Alzchem: Am Megatrend Nahrungsmittelversorgung partizipieren

Andreas Niedermaier, CEO von Alzchem Group AG / Foto: © Alzchem

Die Menschheit steht vor der Herausforderung, eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren – möglichst gesund und umweltfreundlich. Hierfür entwickelt die Alzchem Group AG Lösungen. Welche das sind und warum Anleger 2022 in das weltweit aktive Spezialchemie-Unternehmen investieren sollten, verrät uns CEO Andreas Niedermaier im Interview.  

finanzwelt: Vor welcher Herausforderung steht die Welt im Bereich der Nahrungsmittelversorgung?
Andreas Niedermaier: Die zwei ganz zentralen Herausforderungen sind der steigende Nahrungsmittelbedarf aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und die Notwendigkeit, die Nahrungsmittelgewinnung noch nachhaltiger und umweltfreundlicher auszurichten. Weitere Aufgaben entstehen durch den Wunsch, dass Nahrungsmittel jederzeit unabhängig von der Jahreszeit und Saison verfügbar sein sollen, sowie durch eine hohe Dynamik bei den Lebensstilen, beispielsweise bei der Zunahme vegetarischer und veganer Ernährung.

finanzwelt: Welche Lösungen liefert Alzchem dafür?
Niedermaier: Mit unseren Produkten helfen wir auf vielen Ebenen beim Lösen dieser Herausforderungen: Für die tierhaltende Landwirtschaft bieten wir mit Eminex® eine überzeugende Lösung zur deutlichen Reduzierung des klimaschädlichen Methan- und CO2-Ausstoßes um 90 % bis 100 %. Unser weltweit vertriebener Futtermittelzusatzstoff Creamino® ermöglicht in der Geflügel- und Schweinezucht eine bessere Futterverwertung, ein höheres Schlachtgewicht, eine kürzere Mastzeit und im Falle von Geflügel einen höheren Anteil an Brustfleisch. Dank Dormex® können Landwirte Früchte wie Trauben und Kiwis auch in Regionen mit milden Wintern optimal anbauen, den Neuaustrieb steuern und damit saisonunabhängiger verfügbar machen.

„Wir bedienen riesigen, dynamisch wachsenden Markt“

finanzwelt: Und wie positionieren Sie sich auf dem Wachstumsmarkt der veganen und vegetarischen Ernärung?
Niedermaier: Als einziger westlicher Hersteller produzieren wir Kreatin, das beispielsweise in Sportlernahrung oder als Ergänzung bei vegetarischer und veganer Ernährung dient. Mit unserem Produkt Creapure® bedienen wir einen riesigen und dynamisch wachsenden Markt. So erreichte der Markt für vegane und vegetarische Lebensmittel 2019 allein in Deutschland ein Umsatzvolumen von 1,2 Mrd. Euro – obwohl Kreatin als fester Bestandteil einer veganen oder vegetarischen Ernährung hier noch ganz am Anfang steht. Experten rechnen für den weltweiten Markt für pflanzliche Lebensmittel mit einem jährlichen Wachstum von über 11 % im Zeitraum von 2020 bis 2027. An diesem Wachstumsmarkt wollen wir partizipieren.

finanzwelt: Was wird Ihrer Einschätzung nach möglich werden sowohl bei der Verlängerung der Gesundheits- als auch der Lebensdauer?
Niedermaier: Wir analysieren diese Entwicklung mehr unter wirtschaftlichen als unter medizinischen Aspekten. Richtig ist, dass sich die Lebenserwartung beispielsweise in Deutschland von 1970 bis heute um rund 10 Jahre auf 83,6 Jahre bei Frauen und 78,9 Jahre bei Männern verlängert hat. Bis 2060 soll sich diese Lebenserwartung um nochmals 5 Jahre erhöhen. Die Statistik und noch viel mehr die Lebensweise, die Aktivitäten und die Wünsche älterer Menschen befeuern natürlich unsere Märkte, die sich auf ein gesundes Altern und langanhaltende Fitness fokussieren.

finanzwelt: Was trägt Alzchem mit seinen Produkten dazu bei?
Niedermaier: Für uns steht mit unseren Produkten im Mittelpunkt, dass wir die Menschen in der jeweiligen Lebensphase bei ihrer körperlichen Fitness unterstützen: Sportler zu einer höheren Leistungsfähigkeit bringen, Vegetariern und Veganern eine Ernährung ohne Mangel an lebenswichtigem Kreatin ermöglichen sowie ältere Menschen durch eine höhere Wirksamkeit bei regelmäßiger Bewegung und sportlicher Betätigung für ihr körperliches Wohlbefinden unterstützen. Immer mit dem Ziel einer möglichst optimalen Leistungsfähigkeit über verbesserte Muskelkraft und dadurch auch immer weniger Belastung auf dem Skelettapparat – ganz unabhängig vom Lebensalter.

Es lockt die Dividende

finanzwelt: Warum sollten Anleger 2022 in Alzchem investieren?
Niedermaier: Wir sind in extrem spannenden Märkten unterwegs wie Nahrungsergänzungsmittel, Vorprodukte für Corona-Tests oder Pharmarohstoffe – und dabei ganz oft in führender Position. Deshalb reihen wir bei Umsatz und Ertrag auch trotz Pandemie Rekordjahr an Rekordjahr. Diese Dynamik wollen wir 2022 und darüber hinaus fortsetzen, auch wenn für 2022 weiterhin Effekte aus der Entwicklung der Rohstoff- und Strompreise sowie der Logistikkosten zu erwarten sind. Wenn man sich die Urteile und Kursziele der Aktienanalysten ansieht, dann spiegeln sich die genannten Aspekte noch nicht in unserem Aktienkurs wider. Wir werden auch daran 2022 arbeiten. Wem unsere erfolgreiche Entwicklung und unsere attraktiven Wachstumsperspektiven noch nicht genügen, der kann sich an unserer Dividendenpolitik erfreuen, die eine Ausschüttung von 30 % bis 50 % des Jahresgewinns vorsieht. Für das Geschäftsjahr 2021 werden wir der Hauptversammlung voraussichtlich eine Dividende von 1,00 Euro je Aktie vorschlagen, was bezogen auf den Jahresschlusskurs einer Dividendenrendite von 4,3 % entspräche.

finanzwelt: Was stimmt Sie optimistisch für 2022?
Niedermaier: So wie es aussieht, könnte mit der Omikron-Variante die Pandemie so weit überwunden werden, dass wir wieder zu einer gewissen Normalität zurückkommen könnten. Was sehr positiv stimmt, sind die vielversprechenden Auftragseingänge zum Jahresanfang und dass trotz der vielen weltweiten Versorgungsschwierigkeiten ein weiteres Wachstum unseres Geschäftes möglich ist. Ebenso erfreulich ist, dass unsere Mitarbeiter weiterhin voll motiviert einen entscheidenden Beitrag zu unserem Erfolg beitragen. (sh)