Allianz auf Kurs zum Jahresziel

Oliver Bäte

Die Allianz Gruppe hat für das erste Halbjahr solide Ergebnisse vorgelegt, die das schwierige Marktumfeld und die ergriffenen Maßnahmen für eine verbesserte Kapitaleffizienz widerspiegeln. Die Erträge wurden durch drei Entwicklungen beeinflusst:

(fw/rm) Höhere Schadenaufwendungen in Folge von Naturkatastrophen, höhere Groß- und wetterbedingte Schäden sowie marktbedingt eine niedrigere Anlagerendite. Im Lebensversicherungsgeschäft setzte die Gruppe den Wechsel hin zu kapitaleffizienten Produkten erfolgreich fort. Dadurch sank zwar der Gesamtumsatz, jedoch erhöhte sich die Profitabilität im Neugeschäft. Die Entwicklung des Geschäftsbereichs Asset Management im ersten Halbjahr lag im Rahmen der Erwartungen und verzeichnete im Vergleich zum Vorjahresende einen Anstieg des für Dritte verwalteten Vermögens. Der geplante Verkauf der Geschäftsaktivitäten in Südkorea wird nach dem Abschluss zu einer stärkeren Kapitalausstattung führen. Allerdings drückten die mit dem Verkauf verbundenen einmaligen Aufwendungen den Periodenüberschuss, wie angekündigt, deutlich. „Die Allianz entwickelt sich zu einer Organisation, die näher am Kunden ist, ihr Kapital effizienter einsetzt und höhere Profitabilität nachweist. Dies machen wir in einem schwierigen Marktumfeld. Das zweite Quartal wurde insbesondere durch ausgesprochen hohe Schäden aus schweren Überschwemmungen und Stürmen in Europa geprägt. Wir waren froh, unsere Kunden in diesen schwierigen Zeiten zu unterstützen“, erklärte Oliver Bäte, Vorstandsvorsitzender der Allianz SE. „Das gute Ergebniswachstum in der Lebens- und Krankenversicherung konnte den Rückgang in der Schaden- und Unfallversicherung nicht vollständig ausgleichen. Im Asset Management hat sich das operative Ergebnis nahezu auf dem Stand des Vorjahreszeitraums gehalten. Die Nettoabflüsse bei PIMCO haben sich verlangsamt, jedoch sind wir dort noch nicht am Ziel“, so Oliver Bäte. Gruppe: Solides erstes Halbjahr 1H 2016: Das operative Ergebnis fiel im ersten Halbjahr 2016 um 10,3 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Der Unterschied ist hauptsächlich zurückzuführen auf höhere Schäden aus Naturkatastrophen und auf das vergleichsweise hohe Niveau der Erträge im Vorjahreszeitraum aufgrund des Nettogewinns aus dem Verkauf des Privatkundengeschäfts der Fireman’s Fund Insurance Company. Das nicht-operative Ergebnis wurde hauptsächlich durch die Klassifizierung des zur Veräußerung gehaltenen Geschäfts in Südkorea belastet. Der Gesamtumsatz fiel in der ersten Hälfte 2016 um 4,7 Prozent auf 64,8 Milliarden Euro. Insgesamt sank der auf Anteilseigner entfallende Periodenüberschuss um 14,5 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Umsatz fiel um 2,5 Prozent im 2Q Der gesamte Umsatz fiel im zweiten Quartal 2016 um 2,5 Prozent auf 29,4 (Vorjahresquartal: 30,2) Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr, was auf alle Geschäftsbereiche zurückzuführen ist, insbesondere auf die Lebens- und Krankenversicherung. Operatives Ergebnis 2,4 Mrd. € im 2Q Das operative Ergebnis sank um 17,2 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Das Wachstum des operativen Ergebnisses im Geschäftsbereich Lebens- und Krankenversicherung konnte den Rückgang des operativen Ergebnisses im Geschäftsbereich Schaden- und Unfallversicherung nicht auffangen. Im Geschäftsbereich Asset Management blieb das operative Ergebnis im Vergleich zum zweiten Quartal 2015 stabil. Annualisierte Eigenkapitalrendite 12 Prozent in 6M Das nicht-operative Ergebnis wurde durch die Klassifizierung des Lebens- und Krankenversicherungsgeschäfts in Südkorea als „zur Veräußerung gehalten“ beeinflusst. Der auf Anteilseigner entfallende Quartalsüberschuss fiel um 46,0 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das Ergebnis je Aktie betrug 2,40 (4,44) Euro. Die annualisierte Eigenkapitalrendite der Gruppe betrug im ersten Halbjahr 12 Prozent (Gesamtjahr 2015: 12,5 Prozent). Annualisierte Zahlen stellen keine Prognose für das Gesamtjahr dar. Solvency-II-Kapitalquote 186 Prozent zum 30.6.2016 Die Solvency-II-Kapitalquote war im zweiten Quartal mit 186 Prozent auf dem gleichen Niveau wie am Ende des ersten Quartals und zeigt damit die Widerstandskraft der Gruppe im Niedrigzinsumfeld. Einschätzung des Managements „Vorbehaltlich unvorhergesehener Ereignisse oder unerwarteter Turbulenzen an den Kapitalmärkten bestätigen wir unser Ziel für das operative Ergebnis des Gesamtjahres in Höhe von 10,5 Milliarden Euro, plus oder minus 500 Millionen Euro. Unsere Kapitalausstattung bleibt auf hohem Niveau und unser sorgfältig verwaltetes Risikoprofil schützt uns vor potenziellen Marktverwerfungen“, so Oliver Bäte.

