AXA trennt sich von Pro bAV

AXA stößt einen Teil seines bAV Geschäftes ab / Foto: © kelly marken - stock.adobe.com

Die AXA richtet den Geschäftsbereich bAV neu aus und wird sich künftig auf die Direkt- und Rückdeckungsversicherungen konzentrieren. Deshalb wird die Pro bAV Pensionskasse AG an die Frankfurter Leben-Gruppe veräußert.

Die Frankfurter Leben-Gruppe führt alle Versicherungsverträge der Pro bAV Pensionskasse mit unveränderten Garantien, Konditionen und Bedingungen fort. Sie hat zudem verbindlich zugesagt, die Kosten der Pro bAV pro Vertrag und Jahr dauerhaft um 15 % gegenüber dem Jahr 2016 zu senken. Die Veräußerung steht noch unter dem Vorbehalt der BaFin.

„Für Kunden sind zwei Faktoren ausschlaggebend: die Rendite ihrer Anlage und die Sicherheit ihrer Altersversorgung. Wir haben dafür Sorge getragen, dass beides gewährleistet ist und sind daher davon überzeugt, dass dieser Schritt auch zum Wohle unserer Kunden ist. Die Frankfurter Leben-Gruppe hat aufgrund ihres grundsätzlich anders gelagerten Geschäftsmodells die Möglichkeit, ein niedrigeres Kostenniveau für ihre Kunden zu erzielen“, erklärt  Dr. Patrick Dahmen, im Vorstand der AXA Konzern AG verantwortlich für das Vorsorgegeschäft.

Von der Übertragung sind ca. 260.000 Einzelverträge und Kapitalanlagen in Höhe von knapp drei Mrd. Euro betroffen, ca. 6 % des Gesamtbestandes im Vorsorgebereich. Das Neugeschäft und die Bestände der Pro bAV Pensionskasse schrumpften zuletzt durch Veränderungen im Markt und im regulatorischen Umfeld. Wie AXA mitteilte, würde ohne die Kostenbegrenzung der Frankfurter Leben-Gruppe die Gefahr bestehen, dass die Stückkosten pro Vertrag ansteigen und damit die Renditen für die Kunden sinken würden. So muss die Pro bAV als relativ junge Gesellschaft ihre Überschussbeteiligung im anhaltenden Niedrigzinsumfeld bereits deutlich reduzieren. Somit hätte die Pensionskasse insbesondere im Neugeschäft gegenüber anderen Produkten deutlich an Attraktivität verloren.

„AXA steht hundertprozentig zur privaten und betrieblichen Altersversorgung. Wir sind von den Marktchancen in diesem Bereich überzeugt und haben noch viel vor. Die Pro bAV Pensionskasse ist ein Sonderfall. Mit ihrer Veräußerung an die Frankfurter Leben-Gruppe können wir uns stärker fokussieren und uns operativ auch so aufstellen, dass wir unser Vorsorgegeschäft mit Nachdruck vorantreiben und noch stärker wachsen“, erläutert Dr. Alexander Vollert, Vorsitzender des Vorstands der AXA Konzern AG, den strategischen Hintergrund.

Reibungsloser Übergang

AXA und die Frankfurter Leben-Gruppe haben alle erforderlichen Vereinbarungen getroffen, um für Vertriebspartner, Geschäfts- und Endkunden einen reibungslosen Übergang und eine gute Zusammenarbeit zu gewährleisten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aktuell mit Aufgaben rund um die Pro bAV Pensionskasse betraut sind, werden auch künftig im AXA Konzern weiterbeschäftigt. Sie werden die Pro bAV-Bestände vorerst fortführen und nach erfolgter Migration andere Aufgaben übernehmen. Für einen kleinen weiteren Bestand, der sich im Promillebereich des Gesamtbestandes bewegt, hat der externe Partner, der diesen Bestand bislang verwaltet, den Dienstleistungsvertrag zum Ende des Jahres gekündigt. Bei dem Bestand handelt es sich im Wesentlichen um ehemals von der DBV-Winterthur Lebensversicherung AG abgeschlossene, fondsgebundene Versicherungsprodukte. AXA teilte mit, dass ein in diesem Fall hochkomplexe IT-Migration im eigenen Haus aus Kapazitätsgründen bis zum Ablauf der Kündigungsfrist nicht abzuschließen gewesen wäre. Daher strebt der Versicherer für diesen Sonderbestand eine Vereinbarung zur Übernahme durch einen externen Partner an. Eine finale Vereinbarung liegt noch nicht vor. (ahu)

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