BaFin fühlte sich für Wirecard nicht zuständig!

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Die Rolle der BaFin im Wirecard-Skandal wird immer unrühmlicher: Offenbar fühlte sich die Finanzdienstleistungsaufsicht überhaupt nicht zuständig – und stellte die Falschen an den Pranger.

War Wirecard ein Skandal mit Ansage? Das lässt sich aus einem gestrigen Artikel von „Spiegel online“ schließen. So geht demnach aus den Unterlagen des Untersuchungsausschusses des Bundestages hervor, dass es schon lange vor dessen Zusammenbruch Hinweise auf schwere Straftraten bei dem Zahlungsdienstleister gegeben habe und bis Juli dieses Jahres seien bei der BaFin 87 Hinweise zu Wirecard eingegangen. Jedoch seien diese nicht immer an die richtige Abteilung weitergeleitet worden und es gab innerhalb der Behörde offenbar keine zentrale Stelle für Wirecard. Laut „Spiegel“ würde die Innenrevision der BaFin euphemistisch von „organisatorischem Optimierungspotenzial“ sprechen. Ein wesentliches Problem dürfte auch sein, dass sich die BaFin überhaupt nicht für die Wirecard AG zuständig fühlte, denn diese sei nicht als Finanzholding, sondern als Technologieunternehmen einzustufen. Die BaFin haben deshalb nur Zugriff auf die Konzerntochter Wirecard Bank. Jedoch erklärte die Behörde im Juni dieses Jahres, dass sie Wirecard für ein Finanzunternehmen halte und deshalb zuständig sei.

Zudem zeigte die BaFin im vergangenen Jahr Journalisten der Financial Times wegen des Verdachts der Marktmanipulation an, weil diese über Unregelmäßigkeiten bei Wirecard berichtet hatten. (ahu)