Schaden- und Unfallversicherung: Naturkatastrophen drücken das operative Ergebnis

1H 2016: In den ersten sechs Monaten 2016 gingen die Bruttobeitragseinnahmen auf 28,9 (29,2) Milliarden Euro leicht zurück. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte ergab sich ein internes Wachstum von 3,1Prozent, vor allem gespeist aus den Märkten Türkei und Deutschland sowie von Allianz Global Corporate & Specialty (AGCS). Das operative Ergebnis sank im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um 16,2 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Diese Entwicklung ist auf ein niedrigeres versicherungstechnisches Ergebnis und ein geringeres Kapitalanlageergebnis zurückzuführen. Das Vorjahresergebnis wurde unter anderem durch den Nettogewinn aus dem Verkauf des Privatkundengeschäfts der Fireman’s Fund Insurance Company gestützt. Die Schaden-Kosten-Quote verschlechterte sich um 0,8 Prozentpunkte auf 94,9 Prozent. Bruttobeitrags-Einnahmen sanken um 2,0 Prozent im 2Q Die Bruttobeitragseinnahmen fielen im zweiten Quartal 2016 um 2,0 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro aufgrund negativer Währungseffekte sowie aufgrund des Verkaufs des Privatkundengeschäfts von Fireman’s Fund im vergangenen Jahr. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte ergab sich ein starkes internes Wachstum von 3,7 Prozent, was vor allem durch die positive Entwicklung in der Türkei und Argentinien gestützt wurde. Preis- und Volumeneffekte trugen mit 0,7 Prozent beziehungsweise 3,0 Prozent dazu bei. Schaden-Kosten-Quote 96,4 Prozent im 2Q Das operative Ergebnis sank im zweiten Quartal 2016 um 37,0 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Das versicherungstechnische Ergebnis wurde durch eine starke Zunahme der Schäden aus Naturkatastrophen sowie höhere Groß- und wetterbedingte Schäden gedrückt. Diese wurden teilweise durch ein höheres Abwicklungsergebnis ausgeglichen. Darüber hinaus profitierte im Vorjahresquartal das operative Ergebnis vom Nettogewinn aus dem Verkauf des Privatkundengeschäfts der Fireman’s Fund Insurance Company. Die Schaden-Kosten-Quote betrug 96,4 (93,5) Prozent. Einschätzung des Managements „Das interne Wachstum war im zweiten Quartal stark und verdeutlicht die Stärke unseres Geschäfts. Allerdings wurde das operative Ergebnis durch Überschwemmungen und Stürme in Europa, Waldbrände in Kanada, Hagelstürme in den Vereinigten Staaten sowie ein geringeres Kapitalanlageergebnis gemindert“, so Dieter Wemmer, Finanzvorstand der Allianz SE. Fortsetzung auf Seite 2