And the Oscar goes to – Welche Rolle spielen Sie eigentlich in Ihrem Leben?

Vor kurzem hatte er einen Kurs für Rhetorik und Körpersprache besucht. Er hatte sich seitdem angewöhnt, genauestens auf die nonverbale Kommunikation seines Gesprächspartners zu achten. Lippen zusammenpressen, sich mit der Hand über die Stirn zu fahren oder seine Füße Richtung Ausgang zu positionieren, waren nur ein paar der vielen klaren Anzeichen von Nervosität, Unbehagen und möglicher Falschaussagen.

„Nur ein Mal“, antwortete Frau Schneider und fuhr sich mit der Hand über den Nacken, während ihr Blick sich im Raum verlor.

Ha!! Da waren sie, die befürchteten Anzeichen. Frau Schneider sagte nicht die Wahrheit.

„Sind sie sich da ganz sicher? Sie wissen, dass wir beim Einreichen des Antrags keine Falschangaben machen dürfen. Das kann sonst verheerende Folgen haben.“

„Also gut Herr Salesman,… ich war 3 Mal krank”, sagte Sie und senkte dabei ihren Kopf.

„Dann lag ich mit meiner Vermutung ja gar nicht so daneben.
Können sie mir auch erklären, warum es mit den Beitragszahlungen in den letzten Monaten ein wenig holprig lief?“

„Weil das Geld hinten und vorne nicht langt. Sie wissen doch mein Leid.“

“Bei allem Respekt Frau Schneider, ich kenne Ihren Verdienst, sie liegen deutlich über dem Durchschnitt in Deutschland und wir haben damals alles genau angepasst an ihr verfügbares Budget mit dem Ziel, sie jetzt und später finanziell stark aufzustellen. Wenn sie allerdings konstant über Ihrem Budget leben, ist es kein Wunder, dass Ihnen am Ende mehr Monat als Geld zur Verfügung steht.
Investieren Sie doch mal mehr in sich als in andere!
Übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Situation, anstatt die Schuld ständig woanders zu suchen. Wenn Sie dazu neigen, öfter krank zu werden, müssen Sie die Risiken minimieren. Machen Sie mehr Sport, ernähren Sie sich gesund. Wertschätzen Sie ihren Körper. Er braucht es wohl. Dann können Sie Ihrem Chef beweisen, wie wertvoll Sie für die Position sind, die Sie anstreben. Und zu Ihrer finanziellen Situation habe ich Ihnen immer gesagt, dass der Weg, den ich Ihnen vorgeschlagen habe, sie zu Ihrem Ziel führen wird aber weder ich, noch ihr Chef oder irgendjemand sonst kann ihn gehen, außer Ihnen. Solange Sie das nicht begreifen, wird sich Ihre Situation nicht ändern.“

Frau Schneider schluckte einmal tief. Sie schaffte es nicht, Augenkontakt mit Danny zu halten. Er hatte irgendwo Recht. Und sie war schon so lange in diesem Teufelskreis drin, dass Sie nicht einmal bemerkte, dass sie dabei war, sich ihr eigenes Grab zu schaufeln.
Keiner hatte ihr das je so deutlich klar gemacht wie Danny.
Sie entschuldigte sich und versprach Besserung. Sie legten einen neuen aktuellen Finanzplan mit Etappenzielen für 2019 fest. Sie musste 1 Mal im Monat an Danny ein Feedback geben, ob das geplante Ziel erreicht war. Gleichzeitig musste Sie Danny versprechen, in Zukunft Verantwortung für alles zu übernehmen. Für Ihren persönlichen Erfolg als auch Ihre Niederlagen. Sie hatte es nun in der Hand.

Fazit : Sobald wir die Schuld an unserem Schicksal bei anderen suchen,
legen wir gleichzeitig die Verantwortung für unseren persönlichen Erfolg in fremde Hände und spielen in unserem eigenen Film nicht mehr die Hauptrolle, sondern nur eine Nebenrolle.

Autor: Sven Späth,
TPV Unternehmensberatung