Altersarm mit Immobilie?

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Kosten für Reparaturen machen die eigenen vier Wände im Alter zu einem enormen Kostenfaktor. Wenn die Immobilie verrentet wird, kann das Risiko für Altersarmut erheblich gesenkt werden. 

Immobilien gelten gemeinhin als beste Form der Altersvorsorge. So gaben in den vergangen Jahren in mehreren Studie jeweils ca. 2 /3 der Befragten an, dass sie der Meinung seien, dass man mit einer Investition in “Betongold” am besten die gesetzliche Rente aufbessern könne. Dass selbst genutztes Wohneigentum erkennbar das Risiko von Altersarmut mindert, belegt die jüngste Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). Jedoch wird das selbst bewohnte Haus in der Praxis oftmals eher zu einem Belastungsfaktor, weil er Vermögen bindet und das laufende Einkommen nicht erhöht.

„Die klassische Armutsmessung konzentriert sich auf die schiere Einkommensarmut. Unberücksichtigt bleibt dabei Vermögen. Das dürfte im Allgemeinen keine größeren Verzerrungen verursachen, da typischerweise zu Recht unterstellt wird, dass Arme auch über kein nennenswertes Vermögen verfügen“, beschreibt Studienautor Dr. Reiner Braun die Situation. Wenn man jedoch speziell die Altersarmut betrachte, gelte diese Annahme nicht mehr. Da Vermögen im Laufe des Lebens akkumuliert werde, hätten Senioren überproportional hohe Vermögen. So entstehe Altersarmut im Sinne einer Einkommensarmut dann erst durch eine unzureichende Altersvorsorge durch laufende Renten. Dessen ungeachtet konnten die Betroffenen aber im Laufe des Erwerbslebens durchaus Vermögen bilden, insbesondere durch den Erwerb von selbst genutztem Wohneigentum.

Wenn das Geldvermögen über die Restlebenszeit in ein laufendes Einkommen umgerechnet werde, sinke das Armutsrisiko aller Personen in Deutschland lediglich um 1,2 Prozentpunkte auf 15,6 %. Wenn zusätzlich das Immobilienvermögen berücksichtigt werde, sinke das Armutsrisiko um einen knappen weiteren Prozentpunkt auf 14,8 %. Bei der Altersarmut sinke das Risiko allerdings deutlich mehr, nämlich von 18,5 % auf 14,9 %, wenn das Geldvermögen berücksichtigt werde. Bei einer Verrentung der Immobilien sinke das Risiko sogar um einen weiteren Prozentpunkt. Schließt man das Vermögen in die Betrachtung mit ein, gelten also deutlich weniger ältere Menschen als arm.

„Die Verrentung der Immobilie – so wie in diesen Berechnungen angenommen – findet aber in der Regel gar nicht statt. So besitzen viele ältere Menschen ein Haus, das zwar über die Mietersparnis ein wenig Entlastung bringt, oftmals auf der anderen Seite aber wegen Reparaturen und Renovierungen Geld kostet“, gibt DIA-Sprecher Klaus Morgenstern zu bedenken. Daher seien viel stärker noch als bisher Lösungen erforderlich, wie über die Verrentung von Immobilieneigentum zusätzliches Einkommen im Alter generiert werden kann. (ahu)

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