Amundi entwickelt Anleger-Modell in Schwellenländern

Philippe Ithurbide

Die Situation in verschiedenen Schwellenländern ist hinsichtlich des Entwicklungsstands, der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der Potenziale so unterschiedlich, dass die Zusammenfassung unter einer „monolithischen“ Anlageklasse Emerging Markets nicht mehr sachgerecht ist.

(fw/rm) Um die richtigen Anlageentscheidungen zu treffen und Risiken korrekt zu managen, hat Amundi einen neuen Ansatz zur Analyse von Schwellenländer-Investments erarbeitet.

Ökonomisch homogene Gruppen mithilfe von Anlagefaktoren

Im Fokus des neuen Systems zur Klassifizierung von Schwellenländern stehen die zentralen Wirtschaftsfaktoren der einzelnen Volkswirtschaften. Ziel ist es, mithilfe der beim Faktor-Investing zugrunde gelegten Systematik ökonomisch homogene Gruppen zu bilden. Der Ansatz von Amundi umfasst folgende Schritte:

  • Scoring: Für die 25 größten Schwellenländer ermitteln wir wichtige Kennzahlen (u.a. Wachstum, Inflation/Deflation, finanzielle Schadenanfälligkeit, Liquidität, Zustand des Bankensektors, private und öffentliche Verschuldung etc.).
  • Diagramm: Die grafische Darstellung erlaubt es uns, Ähnlichkeiten zwischen verschiedenen Ländern zu identifizieren und diese im Zeitablauf zu überwachen.
  • Hauptkomponentenanalyse: Wir analysieren, welche Kriterien die Länder gemeinsam wesentlich beeinflussen.
  • Statistische Analyse: Mit Blick auf ökonomische Ähnlichkeiten und gemeinsame Faktoren bilden wir homogene Gruppen und stellen das Ergebnis in einem Dendogramm dar.
Amundi_Dendogramm
Brasilien und Russland rücken zusammen

Dieses Beispiel zeigt, dass sich Brasilien und Russland sowie Argentinien und Südafrika sehr ähneln, auch wenn sie in verschiedenen Kontinenten liegen. Hingegen sind Russland und Osteuropa zwar räumlich Nachbarn, nicht aber aus ökonomischer Sicht. Neben diesen Erkenntnissen für themenbasierte Anlagestrategien haben wir drei verwandte Gruppen und Subgruppen gebildet: Gruppe 1: Länder mit Spielraum im Fall von externen Schocks Gruppe 2: Länder, unter einer potenziellen Kreditkrise und Kapitalabflüssen leiden würden Gruppe 3: Länder mit einer strukturell hohen Inflation. In diesen Gruppen haben wir wiederum Subgruppen gebildet (z. B. Länder mit hohen Staatsschulden, Handelsbilanzdefiziten, Rohstoffexporteure). Mit dieser neuen Sichtweise auf Emerging Markets will Amundi ökonomisch homogene Gruppen von Schwellenländern bilden, die eine nuancierte Perspektive auf diese wichtige Anlageklasse ermöglicht. Pascal Blanqué, CIO Amundi, sagt: “Bisher gängige Modelle zur Gruppierung von Schwellenländern erweisen sich für Investoren zunehmend als irreführend. Amundi hat daher einen neuen Ansatz zur Beurteilung von Schwellenländer-Investments auf Basis von Anlagefaktoren entwickelt.” Philippe Ithurbide, Global Head of Research, Strategy & Analysis, sagt: “Unser neuer Emerging-Market-Ansatz soll Investoren helfen, fundierte Entscheidungen bei der www.amundi.de