Banken nutzen die Chancen von KI noch zu wenig

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Eine aktuelle Studie widerspricht der Befürchtung, dass Künstliche Intelligenz Arbeitsplätze vernichten würde – stattdessen können sogar neue Arbeitsplätze entstehen. Jedoch nutzt die Bankenbranche die Möglichkeiten der KI noch zu wenig.

Aus der Studie „Future Workforce Survey – Banking Realizing the Full Value of AI” des Beratungsunternehmens Accenture geht hervor, dass durch die Zusammenarbeit von Menschen und intelligenter Technologie im globalen Bankensektor bis 2022 14 % mehr neue Arbeitsplätze entstehen können und die Erträge in diesem Zeitraum um 34 % ansteigen können.

In der Studie zeigten sich die Führungskräfte deutscher Banken davon überzeugt, dass intelligente Technologie das Bankgeschäft verändern wird und beobachten bereits die ersten Zeichen des Wandels. 79 % der Bankmanager betrachten Künstliche Intelligenz als entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Markt. Damit liegen die deutschen Bankmanager nur knappen hinter ihren chinesischen Kollegen, die zu 81 % dieser Meinung sind. Zudem erwarten drei Viertel der Führungskräfte bei deutschen Banken, dass intelligente Technologien in den nächsten fünf Jahren ihre Branche grundlegend transformieren werden. 45 % sind sogar der Meinung, dass die Innovationen innerhalb der nächsten drei Jahre ausschließlich auf intelligente Technologien zurückgehen werden.

„Mit der Weiterentwicklung von KI wird sich deren Rolle in Banken verändern und von der reinen Automatisierung in die Richtung gehen, menschliche Fähigkeiten zu ergänzen und zu verbessern“, erläutert Markus Hamprecht, Leiter des Bereichs Financial Services bei Accenture. „Um das Potenzial von KI auszuschöpfen, müssen Banken es schaffen, Technologie und menschlichen Erfindungsgeist zusammenzubringen und über die einzelnen Geschäftsbereiche anzuwenden. Ein solcher Schritt setzt voraus, dass sich die höchste Führungsebene dem Thema verpflichtet und die signifikanten Veränderungen des ,Arbeitsplatz Bank‘ antizipiert.“

Investitionen in Training werden vernachlässigt

Auch wenn die Führungskräfte der Banken davon überzeugt sind, dass auch in ihrer Branche der Künstlichen Intelligenz die Zukunft gehören wird, unternehmen sie bislang zu wenig, um diese Chancen zu nutzen. Obwohl nur ein Drittel der befragten Führungskräfte glaubt, dass ihre Mitarbeiter die notwendigen Fähigkeiten haben, dass sie grundsätzlich mit intelligenter Technologie arbeiten können, wollen lediglich 4 % der Bankmanager in den nächsten drei Jahren signifikant in Trainingsprogramme für den Umgang mit intelligenter Technologie investieren.

„Ihre Mitarbeiter in der Zusammenarbeit mit KI zu schulen, hat in Banken aktuell nicht die nötige Priorität. Das birgt die Gefahr, dass diese wichtigen Technologien in Zukunft nicht richtig eingesetzt werden können und ihre Vorteile verschenkt werden“, gibt Hamprecht zu bedenken. „Beim Einsatz von KI kommt der Schnittstelle Mensch und Maschine aus einem weiteren Grund eine besondere Bedeutung zu. Menschen müssen sicherstellen, dass Daten und Systeme fair, transparent und verantwortungsvoll genutzt werden. Sie müssen die Technologie erziehen.“

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