Aufschwung auf Europas Büromärkten

Trotz ungewisser Zukunft wegen des Brexits ist London Europas teuerste Stadt für Büroimmobilien / Foto: © TTstudio-fotolia.com

Büroimmobilien bleiben in Europa nach wie vor sehr beliebt, was sich in steigenden Preisen und gleichzeitig fallenden Renditen widerspiegelt. Trotz aller Brexit-Unsicherheit bleibt London Europas teuerste Stadt für Büroimmobilien: Hier sind die Preise fast sieben Mal so hoch wie in Rotterdam am Ende der Skala.

Das Immobilienunternehmen Catella hat für seinen Marktindikator “Europäische Büroimmobilien 2017” die Büromärkte an 32 Standorten in 13 Ländern und die Lupe genommen. Aufgrund der anhaltend positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen für die kommenden Jahre steigen die Preise weiterhin, während gleichzeitig die Renditen sinken. Diese Entwicklung betrifft nicht die klassischen Risikoklassen Core und Core plus, sondern auch sogenannte Value-add Immobilien, allerdings in geringerem Ausmaß.

Für Dr. Thomas Beyerle wird der europäische Immobilienmarkt vor allem durch die politische Lage in Großbritannien beeinflusst: “Wir erwarten aufgrund der anhaltenden Brexit-Situation einen starken Fokus internationaler Investoren auf den kontinentaleuropäischen Immobilienmärkten“, so der Head of Group Research bei Catella. So werde aufgrund der nach wie vor stockenden Brexit-Verhandlungen offensichtlich, dass Investoren verstärkt nach alternativen Standorten Ausschau halten. Die Analysten sind bezüglich der Zukunft positiv gestimmt. Jedoch solle der Marktzyklus weiterhin beobachtet werden, gerade wenn das Wirtschaftswachstum und steigende Büroimmobilienpreise positive miteinander korrelieren. Das Bürosegment ist zwar weiterhin das bevorzugte Anlagevehikel unter den Investoren. Da allerdings sowohl Angebot als auch Rendite sinken, wenden diese sich vermehrt Projektentwicklungen zu, wobei hier die Büronutzungen den größten Teil ausmachen.

Während die Leerstandsquoten flächendeckend sinken, wurden nur an 19 der 32 untersuchten Standorte Mietssteigerungen festgestellt. Bezüglich der Mieten bestehen innerhalb Europas erhebliche Unterschiede: Während in London pro Quadratmeter 111,50 € fällig werden, sind es in Rotterdam nur 16,25 €. Die Unterschiede bezüglich der Spitzenrenditen sind deutlich kleiner. Während sich Immobilienbesitzer in Paris mit maximal 3 % zufrieden geben müssen, sind in den finnischen Städten Oulu und Lahti für Core Immobilien bis zu 7,5 Rendite zu erzielen.

Auch wenn bezüglich der Mieten noch keine Veränderungen aufgrund des Brexits festzustellen sind, scheint die Insel für Immobilieninvestoren dennoch weniger interessant zu werden. So wurde Großbritannien bezüglich des Transaktionsvolumens im ersten Quartal 2017 zum ersten Mal von Deutschland von der Spitze verdrängt. Frankreich folgt auf Rang drei. Ebenfalls außergewöhnlich gute Ergebnisse hinsichtlich des Transaktionsvolumens konnten die nordischen Länder erzielen, vor allem Schweden und Finnland. Spanien hat das beste Quartalsergebnis überhaupt erzielt.

Die komplette Catella Studie „Market Indicator Office Europe 2017“ ist ausschließlich in der englischen Fassung hier verfügbar. (ahu)