Banken gestresst

Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG

Null- bzw. Minuszinsen, immer weiter ausufernde Regulierung und hohe Kosten der Digitalisierung – man verliert fast den Überblick über die Belastungsfaktoren für die Ertragsfähigkeit deutscher bzw. europäischer Banken.

(fw/rm) An den Aktienmärkten verflog die Erleichterung über die Ergebnisse des EZB-Stresstestes, die Freitagabend veröffentlicht wurden, recht schnell. Die beiden größten Banken in Deutschland rangieren auf den hinteren Rängen der Liste, was Befürchtungen nährt, dass bei bestehendem Druck auf die Ertragsstruktur und den zusätzlich wachsenden Aufwänden aus zunehmenden Regulierungsanforderungen nur mit weiteren Kapitalmaßnahmen reagiert werden kann. Zwar wurden diese Befürchtungen schnell dementiert, die Anleger misstrauen aber offensichtlich der Fähigkeit europäischer Banken, mit der aktuellen Minuszins-Situation umzugehen. Vor diesem Hintergrund gewinnen die beiden wichtigen Entscheidungen dieser Woche weiter an Bedeutung – zum einen die mögliche Zinssenkung der britischen Zentralbank und zum anderen die Veröffentlichung der neuesten Daten zur Entwicklung des US-amerikanischen Arbeitsmarktes. Weiteres Enttäuschungspotential ist vorhanden, was die schwankungsintensive Tendenz der letzten Wochen bestätigt. Nur dass die Stimmungsschaukel in dieser Woche mal wieder nach unten kippt.

Die Marktmeinung von Michael Beck, Leiter Asset Management Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG aus Stuttgart

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