Anlageverhalten der Mittelständler sehr unterschiedlich ausgeprägt

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©fotolia contrastwerkstatt; Studie zeigt aktuelle Anlageentwicklung im Mittelstand

Studie der FH des Mittelstandes zeigt Anlageverhalten der mittelständischen Unternehmen.

(fw/ah) Die gute Geschäftslage sorgt dafür, dass immer mehr mittelständische Unternehmen Anlagebedarf haben. So gaben in einer Studie der FH des Mittelstandes (FHM) in Bielefeld 57 Prozent der befragten Unternehmen an, Anlagebedarf zu haben. Auch der durchschnittliche Anlagebetrag liegt mit 4,7 Mio. Euro weiterhin auf hohem Niveau. Nur bei größeren Mittelständler ist ein Rückgang der Anlagevolumina zu verzeichnen, da diese damit versuchen Guthabengebühren zu vermeiden. Trotz des historischen niedrigen Marktzinsniveaus ist die Zinserwartung im Vergleich zum Vorjahr um 0,6 Prozentpunkt auf 3 Prozent gestiegen. Eine Erklärung ist hierfür ist, dass viele Mittelständler als Anlagerendite nicht den Marktzinssatz, sondern eher die Gewinnerwartung an das eigene Unternehmen als Orientierungspunkt sehen. Andere Unternehmen benötigen schlichtweg eine höhere Verzinsung, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen. Die gewünschte Mindestverzinsung bedeutet nicht, dass alle Mittelständler bereit sind, ihr Anlageverhalten zu ändern: Ein Drittel der Befragten verhält sich trotz keiner oder negativer Rendite stark sicherheitsorientiert, während 40 Prozent bereit sind, für eine höhere Rendite auch Kursschwankungen in Kauf zu nehmen. Bei den Laufzeiten der Anlagen ist die Lage ähnlich: 22 Prozent gaben an, weiterhin auf kurzfristige Laufzeiten unter 3 Monaten zu setzen, während 32 Prozent auch Anlagen tätigen, die die über ein Jahr laufen. „Wir sehen immer mehr, dass sich mittelständische Unternehmen hierbei in zwei Lager aufspalten: Etwa zwei Drittel der Unternehmen gehen das Thema aktiv an und suchen unter Inkaufnahme längerer Laufzeiten und mit adjustierten Risikovorstellungen nach Anlagealternativen wie zum Beispiel Fremdwährungsanlagen oder Multi-Asset-Fonds. Das verbleibende Drittel hat das Anlageverhalten bisher kaum geändert“, so Martin Keller, Geschäftsbereichsleiter Product Management der Mittelstandsbank. Guthabengebühren scheinen für die Mittelständler kein großes Problem darzustellen: so gaben zwar 37 Prozent an, von ihrem Kreditinstitut darauf angesprochen worden zu sein, jedoch war nur ein Viertel dazu bereit, die Laufzeit auf bis zu drei Jahre zu verlängern um diese zu vermeiden.

Kritische Lage bei Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen

Kritisch sieht es hingegen mit der Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen aus, worüber immerhin die Hälfte der Befragten verfügt. Auf die Unternehmen werden eine Reihe von Herausforderungen zukommen, da nur 45 Prozent der Befragten über eine Deckung von mehr als 75 Prozent verfügen.„Zur Deckung dieser Lücke werden künftig höhere Einzahlungen notwendig werden. Ein intelligentes Anlagemanagement kann dabei unterstützen, um Renditerückgänge möglichst gering zu halten“, so der wissenschaftliche Leiter der Studie, Prof. Dr. Volker Wittberg.

Verhaltensänderung beim Wertpapierhandel

Die Studie zeigt ebenso eine Verhaltensänderung beim Handel von Wertpapieren. Während bisher der Zahlungsverkehr und die Verwaltung von Tages- und Termingeldern online abgewickelt wurden, ist es durchschnittlich für ein Drittel der Befragten denkbar, Wertpapiere online zu handeln. „In der Mittelstandsbank haben wir uns bereits auf diesen sich verstärkenden Trend eingestellt und bieten über unsere Onlineplattform kurzgefasst alle notwendigen Informationen, sodass die Onlineentscheidung vereinfacht wird“, so Martin Keller. Auch Wittberg bestätigt diesen Trend: „Da die Mittelständler sich an das Onlinebanking gewöhnt und sich sogenannte Akzeptanzbarrieren verringert haben, steigt die Bereitschaft, auch andere Finanzdienstleistungen online abzuschließen.“

www.fh-mittelstand.de