Attraktive Dividenden in Deutschland und den USA

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Thomas Heidel, FIDAL AG / Foto: © FIDAL AG

Festgeld und Staatsanleihen erwirtschaften momentan entweder sehr niedrige Zinsen oder sogar Strafzinsen. Grund genug, für institutionelle wie private Anleger nach Alternativen zu suchen. Sind Dividenden dabei der neue Zins?

Attraktive Dividenden in Deutschland und den USA Gewinnbeteiligungen, die solide Unternehmen regelmäßig an ihre Aktionäre ausschütten, stellen zunehmend eine attraktive Anlagealternative dar. In einer aktuellen Studie der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors „Dividenden statt Niedrigzinsen“ wird darauf hingewiesen, dass die Differenz der Dividendenrenditen zu den Renditen europäischer Staats- und Unternehmensanleihen selten so groß gewesen ist. Dividendenausschüttungen in 2015 auf Rekordniveau – Tendenz steigend In den USA, Europa und Japan betragen die Dividendenzahlungen insgesamt 1,2 Bill. US-Dollar. Global liegt die Dividendenrendite bei 2,3 Prozent. Die wichtigsten europäischen Unternehmen werden ihre Dividendenausschüttungen für das Jahr 2015 um elf Mrd. Euro auf den Rekordbetrag von 315 Mrd. Euro steigern. Auch die deutschen Unternehmen werden mit 38 Mrd. Euro so viel Dividende wie nie zuvor ausschütten. In einer aktuellen Studie der DZ Bank erwarten die Analysten für 2017 von den Unternehmen aus dem Dax, MDax und TecDax Dividenden von insgesamt fast 42 Mrd. Euro. In 2016 verteilen allein die 29 DAX-Unternehmen 29,2 Mrd. Euro – sechs Prozent mehr als im Vorjahr – und damit fast 40 Prozent ihres Gewinns. Größter Dividendenzahler ist der Autokonzern Daimler, der die Ausschüttungssumme um ein Drittel auf knapp 3,5 Mrd. Euro steigert und damit den Versicherungskonzern Allianz (3,3 Mrd. Euro) auf den zweiten Platz verdrängt. 24 DAX-Konzerne erhöhen die Dividende und 15 Börsenschwergewichte zahlen ihren Anteilseignern neue Rekordsummen. Die geschätzte Dividendenrendite der DAX-Konzerne betrug Mitte März im Schnitt 3,3 Prozent. 20160411_FIDAL_Dividenden_Grafik_1Dividendenausschüttungen in den USA In den letzten zwölf Monaten wurde in den USA von den S&P 500-Unternehmen eine Gesamtdividende von 415,4 Mrd. US-Dollar ausgeschüttet, das meiste trugen die Sektoren Finanzen (72,3 Mrd. Dollar), Technologie (59 Mrd. Dollar) und Bedarfsgüter (55,3 Mrd. Dollar) bei. Die höchsten Dividendensummen schütteten der Ölkonzern Exxon Mobil mit 12,1 Mrd. Dollar und der Technologiekonzern Apple mit 11,7 Mrd. Dollar aus. Die absolute Dividende pro S&P 500-Index betrug 43,3 Dollar, was in Relation zum aktuellen Index-Kurs eine Dividendenrendite von ca. 2,1 Prozent darstellt. Die Gesamtdividende der S&P 500-Unternehmen für das 4. Quartal 2015 betrug 104 Mrd. Dollar, die zweithöchste Dividendensumme in den letzten zehn Jahren, was gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 3,6 Prozent und gegenüber dem Vorquartal von 0,6 Prozent darstellt. 425 Unternehmen zahlten ihren Aktionären eine Dividende. 316 Firmen erhöhten, 18 senkten und 91 hielten die Ausschüttung konstant. Der Anteil der Dividende in Relation zum Gewinn betrug ca. 38 Prozent. Dividendenrendite nach Sektoren Aus dem Sektorenschaubild der S&P 500-Firmen ist zu entnehmen, dass der Bereich Telekommunikation die höchste Dividendenrendite bietet. Am unteren Ende der Skala liegt traditionell der Bereich Informationstechnologie, da hier viele wachstumsorientierte Gesellschaften vertreten sind, die keine Dividende ausschütten. Im Laufe der Zeit hat sich das Aus- schüttungsverhalten der US-Firmen verändert. Von 1871 bis 2015 haben die US-Unternehmen im Schnitt 60 Prozent des Gewinns ausgeschüttet und die durchschnittliche Dividendenrendite betrug ungefähr 4,4 Prozent. Da die Firmen immer mehr Geld für den Rückkauf eigener Aktien und weniger Geld für Dividendenzahlungen ausgeben, lagen in den letzten fünf Jahren die Dividendenrendite bei ca. zwei Prozent und die Ausschüttungsquote bei 36 Prozent. Bei einem Vergleich von Zinsen für Anleihen und Dividenden für Aktien sollte der Anleger berücksichtigen, dass Aktien einer höheren Risikoklasse als Anleihen zuzurechnen sind. Die möglichen Preisschwankungen von Aktien sind im Zeitverlauf wesentlich höher als bei Anleihen. Obwohl die Dividenden bei Aktien zwar auf sehr lange Sicht einen Großteil der Gesamtperformance ausmachen, bestimmen besonders in kürzeren Zeiträumen die teilweise sehr heftigen Aktienkursschwankungen die Höhe und das Vorzeichen der Gesamtrendite des Aktienengagements. Bei Anleihen steht der feste Zins (regelmäßiger Einkommensertrag) im Vordergrund, bei Aktien steht die Wertentwicklung im Fokus; die Dividende ist hierbei eher das „Salz in der Suppe“.

20160411_FIDAL_Dividenden_Grafik_220160411_FIDAL_Dividenden_Grafik_3Autor: Dr. Thomas Heidel, Leitung Research FIDAL AG