Bald Ende des Immobilienhypes?

Wenig Veränderung bei A-Städten

Die anhaltend hohe Nachfrage sowohl von Selbstnutzern als auch von Kapitalanlegern lässt die Preise in den sieben A-Städten weiterhin in unverändertem Tempo wachsen, sodass sich die Rangplatzierungen kaum ändern. Spitzenreiter dieser Städte ist München mit einem Durchschnittspreis von 5.900 €/m². Dahinter folgt Hamburg mit einem durchschnittlichen Preis von 3.870 €/m². Die Elbmetropole machte damit gegenüber dem Vorquartal zwei Plätze gut und liegt nun auf Rang neun. Weiterhin auf Rang 12 liegt Frankfurt, wo im Durschnitt pro Quadratmeter 3.630 € fällig werden (+4,4 %). Abgerutscht ist hingegen Düsseldorf, das sich mit 3.130 €/m² nun auf Platz 28 wieder findet. Köln bleibt mit 2.980 €/m² auf Rang 38. Deutlich an Dynamik verloren haben die Wachstumsraten der A-Städte. In München waren diese sogar leicht negativ (-0,4 %). Spitzenreiter ist hier Hamburg mit +1,1 %.

Gemischte Entwicklung in Berlin

Berlin gewinnt als Immobilienmarkt zunehmend an Attraktivität. So liegen die Eigentumswohnungspreise an der Spree mit durchschnittlich 2.840 €/m² nur knapp unter denen in der nächsteuren A-Stadt Köln. Auch in der Preissteigerungsrate spiegelt sich die Attraktivität der Bundeshauptstadt wider: Binnen Jahresfrist stiegen die Preise hier um 8,7 %. Gegenüber dem Vorquartal betrug dieser Wert 1,2 %. „Da sich die Wachstumsdynamik aber etwas abgeschwächt hat – besonders in Relation zu anderen B- und C-Standorten, ist Berlin um einen Rangplatz auf Platz 58 abgerutscht, so dass der Einzug in die Top 50 doch noch etwas auf sich warten lassen dürfte“, beurteilt Leutner das Marktgeschehen.

Aufgrund des nach wie vor unterdurchschnittlichen Einkommens- und Kaufkraftniveaus in Berlin liegt das Niveau der Angebotsmieten niedriger als in den anderen deutschen Metropolen. So verlor die Bundeshauptstadt sogar zwei Ränge und liegt mit 8,20 €/m² auf Rang 103. Im Jahresvergleich schwächte sich die Mietanstiegsdynamik mit 2,0 % deutlich ab, wie auch im Vergleich des dritten Quartals 2017 mit dem zweiten Quartal 2017 mit nur noch + 0,2 % deutlich wurde.

Nur 2 Städte knacken 10.000 Euro-Marke

Neben München, wo die teuerste Immobilie 11.510 €/m² kostet, erreicht nur Hamburg mit 10.230 €/m²einen fünfstelligen Quadratmeterpreis. Aber die hohen Preise bleiben seit einigen Jahren nicht auf die Metropolen selbst beschränkt. „Angesichts der großen Nachfrage sind ‚Überschwappeffekte‘ auf die Umlandgemeinden zu beobachten, sagte Dr. Leutner. Deshalb gehören die sieben Münchner Umlandgemeinden Unterschleißheim (unverändert Platz zwei), Dachau (Platz vier), Olching (Platz fünf), Fürstenfeldbruck (Platz sechs), Germering (Platz acht), Freising (Platz 13), und Erding (Platz 14) auch im dritten Quartal zu den teuersten Städten Deutschlands. Ein Gewinner des vergangen Quartals ist auch Erding, das innerhalb eines Quartals sechs Rangplätze gut machte. In der für ihr Weißbier bekannten Stadt nordöstlich von München stiegen die Preise um 3,4 % auf 3.660 €/m². Freising hingegen konnte das hohe Niveau nicht halten und hatte im dritten Quartal einen Preisrückgang von 3,2 % gegenüber dem Vorquartal zu verzeichnen.

Was bringt der Brexit für Frankfurt?

Frankfurt wird von vielen Experten als großer Gewinner des Brexits gesehen. Wie weit sich das allerdings auf dem Wohnungsmarkt niederschlägt, ist noch nicht auszumachen. So bleibt die Mainmetropole wie oben erwähnt mit einem Jahresplus von 4,4 % auf Rang 12. Nur unwesentlich stärker war der Anstieg in Bad Homburg v..d. Höhe, wo die Preise innerhalb eines Jahres um 4,5 % stiegen. Jedoch war hier das letzte Quartal eher schwach. Die Kreisstadt des Hochtaunuskreises stabilisierte sich damit auf dem 21. Platz und übernahm mit 3.270 €/m² die Preisführerschaft im Frankfurter Umland. Das benachbarte Oberursel verzeichnete einen Preisanstieg um 2,9 % gegenüber dem Vorjahr (+1,5 % zum Vorquartal) und kletterte damit auf Rang 25. Friedberg kletterte um zwei Plätze auf Rang 26 (3.160 €/m²). Bad Vilbel verbesserte sich um einen Platz auf Rang 30 mit 3.110 €/m² für Eigentumswohnungen. Hofheim am Taunus dagegen rutschte massiv ab und fiel aus den Top 50 heraus.

Im Osten blühen die Preise

Am unteren Ende der Preisskala konnten Stendal (+8,4 % gegenüber dem Vorquartal und + 21,1 % gegenüber dem Vorjahresquartal) und Merseburg (+ 6,1 % zum Vorquartal und + 19 % zum Vorjahresquartal) enorme Preissteigerungen vermelden. Auch Bernburg an der Saale setzen den positiven Trend der vergangen zwölf Monate fort: Die Kreisstadt des Salzlandkreises (Sachsen-Anhalt) verzeichnete Preissteigerungen von + 6,6 % bzw. 15,3 % und kletterte damit innerhalb von drei Monaten um vier Rangplätze auf Platz 476. Eine positive Entwicklung nahmen auch die Preise in Gera, die um 2,7 % bzw. 9,6 % stiegen. Auch Magdeburg (+2,7 % zum Vorquartal, +6, 8 % zum Vorjahresquartal) verzeichnete wieder einen Preisanstieg. Dass starke Preisanstiege nicht nur auf die neuen Bundesländer beschränkt sind, zeigt das Beispiel Idar-Oberstein: In der Edelsteinstadt stiegen die Preise innerhalb eines Jahres um 13,9 %.

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