Bausparvertrag? Gerne wieder!

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Wer mal einen Bausparvertrag hatte, schließt gerne wieder einen ab. Dennoch bleiben Bausparer und Immobilienbesitzer in der Minderheit. Ein Experte fordert deshalb mehr Engagement der Politik.

Deutschland ist ein Mieterland – und dabei wird es wohl auch bleiben: In einer Online-Umfrage der Deutsche Bank Bauspar AG gaben nur 26 % der Befragten an, über ein Baufinanzierung zu verfügen. Besonders die jüngere Bevölkerungsgruppe scheint immer weniger an Immobilieneigentum interessiert: Von den 18- bis 39-jährigen besitzen lediglich 21 % eine Baufinanzierung, während es bei den 40- bis 69-jährigen immerhin 30 % sind.

Die Umfrage bestätigt zudem die eher mäßige Wohneigentumsquote in Deutschland: So gaben nur 42 % der Befragten an, dass sie eine oder mehrere Immobilien besitzen. Wesentlich höher liegt der Anteil der Immobilienbesitzer unter den Bausparern: Von diesen verfügen 62 % über eine Immobilie, entweder zur Selbstnutzung oder als Kapitalanlage. Personen, die über keinen Bausparvertrag verfügen, haben nur zu 30 % eine Immobilie.

„Bausparen bietet den Bürgern die Möglichkeit, Wohneigentum zu schaffen und dabei langfristig von finanzieller Planungssicherheit zu profitieren“, erklärt dazu Michael Ost, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Bank Bauspar AG. „Der im internationalen Vergleich niedrige Anteil an Immobilieneigentümern in Deutschland zeigt aber auch, dass die Politik die Bedingungen für den Erwerb von Wohneigentum verbessern muss.“ So liegt Deutschland europaweit bei der Wohneigentumsquote auf dem vorletzten Platz – lediglich die Schweizer wohnen noch seltener in den eigenen vier Wänden.

Viele Häuser müssen noch lange abbezahlt werden

Die Umfrage bietet auch Einblicke in die Struktur der Baufinanzierungen. So müssen 58 % der Befragten, die eine Baufinanzierung haben, ihre Immobilie noch mindestens fünf Jahre abbezahlen. 11 % werden innerhalb der nächsten drei Jahre ihr Eigenheim vollständig abbezahlt haben. Besonders aktiv sind Bausparer: Von diesen haben 47 % eine laufende Baufinanzierung. Bei den Nicht-Bausparern haben lediglich 12 % eine laufende Baufinanzierung.

Bausparer sind Wiederholungstäter

Wer schon mal einen Bausparvertrag abgeschlossen hat, tut dies gern wieder: 19 % der Bausparer gaben an, dass sie innerhalb der nächsten 12 Monate wahrscheinlich oder auf alle Fällen einen weiteren Bausparvertrag abschließen werden. Bei den Nicht-Bausparern planen dies lediglich 7 %. Die Bereitschaft, einen weiteren Bausparvertrag abzuschließen, sinkt mit zunehmendem Alter: So ziehen 16 % der 18- bis 39-jährigen den Abschluss eines Bausparvertrages in den kommenden 12 Monaten in Erwägung, bei den 40- bis 69-jährigen sind es lediglich 8 %. Ein Grund hierfür könnte sein, dass die ältere Altersgruppe häufiger im Eigenheim wohnt und deshalb keinen weiteren Bausparvertrag mehr benötigt.  So gaben 52 % der 40- bis 69-jährigen an, mindestens eine Immobilie zu besitzen, bei 18- bis 39-jährigen sind es nur 28 %.

„Die eigene Immobilie kann ein wichtiger Beitrag zur Altersvorsorge sein“, betont Michael Ost. „Es ist erfreulich, dass die Bundesregierung sich mit dem Baukindergeld zur Förderung des Wohneigentums bekannt hat. Wenn die Politik die Wohneigentumsförderung aber ernst nimmt, darf sie es nicht beim Baukindergeld bewenden lassen, sondern muss entschlossen weitere Maßnahmen umsetzen – insbesondere die Einführung eines KfW-Bürgschaftsprogramms, das die Eigenkapitalbasis der Kaufinteressenten stärkt.“ Ost weiter: „Kombiniert werden sollte dieses Programm mit der Festsetzung eines Freibetrags bei der Grunderwerbssteuer – schließlich sind die hohen Kaufnebenkosten ein wesentliches Hindernis beim Erwerb einer eigenen Immobilie. Auch das bewährte Instrument der Wohnungsbauprämie sollte gestärkt werden.“ (ahu)

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