Banken verleihen Regenschirme

Banken sind schlechte Risiko-Manager
Banken lassen ihre Kunden nicht im Regen stehen, bei Sonnenschein verleihen sie Schirme © BillionPhotos.com - Fotolia.com

Die Situation der deutschen Banken ist schon ein Kommentar wert. Die deutschen Banker sehen nur die Versicherer als Branche deren Geschäft das Risiko ist. Banker setzen da auf den Zins und Wetten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt klar, dass sie nicht mehr daran denke der Deutschen Bank oder anderen Instituten bei einer Schieflage mit Geldern der Steuerzahler zu helfen. Die Chefin des mächtigen Weltwährungsfonds Christine Lagarde sagt nüchtern und eindeutig:

„Die Deutschen Bank sei zurzeit zwar das größte Risiko für die Finanzstabilität. Doch sehe sie zurzeit keine absolute Notwendigkeit für eine Intervention.”

Neben den künstlichen Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank bringen die mächtigen Frauen aus der Politik und der Bankenwelt die Situation auf den Punkt.

Noch nie war die Unsicherheit im Bankensystem in Deutschland so hoch wie jetzt. Dafür gibt es, abgesehen von der anhaltend schwachen Kapitalisierung vieler Institute, Warnhinweise wie die Ausweitung der Credit-Spreads der Banken, die hohe Volatilität an den Märkten sowie eben die Fokussierung aller Sorgen auf ein Institut, die Deutsche Bank.

Bankberater versagen als Verkäufer

Was ist los bei den Banken, der letzten Branche die in teuren Filialen auf  Kunden als Bittsteller wartet, denen dann eine Schalterbeamtin oder Schalterbeamter, getarnt in der Rolle als “Berater” alles verkaufen soll, was der Bank Rendite oder Gebühren einbringt?

Die Situation ist historisch neu: die Banken müssen zum ersten Mal in ihrer langen Historie wettbewerbsfähige Strukturen schaffen, und sich gegen mögliche Angriffe branchenfremder Anbieter rüsten. Die größte Gefahr droht aber von den Kunden, die sich zunehmend an digitale Informationen und kundenorientierten Service gewöhnen.

Allianz bedroht Banken

Die größte Gefahr droht den Banken aber aus der verwandten Branche der Versicherer und Bausparkassen. Diese Finanzdienstleister könnten neben der Abwicklung von Prämien für Versicherungsdeckungen und Kredittilgungen auch andere Dienste anbieten, wie zum Beispiel die Allianz-Lebensversicherung, eine Tochter der Allianz SE, mit ihrem „Geld-Park-Konto“. Zunehmend fallen klassische Kredite zum Beispiel für Auto oder Möbelkauf weg, weil die Hersteller ihren Absatz selber finanzieren.

Sparkassen sind Gebühren-Haie

Die Sparkassen erhöhen jetzt die Gebühren statt Personal abzubauen oder kundenfreundlich zu helfen, die Deutsche Bank muss Milliarden Euro an die Amerikaner überweisen, die Abenteuer in der Bankenwelt beginnen aktuell erst. Der Hintergrund ist so einfach, wie auch leider wahr:

Risiko ist etwas womit Banker überhaupt nicht umgehen können. Sie haben gelernt: bei schlechtem Wetter keine Kredite als Schirme zu vergeben, und bei schönem Wetter Regenschirme verleihen zu wollen. (db)