Advent, Advent, das Stickoxid brennt

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Nach Meinung eines Lungenspezialisten ist die Diskussion über Diesel-Fahrverbote völlig überflüssig, weil vom Diesel überhaupt keine ernsthafte Gesundheitsgefahr ausgehe. Grund für die Panik: Eine völlig schwachsinnige Dateninterpretation.

Die Zeiten für Dieselfahrer waren wahrlich schon besser: Die Antriebsart, die über 100 Jahre lang für Nutzfahrzeuge unentbehrlich war, wird in den letzten Jahren an Pranger gestellt und für tausende Todesfälle verantwortlich gemacht. Grund: Die aus dem Auspuff von Dieselfahrzeugen kommenden Stickoxide. Wegen der Überschreitung der Grenzwerte in zahlreichen Städten wurden bereits Fahrverbote verhängt, weitere werden wohl bald folgen. Nach Meinung von Professor Dr. Dieter Köhler ist das blinder Aktionismus ohne jegliche Not. So erklärt der ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Lungenheilkunde in einem Interview mit dem SWR, dass die 40 Mikrogramm pro Kubikmeter, die derzeit der Grenzwert sind, überhaupt nicht gefährlich seien. So würde ein Raucher über 200.000 Mikrogramm pro Kubikmeter erreichen und auch nicht tot umfallen – und der Raucher zieht die Stickoxide atmet die Stickoxide ja direkt ein. Zudem liege der Grenzwert für Stickoxid am Arbeitsplatz bei in Deutschland bei 950 Mikrogramm, in der Schweiz sogar bei 6.000 Mikrogramm.

Wenn die Stickoxide offenbar so ungefährlich sind, warum wurden dann so niedrige Grenzwerte verhängt? Nach Meinung von Prof. Köhler hängt das mit einer völligen Fehlinterpretation der von Studien zusammen. So hätten die vom Bundesumweltamt durchgeführten Studien Stadt und Land miteinander verglichen. Dabei habe man gesehen, dass die Menschen auf dem Land im Schnitt länger leben würden – laut dem Experten hänge das aber nicht mit der geringeren Belastung durch Stickoxid zusammen. Jedoch hätten die Autoren der Studie genau das behauptet.

Wie schwachsinnig die Grenzwerte beim Stickoxid sind, macht Prof. Köhler auch dadurch deutlich, dass das Anzünden des Adventskranzes über 200.000 Mikrogramm Stickoxide freisetze. Aber für einen Verbot von Adventskränzen hat sich noch niemand eingesetzt. (ahu)