Banken sind in der Renditefalle

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Die aktuelle Lage an den Finanzmärkten und der hohe Konkurrenzdruck setzen Deutschlands Banken zu. Die Folge: Die Zahl der Institute sinkt. Aus der Renditefalle kommen die Banken wohl nur gemeinsam raus.

Die deutschen Banken machen immer mehr Verluste. Das zeigt die Studie „Deutschlands Banken 2018: Schneller, stärker … und rentabler?“ der internationalen Managementberatung Bain & Company. Durch die anhaltende Niedrigzinspolitik der EZB sowie den unveränderten Wettbewerb sinkt der Zinsüberschuss, die Haupteinnahmequelle, im weiter. Diese Verluste können auch nicht durch die Provisionserträge ausgeglichen werden. Entsprechend sinkt auch die Eigenkapitalrendite der Institute. So belief sich diese im Schnitt auf gerade einmal 2 % und liegt damit unter der Inflationsrate. Lediglich jede zwölfte Bank verdiente ihre Eigenkapitalkosten. „Deutschlands Banken stecken weiter in der Renditefalle“, betont Walter Sinn, Bain-Deutschlandchef und Co-Autor der Studie. „Die rückläufigen Erträge sowie zunehmenden IT- und Regulierungskosten verhindern, dass sich ihre Sparanstrengungen in steigenden Renditen niederschlagen.“ Die Sparmaßnahmen, die die Banken nun ergreifen müssen, gehen sowohl zu Lasten der Beschäftigten als auch der Kunden: So verringerte sich im vergangenen Jahr die Zahl der Filialen um 2.000 und liegt nun bei 26.000, die Anzahl der Beschäftigten ging 2017 um 17.000 auf 573.000 zurück. 71 Institute verabschiedeten sich vollständig vom Markt oder gingen in größeren Einheiten auf. Dennoch erhöhte sich die Cost-Income-Ratio gemessen am Vorjahr um 3 Prozentpunkte auf 72 %.

Markt entwickelt sich heterogen

Bei der Betrachtung der unterschiedlichen Institutsgruppen ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. So erwirtschaften die Automobil- und Direktbanken mit ihren fokussierten Geschäftsmodellen hohe Renditen. Da die Kreditgenossenschaften und Sparkassen, die zahlenmäßig größten Institutsgruppe, ihre Eigenkapitalbasis auch über Zuführungen zu Sonderposten für Bankrisiken nach §340g HGB stärken, lassen sich die Renditen dieser Institute nur schwer mit denen andere Banken vergleichen. So verbuchten die Kreditgenossenschaften und Sparkassen allein im vergangenen Jahr einen Aufwand von mehr als 8 Mrd. Euro durch die oben beschriebenen Maßnahmen. Würden diese außen vor gelassen, hätten die genossenschaftlichen Banken im vergangenen Jahr eine Eigenkapitalrendite von 7 % erzielt, bei den Sparkassen sind es 6,5 %.

Wie hoch derzeit das Eigenkapital der Banken ist und welche Möglichkeiten es gibt, aus der Renditefalle zu kommen, erfahren Sie auf Seite 2