Apparate für Deutschland – alternativlos?

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Kollege Computer macht Karriere, ohne Stress, fordert keine Reduktion der Arbeitszeit oder einen höheren Lohn. Ausfälle durch Urlaub, Krankheit oder Streik sind ausgeschlossen. Ein Kommentar:

Die Gewerkschaften leisten ganze Arbeit, wenn sie für menschliche Arbeit, wo es die noch gibt, höhere Löhne fordern oder über andere Aufwendungen, wie Arbeitszeitverkürzung, Urlaub oder Weiterbildungsaufwand, die Lohnnebenkosten für Arbeitsplätze der Menschen nach oben treiben.

Den Rest erledigen der Staat und Aufsichtsbehörden. Immer mehr Routine-Arbeiten über Statistiken, Berichtspflichten aus Branchenregulierungen und höhere Beiträge zur Sozialversicherung verteuern den Arbeitnehmer-Einsatz von Menschen enorm. Die Gewinner stehen fest, die Maschinen rechnen sich rund um die Uhr besser.

Digitalisierung kommt voran

Die Digitalisierung von Arbeitsprozessen kommt aufgrund dieser Voraussetzungen immer schneller voran, die Maschinen erobern, nach den Produktions-Bändern der Industrie, jetzt die Arbeitsplätze im mittleren Management und in den Büros der Dienstleister, wie Banken und Versicherungen.

Früher hatte die Automatisierung nur Auswirkungen auf weniger qualifizierte Arbeitnehmer, jetzt erobern die Roboter, also maschinelle Prozesse, die Bereiche von routinierten Arbeiten oder wo Menschen nur noch die Auswertungen und Vorleistungen von maschinellen Prozessen verkünden.

Beratungs-Roboter und Service-Zentralen entlasten

Neu und in der Erprobungsphase sind Beratungsroboter und animierte Service-Hilfskräfte in der direkten Kommunikation mit Kunden an Service-Automaten und in Internet-Angeboten. Da gibt es auch eine Art Zwischenlösung, wo noch echte Menschen im zentralen Service auf Abruf bundesweit die Menschen vor Ort beraten. Die Einsparungen beim Personal vor Ort sind durch diesen zentral bereitgestellten Service für die Unternehmen enorm.

Bester Versicherer und beste Direktbank

Der Direktvertrieb der Banken und Versicherungen wird für seine günstigen Verwaltungskosten und den 24-Stunden-Service von den Verbraucherschützern seit Jahren stets mit Höchstnoten bewertet. Der staatlich finanzierte Verbraucherschutz empfiehlt keine Versicherungen, Geldanlagen oder Kredite bei Menschen in Form von Vermittlern abzuschließen, da diese Löhne erhalten würden. Besser sei es da, direkt die Verträge abzuschließen, da die maschinellen und digitalen Prozesse kaum noch unnötige Löhne oder Provisionen verursachen.

Bei den Versicherern  sind vor allem Vertragsverwaltung, Policierung, Schadensregulierung oder Schadensmanagement betroffen, dort können massenhaft Arbeitsplätze durch Maschinen ersetzt werden. Den Rest der Arbeitsplätze entlasten die Zusammenlegungen dieser Dienstleistungen in gemeinsamen externen Zentren der Unternehmen.

Bankbeamte arbeiten stressfreier

Bei den Banken verkündet die Schalterbeamtin noch vor Ort den Kunden wie Computerprogramme über den Kreditwunsch dieses Bankkunden entscheiden oder liest die Anlage-, Versicherungs- oder Immobilien-Empfehlung aus ihrem Versicherungs-, Finanzanlage- und Immobilienprogramm dem Kunden vor, und druckt noch die passenden Formulare und Beratungsprotokolle zur Unterschrift aus. Das funktioniert so stressfrei und perfekt. Es ist für die Schalterbeamtin sehr viel bequemer wie früher, die Bankerin muss nicht selber rechnen oder irgendwelche Sachverhalte bewerten, es müssen nur Daten, die vom Kunden noch nicht vorhanden sind, aufgenommen werden, den Rest erledigt der digitale Prozess.

Die Versicherer und Banken haben aufgrund des Kostendrucks, der zunehmenden Regulierung und der Nullzinsen auch gar keine andere Wahl, als die Digitalisierung anzunehmen und so umzusetzen.

Steuer- und Sozialversicherungsfreiheit für Roboter

Ein enormer Mehrwert für die Unternehmen ist, dass für maschinelle Prozesse und die Maschinen keine Sozialversicherung, Steuern und sonstige Lohnnebenkosten anfallen. Wochenendarbeiten sind jederzeit möglich, Themen wie Streiks, Lohnforderungen oder gar eine Diskussion über Überstunden, Urlaub oder 40-Stunden-Woche entfallen.

Maschinen-Führung entlastet Management

Maschinen müssen zwar gewartet werden, dafür haben sie aber keine kostenintensiven Ausfälle durch Krankheit oder psychische Belastungen. Auch die Führung ist bei Maschinen leichter als bei Menschen. Die Top-Manager treffen auf keinerlei Widerspruch, launische oder witzig gemeinte Anmerkungen. Roboter arbeiten, und das Controlling ist einfach, da maschinelle Kontrollprogramme die Roboter kontrollieren und vollautomatisch im Einsatz optimieren.

Milliarden für Digitalisierung

Die Digitalisierung läuft, es gibt Förderprogramme, die mit Milliarden Euro ausgestattet sind, so dass die Startups und Entwickler maschineller Prozesse immer den noch nach alter Gepflogenheit arbeitenden Betrieben haushoch überlegen sind.

Die Landwirtschaft lässt grüßen, dort wurden durch Subventionen die Massentierhaltung und landwirtschaftliche Großbetriebe mit Milliarden Euro solange gefördert bis den kleinen Bauern und Landwirten finanziell die Luft ausgeht. Es lebe die Politik des Fortschritts.

Fazit: Am Ende gibt es zwar weniger Bauern und Dienstleistungs-Arbeitsplätze, wen interessiert das schon, wenn er als Entscheider für sichere 15.000 Euro und mehr monatlich als Abgeordneter oder Führungskraft arbeitet. Richtig keinen.

Bis zu dem Tag, wo die Maschinen und Roboter auch noch wählbar sind oder die Führung im Management übernehmen, nach dem Motto: Apparate für Deutschland – kostengünstig und vor allem 100 Prozent „Made in Germany“. Das ist ohne Alternative, die deutsche Zukunft, oder? (db)