Globale Preisentwicklung im Überblick

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Der „Global House Price Index“ ist im Vergleich zum Vorjahr per Ende März 2016 um 3,4 Prozent gestiegen. In Ländern mit hoher Performance wie in der Türkei oder in Australien wachsen die Preise allerdings langsamer.

(fw/rm) Die wirtschaftliche Unsicherheit wirkt sich auf die globalen Hauspreise aus. Der „Global House Price Index“ ist im Vergleich zum Vorjahr per Ende März 2016 um 3,4 Prozent gestiegen. In Ländern mit hoher Performance wie in der Türkei oder in Australien wachsen die Preise allerdings langsamer. Die Preise für Wohnimmobilien mittlerer Qualität sind laut dem Global House Price Index, in dem die internationale Immobilienberatung Knight Frank die Preisentwicklung in diesem Segment in 55 Ländern untersucht, im Jahresrückblick per Ende März im Schnitt um 3,4 Prozent gestiegen. „Hervorzuheben ist, dass eine Reihe der Länder mit den höchsten Zuwachsraten Abkühlungstendenzen zeigen“, kommentiert Kate Everett-Allen aus dem internationalen Research für Wohnimmobilien bei Knight Frank. So haben die Preise in der Türkei, die im vierten Quartal in Folge den ersten Platz des Rankings belegt, aktuell im Jahresvergleich um rund 15 Prozent gegenüber rund 18 Prozent im vierten Quartal 2015 zugelegt. Sicherheitsbedenken, russische Sanktionen und der steigende Druck auf die neue türkische Lira drosseln die Investitionen, obwohl am Markt generell hohe Nachfrage bei eingeschränktem Angebot besteht. Auch in anderen Ländern mit guter Performance wie Australien und Neuseeland sind die Preise langsamer gewachsen. Trotz der jüngsten Senkung der Leitzinsen in Australien auf 1,75 Prozent ist es unwahrscheinlich, dass die Preise auf den Wohnimmobilienmärkten im gleichen Ausmaß weiter steigen werden. Dagegen spricht, dass die Hypothekenzinsen im Verhältnis zu den Einkommen auf Rekordhoch stehen und im Dezember 2015 neue Gebühren für Käufer aus dem Ausland erhoben werden. In Neuseeland sind die Preise um 11 Prozent gestiegen und liegen damit leicht unter dem Hoch vom dritten Quartal 2015. Schwächeres Wirtschaftswachstum und veränderte Regularien in Form von höherem Startkapital haben die Nachfrage eingedämmt. In den USA (0,9 Prozent) und in Großbritannien (1,6 Prozent) blieben die Preise in den letzten drei Monaten nahezu stabil. Das liegt zum Teil an politischen Bedenken, genauer der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten und dem möglichen Brexit in Großbritannien. Außerhalb der Türkei sind die Preise in den Emerging Markets seit Mitte 2014 eher stabil geblieben oder nur leicht gewachsen. Wohnobjekte mittlerer Qualität in den BRICS-Staaten haben im Jahresschnitt aktuell 3 Prozent an Wert gewonnen. Vor vier Jahren lag dieser Wert noch bei 11 Prozent. Kapitalflucht, Währungsänderungen – die zum Teil mit der Zinserhöhung in den USA zusammenhängen –, volatile Aktienmärkte und langsamer steigende Einkommen drücken auf die Nachfrage. Obwohl Europa laut Knight Frank weltweit nicht mehr die Region mit dem geringsten Wachstum ist – diesen Titel hat nun Russland/die GUS-Staaten inne –, liegen immer noch zwölf europäische Länder auf den 20 letzten Plätzen des Rankings. Neun dieser zwölf Länder zählen zur Eurozone. Deutschland sticht indes mit einem Jahreszuwachs von 5,4 Prozent positiv hervor. Einige nordische und baltische Staaten gelten als Hotspots. Mit einem Jahresplus von 12,8 Prozent liegt Schweden nicht weit hinter der Türkei. Gegenüber dem Tief im ersten Quartal 2009 haben sich die Preise für schwedische Wohnobjekte um 48 Prozent erholt. Am Ende der Skala stehen asiatische Staaten. Singapur, Hongkong und Taiwan mussten Verluste zwischen -3 und -6 Prozent hinnehmen. Das schleppende Wirtschaftswachstum, Regularien und mehr Angebot bremsen die Preisentwicklung aus. knightfrank_Q1_2016_housepriceswww.knightfrank.com