Auf unsicherem Terrain

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Dr. Uwe Schroeder-Wildberg

MLP hat die Gesamterlöse im ersten Quartal 2014 um drei % auf 119,8 Mio. Euro gesteigert und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) um zehn % auf 4,4 Mio. Euro ausgebaut.

(fw/hwt) In einem schwierigen Marktumfeld habe sich eine erste Belebung in der Altersvorsorge gezeigt, auch das Vermögensmanagement und die Sachversicherung hätten Erlöszuwächse verzeichnet. Positiv entwickelten sich auch wichtige Frühindikatoren für die weitere Umsatzentwicklung. „Die Marktbelastungen sind nach wie vor hoch und verlangen uns viel ab”, sagt Vorstandsvorsitzender Dr. Uwe Schroeder-Wildberg. „Dennoch haben wir in den ersten Wochen des Jahres einige positive Signale gesehen, die sich nun weiter verstetigen müssen.” Die Zahl der Neukunden stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 20 % auf 6.000 (Q1 2013: 5.000). Das Neugeschäft in der Altersvorsorge stieg um rund 15 % von 550 Mio. Euro auf 630 Mio. Euro an, während das branchenweit vermittelte Neugeschäft um 16 % rückläufig war. Im Immobilienbereich verzeichnet MLP bereits ein spürbares Interesse seiner Kunden, obwohl das Angebot erst im März gestartet wurde. Diese positiven Trends spiegeln sich noch nicht vollständig in den Provisionserlösen wider. In der Altersvorsorge stiegen die Erlöse um drei % auf 40,1 Mio. Euro (38,9 Mio. Euro). Belastet wird dieser Bereich nach wie vor durch die Diskussionen um das Niedrigzinsumfeld und die umfangreiche Negativberichterstattung über Lebensversicherer und ihre Produkte.

Im Vermögensmanagement legten die Erlöse um drei % auf 32,6 Mio. Euro (31,7 Mio. Euro) zu; das betreute Vermögen betrug zum 31.03.2014 24,4 Mrd. Euro (31.12.2013: 24,5 Mrd. Euro). In der Sachversicherung setzte sich mit einem Umsatz von 18,8 Mio. Euro (18,2 Mio. Euro) der kontinuierliche Zuwachs der vergangenen Quartale fort. Die Finanzierung liegt mit einem Umsatz von 2,9 Mio. Euro (2,9 Mio. Euro) auf dem Niveau des Vorjahres; hinzu kommt ein Beteiligungsergebnis für das Gemeinschaftsunternehmen MLP Hyp von 0,2 Mio. Euro (0,1 Mio. Euro). Nach wie vor schwierig ist das Umfeld in der Krankenversicherung. Beispielsweise ging die Zahl der Vollversicherten in der Branche im Jahr 2013 laut Angaben des Verbands der Privaten Krankenversicherung aus dem März dieses Jahres um 66.000 zurück, während MLP einen leichten Zuwachs bei der Versichertenzahl verzeichnete. Auch im ersten Quartal zeigten sich viele Kunden noch abwartend. Vor diesem Hintergrund gingen die Erlöse bei MLP von 13,9 Mio. Euro auf 11,4 Mio. Euro zurück. Über sämtliche Beratungsfelder hinweg stiegen die Provisionserlöse auf 107,1 Mio. Euro (106,4 Mio. Euro). Die Erlöse aus dem Zinsgeschäft waren mit 5,8 Mio. Euro (5,9 Mio. Euro) nahezu stabil. Die Gesamterlöse betrugen damit 119,8 Mio. Euro (116,4 Mio. Euro). Das EBIT stieg auf 4,4 Mio. Euro (4,0 Mio. Euro). Der Konzernüberschuss lag mit 3,4 Mio. Euro um sechs % über dem Vorjahr (3,2 Mio. Euro).

Das vergangene Geschäftsjahr hat laut MLP deutlich die nochmals belasteten Marktbedingungen aufgezeigt. Dadurch erschwere sich die konkrete Prognose der Geschäftsentwicklung, so dass sich MLP – wie im Februar kommuniziert – für eine Szenariobetrachtung entschieden hat. Im wahrscheinlichsten Szenario rechnet MLP für das Geschäftsjahr 2014 weiterhin mit einem EBIT von rund 65 Mio. Euro. Dieses Basisszenario unterstellt eine erste Entspannung bei den Rahmenbedingungen. Einen Risikofaktor für die weitere Entwicklung stellten unter anderem die anhaltenden, teilweise sehr kritischen öffentlichen Diskussionen über eine mögliche weitere Absenkung des Garantiezinses für Lebens- und Rentenversicherungen dar. Sollten die Kunden vor diesem Hintergrund im weiteren Jahresverlauf ähnlich zurückhaltend agieren wie 2013, würde MLP in einem unteren Szenario ein EBIT von mindestens 50 Mio. Euro erwarten. Sollte das Umfeld dagegen deutlich stärker aufhellen als es derzeit erwartet werden kann, wäre in einem oberen Szenario ein Anstieg des EBITs auf bis zu 75 Mio. Euro möglich. „Durch die Marktbelastungen bestehen nach wie vor Unsicherheiten für die weitere operative Entwicklung. Wie in unserem Geschäftsmodell üblich sind die vor uns liegenden Quartale, insbesondere das zweite Halbjahr, maßgeblich für das Ergebnis im Gesamtjahr”, sagt Finanzvorstand Reinhard Loose. „Es bleibt unser Anspruch, 2014 bei Umsatz und Gewinn wieder deutlich zuzulegen.”

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