Arme gehen früher in Rente

Foto: © Bilderstoeckchen - fotolia.com

Frührentner sind deutlich häufiger von Altersarmut betroffen. Die Gefahr, im Alter arm zu sein, hängt erheblich vom Zeitpunkt des Renteneintritts ab. Zu dieser Feststellung gelangt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). So waren im Jahr 2013 etwa 20 Prozent aller Rentner relativ arm, das heißt sie haben weniger als 60 Prozent des Medianeinkommens. Vier Prozent der Rentner bezogen Grundsicherung im Alter und waren damit absolut arm. Unter den Frührentnern im Alter von 55 bis 59 Jahren waren dagegen mit 39 Prozent nahezu doppelt so viele relativ arm. Grundsicherung erhielten sogar viermal so viele als in der Gesamtheit aller Rentner.

Quelle: eigene Berechnungen auf Basis EVS 2013/HTW Leipzig und empirica

Die Gründe für die Frührente sind oft auch die Ursachen für die Altersarmut. Menschen, die wegen einer Krankheit oder durch einen Unfall erwerbsgemindert sind und vor dem regulären Rentenbeginn eine Erwerbsminderungsrente beziehen, gehören zu den am stärksten von Altersarmut bedrohten Gruppen. Wer wegen Arbeitslosigkeit früher aus dem Erwerbsleben ausscheidet, muss Rentenabschläge hinnehmen und hatte weniger Zeit, eine Rentenanwartschaft aufzubauen. Die DIA-Studie „Altersarmut – heute und in der Zukunft“ belegt, dass von Armut Bedrohte nicht nur überdurchschnittlich häufig in Frührente gingen, sondern im Laufe des Erwerbslebens auch überdurchschnittlich lange arbeitslos waren. Fast jeder dritte 55- bis 59-jährige Rentner war in der Summe mindestens zwei Jahre arbeitslos. Unter den gleichaltrigen Erwerbstätigen trifft dies nur auf etwa jeden achten zu.

„Dieser Zusammenhang belegt eines erneut: Die Bekämpfung von Altersarmut muss zuallererst im Erwerbsleben beginnen und nicht mit späteren Umverteilungen im Rentensystem. Je besser es gelingt, möglichst viele Beschäftigte zumindest bis zum regulären Renteneintrittsalter und ohne größere Unterbrechungen in Beschäftigung zu halten, desto geringer wird sich Altersarmut verbreiten“, leitet DIA-Sprecher Klaus Morgenstern eine Schlussfolgerung aus der Studie ab. Außerdem müsse die nächste Bundesregierung noch einmal die Erwerbsminderungsrente verbessern.

www.dia-vorsorge.de