Aus Ängsten wird man klug: So versichern sich Kleinunternehmer

Foto: © bakhtiarzein - stock.adobe.com

Eine neue Umfrage des InsurTechs Finanzchef24 zeigt: deutsche Einzel- und Kleinunternehmen sind zunehmend über Gesundheitsausfälle und Krankheit besorgt. In der deutschlandweiten Befragung wurden insgesamt 800 Unternehmen und Selbstständige befragt. Je nach Branche fallen die Sorgen aber ganz unterschiedlich aus.  

„Noch vor den unkalkulierbaren Folgen des Ukrainekriegs haben in den vergangenen zwei Jahren einschneidende Ereignisse wie die Corona-Pandemie sowie die Zunahme von Naturkatastrophen dazu geführt, Betriebsrisiken noch einmal einer umfassenden Neubewertung zu unterziehen. 25 % der Befragten treibt die Angst vor Datendiebstahl bzw. -verlust und Hackerangriffen um. Rund 16 % fürchten Schadenersatzforderungen von Kunden und Lieferanten, 12 % die unvorhersehbaren Folgen von Naturkatastrophen. Über den oft daraus resultierenden Verlust oder die Zerstörung von Firmeneigentum machen sich weitere 11 % Gedanken. Die Angst vor einem krankheitsbedingten längeren Ausfall nimmt quer durch alle Branchen den Spitzenplatz mit 33 % ein“, fasst Benjamin Papo, Geschäftsführer von Finanzchef24, die Ergebnisse zusammen.

 Für jede Sorge eine Sicherheit

Deutliche Unterschiede werden dabei nicht nur über die verschiedenen Branchen verteilt sichtbar. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Fast doppelt so viele Unternehmerinnen haben Angst vor Sturm- oder Hochwasserschäden wie ihre männlichen Kollegen. Deren Sorgen über Schadenersatzklagen oder einen IT-Ausfall sind dafür fast zweimal so hoch. Mit Blick auf die unterschiedliche Verteilung dieser Ängste ergeben sich je nach Branche verschiedene Versicherungsprodukte. Die Sorge vor Gesundheitsausfällen und Krankheit eint jedoch die meisten Branchen.

„Die Ängste lassen sich in der Regel gut und klar absichern“, sagt Experte Papo. So kommen für Kleinunternehmer beispielsweise Angebote infrage wie die private oder gesetzliche Krankenversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung oder Unfallversicherung. Beraterinnen und Berater können sich mit Cyberversicherung und Vermögensschadenhaftpflichtversicherung vor IT-Ausfall, Datenverlusten oder einem Hackerangriff schützen. Vermögensschadenhaftpflicht ist zusammen mit der Betriebsschadenhaftpflichtversicherung auch das Mittel der Wahl beim Bau, im Handwerk und beim Handel, wo Sorgen vor Schadenersatzforderungen und Insolvenz durch Mängelleistungen die Branchenvertreter umtreiben. Ihren Ängsten vor Schäden durch Naturkatastrophen können Unternehmer in Bau, Handel und Gastronomie mit Sachinhalts-, Betriebsunterbrechungs- und/oder Gebäudeversicherung begegnen, die jeweils Elementardeckung beinhalten.

 Den Überblick behalten

Entscheidend für den Geschäftsführer des InsurTechs, ist, dass Selbstständige den Überblick nicht verlieren: „Wir beobachten im Beratungsalltag immer wieder, dass kleinere Unternehmen angesichts der sich geänderten Tätigkeitsfelder mitunter gar nicht überblicken, in wie vielen Bereichen sie mittlerweile unterwegs beziehungsweise tätig sind.“ So kann beispielsweise das zusätzliche Betreiben eines E-Commerce-Shops bisweilen schon ganz andere Risiken mit sich bringen als ursprünglich gedacht – wie etwa Datendiebstahl oder Urheberrechtsthemen. „Hier ist es wichtig, sich unabhängig und individuell beraten zu lassen. Unternehmer sollten sich im Klaren darüber sein, welche Versicherungen zusammen funktionieren könnten und wo zusätzliche Bausteine möglich sind.“ (lb)