Auf Zeitreise mit Mario Draghi

Welchen Kurs werden EZB und Fed im nächsten Jahr fahren / Foto: ©JFL Photography - fotolia.com

Bei den ersten 15 Minuten der Pressekonferenz hatte man fast schon das Gefühl in den September zurück versetzt worden zu sein. Das einzige, was sich am Eingangsstatement geändert hat scheint das Datum zu sein.

Die erste Phase der Pressefragen führte zu recht volatilen Marktreaktionen. Die Drosselung der EZB-Käufe war dabei natürlich ein wichtiges Thema, aber Draghi konnte alle Fragen in diese Richtung, auch zu Anpassungen für den reibungslosen Verlauf des Programms, abwehren. Dabei hatte man das Gefühl es ging heute eigentlich nur darum darüber zu sprechen, worüber man nicht gesprochen hat.

Angesichts der Marktreaktionen ist es Draghi mit dem gleichzeitigen Festhalten am aktuellen Programm gelungen, die Diskussion um die Drosselung zu drosseln und die Spannung für den Dezember aufrecht zu erhalten, wenn Informationen als Entscheidungsgrundlage vorliegen und man dann im Rat auch darüber reden kann.

Wir gehen hier davon aus, dass es nur noch zu eher kleineren Anpassungen kommen muss, um einen reibungslosen Verlauf des Kaufprogramms bis dann Ende 2017 sicherzustellen. Der jüngste Renditeanstieg, der von der Tapering-Spekulation ausging, kommt der EZB dabei entgegen und die Spekulationen werden nicht völlig verschwinden.

 

Marktkommentar von Christoph Kutt, Leiter Zinsstrategie und Staatsanleihen DZ Bank AG

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