Alternde Bevölkerung als Chance

Immer mehr und immer aktivere Senioren - das bietet Chancen auf dem Immobilienmarkt / Foto: © detailblick-foto -fotolia.com

Deutschland und Österreich bieten laut Catella die besten Chancen in den Assetklassen Senior Housing und Healthcare-Immobilien. Mit der Veränderung des Ruhestandes entsteht auf dem europäischen Immobilienmarkt ein ganz neues Marktsegment.

Der demographische Wandel bewirkt auch einen Wandel auf den Immobilienmärkten. Jedoch befindet sich der europäische Markt für Sozialimmobilien im internationalen Vergleich noch in der Startphase, denn dieser ist in Nordamerika, Japan und Südafrika wesentlich ausgeprägter als auf dem “alten Kontinent”. Dies ist ein wesentliches Ergebnis des Catella Market Trackers “Senior Housing und Healthcare Immobilien”. Das Catella Scoring Modell “Marktchance in Europa” verdeutlicht, dass in Europa noch gewaltige Unterschiede bestehen, sich aber auch große Chancen in der noch jungen Assetklasse bieten. Das Rating, das die Marktchancen in Europa untersucht, wird von Österreich (Scoringwert: 5,38) knapp vor Deutschland (5,13) angeführt. Dies ist besonders darauf zurückzuführen, dass in beiden Ländern starke Gesundheitssysteme und gleichzeitig eine strukturell alternde Bevölkerung existieren. So hat Deutschland die relativ meisten Krankenhausbetten in Europa (822 pro 100.000 Einwohner), gefolgt von Österreich (758 Betten pro 100.000 Einwohner). Die Alpenrepublik verfügt zudem über die höchste Ärztedichte (499 pro 100.000 Einwohner), vor Litauen (427 Ärzte pro 100.000 Einwohner) und Schweden (411 Ärzte pro 100.000 Einwohner). Aufgrund der guten Zahlen in diesen Kategorien befinden sich Litauen (Platz 3, Wert: 4,75) und Schweden (gemeinsam mit den Niederlanden Platz 4: jeweils 4,50) ebenfalls in den Top-5 des Scorings. Die Schweiz, die im Gesamtranking nur auf Rang 12 liegt, hat gemeinsam mit den Niederlanden die höchsten relativen Gesundheitsausgaben. In beiden Ländern sind jeweils 11,1 % des BIP Gesundheitsausgaben. Nur unwesentlich geringer ist der Anteil in Deutschland und Schweden mit je 11 %.

Mit Scoringwerten von 2,63 bzw. 2,38 belegen Irland und Luxemburg die letzten beiden Plätze und liegen damit auch deutlich unter dem europäischen Durchschnittswert von 3,97 Beide Länder haben mit 9,9 % (Irland) und 10,2 % (Luxemburg) den mit Abstand geringsten Anteil von Menschen zwischen 65 und 79 Jahren an der Gesamtbevölkerung. Den höchsten Anteil hat Deutschland, wo 15,4 % der Einwohner zwischen 65 und 79 sind.

Senior Housing im Kommen

Die Zeit nach dem Arbeitsleben ist für viele Menschen heute eher mit dem Begriff “Unruhestand” als “Ruhestand” zu bezeichnen. Viele nutzen die neu gewonnene Freizeit, um Aktivitäten nachzugehen, die während des Berufslebens zu kurz kamen. Mit der veränderten Wahrnehmung des “Alterns” verändern sich auch die Ansprüche, die an eine Immobilie gestellt werden. Dies betrifft vor allem den Standort, die Infrastruktur und die Ausstattung. „Die oftmals gebräuchliche Gleichung „Alternde Gesellschaft“ gleich „steigende Nachfrage nach Sozialimmobilien“ ist jedoch bedeutend zu kurz gegriffen“ erklärt Dr. Thomas Beyerle, Head of Group Research bei Catella. Ein besonders dynamisches Segment auf der Objektebene ist das “Senior Housing”. Die starke Marktentwicklung ist besonders auf die stärkere Quantifizierbarkeit der zukünftigen Zielgruppe zurückzuführen. Allerdings definiert diese neue Zielgruppe auch einen Strukturwandel innerhalb der Sozialimmobilien. „Einfacher formuliert: ein gänzlich neues Marktsegment entsteht in Europa “, so Beyerle weiter. Auch wenn inzwischen viele Senioren ihren Lebensabend unter südlicher Sonne verbringen, ist laut Catella nicht davon auszugehen, dass das amerikanische Modell der “Sun Cities, speziell für Rentner konzipierte Städte in klimatisch günstigen Gefilden, nach Europa importiert wird. Grund hierfür ist, dass Infrastruktur und Geographie Südeuropas nicht mit dem Südwesten der USA vergleichbar sind, wo sich die meisten Sun Cities befinden. (ahu)

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