Banken fehlt häufig der Durchblick

Foto: © lassedesignen - stock.adobe.com

Eine Studie der Unternehmensberatung Emporias fördert Erschreckendes zu Tage: Bei etwa jeder dritten Bank besteht nur eine mittelmäßige oder sogar schlechte Transparenz über die eigenen Prozesse.

Den besten Überblick haben die Banken immer noch im Vertrieb: 80 % der Befragten gaben an, dass sie die Transparenz der Prozesse in dieser Abteilung als gut oder sehr gut ansehen würden.

“In vielen Häusern liegt der Fokus jedoch rein auf Vertriebserfolgen, also dem Beitrag einzelner Filialen zum Gesamtumsatz. Selten werden die Prozesse im Gesamtkontext betrachtet”, sagt Florian Hartmann, einer der Geschäftsführer von Emporias. “Um Kosten zu senken, werden dann Filialen geschlossen und Personal abgebaut. Die Folgen für die
gesamte Wertschöpfungskette bleiben ungewiss.”

Keine reibungslosen Abläufe in der Marktfolge

So gut wie bei jedem befragten Institut stehen die Abläufe im Vertrieb stark im Fokus. Anders hingegen in den nachgelagerten Bereichen Marktfolge und Stabstellen, die eher ein Schattendasein führen. So gaben ca. ein Drittel der Befragten an, dass sie über die Vorgänge in diesen beiden Bereichen einen maximal mittelmäßigen Überblick hätten. Besonders in der Marktfolge, die für die Abwicklung von Kundenaufträgen zuständig ist, treten Unstimmigkeiten auf. “Zwischen Vertrieb und Marktfolge gibt es die meisten Informations- und Kommunikationsprobleme. Dies ist der Haupteffizienzkiller bei der
Auftragsabwicklung”, sagt Emporias-Geschäftsführer Hartmann.

An fehlendem Bewusstsein kann es nicht liegen, dass bei vielen Banken die Auftragsabwicklung nicht störungsfrei läuft. So sind sich mit 92 % fast alle Banken bewusst, welch hohen Stellenwert eine störungsfreie Auftragsabwicklung hat. Damit ist dies das wichtigste Ziel der Banken bei der Steuerung ihrer Prozesse. Die Banken fokussieren sich bei den zukünftigen Bestrebungen vor allem auf den Vertrieb. Für keinen anderen Bereich wünschen sich mehr Verantwortliche (55 %) noch mehr Transparenz. Immerhin: Für den bislang eher stiefmütterlich behandelten Bereich der Marktfolge wünscht sich ebenfalls jeder zweite mehr Transparenz (51 %). Generell halten 78 % der Entscheider in Banken und Sparkassen es für eine große oder sehr große Herausforderung, den Überblick über alle Prozesse in ihrer Organisation zu haben.

“Die Wichtigkeit transparenter Prozesse für die Unternehmenssteuerung wird von den Bankmanagern erkannt. Ohne Transparenz fehlen Ansatzpunkte zur Optimierung von Abläufen. Doch es scheint, als wüssten viele nicht, wie sie diese Transparenz herstellen können”, so Hartmann. (ahu)

www.emporias.de