideen inspirieren lassen. Wir fokussieren uns konsequent und zu hundert Prozent auf die Bedürfnisse der Kunden. Das ist unser Maßstab, aber es ist zugegebenermaßen auch in der Konsequenz neu für uns“, erklärt Dr. Herbert Schneidemann, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen. „Unser Denken dreht sich vollständig um unsere Versicherten und unsere Vertriebspartner. Danach richten wir unsere internen Prozesse neu aus.“

Die Vision der Bayerischen lautet: „Wir richten uns kompromisslos auf den Kunden aus. Als Versicherungsverein verstehen wir uns als Vertrauter unserer Kunden und unserer Mitglieder – und das ein Leben lang. Wir stehen für Prävention, Sicherheit und Vorsorge, die Einhaltung unseres Versprechens im  Ereignisfall und für die Zeit danach. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, müssen wir weiter denken, scheinbar unverzichtbare Branchenregeln in Frage stellen, vielleicht sogar das Versichern überflüssig machen und uns auf die Vorsorge konzentrieren.“ „Wir wissen, das ist ein großer Anspruch“, so Martin Gräfer, Vorstand der Bayerischen. „Aber unsere Gesellschaft, in der wir leben, verändert sich gravierend und in einem atemberaubenden Tempo, kaum etwas bleibt wie es war. Darauf wollen wir uns einstellen.“

Die Zukunft hat bereits begonnen

Die Bayerische hat bereits eine Reihe von Veränderungen auf den Weg gebracht, um die neue Strategie wirksam anzugehen. So wurden die Ressorts der Versicherungsgruppe neu kombiniert und die Bereiche Unternehmensorganisation, IT, Vertrieb und Marketing in einem Ressort gebündelt. Außerdem wurden neue Unternehmenseinheiten gegründet. Zum einen die Bayerische Digital Holding AG, die die IT-Aktivitäten der Gruppe bündelt und für Partnerschaften mit anderen Marktteilnehmern offen ist (finanzwelt berichtete). Zum anderen wurde die Bayerische Produkunde AG gegründet die die vertrieblichen Aktivitäten der Gruppe steuern und ebenfalls für Aktivitäten offen ist. Über Beteiligungen wie die Nettowelt GmbH & Co. KG (finanzwelt berichtete) oder die compexx Finanz AG werden bereits heute in einem erheblichen Umfang Produkte Dritter vertrieben.

Umbau verschlingt zweistelligen Millionenbetrag

Der Transformationsprozess wird durch das eigene Managementteam sehr breit getragen und in fünf Teilprojekten umgesetzt. Hierfür hat die Gruppe Investitionsmittel von mehr als 15 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Das Unternehmen richtet sich dabei darauf aus, Dienstleistungen nicht mehr nur auf das Versichern zu fokussieren. Das Programm wird begleitet durch eine umfassende Qualifikation des eigenen Personals in der Anwendung moderner Instrumente und Methoden zur Erarbeitung neuer Geschäftsmodelle, der Verbesserung der eigenen Prozesse sowie der Realisierung digitaler Projekte. Dabei wird die Gruppe im Rahmen von Transformationspartnerschaften von Dritten unterstützt. (ahu)

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