Alte Leipziger mit Premiere

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Zum ersten Mal hat Assekurata die Beitragsstabilität von BU-Tarifen untersucht. Hierfür hat die Ratingagentur mit dem Institut für Finanz- und Aktuarwissenschaften (ifa) ein neues Prüfverfahren entwickelt. Als erste Gesellschaft hat sich diesem die Alte Leipziger Lebensversicherung unterzogen.

Weil die eigene Arbeitskraft normalerweise die wichtigste Einkommensquelle ist, kann ein Verlust dieser schnell zu massiven finanziellen Schwierigkeiten führen, wenn die private Absicherung fehlt. „Neben der Qualität der Bedingungen und der Fairness in der Leistungsregulierung ist ein stabiler Beitrag für die Kunden besonders wichtig, um auf die langfristige Bezahlbarkeit des Versicherungsschutzes vertrauen zu können“, erläutert Assekurata-Geschäftsführer Dr. Reiner Will. „Allerdings sind die Voraussetzungen für einen beitragsstabilen BU-Tarif sehr komplex.“ Nach Ansicht der Ratingagentur liegt dies daran, dass in der BU-Versicherung für eine Beitragserhöhung verschiedene Ursachen vorliegen können. Bspw. kann ein Tarif unzureichend kalkuliert oder der Bestand insgesamt nicht tragfähig genug sein. Angesichts des intensiven Preiswettbewerbs am Markt seien beide Ursachen nicht zu unterschätzen. Zudem bestehe die Möglichkeit, dass ein Versicherer mit den Risikogewinnen aus der BU-Versicherung an anderer Stelle eine Ertragsschwäche ausgleichen muss. Dies könne besonders beim Zinsergebnis der Fall sein, das vom langjährigen Niedrigzinsumfeld in Verbindung mit hohen Beitragsgarantien häufig in Mitleidenschaft gezogen wird.

Neuartiger Bewertungsansatz

Aufgrund der Vielfalt an Ursachen hat Assekurata in Zusammenarbeit mit dem ifa einen mehrdimensionalen und zukunftsgerichteten Bewertungsansatz entwickelt, der sich zu einem darauf abstellt, ob der einzelne BU-Tarif tragfähig, robust und professionell kalkuliert ist. Zum anderen bezieht das Verfahren mögliche Rückwirkungseffekte aus dem BU-Bestand und der wirtschaftlichen Ertragssituation des Unternehmens insgesamt ein. Ein Tarif wird nur dann zertifiziert, wenn die Analysten bei ihrer Prüfung keine gravierenden Mängel identifizieren und der Tarif in allen Teilbereichen die Mindestanforderungen erfüllt. „Die Ergebnisse diskutieren wird mit ifa in einem gemeinsamen Bewertungskomitee“, berichtet Dr. Reiner Will. „Damit sorgen wir für eine breite Expertise und stellen sicher, dass jeder Tarif aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird.“

Die Prüfung basiert auf einer umfassenden Datenlieferung sowie Gesprächen mit Produkt-, Prozess- und Unternehmensverantwortlichen eines Lebensversicherers. „Für die Bewertung werden größtenteils Daten verwendet, die nicht öffentlich zugänglich sind, weil wird nur so eine qualifizierte Einschätzung treffen können“, berichtet ifa-Geschäftsführer Prof. Dr. Joachim Ruß. „Hierzu gehören beispielsweise Informationen zur Tarif- und Bestandsprofitabilität, zu den Geschäftsprozessen bei der Risiko- und Leistungsprüfung sowie aufsichtsrechtliche Prognoserechnungen.“

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