Autorenlesung mit Marc Friedrich und Matthias Weik

Autorenlesung am 19. Mai in Frankfurt am Main mit Marc Friedrich und Matthias Weik

Die ihr neustes Buch „Kapitalfehler. Wie unser Wohlstand vernichtet wird und warum wir ein neues Wirtschaftsdenken brauchen“ aus dem Eichborn Verlag vorstellten. ARD Redakteur Oliver Feldforth übernahm die Moderation. Mit auf der Bühne war die Initiatorin der Frankfurter Autorengespräche, Jane Uhlig.

(fw/rm) Die Finanzkrise von 2008 ist lange her, doch wer glaubt die sei vorbei, der täuscht sich. Die nächste sei im Anrollen, wie Marc Friedrich bemerkte: „Wir erleben gerade in Griechenland die größte Insolvenzverschleppung der Geschichte“, das lässt sich durchaus auf die gesamte Situation übertragen. “Wir haben einfach das falsche System“. Die Autoren fordern deshalb die Abschaffung des Euro. Die nächste Finanzkrise wird zu einem noch viel größeren Crash führen. Matthias Weik wandte ein, nach jeder großen Krise hat ein Umdenken stattgefunden. Die bisherigen Reformen nach der Finanzkrise 2008 waren nicht wirksam genug. Staaten machen Schulden, diese kaufen die Banken auf. Weshalb die Transaktionssteuer bisher nicht eingeführt worden sei. So könne der Finanzmarkt-Kapitalismus auf Dauer einfach nicht mehr funktionieren. Deregulierung der Finanzwelt ist grundsätzlich ein schwieriges Feld. Das konnte man an der Lehman-Brothers Pleite 2008 sehen. Kollateralschäden in allen Bereichen waren die Folge. Deshalb: ja zur freien Marktwirtschaft, gefordert sei aber eine strikte Regulierung des Finanzmarktes. Sonst ist der nächste Crash vorprogrammiert. Der Finanzmarkt könne sich einfach nicht selbst regulieren, er wolle dies auch gar nicht. Weik fragt: Wenn sich Märkte in der freien Marktwirtschaft selbst regulieren, warum eine Bankenrettung durch den Staat überhaupt nötig geworden ist? Banken wurden verstaatlicht, Unternehmen in die Pleite geschickt, das hat mit Kapitalismus nicht mehr viel zu tun. Das ähnelt vielmehr einer Form von “Planwirtschaft”, reguliert durch die Notenbank. Es handelt sich um manipulierte Märkte und die Zeche für diese gewollte Regulierung zahlt, wie meist, der Steuerzahler. www.luebbe.de/eichborn/kapitalfehler